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Ökologisches Schulmaterial: Auch du kannst Bäume retten

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Schule ist praktisch jeden Tag, und mit jeder Unterrichtsstunde wächst die Papierflut. In jedem Blatt steckt ein Stück Baum - und wir Deutsche sind Weltmeister im Papierverbrauch.

Wir Deutsche gehören zu den weltweiten Spitzenreitern im Papierverbrauch. Fast 250 Kilogramm bekritzelte und bedruckte jeder von uns durchschnittlich im Jahr 2012. Für unseren Papierbedarf werden jährlich Waldflächen gerodet, die so groß sind wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg. Dabei müssen aber nicht unsere Bäume dran glauben, sondern meist welche aus Schweden, Finnland, Brasilien, Uruguay, Russland und vielen weiteren Ländern. Das Holz und der Zellstoff für unser Papier kann auch aus Urwaldgebieten oder aus speziell angelegten Plantagen stammen, die ökologisch umstritten sind. Vor allem aber trägt unser Rohstoffverbrauch erheblich dazu bei, dass der Druck auf die Wälder weltweit – insbesondere der verbliebenen Urwälder – zunimmt.

Am Zeichen erkennen

Jedes Schuljahr bzw. Semester werden massenhaft Hefte, Schreibblöcke und Papier angeschafft. Die meisten sind aus frischen Papierfasern - strahlend weiß und mit viel Energie hergestellt. Dabei gibt es längst Umwelthefte, für die nicht extra Bäume fallen mussten. Sie sind aus Recyclingpapier. Die Klassenbesten sind Recyclinghefte, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen. Es steht nicht nur dafür, dass die Hefte aus 100 Prozent Altpapier hergestellt wurden. Auch schädliche Bleich-Chemikalien, optische Aufheller und andere Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden. Es gibt noch ein paar weitere Zeichen, an denen ihr Recyclinghefte oder Recyclingpapier erkennen könnt: "FSC-recycelt", "ÖKOPAplus" oder "Klimaschutzpapier". Aufpassen, denn ganz schön verwirrend: Auf vielen Heften findet ihr das FSC-Mix Zeichen, diese Siegel steht eben nicht dafür, dass 100 Prozent Altpapierfasern eingesetzt wurden.

 

Kein Altpapier steckt dafür in Schulheften mit dem Aufdruck "Aqua pro natura" oder "Weltpark Tropenwald". Diese Hefte wurden nur ohne schädliche Chlorbleiche hergestellt. Der Aufdruck "holzfrei" könnte euch auch in die Irre leiten, denn die Hefte sind nicht aus einem anderen Rohstoff hergestellt. Vielmehr besteht das Papier aus reinem Zellstoff ohne holzhaltige Bestandteile oder Altpapier. Im Klartext: für diese Hefte braucht man besonders viel Holz! Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem herausgefunden, dass vielfach Hefte und Blöcke verkauft werden, auf denen kein Hinweis steht, welche Rohstoffe - Altpapier oder Frischfaser - verwendet wurde und womit gebleicht wurde.

Was steckt in deinem Federmäppchen?

Federmäppchen aus Kunststoff sehen oft hübsch bunt aus, bestehen aber meist aus PVC und damit aus bedenklichen Weichmachern. Besser sind da welche aus Leder, Stoff oder Holz.

 

Wer Mäppchen komplett mit Stiften gefüllt kauft, hat oft nur Billig-Ware ergattert. Bei billigen Buntstiften brechen zum Beispiel schneller die Minen ab. Außerdem können im Lacküberzug mancher Stifte Schwermetalle lagern. Achtet auch mal auf den Geruch! Wenn der schon beißend oder irgendwie eklig ist, lasst lieber die Finger davon. Besser sind Stifte aus Wasserbasis ohne viel Chemie. Texte lassen sich auch mit Trockentextmarkern gut markieren. Achtung: Tintenkiller enthalten häufig gesundheitschädliche Inhaltsstoffe. Alternativ dazu gibt es Korrekturbänder oder -roller.

Hilfe für die Suche nach Recyclingheften

Nicht nur die Verbraucherzentrale NRW macht sich für die Hefte mit dem Engel stark. Mit der Kampagne „Schulstart mit dem Blauen Engel“ ruft die Jury Umweltzeichen dazu auf, die umweltfreundlichen Hefte zu kaufen. Händler fordert sie auf, diese Hefte bevorzugt in ihr Sortiment aufzunehmen – zuletzt erfolgreich bei einigen überregionalen Handelsketten. Engel-Hefte sind aber immer noch nicht überall zu bekommen. Wer auf der Suche nach dem Engel nicht durch die Läden ziehen will, der kann im Netz nach Einkaufsmöglichkeiten suchen, oder die Umweltberatung fragen. Bei www.heftefinder.de sowie www.blauer-engel.de/papierfinder gibt es Adressen von Händlern, die Engel-Hefte führen.

 

Viele Informationen und Aktionsideen rund um das Thema Papier und Umwelt gibt es auf der Seite des bundesweiten Netzwerkes Papierwende, bei dem auch die Verbrauchzentrale NRW mitmacht.

 

Dieser Text ist im Original auf checked4you erschienen und steht unter CC-BY-NC-ND Creative-Commons-Lizenz

Veröffentlicht: Do, 30/07/2015 - 16:59


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