Navigationsleiste

Letzter Stand : 23/06/2014

living-abroad

Aufenthaltsrechte für Arbeitssuchende im Ausland

Ins Ausland umgezogen und auf der Suche nach einem ersten Job nach der Ankunft

Als EU-Staatsbürger haben Sie das Recht, in einem anderen EU-Land Arbeit zu suchen.

Die ersten sechs Monate

Wenn Sie weniger als sechs Monate lang in einem anderen EU-Land Arbeit suchen, brauchen Sie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Als Arbeitssuchende/-r brauchen Sie sich in den ersten sechs Monaten nicht als wohnhaft anzumelden. Aber in einigen EU-Ländern müssen Sie Ihre Anwesenheit den zuständigen Behörden (oft der Stadt- bzw. Gemeindebehörde oder einer örtlichen Polizeidienststelle) innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach ihrer Ankunft melden .

In vielen EU-Ländern müssen Sie ständig einen Personalausweis oder Reisepass bei sich tragen.

Ihnen könnte eine Geldbuße auferlegt werden oder Sie könnten vorübergehend in Gewahrsam genommen werden, wenn Sie diese Dokumente zu Hause lassen, aber Sie können nicht allein deshalb ausgewiesen werden.

Hier können Sie sehen, ob Sie in Ihrem Gastland ständig ein Ausweispapier bei sich tragen müssen:

Wählen Sie ein Land aus

Wählen Sie ein Land aus

Gemeinsame Rechte in allen EU-Ländern


* Noch keine Informationen von den nationalen Behörden übermittelt

Wenn Sie von Ihrem Heimatland Leistungen bei Arbeitslosigkeit erhalten, müssen Sie sich beim Arbeitsamt in Ihrem neuen Land anmelden. Sie und Ihre Familie sind weiterhin durch das Sozialversicherungssystem in Ihrem Heimatland gedeckt - z. B. bezüglich Kosten der Gesundheitsversorgung.

Selbst wenn Sie von Ihrem Heimatland kein Arbeitslosengeld erhalten, fallen Sie gegebenenfalls immer noch unter den Schutz seines Sozialversicherungssystems; erkundigen Sie sich vor Ihrer Abreise bei den örtlichen Behörden. Solange Ihre heimische Krankenkasse Ihre Gesundheitsversorgungskosten während Ihres Auslandsaufenthalts deckt, können die Verwaltungsverfahren mit einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) einfacher sein.

Fallbeispiel

Wenn Sie im Ausland Arbeit suchen, sollten Sie mindestens sechs Monate Ihren Wohnsitz nicht anmelden müssen.

Marta ist Portugiesin und vor vier Monaten zur Arbeitssuche nach Spanien gezogen. Derzeit wohnt sie im Haus einer Freundin. Die spanische Polizei forderte sie auf, ihren Wohnsitz im Rathaus anzumelden und nachzuweisen, dass sie über ausreichende Mittel für ihren Aufenthalt in Spanien verfügt.

Doch als Arbeitssuchende darf Marta mindestens sechs Monate in Spanien bleiben, ohne ihren Wohnsitz anmelden zu müssen. Sie muss nur nachweisen, dass sie sich aktiv um eine Stelle bemüht. Die spanischen Behörden dürfen nicht verlangen, dass sie sich selbst finanziell unterhalten kann.

Nach sechs Monaten noch immer auf Arbeitssuche

Prüfung Ihres Aufenthaltsrechts

Wenn Sie während der ersten sechs Monate Ihres Aufenthalts keine Stelle gefunden haben, können die nationalen Behörden Ihr Aufenthaltsrecht prüfen.

Hierfür erwarten Sie Nachweise, dass Sie

  • aktiv eine Stelle suchen und
  • gute Chancen haben, eine zu finden.

Bewahren Sie stets Kopien Ihrer Bewerbungsschreiben, der Antworten möglicher Arbeitgeber, von Einladungen zu Interviews usw. auf.

Sie sind nicht verpflichtet, sich beim Arbeitsamt in Ihrem neuen Land anzumelden (es sei denn, Sie lassen sich dort das Arbeitslosengeld aus Ihrem Heimatland auszahlen). Tun Sie dies aber, so hilft Ihnen das beim Nachweis, dass Sie aktiv nach einer Stelle suchen.

Aufforderung zum Verlassen des Landes/Ausweisung

In Ausnahmefällen kann Ihr neues Land Sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung, öffentlichen Sicherheit oder öffentlichen Gesundheit ausweisen, aber nur, wenn es beweisen kann, dass Sie eine ernsthafte Bedrohung bilden.

Eine Ausweisungsentscheidung muss Ihnen schriftlich zugestellt werden. Zudem müssen in der Entscheidung die Gründe aufgeführt und Informationen darüber gegeben werden, wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

Gleichbehandlung

Als Arbeitssuchende/-r haben Sie Anspruch auf gleiche Behandlung wie Staatsbürger Ihres neuen Landes in Bezug auf

  • Zugang zur Beschäftigung
  • Unterstützung bei der Arbeitssuche durch die Arbeitsämter

Ihr neues Land wartet möglicherweise ab, bis Sie einen echten Bezug zum lokalen Arbeitsmarkt aufgebaut haben, bevor Ihnen bestimmte Arten der finanziellen Unterstützung bei der Arbeitssuche gewährt werden, beispielsweise zinsgünstige Darlehen für Arbeitslose, die an Fortbildungskursen teilnehmen. Die Tatsache, dass Sie sich über einen angemessenen Zeitraum hinweg im Land aufgehalten und nach Arbeit gesucht haben, kann als echter Bezug gewertet werden.

