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Letzter Stand : 27/06/2014

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Kurzzeitige Entsendung ins Ausland ( max 2 Jahre)

Sie können kurzzeitig (für höchstens 2 Jahre) in ein anderes EU-Land entsandt werden und dabei weiterhin in Ihrem Heimatland sozialversichert bleiben; Sie gelten dann als entsandte Arbeitskraft.

Dies gilt gleichermaßen für von ihrem Arbeitgeber entsandte Mitarbeiter wie für Selbständige.

Diese Regeln sollen es Ihnen erleichtern, für einen begrenzten Zeitraum im Ausland zu arbeiten:

  • Sie benötigen keine Arbeitserlaubnis - es sei denn, Sie werden aus Kroatien nach Deutschland oder Österreich entsandt, wo nach wie vor Beschäftigungsbeschränkungen für bestimmte Branchen gelten..
  • Sie brauchen Ihre Berufsqualifikationen nicht anerkennen zu lassen; es kann jedoch sei, dass Sie für einige Berufe eine schriftliche Erklärung abgeben müssen.
  • Sie zahlen weiterhin Beiträge an die Behörden Ihres Heimatlandes.
  • Sie fallen unter den Sozialversicherungsschutz Ihres Heimatlandes .
  • Allerdings gelten für Sie in Ihrem Gastland die örtlichen Vorschriften. Sie müssen also eventuell für Dienste zahlen, die zuhause kostenlos sind. Informieren Sie sich über die verschiedenen Sozialversicherungssysteme in der EU.
  • Wenn Sie sich zur Ruhe setzen, brauchen Sie sich nicht mit Sozialversicherungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern herumzuschlagen - die Einrichtungen Ihres Gastlandes spielen keine Rolle.

Die EU-Regeln gewährleisten, dass Sie in Ihrem Heimatland versichert bleiben können, doch im EU-Recht ist nicht festgelegt, welches Land Ihr Einkommen während einer Entsendung besteuern kann. Dies kann in nationalen Gesetzen oder in Steuerabkommen zwischen einzelnen Ländern festgelegt sein. Sie erfassen jedoch nicht alle Eventualitäten und weisen erhebliche Unterschiede auf.

Verbleib im Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes

Wenn Sie in Ihrem Heimatland versichert bleiben wollen, benötigen Sie ein Formular A1 (früher: Formular E 101). Mit diesem Formular weisen Sie nach, dass Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen während Ihres Auslandsaufenthalts weiterhin vom Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes abgedeckt sind - bis zu zwei Jahre lang.

Während Ihres Aufenthalts im Ausland sollten Sie jederzeit in der Lage sein, den Behörden das Formular A1 vorzulegen. Ist dies nicht möglich, kann Ihr Gastland Sie zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen auffordern. Können Sie bei einer Prüfung ein gültiges Formular A1 vorweisen, muss Ihr Gastland dieses anerkennen.

Fallbeispiel

Das Gastland muss Ihr gültiges Formular A1 anerkennen

Alan stammt aus Tschechien. Er ist als Bauarbeiter selbständig erwerbstätig und arbeitet derzeit in Irland. Inspektoren, die eine Prüfung der Baustelle durchführen, auf der Alan tätig ist, erklären, Alans Formular A1 (früher: Formular E 101) sei ungültig. Unter diesen Umständen müsste Alan in Irland Sozialversicherungsbeiträge entrichten.

Gemäß EU-Recht können die irischen Behörden nicht beurteilen, ob Alan rechtmäßig entsandt wurde oder nicht. Nur sein Heimatland (das Land, in dem er in der Regel arbeitet), kann ein Formular A1 für ungültig erklären. Sobald dies geklärt war, nahmen die irischen Behörden zur Kenntnis, dass Alan in Irland nicht zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen verpflichtet war.

Voraberklärung

Möglicherweise müssen Sie vor Ihrer Abreise eine Voraberklärung ausfüllen, um Ihr Gastland darüber zu informieren, dass Sie dort beruflich tätig werden wollen. Wenn Sie Arbeitnehmer sind, sollte sich Ihr Arbeitgeber darum kümmern.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an das Verbindungsbüro für entsandte Erwerbstätige oder den einheitlichen Ansprechpartner in Ihrem Zielland.

