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Letzter Stand : 28/07/2017

Ihr Ehepartner/Ihre Ehepartnerin aus einem Nicht-EU-Land und Ihre Kinder

Wenn Sie EU-Staatsangehörige/-r sind und zum Leben, Studieren, oder Arbeiten in ein anderes EU-Land ziehen, erleichtern Ihnen die EU-Rechtsvorschriften die Familienzusammenführung. Hier erfahren Sie, wie Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann, Ihre Kinder und Enkelkinder Sie begleiten können – auch wenn sie keine EU-Staatsangehörigkeit besitzen.

Wenn Sie jedoch ein/-e EU-Staatsbürger/-in sind und niemals in einem anderen EU-Land gelebt haben, gelten lediglich nationale Rechtsvorschriften.

Auslandsaufenthalt von bis zu 3 Monaten

Ihr/-e Ehepartner/-in, Ihre Kinder und Enkelkinder dürfen sich mit Ihnen in einem anderen EU-Land aufhalten. Wenn sie weniger als drei Monate im Land verbleiben, benötigen sie lediglich einen gültigen Reisepass. Je nach Herkunftsland ist auch ein Einreisevisum erforderlich.

Mehr zu den Vorschriften für Einreisevisa und Ausnahmen.

Überprüfen Sie vor Ihrer Abreise mit dem Konsulat Ihres künftigen Gastlandes, ob Ihre Familienmitglieder aus Nicht-EU-Ländern ein Einreisevisum benötigen und wenn ja, wie lange es bis zu seiner Ausstellung dauert.

Meldung der Anwesenheit

In einigen EU-Ländern müssen Ihr/-e Ehepartner/-in, Ihre Kinder und Enkelkinder sich zu einem angemessenen Zeitpunkt nach ihrer Ankunft bei den zuständigen Behörden melden. Anderenfalls riskieren sie eine Strafe, zum Beispiel ein Bußgeld.

Informieren Sie sich vor Ihrem Umzug in Ihr Gastland bei den nationalen Behörden über die Fristen und einschlägigen Bedingungen für die Meldung Ihres dortigen Aufenthalts.

Ihr/-e Ehepartner/-in, Ihre Kinder oder Enkelkinder sollten ihre Reisepässe stets mit sich führen.

In einigen EU-Ländern kann ein Bußgeld oder eine kurzfristige Haftstrafe verhängt werden, wenn Ihre Familienmitglieder ihre Ausweispapiere zu Hause lassen – aber Sie dürfen nicht allein deshalb in Ihr Heimatland zurückgeschickt werden.

Gleichbehandlung

Während ihres Aufenthaltes sollten Ihr/-e Ehepartner/-in, Ihre Kinder und Enkelkinder wie Staatsangehörige des Gastlandes behandelt werden, vor allen Dingen hinsichtlich Beschäftigung, Entlohnung, Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs zur Arbeit und Einschulung.

Selbst wenn sie als Touristen im Land verbleiben, sollten sie zum Beispiel nicht höhere Preise in Museen oder für Fahrscheine zahlen müssen.

Ausnahme: Wenn Sie bereits in Rente sind, können einige EU-Länder beschließen, Ihnen und Ihrer Familie für die ersten drei Monate Ihres Aufenthalts keine Einkommensunterstützung zu zahlen.

Abschiebung

In Ausnahmefällen kann Ihr neues Wohnsitzland Ihre/-n Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder aus Gründen der öffentlichen Ordnung, öffentlichen Sicherheit oder öffentlichen Gesundheit ausweisen, aber nur, wenn es beweisen kann, dass Sie eine ernsthafte Bedrohung darstellen.

Die Ausweisungsentscheidung muss ihnen schriftlich zugestellt werden. In der Entscheidung müssen alle Gründe für die Ausweisung aufgeführt und Informationen darüber gegeben werden,wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

Auslandsaufenthalt von über 3 Monaten

Als Arbeitnehmer/-in

Wenn Sie in einem anderen EU-Land Arbeitnehmer/-in,, selbstständig oder entsandt sind, können sich Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, unterhaltsberechtigte Kinder und Enkelkinder ohne weitere Bedingungen mit Ihnen in diesem Land aufhalten.

Als Rentner/-in

Wenn Sie in einem anderen EU-Land als Rentner/-in leben, können sich Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, unterhaltsberechtigte Kinder und Enkelkinder unter folgenden Bedingungen mit Ihnen in diesem Land aufhalten:

  • ausreichende Einkünfte, um ohne Einkommensunterstützung zu leben
  • umfassende Krankenversicherung in diesem Land

Als Studierende/-r

Wenn Sie in einem anderen EU-Land als Studierende/-r leben, können sich Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, unterhaltsberechtigte Kinder und Enkelkinder unter folgenden Bedingungen mit Ihnen in diesem Land aufhalten:

  • Sie sind in einer anerkannten Bildungseinrichtung eingeschrieben.
  • Sie verfügen über ausreichende Einkünfte, um Ihre gesamte Familie ohne Einkommensunterstützung zu versorgen.
  • Sie haben für sich und Ihre gesamte Familie eine umfassende Krankenversicherung in dem Land abgeschlossen.

Aufenthaltskarte

Innerhalb von drei Monaten nach ihrer Ankunft müssen Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder bei den Behörden des Gastlandes (oft im Rathaus oder in der lokalen Polizeidienststelle) ein Aufenthaltsdokument beantragen.

Beantragung einer Aufenthaltskarte für Ihre Familienmitglieder aus einem Nicht-EU-Land

Gleichbehandlung

Während ihres Aufenthaltes sollten Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder wie Staatsangehörige des Gastlandes behandelt werden, vor allen Dingen hinsichtlich Beschäftigung, Entlohnung, Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs zur Arbeit und Einschulung.

