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Ein Austausch – und nachher? Ein Praktikum!

Erasmus Praktikum in Paris

Januar 2013, ich habe den Blues nach dem Austausch. Die Feuchtigkeit im Süden der Vereinigten Staaten, wo ich mein letztes Unisemester verbracht habe, hat dem Wintergrau in der Schweiz Platz gemacht. Trotzdem möchte ich mich nicht von der Melancholie überwältigen lassen und mich lieber auf die Suche nach einem Master-Abschlusspraktikum machen. Allerdings ist es schwierig, der Entdeckungslust zu widerstehen, welche die paar Monate, die ich auf dem amerikanischen Kontinent verbrachte, in mir geweckt haben. Mein Beschluss steht fest: Das Praktikum soll ebenfalls im Ausland stattfinden! Meine Mobilitätsberaterin an der Fakultät HEC der Universität Lausanne bestätigt mir die Möglichkeit, ein Erasmus-Praktikum zu absolvieren. Nun liegt es an mir, in Europa einen Platz zu finden. Aber wo genau? Die Idee, ins Land von Onkel Sam zurückzukehren, ist äusserst verlockend. Meine Familie ist aber von der Vorstellung, ich könnte noch einmal so weit fortreisen, nicht gerade begeistert. Paris scheint mir ein guter Kompromiss zu sein. Im Internet stelle ich fest, dass eine Nischen-Parfüm-Marke eine Marketing-Praktikantin sucht. Nach einem Gespräch auf Skype, nach dem ich einen positiven Entscheid erhalte, lande ich Anfang Februar in der französischen Hauptstadt.

Von den ersten Tagen habe ich das Gefühl, in meinem Element zu sein. Verwaltung der Bestellungen und Kundenbeziehungen, Verkaufskontrolle und Webkommunikation lauten meine vielfältigen Aufgaben. Dass ich die Landesssprache spreche, erleichtert die Dinge natürlich – sogar etwas zu sehr. Glücklicherweise finde ich andere Herausforderungen: administrative Vorgänge, Wohnungssuche, Schreiben der Masterarbeit oder Weiterführung eines ausgewogenen Soziallebens. Dies alles ist nicht immer einfach, wenn man im Ausland arbeitet.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Nun sind es bereits fünf Monate her, seit ich zu diesem kleinen, dynamischen Team gestossen bin, das mich in die Luxus- und Geschäftswelt eingeführt hat. Seit fünf Monaten erfahre ich täglich den Sinn der Begriffe „Improvisationsgabe“ und „Hartnäckigkeit“. Als Praktikantin und somit ehemalige Studentin bleibt man in der Tat viel stärker sich selber überlassen als bei einem akademischen Austausch. Zur Verfügung stehen nur wenige Informationen zu den Möglichkeiten eines Praktikums und den damit verbundenen Vorgehensweisen. Trotzdem würde ich davon abraten, Agenturen aufzusuchen, die sich auf die Vermittlung von Auslandpraktika spezialisiert haben. Ihre Dienstleistungen sind sehr teuer und es wäre eine Illusion zu glauben, dass sich eine solche Erfahrung kaufen lässt. Somit darf man nicht zögern, den Schritt zu wagen, selber Nachforschungen zu betreiben und bereit zu sein, am Anfang herumzutappen. Die Hartnäckigkeit zahlt sich jedoch aus, und jede Erfahrung öffnet neue Türen. Für mich wird es ein weiteres Praktikum sein – diesmal aber in Deutschland!

 

Veröffentlicht: Mon, 26/05/2014 - 15:07


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