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Das Klimabewusstsein im Wandel? Ein Entlebuchbesuch.

Wir haben zum Beispiel kleine Tännchen ins Moor gepflanzt, damit die Moore nicht überwässern.“ Moore? Überwässern? Nina Liechti spricht von der Klimaveränderung, welche unter anderem Hauptthema ihres Projektes mit dem innovativen Namen „My Clime-Mate“ (übersetzt: mein Klima-Kumpel) war.

Diese Aussage beschreibt ein im vergangenen Jahre 2011 stattgefundenes Projekt im Entlebuch. Genauer handelt es sich hierbei um ein Trainings- und Vernetzungsprojekt für Jugendliche aus verschiedenen Ländern Europas. Dieses Vernetzungsprojekt fand im Biosphäre-Zentrum von Schüpfheim statt.

 

„My Clime-Mate“: Der Inhalt

Worum ging es? Geplant war ursprünglich ein Austauschprogramm zwischen den drei Ländern Slowenien, Italien und der Schweiz. Italien sprang jedoch kurzfristig ab, so dass noch Slowenien und die Schweiz übrig blieben. Alle teilnehmenden Jugendlichen sind gleichzeitig auch Mitglied der AIDA, der „Allianz in den Alpen“. Diese Allianz soll die Naturverbundenheit neuer Generationen fördern. Die Jugendlichen, die für eine Woche ins Entlebuch kamen, hatten viel auf dem Programm stehen:

Das Projekt besass vier Hauptthemen. Jedem Tag wurde der Struktur zuliebe jeweils ein Hauptthema gewidmet, so dass sich die Jugendlichen spielerisch in das jeweilige Thema vertiefen konnten. Die vier Themen hiessen „Energy“, „Nature“, „Environment-/Clima-Awareness-Raising“ und „Regional Economy“. Der Schwerpunkt zum Thema „Nature“ lag auf den Mooren, die als effektivste CO2-Speicher der Natur bekannt sind. Die Jugendlichen gestalteten im Rahmen von AIDA vier zum Thema „Moor“ dazugehörige Projekte: Sie kreierten unter anderem selbsterstellte Foto-Flyer (die den Kauf von torffreier Erde fördern sollten) und sorgten für die Wiedervernässung eines trockengelegenen Moors im Gebiet Brandchnubel bei Schüpfheim.

Jedoch nicht genug. Das Programm erfreute sich hoher Vielfältigkeit: Es wurde so auch ein Alpabzug besichtigt oder traditionelle Kost genossen: „Das Entlebuch produziert sogar eigenen Mozarella“, erzählt mir Nina Liechti, die sympathisch-souveräne Projektleiterin. „So muss der beliebte italienische Frischkäse gar nicht erst von Italien ökologisch ungünstig geliefert werden, sondern er kann direkt vor Ort bezogen werden.“ So kamen die jungen Slowenen in den Genuss einer lokalen Pizza.

Das Biosphäre-Zentrum schreibt das Lokale gross und will daraus gleich zwei Vorteile gewinnen. Einerseits wird durch die lokale Kost ein hohes Mass an Energie gespart und ist deswegen umwelt- und ressourcenfreundlich. Andererseits wird durch den Kauf von lokalen Gütern die heimische Wirtschaft angekurbelt. Frei nach dem Motto: „Weshalb in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt?

 

Den Schlüssel des Erfolgs erfährt man vor Ort

Nina Liechti erzählt während des ganzen Interviews mit einem Lächeln von dem Projekt, das bereits ein Jahr zurückliegt. Dieses Lächeln ist ein indirektes Indiz des Erfolgs: Es war eine Woche voller Spass und Freude. Die Jugendlichen aus Slowenien konnten in dieser Woche eine vielseitige zukunftsgerichtete Schweiz erleben, die Nachhaltigkeit und Effizienz zuoberst auf der Gebotsliste stehen hat. Durch Interaktivität konnten die jungen Erwachsenen nicht nur erleben, sondern auch lernen. Sie lernten, dass das Thema Umwelt gar nicht dieser abstrakte, überbenutzte Begriff sein muss, sondern dass jeder einzelne daran beteiligt ist, sie verändern und hoffentlich auch verbessern kann. Dieses Gedankengut, welches oft zu hören ist, wird durch solche Projekte aktiv vor Ort erfahren. Die Erfahrung vor Ort ist es, welche horizonterweiternd wirkt. Denn schaute man nur einen Fernsehbericht über die Trockenlegung von Mooren, es würde niemals so zu Herz gehen.