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Tage voller gelebter Utopie - Das Résumé eines Festivalsommers

Pixabay User: Unsplash (CC0 Public Domain)
Zeltplatz, Dixiklos, Dosenbier und Musik auf den Ohren – seit Generationen schon sind Festivalwochenenden ein Ausbruch aus dem stressigen Arbeitsalltag. Maxi Köhler zieht mit diesem Kommentar ein persönliches Résumé ihres Festivalsommers.

Autorin: Maxi Köhler

 

Mit Freunden stundenlang in Campingstühlen sitzen, die ganze Nacht im Zelt durchzuquatschen, Panzertape als Lebensretter betrachten, alle Menschen auf dem Festivalgelände für gute Bekannte halten und von jedem Fremden ein „Ich liebe dich auch!“ hören, wenn man ihnen seine Liebe bekundet, zumindest für ein Wochenende lang – das gibt uns nur das Festival. Das Gefühl frei zu sein, bei jedem Takt, der gespielt wird. Zu tanzen, zu singen, zu klatschen, auch wenn man völlig talentfrei in allem ist. Niemand nimmt es einem übel.

 

Was mit ‚Love, Peace and Music’ auf dem Woodstock Festival 1969 angefangen hat, hat sich über Jahrzehnte gehalten und ausgeprägt. Beinahe jede Musikrichtung hat nun ihr eigenes Festival – von ganz klein bis riesig und weltbekannt.

 

Doch all die Liebe, die Musik und das Glücklich sein sind nur Utopie – eine gelebte Utopie, für welche ein Festivalgelände die ideale Grundlage bildet. Es ist nicht das wahre Leben, sondern nur die schönsten Dinge, herausgefiltert und komprimiert in drei Tage, wenn man es nüchtern betrachtet. Aber vielleicht brauchen wir in einer Welt voller Krieg, Probleme und Krisen genau so etwas. Momente, an die wir nur durch einen Blick auf unser, durch Festivalbändchen, bunt behängtes Handgelenk immer wieder erinnert werden. Ein bisschen mehr Liebe und Heiterkeit in einer Welt, in der man schräg angeguckt wird wenn man in der U-Bahn vor sich hin lächelt. In einer Welt, in der man auf dem seinem Personalausweis aussieht wie ein Schwerverbrecher, weil man seine Mundwinkel kaum verziehen darf – während eines Festivalwochenendes jedoch kann man kaum aufhören zu lächeln.

 

Vielleicht brauchen wir genau diese Abwechslung. Diese Gelegenheit ein ganz anderer Mensch sein zu können und mal nicht nachzudenken, sondern einfach zu tun worauf man Lust hat. Vielleicht ist es auch mal okay sich nicht darum zu kümmern was mit dem eigenen Müll passiert, schließlich wird es schon irgendwann mal jemand aufräumen. Und vielleicht ist es wenigstens an einem Wochenende mal okay den Luxus auszukosten in einer Konsumgesellschaft zu leben, in der man das eigene Zelt eben einfach stehen lässt - man kann sich ja ein Neues kaufen. Oder?

Offentliggjort: Man, 29/08/2016 - 17:12


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