You are here

flag

Veröffentlicht: 19/06/2013 13:17

Verfügbare Sprachen

european youth portal

Lernen fürs Leben

Anfang Juni fand in La Fouly, im Wallis, ein Training zum Thema „Non-formales Lernen“ statt.

Die Teilnehmer kamen aus 14 verschiedenen Ländern und sind alle in Jugendorganisationen tätig.

Doch was ist non-formales Lernen, und wieso erhält es eine solch starke Gewichtung? Was zeichnet es aus? Um was es beim non-formalen Lernen geht, wird einem beim Besuch des Projektes schnell klar.

Das non-formale Lernen findet im Gegensatz zum formalen Lernen ausserhalb des Schulsystems statt. Viele Experten auf dem Gebiet sind sich heute sicher, dass die Bildung nicht nur auf die Schule beschränkt sein, sondern darüber hinausgehen sollte. Wir Menschen lernen jeden Tag Neues, sei es nun in der Schule, in der Familie oder eben in Jugendorganisationen. In Jugendorganisationen legt man heute grossen Wert auf diese non-formale Bildung.

 

Lebenlanges Lernen auch durch non-formale Bildung

Lernen ausserhalb der Schule ist keinesfalls sinnlos, sondern sehr praktisch. Das non-formale Lernen vermittelt soziale Kompetenzen wie zum Beispiel die Kommunikation und Kooperation. Man lernt sich demokratisch zu verhalten.

Im Zentrum der non-formalen Bildung stehen somit nicht die gleichen Themen wie bei der formalen Bildung. Jugendlichen Normen und Werte zu vermitteln ist in sehr vielen Kontexten wichtig. So erzählt einer der drei Trainer den Teilnehmenden, dass er eines Tages in eine Schule kam, in welcher ein Roma-Kind ständig gehänselt worden sei. Durch das non-formale Lernen habe er versucht, dem Roma-Kind die Integration in der Schule zu vereinfachen und die Klasse zu sensibilisieren. Bei diesem Beispiel sieht man wie non-formale Bildung Menschen eine Chance gibt, zu lernen und sich in einer Gruppe zu integrieren. Das non-formale Lernen ist nicht nur eine neue Art des Lernens, es ist vielmehr als das.

 

Praxis als entscheidender Unterschied

Was das non-formale Lernen besonders vom formalen abhebt, ist die Tatsache, dass Praxis eine sehr grosse Rolle spielt. Es geht nicht darum, Blätter voll von Theorien auswendig zu lernen und im Gedächtnis zu behalten, sondern es wird versucht, mit Hilfe von praktischen Übungen oder auch Spielen zu lernen. Dass diese praktische Art zu lernen einem oftmals viel leichter fällt, ist klar. Monica Chanza Paya, eine Lehrerin aus Spanien bringt ihre Meinung im Interview zum Ausdruck: „Ich denke, dass das non-formale Lernen sehr viele Vorteile hat. Einer der wichtigsten Vorteile der non-formalen Bildung ist sicher, dass es für die Lernenden sehr motivierend ist, da es eine sehr einfache und praktische Art des Lernens ist. Die Motivation wiederum ist meiner Meinung nach der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen.“

Auch die anderen Teilnehmer sind sich der Bedeutung von non-formaler Bildung bewusst und denken sogar, dass diese in Zukunft noch zunehmen wird. Die  meisten räumen aber auch ein, dass das non-formale Lernen, das formale Lernen niemals ersetzen wird, es wird immer als eine Art Ergänzung fungieren. Doch es geht im Grunde genommen auch nicht darum, das formale Lernen zu ersetzen, wie es Zakayo Wandolo, ein Teilnehmer aus Belgien so schön sagt: „Es geht nicht darum zu entscheiden, ob man non-formales oder formales Lernen brauchen will. Es geht darum herauszufinden, wie man beide Formen des Lernens am besten nutzen kann. Wir brauchen beide Arten des Lernens und müssen lediglich einen Weg finden, diese beiden Formen zu kombinieren.“

 

Teilnehmer aus 14 verschiedenen Ländern

Unter den Teilnehmenden befinden sich Leute aus 14 Ländern, sie sind zwischen 21 und 68 Jahre alt. Was sie alle verbindet, sie alle sind im Jugendbereich tätig, engagieren sich in Jugendorganisationen. Dies ist auch der Grund wieso sie in die Schweiz gereist sind, um ihre Kompetenzen und ihr Wissen über das non-formale Lernen zu erweitern. Mit diesem Wissen nimmt gleichzeitig auch die Fähigkeit zu, ein erfahrener und guter Leiter einer Jugendorganisation zu werden.

 

Positives Fazit des Trainers

Nach einer Woche Training fällt das Fazit positiv aus: „Es war eine starke Woche, die Teilnehmer haben ihr Verhalten analysiert und sich im Bereich der non-formalen Bildung verbessert, ich bin ziemlich zuversichtlich, dass der Eine oder Andere auch in Zukunft auf das non-formale Lernen zurückgreifen wird“, so der Trainer Jo Claeys. Er ist rundum zufrieden und antwortet auf die Frage ob er das Projekt in Zukunft wiederholen würde, mit einem Lächeln im Gesicht „ja“.