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Steuern

Letzter Stand : 07/07/2014

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Doppelbesteuerung

Es besteht die Gefahr, dass ihr Einkommen doppelt besteuert wird, wenn zwei Länder das Recht haben, ihr Einkommen zu besteuern - zum Beispiel in folgenden Fällen:

In diesen Fällen gelten für Sie stets die steuerrechtlichen Regelungen Ihres Wohnlandes, doch eventuell müssen Sie auch in dem anderen Land Steuern zahlen.

Glücklicherweise gelten jedoch zwischen den meisten Ländern Doppelbesteuerungsabkommen . Diese Abkommen bewahren Sie in der Regel vor Doppelbesteuerung:

  • Viele bilaterale Steuerabkommen sehen eine Aufrechnung der im Beschäftigungsland gezahlten Steuern gegen Ihre Steuerschuld in Ihrem Wohnsitzland vor.
  • In anderen Fällen kann Ihr Einkommen aus Ihrem Beschäftigungsland nur in diesem Land besteuert werden und in Ihrem Wohnsitzland steuerbefreit sein.

Sie sollten beachten, dass die Steuersätze in den beiden betreffenden Ländern wahrscheinlich unterschiedlich sind. Wenn der Steuersatz in Ihrem Beschäftigungsland höher ist, müssen Sie letztlich diesen Satz zahlen - auch wenn die in diesem Land gezahlte Steuer gegen die in Ihrem Wohnsitzland geschuldete Steuer aufgerechnet wird oder wenn Ihr Wohnsitzland Sie von jeder weiteren Steuer befreit.

Um einen Anspruch auf Entlastung von der Doppelbesteuerung anzumelden, müssen sie gegebenenfalls in Ihrem Wohnsitzland nachweisen, dass Sie bereits Steuern auf ihr Einkommen gezahlt haben. Informieren Sie sich bei den Steuerbehörden , welche Nachweise und Dokumente Sie einreichen müssen.

Die Informationen auf dieser Seite beschreiben nur die gängigsten Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen. Bitte prüfen Sie die eventuell abweichenden Bestimmungen des auf auf Ihre Lage anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens.

Überblick über Regelungen für:

Grenzgänger

Wenn Sie in einem EU-Land leben und in einem anderen arbeiten, hängen die für Ihr Einkommen geltenden steuerrechtlichen Regelungen von den nationalen Gesetzen und den Doppelbesteuerungsabkommen zwischen diesen beiden Ländern ab - und diese Regelungen können sich deutlich von denen unterscheiden, die festlegen, welches Land für Sozialversicherungsfragen zuständig ist.

Je nach Doppelbesteuerungsabkommen müssen Sie eventuell Steuern in Ihrem Beschäftigungsland zahlen, aber auch in Ihrem Wohnsitzland.

Als Angestellte/-r zahlen Sie in den meisten Fällen in Ihrem Beschäftigungsland Steuern auf Ihr dort erzieltes Einkommen.

Sind Sie selbständig und auch so in Ihrem Wohnland eingetragen, erbringen aber jenseits der Grenze Dienstleistungen, müssen Sie im Allgemeinen in diesem Land Einkommensteuer zahlen, wenn Sie dort über eine „feste Einrichtung“ oder eine „ständige Niederlassung“ (z. B. ein Büro oder ein Geschäft) verfügen. Informieren Sie sich bei den nationalen Behörden über die Regelungen in Ihrem Fall.

Wenn Sie in einem EU-Land leben, aber Ihr gesamtes oder den Großteil Ihres Einkommens in einem anderen Land erzielen und dort Steuern zahlen, sollte Sie das Land, in dem Sie ihr Einkommen erzielen, genau wie Gebietsansässige behandeln. Es sollte ihnen also die gleichen Steuerermäßigungen und Steuerbefreiungen und sonstigen Steuervorteile wie Gebietsansässigen gewähren, wie z. B. persönliche Freibeträge oder die Möglichkeit, mit Ihrem Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung auszufüllen.

Die grenzüberschreitenden EURES-Partnerschaften zur Förderung der beruflichen Mobilität in Ihrer Region sind Ihnen gern behilflich, wenn Sie sich über spezielle, auf Sie anwendbare Grenzgängerregelungen informieren möchten.

Ins Ausland entsandte Arbeitnehmer

Sind Sie für kurze Zeit (bis zu 2 Jahre) ins Ausland entsandt, bleiben Sie in Ihrem Heimatland sozialversichert. Während der Entsendung ins Ausland erworbenes Einkommen kann jedoch im Erwerbsland besteuert werden.

Wenn Sie von Ihrem Unternehmen ins Ausland entsandt wurden, brauchen Sie vielleicht auf während der Entsendung erzieltes Einkommen keine Steuern im Gastland zu zahlen, wenn

Sie weniger als sechs Monate eines Jahres im Ausland leben und

Ihr Erwerbseinkommen direkt von Ihrem Arbeitgeber (in Ihrem Heimatland) und nicht von einer Niederlassung oder einem anderen Unternehmen Ihres Arbeitgebers im Gastland ausgezahlt wird.

Geschäftsführer oder Vorstandsmitglieder eines Unternehmens

Wenn Sie in einem Land leben und Vorstandsmitglied eines Unternehmens in einem anderen Land sind, kann das Land, in dem dieses Unternehmen seinen Sitz hat, Bezüge und Einkommen in Bezug auf diese Funktion besteuern.

Die EU-Länder können sämtliche Sachleistungen (z. B. Aktienoptionen oder Firmenwagen), die Sie als Vorstandsmitglied erhalten, als Teil ihrer Bezüge behandeln. 

