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Letzter Stand : 10/08/2017

Ausgaben und Kostenerstattung: geplante medizinische Behandlung im Ausland

Es gibt zwei Methoden, die Kosten Ihrer geplanten medizinischen Behandlung in einem anderen EU-Land zu begleichen:

1. Ihre Krankenkasse deckt alle Kosten unmittelbar ab:

  • Dieses System trifft auf öffentliche Gesundheitsdienstleister zu. Eine Privatbehandlung ist damit nicht abgedeckt.
  • Sie müssen bei Ihrer Krankenkasse eine Vorabgenehmigung beantragen, bevor Sie zur Behandlung verreisen. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, so erhalten Sie das entsprechende Antragsformular (ein so genanntes Formular S2)
  • Die Kosten für Ihre medizinische Behandlung werden von Ihrer Krankenkasse gemäß den Erstattungssätzen des Landes ersetzt, in dem Sie behandelt werden.
  • Die betreffenden Einrichtungen regeln die Kostenerstattung normalerweise untereinander; Sie brauchen für die Behandlung nichts zu zahlen.

Erfolgt die Behandlung jedoch in einem Land, in dem die Patienten normalerweise selbst zahlen und diese Kosten danach von ihrer Krankenkasse rückerstattet bekommen, müssen Sie gegebenenfalls zunächst selbst die Kosten teilweise tragen. Dann können Sie eine Rückerstattung durch die Behörden in dem Land, in dem Sie behandelt werden, beantragen. Diese Behörden erstatten Ihnen Ihre Kosten unmittelbar zu denselben Sätzen wie den Versicherten des betreffenden Landes.

Sie können auch die Rückerstattung nach Ihrer Rückkehr in Ihr Heimatland bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Liegt der Rückerstattungssatz für Ihre Behandlung im Ausland in dem Land, in dem Sie versichert sind, höher, dann muss Ihnen Ihre Krankenkasse den Unterschied erstatten.

2. Sie können die Behandlung selbst bezahlen und hinterher Erstattung beantragen.

  • Diese Möglichkeit besteht für alle öffentlichen und privaten Krankenkassen.
  • Ihre Kosten werden bis zur Höhe der Kosten der betreffenden Behandlung in Ihrem Heimatland erstattet, aber nur dann, wenn Sie dort Anspruch auf diese Behandlung gehabt hätten.

Gegebenenfalls müssen Sie auch in diesem Fall eine Vorabgenehmigung für eine Krankenhausbehandlung oder für hochspezialisierte und teure Behandlungen beantragen – erkundigen Sie sich bei Ihrer nationalen Kontaktstelle.

Eine Rückerstattung ohne Vorabgenehmigung ist in der Schweiz nicht möglich.

Fallbeispiel 1

Sie benötigen nicht immer eine Vorabgenehmigung, es ist jedoch besser, sie zu haben.

Hugo möchte seinen grauen Star behandeln lassen. Diese Behandlung wird von seiner Krankenkasse in Deutschland zurückgezahlt. In Deutschland kostet die Behandlung jedoch mehr als in seinem Heimatland. Hugo möchte alle Kosten erstattet haben – daher muss er bei seiner Krankenkasse eine Vorabgenehmigung beantragen. Falls er sie erhält, kann er sich im Ausland behandeln lassen, denn die betreffenden Einrichtungen regeln die Kostenerstattung normalerweise untereinander.

Yvonne möchte dieselbe Behandlung gegen grauen Star erhalten, ebenfalls in Deutschland: Auch ihre Krankenversicherung bezahlt diese Behandlung normalerweise. Sie möchte so bald wie möglich behandelt werden. Sie erkundigt sich bei der nationalen Kontaktstelle in ihrem Heimatland, ob sie eine Vorabgenehmigung beantragen muss, und erfährt, dass das nicht nötig ist. Daher lässt sie sich im Ausland behandeln. Yvonne zahlt selbst für ihre Behandlung und beantragt nach ihrer Rückkehr bei ihrer Versicherung eine teilweise Rückerstattung. Denn da sie keine Vorabgenehmigung beantragt hatte und die Kosten der Behandlung in Deutschland ein wenig höher liegen, musste sie einen Teil der Kosten selbst tragen. Ohne Vorabgenehmigung zahlt ihre Versicherung nur soviel zurück, wie sie für dieselbe Behandlung in Yvonnes Heimatland.

Fallbeispiel 2

Selbst ohne Vorabgenehmigung müssen Sie eventuell einige Kosten im Voraus bezahlen.

Agata möchte sich in Finnland in einem an das öffentliche Gesundheitssystem angeschlossene Krankenhaus einer schwierigen Operation unterziehen. Da diese Operation sowohl bei Direktzahlung als auch bei späterer Rückerstattung eine Vorabgenehmigung erfordert, beantragt sie diese, sodass im Falle der Genehmigung die Kosten unmittelbar übernommen werden.

Bernard möchte sich, auch in Finnland, der gleichen Operation unterziehen, aber bei einem privaten Dienstleister. Auch in diesem Fall muss er eine Vorabgenehmigung beantragen, aber die unmittelbare Bezahlung durch den Versicherungsträger entfällt. Wenn Bernard die Vorabgenehmigung erhält, muss er die Kosten für die Behandlung im Voraus bezahlen und anschließend eine Rückerstattung einfordern. Diese erfolgt normalerweise bis zur Höhe der Kosten für eine solche Behandlung in seinem Heimatland.

Welche Möglichkeit Sie auch wählen, Ihre Krankenkasse kann Ihren Antrag auf Vorabgenehmigung nicht ablehnen, wenn

  • die erforderliche Behandlung in Ihrem Heimatland nicht möglich ist, aber von Ihrer Krankenkasse abgedeckt wird, und
  • Sie angesichts Ihres aktuellen Gesundheitszustands und des Verlaufs Ihrer Krankheit die erforderliche Behandlung in Ihrem Heimatland erst nach unzumutbarer Wartezeit erhalten könnten.

Mehr über Kosten und Rückerstattung erfahren Sie entweder direkt bei Ihrer Krankenkasse oder bei der nationalen Kontaktstelle des EU-Landes, in dem Sie sich behandeln lassen wollen.

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