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Letzter Stand : 25/11/2016

Gewährleistung und Rücksendungen

Nach EU-Recht muss ein Händler von Ihnen gekaufte Waren nachbessern, ersetzen, ihren Preis mindern oder den Kaufpreis erstatten, wenn sie sich als mangelhaft erweisen oder nicht wie in der Werbung angegeben aussehen oder funktionieren.

Wenn Sie eine Ware oder eine Dienstleistung online oder außerhalb eines Geschäfts (telefonisch, per Post oder bei einem Verkäufer an der Haustür) gekauft haben, haben Sie das Recht, vom Kauf zurückzutreten und Ihre Bestellung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Garantieleistungen und den Rücktritt vom Kauf:

Gewährleistung für fehlerhafte Waren

Kostenlose 2-jährige Gewährleistung (gesetzliche Garantie)

Nach dem EU-Recht genießen Sie mindestens 2 Jahre lang eine kostenlose Gewährleistung.

Auf diese Gewährleistung von 2 Jahren haben Sie mindestens Anspruch. Möglicherweise sehen die Vorschriften in Ihrem Land zusätzlichen Schutz vor – alle Abweichungen von den EU-Vorschriften müssen jedoch stets im Interesse der Verbraucher liegen.

Wenn sich ein Artikel, den Sie irgendwo in der EU gekauft haben, als fehlerhaft herausstellt oder er nicht wie in der Werbung angegeben aussieht oder funktioniert, muss der Verkäufer ihn kostenlos nachbessern oder ersetzen oder Ihnen den Preis ganz oder teilweise zurückerstatten.

Ganz allgemein können Sie nur dann eine vollständige oder teilweise Erstattung fordern, wenn eine Nachbesserung oder der Ersatz der Ware nicht möglich ist.

Bei minimalen Problemen – wie etwa einem Kratzer auf einer CD-Hülle – haben Sie gegebenenfalls keinen Anspruch auf Erstattung.

Nachbesserung, Ersatz oder Erstattung

  • Die 2-jährige Gewährleistung beginnt mit dem Empfang Ihrer Waren.
  • In einigen EU-Ländern müssen Sie den Verkäufer innerhalb von 2 Monaten nach Entdecken des Fehlers informieren; andernfalls kann Ihr Anspruch auf Gewährleistung verfallen.
  • Innerhalb von 6 Monaten nach Empfang der Waren müssen Sie dem Händler lediglich anzeigen, dass sie einen Mangel aufweisen oder nicht der Beschreibung entsprechen.
  • Nach 6 Monaten müssen Sie jedoch in den meisten EU-Ländern selbst beweisen, dass der Fehler bereits beim Empfang der Waren bestand, indem Sie etwa zeigen, dass er auf die schlechte Qualität der verwendeten Werkstoffe zurückzuführen ist.

Der Händler muss stets eine Lösung anbieten; in einigen EU-Ländern haben Sie außerdem das Recht, vom Hersteller Abhilfe zu verlangen.

Das Europäische VerbraucherzentrumEnglish in Ihrem Land kann Ihnen helfen, wenn Sie ein Problem mit Waren haben, die Sie in einem anderen EU-Land gekauft haben.

Fallbeispiel: Vertragswidrigkeit von Waren ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar

Mirek hatte sich einen Laptop bestellt, mit dem zunächst alles in Ordnung zu sein schien. Über ein Jahr nach dem Kauf stellte er jedoch fest, dass der Speicher des Laptops kleiner war, als er laut Angabe hätte sein müssen.

Auch wenn Mirek dieses Problem nicht sofort bemerkt hatte und der Laptop weiterhin funktionierte, entsprach das Gerät nicht den Angaben, von denen Mirek beim Kauf ausgegangen war. Damit hatte Mirek das Recht, von dem Geschäft eine teilweise Kostenerstattung zu verlangen.

Zusätzliche Garantieleistungen (gewerbliche Garantien)

Geschäfte oder Hersteller bieten häufig eine zusätzliche gewerbliche Garantie an, die entweder im Produktpreis inbegriffen ist oder mit Zahlung eines zusätzlichen Betrags erworben werden kann.

Diese kann Ihnen einen besseren Schutz bieten, aber niemals die 2-jährige Mindestgewährleistung ersetzen oder abkürzen, die Ihnen in jedem Fall zusteht.

Das gilt auch, wenn Sie in einem Geschäft ein neues Produkt kaufen, das ohne Garantie und deshalb günstiger angeboten wird. In diesem Fall erwerben Sie lediglich keinen zusätzlichen Schutz. Sie haben stets Anspruch auf eine kostenlose zweijährige Gewährleistung, wenn das Produkt sich als mangelhaft erweist oder nicht der Produktbeschreibung entspricht.

Fallbeispiel: Gesetzliche 2-jährige Gewährleistung bleibt von einer gewerblichen Garantie unberührt

Carla kaufte sich einen Haartrockner, auf den ihr der Verkäufer eine Garantie von 6 Monaten gewährte.

Als der Haartrockner nach 8 Monaten kaputt ging, brachte sie ihn zurück in das Geschäft. Der Verkäufer erklärte ihr, dass die Garantie abgelaufen sei und sie keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten habe.

