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Letzter Stand : 03/04/2017

Entsendung von Arbeitnehmern

Ihr Arbeitgeber kann Sie zur Wahrnehmung zeitlich befristeter Aufgaben für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren in ein anderes EU-Land entsenden. Während dieses Zeitraums gelten Sie als „entsandter Arbeitnehmer/entsandte Arbeitnehmerin" und genießen besondere Arbeitsbedingungen und ‑rechte.

Arbeitsbedingungen

Während der Entsendung in ein anderes EU-Land gelten für Sie die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen des Gastlandes. Dabei handelt es sich um:

  • Mindestlohnsätze: Ihr Lohn oder Gehalt darf nicht unter dem örtlichen Mindestlohn oder dem durch verbindliche Tarifverträge in Ihrer Branche festgelegten Lohn liegen, sofern solche Verträge im Gastland existieren.
  • Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Bedingungen für die Einstellung von Arbeitskräften über Zeitarbeitsfirmen
  • Beschäftigungsbedingungen für Schwangere und Jugendliche
  • Gleichbehandlung von Männern und Frauen sowie weitere Regeln, um Diskriminierung zu verhindern

Ihr Arbeitgeber kann auch Ihre Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten in dem Land zahlen, in das Sie entsandt wurden, wenn dies im Recht Ihres Heimatlandes vorgesehen ist. Diese Leistungen müssen zusätzlich zu Ihrem normalen Lohn oder Gehalt gezahlt werden.

Nationale Internetseiten zum Thema Entsendung

Informieren Sie sich auf den Internetseiten Ihres Gastlandes über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen für entsandte Arbeitnehmer sowie die Kontaktinformationen der örtlichen Behörden.

Wählen Sie ein Land aus:

Sonstige Rechte

Während der Entsendung in ein anderes EU-Land

  • benötigen Sie keine Arbeitserlaubnis – außer wenn Sie als Arbeitnehmer aus Kroatien nach Österreich entsandt werden, wo in bestimmten Sektoren Beschränkungen für die Arbeitsaufnahme gelten
  • brauchen Sie Ihre Berufsqualifikationen nicht anerkennen zu lassen; es kann jedoch sein, dass Sie für einige Berufe eine schriftliche Erklärung abgeben müssen. Mehr Infos zur Anerkennung von Berufsqualifikationen
  • Wenn Sie sich zur Ruhe setzen, brauchen Sie sich nicht mit Rententrägern aus verschiedenen Ländern herumzuschlagen – die Einrichtungen Ihres Gastlandes spielen keine Rolle.

Einkommensteuer

Wenn Sie für weniger als sechs Monate entsandt werden, sollten Sie in Ihrem Gastland keine Einkommensteuer zahlen müssen.

Nicht im EU-Recht festgelegt ist jedoch, welches Land Ihr Einkommen während einer Entsendung besteuern kann. Dies ist möglicherweise in nationalen Gesetzen oder in Steuerabkommen zwischen einzelnen EU-Ländern geregelt – siehe Einkommensteuer.

Sozialschutz im Ausland

Als entsandter Arbeitnehmer sind Sie weiterhin – bis zu einer Höchstdauer von 2 Jahren – über die Sozialversicherung Ihres Heimatlandes versichert. Informieren Sie sich über die erforderlichen Formalitäten.

Wenn Sie mehr als 2 Jahre lang im Ausland arbeiten, müssen Sie ins Sozialversicherungssystem des Beschäftigungslandes wechseln. In einigen Sonderfällen können Sie Ihren Sozialversicherungsschutz auf mehr als 2 Jahre verlängern.

Voraberklärung

Eventuell muss Ihr Arbeitgeber gegenüber den Behörden in Ihrem Bestimmungsland auch eine Voraberklärung abgeben, in der Ihr dortiger Arbeitsplatz, die Dauer Ihrer Entsendung, Kontaktdaten u. a. angegeben sind.

Vergewissern Sie sich, dass Ihr Arbeitgeber dies erledigt, damit Sie kein Bußgeld in dem anderen Land zahlen müssen.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an das Verbindungsbüro für entsandte Erwerbstätige oder über das Portal der einheitlichen Ansprechpartner an die zentrale Anlaufstelle in Ihrem Zielland.

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