Navigationsleiste

Letzter Stand : 23/11/2016

Ungeplante Gesundheitsversorgung – Bezahlung und Kostenerstattung

Mit einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK)

Wenn Sie sich in einem anderen EU-Land behandeln lassen müssen, kann die Vorlage Ihrer EKVK die Bezahlung und Rückerstattung vereinfachen.

Mit Ihrer Europäischen Krankenversicherungskarte können Sie zu denselben Bedingungen wie Staatsangehörige des Landes, in dem Sie sich befinden, Gesundheitsversorgung erhalten und die Rückerstattung der Kosten beantragen. Wenn Ihre benötigte Behandlung für Ortsansässige kostenlos ist, brauchen Sie nichts zu zahlen. Müssen Sie die Behandlung bezahlen, können Sie die Rückerstattung entweder vor Ort bei der entsprechenden nationalen Einrichtung beantragen und erhalten oder sich nach Ihrer Rückkehr an Ihre Krankenkasse wenden.

Ihre Ausgaben werden nach den Regeln und Sätzen des Landes erstattet, in dem die Behandlung erfolgte. Entweder werden Ihnen also die Behandlungskosten vollständig erstattet, oder Sie müssen einen Eigenanteil gemäß den Regeln des betreffenden Landes tragen. Ihre Krankenkasse kann Ihnen aber auch nach eigenen Regeln den vollen Betrag erstatten.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über die Sozialversicherungsvorschriften in dem Land, das Sie besuchen

Anna ist im EU-Land A gesetzlich krankenversichert und verbringt ein paar Monate im EU-Land B, um ihr Studium abzuschließen. Sie hat ihre im Land A ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) bei sich. Sie ist schwanger und möchte ihr Kind im Land B zur Welt bringen. Schwangerschaft und Geburt gelten als medizinische Notversorgung – Anna wird also im Land B auf Vorzeigen ihrer EKVK und ihres Ausweises die notwendige medizinische Versorgung erhalten.

Anna wird im Land B so behandelt, als wäre sie dort versichert. Wenn die Behandlung also für dort versicherte Personen kostenlos ist, ist sie das auch für Anna. Wenn die Versicherten dort erst bezahlen und dann eine Rückerstattung beantragen, zahlt Anna dieselben Gebühren und beantragt dann eine Rückerstattung. Sie sollte die Rückerstattung in Land B beantragen, wo sie eine Erstattung zu denselben Sätzen wie dort versicherte Personen erhält. Anschließend setzt sich das Land B mit den Gesundheitsbehörden im Land A (wo Anna versichert ist) in Verbindung, um das Geld zurückzufordern.

Hält sich Anna jedoch nur deshalb im Land B auf, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen, kann die Europäische Krankenversicherungskarte abgewiesen werden: Sie sollte stattdessen vor ihrer Abreise nach B Vorkehrungen für eine Geburt im Ausland treffen. So weiß sie genau, welche Kosten übernommen werden.

Ohne Europäische Krankenversicherungskarte

Wenn Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte nicht bei sich haben oder sie nicht verwenden können ( z. B. in einem Privatkrankenhaus, das nicht unter das EKVK-System fällt), müssen Sie eventuell erst die Kosten tragen und zu Hause eine Rückerstattung beantragen. Dies gilt sowohl für öffentliche wie für private Gesundheitsdienstleister. Die Bedingungen sind dabei jedoch anders:

  • Nur Behandlungen, auf die Sie auch zu Hause Anspruch hätten, werden erstattet.
  • Ihre Kosten werden nur bis zur Höhe der Kosten der betreffenden Behandlung in Ihrem Heimatland erstattet – auch wenn Sie mehr bezahlen mussten.

Bei einer Notversorgung kann Ihre heimatliche Gesundheitsbehörde eventuell einen Nachweis Ihrer Krankenversicherung faxen oder per E-Mail schicken, so dass Sie nicht unmittelbar zahlen müssen.

Wenn Ihnen Ihre Ansprüche nicht klar sind und Sie sich vor der Behandlung informieren möchten, können Sie sich an eine nationale Kontaktstelle wenden – die es in jedem EU-Land gibt –, um zu erfahren, ob Sie Anspruch auf Rückerstattung haben und ob dafür Obergrenzen gelten.

Nützliche nationale Adressen und Internetseiten:

Andere Regeln gelten, wenn Sie speziell für eine medizinische Behandlung ins Ausland reisen.

Öffentliche Konsultationen
Benötigen Sie Unterstützung durch unsere Hilfsdienste?
Hier bekommen Sie Rat und Hilfe