Aufforderung zur Ausreise und Ausweisung

Ihr/-e Ehepartner/-in, Ihre Kinder und Enkelkinder dürfen mit Ihnen so lange in dem Land verbleiben, wie sie die Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllen. Wenn dies nicht länger der Fall ist, können die nationalen Behörden sie auffordern, das Land zu verlassen.

In Ausnahmefällen kann Ihr Gastland sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder öffentlichen Sicherheit ausweisen, aber nur, wenn es beweisen kann, dass sie eine ernsthafte Bedrohung darstellen.

Die Ausweisungsentscheidung oder die Aufforderung zum Verlassen des Landes muss schriftlich mitgeteilt werden. In der Entscheidung müssen alle Gründe für die Ausweisung aufgeführt und Informationen darüber gegeben werden, wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

Fallbeispiel

Irina ist Deutsche und lebt im Vereinigten Königreich. Ihre russische Mutter beantragte eine Aufenthaltskarte im Vereinigten Königreich. Dafür musste sie Ihren Reisepass einreichen.

Die britischen Behörden sagten Irina, dass die Ausstellung einer Aufenthaltskarte bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen könne. Irinas Mutter befürchtete, dass sie ihren Reisepass nicht rechtzeitig zurückerhalten würde, um Weihnachten in Russland feiern oder anschließend zurück in das Vereinigte Königreich einreisen zu können.

Gemäß den Aufenthaltsrechten von Familienmitgliedern aus Nicht-EU-Ländern müssen die britischen Behörden die Aufenthaltskarte innerhalb von 6 Monaten ausstellen und dürfen in dieser Zeit den Reisepass nicht einbehalten.

Todesfall

Wenn Sie rechtmäßig in einem anderen EU-Land leben und sterben, bevor Sie das Recht auf Daueraufenthalt erworben haben, dürfen Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder bleiben, sofern sie bereits mindestens 1 Jahr vor Ihrem Tod dort ansässig waren.

Damit sie dauerhaft bleiben können, müssen Ihre Nicht-EU-Familienmitglieder außerdem dieselben Bedingungen erfüllen wie EU-Staatsangehörige.

Informieren Sie sich über die Bedingungen und Formalitäten für

Scheidung

Wenn Sie sich scheiden lassen, bevor Sie in Ihrem Gastland das Recht auf Daueraufenthalt erworben haben (normalerweise 5 Jahre ununterbrochener Aufenthalt), dürfen Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder unter folgenden Bedingungen bleiben:

  • Ihre Familienmitglieder haben mindestens ein Jahr in dem Land gelebt und
  • Sie waren vor Einleitung der Scheidungsformalitäten mindestens 3 Jahre verheiratet.

Damit sie dauerhaft bleiben können, müssen Ihre Nicht-EU-Familienmitglieder außerdem dieselben Bedingungen erfüllen wie EU-Staatsangehörige.

Informieren Sie sich über die Bedingungen und Formalitäten für

Ständiger Aufenthalt

Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder erwerben das Recht auf ständigen Aufenthalt, wenn sie sich in dem Gastland mindestens 5 Jahre lang ununterbrochen rechtmäßig aufgehalten haben.

Sie können dann so lange bleiben, wie sie wollen, auch wenn sie keiner Arbeit nachgehen und Einkommensunterstützung benötigen. Sie sollten dieselben Rechte, Leistungen und Vergünstigungen erhalten wie Staatsangehörige des Gastlandes.

Die Dauer ihres Aufenthalts wird nicht von folgenden Faktoren beeinträchtigt:

  • zeitlich befristete Abwesenheiten (weniger als 6 Monate pro Jahr)
  • längere Abwesenheiten aufgrund der Militärdienstpflicht
  • eine Abwesenheit von 12 aufeinanderfolgenden Monaten wegen wichtiger Gründe wie Schwangerschaft oder Kindsgeburt, schwerer Krankheit, Arbeit, Ausbildung oder Entsendung in ein anderes Land.

Sie können ihr Recht auf ständigen Aufenthalt verlieren, wenn sie mehr als zwei aufeinanderfolgende Jahre außerhalb des Landes leben.

Todesfall

Wenn Sie in einem anderen EU-Land arbeiten oder selbstständig erwerbstätig sind und sterben, bevor Sie das Recht auf Daueraufenthalt erworben haben, dürfen Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder bleiben, sofern

  • der Tod infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit eintritt oder
  • Sie zum Zeitpunkt Ihres Todes mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre ununterbrochen in dem Land gelebt hatten.

Unbefristete Aufenthaltskarte

Nähere Informationen zum Erwerb einer unbefristeten Aufenthaltskarte, als Bescheinigung des Rechts Ihrer Familienmitglieder auf uneingeschränkten Aufenthalt.

Aufforderung zur Ausreise und Ausweisung

Ihr/-e Ehepartner/-in aus einem Nicht-EU-Land, Ihre Kinder und Enkelkinder dürfen mit Ihnen so lange in dem Land verbleiben, wie sie die Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllen. Wenn dies nicht länger der Fall ist, können die nationalen Behörden sie auffordern, das Land zu verlassen.

In Ausnahmefällen kann Ihr neues Land sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder öffentlichen Sicherheit ausweisen, aber nur, wenn es beweisen kann, dass sie eine ernsthafte Bedrohung darstellen.

Die Ausweisungsentscheidung oder die Aufforderung zum Verlassen des Landes muss schriftlich mitgeteilt werden. In der Entscheidung müssen alle Gründe für die Ausweisung aufgeführt und Informationen darüber gegeben werden, wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

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