Sie haben jedoch während Ihres Aufenthalts als Arbeitssuchende/-r kein Anrecht auf beitragsfreie Sozialleistungen.

Verlust des Arbeitsplatzes im Ausland und Wunsch, dort zu bleiben

Wenn Sie in einem anderen EU-Land gearbeitet haben und Ihre Stelle verlieren oder als Selbständige/-r nicht mehr genügend Aufträge bekommen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Ihr Recht, dort zu wohnen, behalten.

Wie lang Sie bleiben dürfen, wird davon abhängen, wie lange Sie in Ihrem neuen Land gearbeitet haben und was für einen Vertrag Sie hatten, bevor Sie Ihren Arbeitsplatz verloren.

Wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls vorübergehend arbeitsunfähig sind, dürfen Sie so lange bleiben, wie dieser Zustand anhält.

Sie haben weniger als ein Jahr lang gearbeitet

Wenn Sie einen festen Vertrag oder einen auf weniger als ein Jahr befristeten Vertrag hatten und Ihren Job vor Ablauf eines Jahres verloren haben, dürfen Sie dort mindestens sechs weitere Monate lang wohnen bleiben, sofern Sie nach Arbeit suchen. Der Sechsmonatszeitraum beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem Ihr Arbeitsvertrag endete.

Sie müssen sich beim Arbeitsamt als unfreiwillig arbeitslos und arbeitssuchend melden.

Fallbeispiel

Der Verlust Ihres Arbeitsplatzes in Ihrem neuen Land ist kein Grund zur Abreise

Sabrina ist Deutsche und zog nach Griechenland, um dort in einem kleinen Hotel zu arbeiten. Sie hatte einen Neunmonatsvertrag, den Ihr Arbeitgeber nach vier Monaten kündigte. Sie meldete sich beim griechischen Arbeitsamt als unfreiwillig arbeitslos und durfte weitere sechs Monate bleiben, während sie eine neue Stelle suchte.

Sie haben mehr als ein Jahr lang gearbeitet

Wenn Sie Ihren Job verloren haben, nachdem Sie mehr als ein Jahr lang in Ihrem neuen Land gearbeitet haben, dürfen Sie weiterhin dort wohnen, sofern Sie als arbeitssuchend gemeldet sind und die Voraussetzungen erfüllen, um als Arbeitssuchende/-r zu gelten.

Um Ihr Aufenthaltsrecht in Ihrem Gastland zu behalten, wenn Sie Ihren Job verloren haben oder nicht mehr als Selbständige/-r aktiv sind, müssen Sie sich beim Arbeitsamt in Ihrem neuen Land als arbeitssuchend melden.

Sie dürfen so lange bleiben, wie Sie beim Arbeitsamt als arbeitssuchend gemeldet sind und die Voraussetzungen erfüllen, um als Arbeitssuchende/-r zu gelten.

Sie folgen einer Berufsausbildung

Wenn Sie unfreiwillig arbeitslos sind und eine Berufsausbildung beginnen, dürfen Sie während deren gesamter Dauer in Ihrem neuen Land bleiben.

Wenn Sie freiwillig arbeitslos sind, dürfen Sie nur dann während der gesamten Dauer der Ausbildung in Ihrem neuen Land bleiben, wenn diese Ausbildung mit der vorherigen Beschäftigung im Zusammenhang steht.

Ist dies nicht der Fall, so gelten für Ihren Verbleib in Ihrem neuen Land die gleichen Bedingungen wie für Studierende.

Siehe Aufenthaltsrechte und Bedingungen für Studierende.

Um das Aufenthaltsrecht in Ihrem neuen Land während der Gesamtdauer Ihrer Berufsausbildung zu behalten, müssen Sie sich zunächst beim dortigen Arbeitsamt als arbeitssuchend anmelden. Dies gilt auch, wenn Sie freiwillig arbeitslos sind.

Gleichbehandlung

Während der Zeit, die Sie in Ihrem Gastland bleiben dürfen, nachdem Sie dort beschäftigt waren und dann unfreiwillig arbeitslos wurden (siehe oben), sollten Sie weiterhin dieselben Rechte wie Staatsangehörige dieses Landes genießen (Sozialleistungen, Zugang zur Beschäftigung, Lohn, Leistungen zur Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt usw.).

Aufforderung zum Verlassen des Landes/Ausweisung

In Ausnahmefällen kann Ihr neues Wohnsitzland Sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung, öffentlichen Sicherheit oder öffentlichen Gesundheit ausweisen, aber nur, wenn es beweisen kann, dass Sie eine ernsthafte Bedrohung bilden.

Außerdem kann es Sie zum Verlassen des Landes auffordern, wenn Sie nicht nachweisen können, dass Sie realistische Aussichten haben, dort Arbeit zu finden.

Eine Ausweisungsentscheidung oder Aufforderung zum Verlassen des Landes muss Ihnen schriftlich mitgeteilt werden. Zudem müssen in der Entscheidung die Gründe aufgeführt und Informationen darüber gegeben werden, wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

Rat und Hilfe

Rat und Hilfe

Wenden Sie sich an unsere spezialisierten Hilfsdienste:

Beratung über Ihre Rechte in der EU / Klicken Sie hier, um Probleme mit einer Behörde zu melden

Footnote

In diesem Fall die 28 EU-Länder sowie Island, Norwegen und Liechtenstein

Retour au texte en cours.

In diesem Fall die 28 EU-Länder sowie Island, Norwegen und Liechtenstein

Retour au texte en cours.

In diesem Fall die 28 EU-Länder sowie Island, Norwegen und Liechtenstein

Retour au texte en cours.