Wenn Sie neben ihrer Funktion als Mitglied des Vorstandes als Berater oder gewöhnlicher Arbeitnehmer bei demselben Unternehmen arbeiten, wird Ihr Einkommen aus diesen Funktionen höchstwahrscheinlich wie das von anderen Grenzgängern besteuert (siehe oben).

Angestellte, die in einem EU-Land für ein Unternehmen mit Sitz in einem anderen Land arbeiten

Wenn Sie in einem EU-Land leben und dort für ein Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Land arbeiten, werden Sie normalerweise, d. h. nach den meisten Doppelbesteuerungsabkommen, nur in Ihrem Wohnsitzland besteuert.

Reisende Künstler oder Sportler

In einem anderen EU-Land als Unterhalter (Musiker, Künstler in Theater, Kino, Radio oder Fernsehen) oder als Sportler erzieltes Einkommen könnte dort besteuert werden. Dies kann auch gelten, wenn Sie indirekt über ein Unternehmen bezahlt werden.

Die Dauer Ihres Auslandsaufenthalts, ob Sie dort niedergelassen sind oder nicht und die Höhe des Einkommens spielen meist keine Rolle - entscheidend ist Ihr Auftreten im betreffenden Land.

Wenn jedoch der Auftritt oder das Ereignis zumindest teilweise mit öffentlichen Mitteln gefördert wird oder wenn das Honorar unerheblich ist, besteuern einige Länder Ihr Einkommen nicht - dafür gilt aber weiterhin das Steuerrecht ihres Heimatlandes.

Meistens gewährt Ihnen Ihr Heimatland Steuerermäßigungen für im Ausland gezahlte Steuern auf Honorare für Darbietungen oder Veranstaltungen. Um in den Genuss einer solchen Steuerbefreiung zu gelangen, müssen Sie wahrscheinlich Nachweise für die Steuern vorlegen, die Sie auf das im Ausland erzielte Einkommen gezahlt haben.

Beamte im Ausland

Sind Sie als Beamter/Beamtin zur Arbeit ins Ausland entsandt oder leben Sie in einem EU-Land, arbeiten aber als Beamter/Beamtin in einem anderen, gelten für Sie normalerweise folgende Bedingungen:

  • Sie zahlen weiterhin nur im Land der Verwaltung, bei der Sie beschäftigt sind, Steuern auf Ihr Einkommen.
  • Sie sind nur in dem Land, in dem sie arbeiten, einkommensteuerpflichtig, wenn Sie dort wohnen und
    • die Staatsangehörigkeit dieses Landes besitzen oder
    • nicht ausschließlich zur Aufnahme einer Beschäftigung als Beamte/Beamtin in dieses Land gezogen sind (z. B. wenn Sie bereits vor der Aufnahme einer Beschäftigung als Beamter/Beamtin dort gelebt haben). 

Arbeitslose auf der Suche nach Arbeit im Ausland

Wenn Sie sich für kurze Zeit (weniger als sechs Monate im Jahr) in einem anderen EU-Land aufhalten, ohne dort zu arbeiten, werden Sie für steuerliche Zwecke vermutlich nicht als Einwohner dieses Landes betrachtet. In diesem Fall sollten Ihre übertragenen Leistungen bei Arbeitslosigkeit nur in dem Land besteuert werden, von dem sie ausgezahlt werden.

Wenn Sie sich mehr als sechs Monate im Jahr in einem anderen EU-Land aufhalten, könnten Sie als dort steuerlich ansässig gelten, und Ihre aus einem anderen Land übertragenen Leistungen bei Arbeitslosigkeit würden in diesem Land besteuert. In der Tat werden Leistungen bei Arbeitslosigkeit im Rahmen zahlreicher bilateraler Steuerabkommen nur in dem Land des steuerlichen Wohnsitzes besteuert.

Wenn Sie jedoch einen dauerhaften Wohnsitz sowie umfassende persönliche und wirtschaftliche Bindungen zu ihrem Heimatland beibehalten, können Sie von Ihrem Heimatland noch als dort steuerlich ansässig betrachtet werden, auch wenn Sie länger als 6 Monate im Ausland bleiben. In diesem Fall ist das andere EU-Land möglicherweise nicht zur Besteuerung Ihrer Leistungen bei Arbeitslosigkeit berechtigt.

Rentner im Ausland

Wenn Sie sich in einem anderen EU-Land zur Ruhe gesetzt haben und mehr als sechs Monate im Jahr dort verbringen, kann Sie dieses Land als dort steuerlich ansässig betrachten. In diesem Fall müssen Sie unter Umständen Ihr Welteinkommen dort versteuern - einschließlich der Renten, die Sie aus anderen EU-Ländern beziehen.

Ausnahme: Ruhegehälter im öffentlichen Dienst werden normalerweise nur in dem Land besteuert, bei dessen Behörde Sie beschäftigt waren.

Wichtige Informationsquellen

Dies ist nur ein grober Überblick über die üblichen Fälle. Um mehr über die Bestimmungen in Ihrem Fall zu erfahren, können Sie

  • beim örtlichen Finanzamt nachfragen
  • das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Ihrem Gastland und dem Land Ihres steuerlichen Wohnsitzes studieren
  • als im Ausland tätige(r) Beamtin/Beamter sich im geltenden internationalen Recht und in etwaigen besonderen internationalen diplomatischen/konsularischen Vereinbarungen informieren, ob Sie in dem Land, in dem Sie beschäftigt sind, Anspruch auf Steuervergünstigungen haben
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