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Letzter Stand : 25/11/2016

Bankkonten in der EU

Recht auf ein Basiskonto

Sie möchten oder müssen ein Bankkonto in Ihrem Heimatland oder einem anderen EU-Land eröffnen.

Wenn Sie rechtmäßig in einem EU-Land wohnen, haben Sie Recht auf Eröffnung eines Kontos mit grundlegenden Zahlungsfunktionen. Banken dürfen Ihren Antrag auf Eröffnung eines solchen Basiskontos nicht ablehnen, nur weil Sie nicht in dem Land leben, in dem die Bank ihren Sitz hat.

Dieses Recht gilt nicht für andere Arten von Bankkonten wie Sparkonten.

Unter welchen Umständen kann Ihnen ein Konto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen verweigert werden?

Ein Bankkonto kann Ihnen verweigert werden, wenn Sie gegen die EU-Vorschriften zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verstoßen .

In einigen EU-Ländern kann Ihnen ein Basiskonto verweigert werden, wenn Sie bereits ein vergleichbares Konto bei einer anderen Bank im selben Land haben.

Wenn Sie ein Konto mit grundlegenden Zahlungsfunktionen außerhalb des Landes, in dem Sie leben, eröffnen möchten, müssen Sie in einigen EU-Ländern der Bank möglicherweise nachweisen, dass Sie ein echtes Interesse daran haben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie in einem Land leben und in einem anderen arbeiten.

Funktionen eines Basiskontos

Bei einem Basiskonto handelt es sich um ein Konto, mit dem grundlegende Transaktionen getätigt werden können, die im täglichen Leben gebraucht werden, wie:

  • Geldeinzahlungen
  • Geldabhebungen
  • Empfang und Beauftragung von Zahlungen (wie Lastschriften und Kartenzahlungen)

Das Konto sollte auch eine Zahlungskarte umfassen, die für Bargeldabhebungen an Automaten und Einkäufe in Geschäften und online genutzt werden kann.

Sofern verfügbar, sollte auch der Zugang zu Online-Bankdiensten im Leistungsumfang enthalten sein. Die Banken sind jedoch nicht grundsätzlich verpflichtet, einen Überziehungskredit oder andere Kreditmöglichkeiten einzuräumen.

In einigen EU-Ländern können die Banken ein Jahresentgelt für die Führung eines Basiskontos erheben. Dieses Entgelt muss angemessen sein.

Fallbeispiel

Um ein Konto in einem EU-Land zu haben, müssen Sie nicht dort leben

Sándor nahm eine Arbeit bei einem in Slowenien ansässigen Unternehmen auf, lebte aber weiterhin in Ungarn. Das Unternehmen forderte ihn auf, ein Konto in Slowenien zu eröffnen, damit ihm sein Gehalt überwiesen werden könne.

Er ging zu einer slowenischen Bank in der Nähe seiner Arbeitsstelle, um ein Basiskonto zu eröffnen. Die Bank eröffnete ihm ein Konto, obwohl er nicht in Slowenien lebte.

Banken können Ihnen ein Basiskonto nicht verweigern, nur weil Sie nicht im betreffenden Land leben.

Kontowechsel

Es ist möglich, mit Ihrem Konto zu einer anderen Bank im selben EU-Land zu wechseln. Ihre neue Bank sollte Ihnen beim Kontowechsel helfen.

Wenn Sie mit Ihrem Konto zu einer anderen Bank im selben Land wechseln möchten, teilen Sie der neuen Bank mit, dass Ihre laufenden Zahlungen auf das neue Konto umgestellt werden sollen.

Die neue Bank kümmert sich dann darum, dass Ihre alte Bank ihr die nötigen Daten übermittelt und etwaige Daueraufträge löscht. Die neue Bank muss ferner

  • Dritte wie Ihren Arbeitgeber, Ihren Sozialversicherungsträger und Ihre Versorgungsunternehmen über den Kontowechsel informieren
  • Ihre neuen Daueraufträge einrichten
  • Lastschriften auf das neue Konto akzeptieren

Für die Schließung Ihres alten Kontos wird möglicherweise eine Gebühr verlangt.

Sollten Ihnen während des Kontowechsels Kosten dadurch entstehen, dass die Bank eine Frist versäumt und beispielsweise eine von Ihnen stornierte Zahlung noch ausführt oder andere Fehler macht, muss sie Ihnen diese Kosten erstatten. Bei Problemen können Sie sich an die zuständige Einrichtung für außergerichtliche Streitbeilegung wenden.

Fallbeispiel

Nicht immer gelingt der Kontowechsel reibungslos

Als Suzanne von Toulouse nach Paris zog, beschloss sie, mit ihrem Konto zu einer örtlichen Bank in Paris zu wechseln. Sie bat Ihre neue Bank in Paris um Umstellung all ihrer Zahlungen auf das neue Konto und Schließung ihres altes Kontos in Toulouse.

Die Bank in Paris beauftragte die Bank in Toulouse, Suzannes Daueraufträge zu löschen und ihr Konto zu schließen. Anschließend richtete die neue Bank Daueraufträge für Ihr neues Konto ein. Dabei vergaß sie jedoch den Dauerauftrag für ihren Mobilfunkanbieter, so dass Suzanne Mahngebühren zahlen musste, weil der Dauerauftrag für ihren Mobiltelefonvertrag nicht fristgerecht ausgeführt wurde.

Suzanne beschwerte sich bei der Bank in Paris. Dort sagte man ihr die Erstattung der Mahngebühren und die Einrichtung des Dauerauftrags für den Mobiltelefonvertrag zu.

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