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EU gewährt 200 Mio. EUR zur Verbesserung der Energieversorgung in AKP-Staaten

Reference:  IP/09/1673    Date:  04/11/2009
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IP/09/ 1673

Brüssel, 4. November 2009

EU gewährt 200 Mio. EUR zur Verbesserung der Energieversorgung in AKP-Staaten

Die Europäische Kommission hat heute angekündigt, im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) für 2008–2013 die zweite Phase der AKP-EG-Energiefazilität einzuleiten. Nach einer ersten erfolgreichen Durchführungsphase sind die Europäische Union und die Gruppe der AKP-Staaten übereingekommen, 200 Mio. EUR bereitzustellen, um Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu nachhaltigen und erschwinglichen Energiedienstleistungen für die Armen fortzuführen und durch erneuerbare Energielösungen und Energieeffizienzmaßnahmen als Schwerpunkte gleichzeitig zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen.

Karel De Gucht, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, erklärte: „Wenn die Ärmsten der Welt tatsächlich eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung erfahren sollen, müssen sie Zugang zu verlässlichen Energiedienstleistungen gewährt bekommen. Die Energiefazilität wird zur Erreichung dieses Ziels beitragen und zudem Anreize für mehr Energieeffizienz und saubere Energielösungen schaffen – was ganz entscheidend ist, da die Entwicklungsländer nun ebenfalls den Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen.“

In den meisten Ländern Afrikas, der Karibik und des pazifischen Raums haben nur 10 % der Bevölkerung in ländlichen G ebieten Zugang zu nachhaltigen, modernen Energiedienstleistungen. Die Verwendung herkömmlicher Brennstoffe, die Luftverschmutzung in Innenräumen verursacht, kann Gesundheitsprobleme bewirken und sogar tödliche Folgen haben. Sie wirkt sich außerdem schädlich auf die Umwelt aus, da der Missbrauch von Rohstoffen als Brennstoff zur Abholzung von Wäldern führt.

Mit der neuen Energiefazilität sollen diese Probleme angegangen werden, indem Projekte kofinanziert werden, die auf die Förderung des Zugangs zu verbesserten Energiedienstleistungen für die arme ländliche Bevölkerung in den AKP-Staaten abzielen. Im Sinne der Bekämpfung des Klimawandels gibt die neue Energiefazilität Projekten den Vorrang, die die Nutzung erneuerbarer Energien fördern (wie etwa Sonnenenergiesysteme, Windkraftanlagen, Wasserkraft-, Biomasse- (Biokraftstoff und Biogas) sowie geothermische Systeme) und Energieeffizienz in öffentlichen und privaten Gebäuden (z. B. den Austausch von Glühbirnen mit hohem Energieverbrauch durch sparsamere) unterstützen. Die Energiefazilität finanziert auch Maßnahmen, mit denen ein verantwortungsvolles Handeln und der Kapazitätsaufbau im Energiesektor auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene gefördert werden. Kofinanzierungen im Rahmen der neuen Energiefazilität erfolgen durch Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen (die erste Ausschreibung ist für November vorgesehen) und zwei neue Kofinanzierungsinstrumente (einen Mechanismus zur Bündelung von Informationen, der Finanzinstitutionen und den Privatsektor einschließt, sowie finanzielle Unterstützung für die staatliche Energiepolitik durch die EU-Energieinitiative für eine Fazilität für Dialog und Partnerschaft) .

Die Energiefazilität hat ih re Effizienz bereits bewiesen, da sie die Bereitstellung von beträchtlichen Mitteln für Kofinanzierungen durch den Privatsektor, EU-Mitgliedstaaten und internationale Finanzinstitutionen bewirkt hat. Fast 7 Mio. Menschen haben von den 74 Projekten profitiert, die aus der AKP-EG-Energiefazilität mit Mitteln in Höhe von 196 Mio. EUR finanziert wurden, wobei die Gesamtprojektkosten sich auf 430 Mio. EUR beliefen, die zu über 230 Mio. EUR vom öffentlichen und Privatsektor für Kofinanzierungen zur Verfügung gestellt wurden. 97 % der finanzierten Projekte zielten auf die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und durch Hybridlösungen ab. Es wird erwartet, dass die neue Energiefazilität, die mit neuen Kofinanzierungsinstrumenten ausgestattet ist, noch mehr Menschen im ländlichen Raum und in Stadtrandgebieten zugute kommt.

Hintergrund:

Die Energiefazilität wurde 2004 als Finanzierungsinstrument für die Durchführung der EU-Initiative „Armutsminderung und nachhaltige Entwicklung durch Energie“ geschaffen. Die Initiative wurde 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg lanciert, um die Verpflichtung der EU zu bekräftigen, die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu fördern. Die Energiefazilität ist außerdem ein Durchführungsinstrument für die Afrika-EU-Energiepartnerschaft, die Teil der im Dezember 2007 in Lissabon angenommenen gemeinsamen Strategie EU-Afrika und deren Aktionsplans ist.