Längerer Aufenthalt als zwei Jahre

Wenn von Anfang an klar ist, dass Sie länger als zwei Jahre im Ausland tätig sein werden, können Sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen, damit Sie während der gesamten Dauer Ihrer Entsendung im Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes versichert bleiben können.

Solche Ausnahmegenehmigungen sind von Fall zu Fall unterschiedlich und erfordern die Zustimmung der zuständigen Behörden in den betreffenden Ländern. Sie gelten nur für die jeweils festgelegte Dauer.

Ohne eine solche Genehmigung können Sie nur zwei Jahre lang im Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes versichert bleiben. Im Anschluss daran können Sie weiterhin im Ausland erwerbstätig sein, müssen jedoch ins Sozialversicherungssystem des betreffenden Landes wechseln und sind dort beitragspflichtig.

Wenn Sie nicht in das Sozialversicherungssystem Ihres neuen Landes wechseln wollen, müssen Sie Ihre Tätigkeit dort für mindestens zwei Monate unterbrechen.

Ausnahme: Wenn Sie die in Ihrem Formular A1 genannte Tätigkeit aufgrund unvorhersehbarer Umstände (Erkrankung, Wetter, Lieferverzug usw.) nicht abschließen konnten, kann Ihr Arbeitgeber eine Verlängerung Ihrer ursprünglichen Entsendungsfrist bis zum Abschluss der vorgesehenen Arbeiten beantragen. Die zweimonatige Unterbrechung ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Trotzdem ist der Zeitraum, in dem Sie in Ihrem Gastland arbeiten und gleichzeitig im Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes versichert sein dürfen, auf insgesamt zwei Jahre beschränkt.

Eine Verlängerung müssen Sie vor dem Ende der ursprünglichen Entsendungsfrist bei der Behörde beantragen, die Ihr Formular A1 ausgestellt hat.

Berufliche Qualifikation

Für eine befristete Beschäftigung in einem anderen EU-Land brauchen Sie keinen Antrag auf Anerkennung Ihrer Berufsqualifikationen zu stellen. Sie müssen jedoch möglicherweise in Ihrem Zielland eine schriftliche Erklärung (auf Papier oder in elektronischer Form) abgeben, bevor Sie dort einen reglementierten Beruf ausüben können.

Verpflichtungen Ihres Arbeitgebers

Wenn Sie Arbeitnehmer sind, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, während der Dauer Ihrer Entsendung die im Gastland geltenden Grundregeln des Arbeitnehmerschutzes zu beachten. Diese Regeln umfassen:

  • Mindesteinkommen (Ihr Einkommen darf das ortsübliche Mindesteinkommen nicht unterschreiten)
  • Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten
  • Arbeitsstunden (Sie dürfen nicht mehr als eine bestimmte Anzahl von Stunden arbeiten)
  • Mindesturlaub (Sie haben Anspruch auf bezahlten Urlaub)
  • Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Beschäftigungsbedingungen für schwangere Frauen und Jugendliche
  • Verbot von Kinderarbeit

Fallbeispiel

Bei einer Entsendung ins Ausland haben Sie dieselben Rechte wie Ihre Kollegen in diesem Land

Andrea arbeitet für einen Stundenlohn von 6,50 Euro für ein deutsches Reinigungsunternehmen. Nach Ihrer Entsendung in die französische Stadt Straßburg arbeitet sie weiter für denselben Lohn, bis sie von Kollegen erfährt, dass sie mindestens 8,82 Euro pro Stunde (Mindestlohn in Frankreich) verdienen müsste.

Während Andrea in Frankreich arbeitet, muss ihr Arbeitgeber ihr mindestens 8,82 Euro pro Stunde zahlen. Zudem genießt Andrea durch die Entsendung nach Frankreich bestimmte weitere Rechte.

Erkundigen Sie sich beim nationalen Verbindungsbüro für entsandte Erwerbstätige nach Ihren Rechten.

Rat und Hilfe

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Footnote

In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz

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