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EU und Südkorea paraphieren Freihandelsabkommen

Reference:  IP/09/1523    Date:  15/10/2009
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IP/09/ 1523

Brussels, 15 October 2009

EU und Südkorea paraphieren Freihandelsabkommen

Die EU-Handelskommissarin Catherine Ashton und der koreanische Handelsminister Kim Jong-hoon haben heute das wichtigste Freihandelsabkommen paraphiert, das jemals zwischen der Europäischen Union und einem Drittland ausgehandelt wurde. Mit dem Abkommen werden praktisch alle Zölle aufgehoben und viele nichttarifäre Hemmnisse zwischen den beiden Volkswirtschaften beseitigt, sodass Handelsmöglichkeiten mit einem geschätzten Wert von bis zu 19 Milliarden EUR geschaffen werden . In den Bereichen Dienstleistungen und Investitionen eröffnet das Abkommen neue Marktzugangsmöglichkeiten. Auch in den Bereichen Rechte des geistigen Eigentums, Ausschreibungen, Wettbewerbspolitik sowie Handel und nachhaltige Entwicklung wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Zusammen mit einem neuen Rahmenabkommen bedeutet das Freihandelsabkommen einen wichtigen Zugewinn für die Beziehungen zwischen der EU und Südkorea.

Nach der Paraphierung in Brüssel sagte Kommissarin Ashton: „Dieses erste Freihandelsabkommen der EU im 21. Jahrhundert schafft enge wirtschaftliche Bindungen mit einer anderen entwickelten Volkswirtschaft. Es wird für europäische Unternehmen neue Marktperspektiven im Dienstleistungssektor, im verarbeitenden Gewerbe und in der Landwirtschaft eröffnen. Im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima kommt diesem Abkommen, das zur Bekämpfung des ökonomischen Abschwungs und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen wird, besondere Bedeutung zu.“

Einer der wichtigsten Vorteile des Abkommens für die Europäische Union besteht darin, dass innerhalb kurzer Zeit Zölle auf Exporte nach Korea in Höhe von 1,6 Milliarden EUR aufgehoben werden. Mit dem Abkommen werden auch wichtige nichttarifäre Hemmnisse beseitigt, zu denen Rechtsvorschriften und Normen in Wirtschaftszweigen wie der Automobil- und Arzneimittelindustrie sowie der Unterhaltungselektronik zählen, die für die EU von Interesse sind. Vor allem für Dienstleistungssektoren wie Telekommunikation, Umweltschutz, Rechts- und Finanzdienstleistungen sowie Versand werden aufgrund der weitgehenden Liberalisierungszusagen seitens Koreas große Vorteile erwartet.

Die Paraphierung des Freihandelsabkommens bedeutet, dass sich beide Seiten bei Abschluss der Verhandlungen auf einen soliden Rechtstext geeinigt hatten, den die Europäische Kommission im Frühjahr 2010 den Mitgliedstaaten der EU offiziell unterbreiten wird. Nach der Unterzeichnung des Abkommens durch den EU-Vorsitz und die Kommission, wird es dem Europäischen Parlament zur Zustimmung vorgelegt. Das Abkommen dürfte dann in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Kraft treten.

Hintergrund

Im Jahr 2008 belief sich der Wert des Warenhandels zwischen der EU und Korea auf rund 65 Milliarden EUR. Derzeit verzeichnet die EU gegenüber Korea ein Handelsdefizit, obschon der Trend darauf schließen lässt, dass der koreanische Markt ein erhebliches Wachstumspotenzial bietet. So sind zwischen 2005 und 2008 die Verkäufe von EU-Autos in Korea nach Stückzahl um insgesamt 78 % gestiegen (um 39 % nach Verkaufwert). Bei Produkten wie Chemikalien, Arzneimitteln, Autoteilen, Industriemaschinen, Schuhen, medizinischen Geräten, Nichteisenmetallen, Eisen und Stahl, Leder und Pelzen, Holz, Keramik und Glas weist die EU einen soliden Handelsbilanzüberschuss aus. Korea ist auch für die Agrarerzeugnisse der EU-Bauern mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde EUR einer der weltweit wichtigsten Exportmärkte. Im Dienstleistungsbereich verzeichnet die EU gegenüber Korea einen Handelsbilanzüberschuss von 3,3 Milliarden EUR mit Exporten in Höhe von 7,2 Milliarden EUR und Importen in Höhe von 3,9 Milliarden EUR.

Weitere Informationen über das Freihandelsabkommen finden Sie in der Unterlage MEMO 09/452