Carla wies zu Recht darauf hin, dass Ihr gemäß EU-Verbraucherschutzgesetz eine kostenlose 2-Jahres-Gewährleistung zusteht und es sich bei der vom Verkäufer angebotenen 6-monatigen Garantie nur um einen Zusatzdienst handelt.

Gebrauchte Güter

Gebrauchtgegenstände, die Sie bei einem Händler kaufen, fallen ebenfalls unter die Mindestgewährleistung von 2 Jahren, von Privatpersonen oder auf öffentlichen Versteigerungen gekaufte Waren jedoch nicht.

In einigen EU-Ländern können Käufer und Verkäufer eine Garantie vereinbaren, deren Dauer weniger als 2, aber mindestens 1 Jahr beträgt. Darauf müssen Sie beim Kauf deutlich hingewiesen werden.

 

Weitere Informationen über Ihre Rechte im jeweiligen Land finden Sie unter den Vorschriften zu gesetzlicher Gewährleistung und gewerblicher Garantie für das Land, in dem der Kauf erfolgt ist:

Wählen Sie ein Land aus

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Gemeinsame Rechte in allen EU-Ländern


* Noch keine Informationen von den nationalen Behörden übermittelt

Rücktritt vom Kaufvertrag und Rücksendung bestellter Waren

14-Tage-Frist für die Annullierung eines Kaufs außerhalb von Geschäftsräumen (im Internet, per Telefon oder im Versandhandel) und die Rücksendung der Waren

In der EU haben Sie das Recht, solche Käufe innerhalb von 14 Tagen gegen vollständige Erstattung des Kaufpreises zurückzusenden. Dafür reicht ein beliebiger Grund – selbst wenn Sie sich nur einfach anders besonnen haben.

Ausgenommen von der 14-tägigen Widerrufsfrist sind unter anderem:

  • Flugtickets und Fahrkarten sowie Konzertkarten, Hotelreservierungen, Mietautobuchungen und Bewirtungsleistungen zu festen Terminen
  • Waren und Getränke, die Ihnen regelmäßig zugestellt werden (z. B. Lieferungen eines Milchlieferanten)
  • Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden oder eindeutig persönlich sind (z. B. maßgeschneiderter Anzug)
  • versiegelte Datenträger wie DVDs, deren Versiegelung Sie nach Erhalt geöffnet haben
  • digitale Online-Inhalte, wenn Sie begonnen haben, sie herunterzuladen oder abzuspielen
  • von einer Privatperson und nicht von einem Unternehmen gekaufte Waren
  • dringende Reparaturen und Wartungsverträge – wenn Sie etwa einen Klempner für die Reparatur einer undichten Dusche gerufen haben, dürfen Sie den Auftrag nicht widerrufen, nachdem Sie den Preis dafür akzeptiert haben

Fallbeispiel: Widerruf aus persönlichen Gründen ist bei bestimmten Waren nicht möglich

Jane kaufte sich im Internet eine Eintrittskarte für ein U2-Konzert in Irland. Am nächsten Tag stellte sie fest, dass sie am Tag des Konzerts außer Landes sein wird und versuchte, ihre Bestellung zu widerrufen. Der Online-Händler lehnte den Widerruf der Bestellung und die Erstattung der Kosten jedoch ab.

Rücktritt vom Kaufvertrag

Die „Bedenkzeit" endet 14 Tage nach dem Tag des Empfangs der Waren. Fällt der Ablauf dieser Frist nicht auf einen Werktag, so verlängert sich die Frist bis zum darauffolgenden Werktag.

Sie müssen den Händler unmissverständlich über Ihre Entscheidung unterrichten, vom Kauf zurückzutreten. Es reicht nicht aus, einfach nur die Waren zurückzuschicken. Der Händler muss Ihnen ein Muster-Widerrufsformular zur Verfügung stellen, mit dem Sie ihn über Ihre Entscheidung informieren können. Sie sind aber nicht verpflichtet, dieses Formular zu verwenden.

Nach der Mitteilung an den Händler müssen Sie die ungebrauchten Waren innerhalb von 14 Tagen zurücksenden.

Sie können ihn gleichzeitig informieren und die Waren zurücksenden, indem Sie der Rücksendung eine schriftliche Erklärung beifügen oder indem Sie ein Fax oder eine E-Mail schicken.

Der Händler muss Ihnen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt Ihres Widerrufs die Kosten erstatten, kann diese Erstattung aber hinausschieben, wenn er weder die Waren empfangen noch einen Nachweis erhalten hat, dass Sie sie zurückgeschickt haben.

In den erstatteten Kosten müssen auch sämtliche Versandkosten enthalten sein, die Sie beim Kauf der Ware bezahlt haben. Der Händler kann Ihnen jedoch zusätzliche Lieferkosten berechnen, wenn Sie eine nicht standardmäßige Lieferung (Expressversand) angefordert hatten.

Der Händler muss Sie darüber informieren, dass Sie die Rücksendung der Waren bezahlen müssen. Versäumt er dies, muss er die Kosten tragen. Sie brauchen keine weiteren Gebühren zu zahlen, über die Sie nicht informiert wurden.

Für sperrige Waren (wie große Haushaltsgeräte), muss der Händler Ihnen zumindest eine Schätzung der Rücksendungskosten mitteilen.

Sperrige Waren, die Sie bei einem Verkäufer an der Haustür gekauft haben und die Ihnen unmittelbar geliefert wurden, muss der Händler jedoch stets auf eigene Kosten abholen.

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