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IP/08/5 Brüssel, 3. Januar 2008 Kommission sieht Bedarf für einen stärkeren und verbraucherfreundlicheren Binnenmarkt für Online-Musik, -Filme und -Spiele in EuropaDie Europäische Kommission hat heute entschieden, der europäischen Branche für Online-Inhalte neuen Schub zu geben. EU Bürger sollen in den Genuss eines einfacheren und schnelleren Zugangs zu einer reichen Auswahl an Musik, TV-Programmen, Filmen oder Spielen via Internet, Handy und anderen mobilen Geräten kommen. Die Kommission fordert daher die Inhalteindustrie, Telekom-Unternehmen und Internet-Diensteanbieter auf, eng zusammen zu arbeiten, um mehr Inhalte online zur Verfügung zu stellen bei gleichzeitiger Gewährleistung eines robusten Schutzes von Urheberrechten. Ebenso will die Kommission Urheberrechtslizenzen, die für mehrere oder alle EU Mitgliedstaaten gelten, erleichtern. Laut Studien der Kommission könnte ein wahrer Binnenmarkt ohne Grenzen für kreative Online-Inhalte die Wettbewerbsfähigkeit von Europas Musik-, Film- und Spiele-Industrie beträchtlich stärken und eine Vervierfachung der Einkommen der Branche bis 2010 ermöglichen, wenn klare und verbraucherfreundliche Maßnahmen durch die Industrie und die öffentliche Hand ergriffen werden (siehe IP/07/95)."Europas Inhalte-Branche leidet unter ihrer rechtlichen Zersplitterung, unter dem Mangel an klaren, verbraucherfreundlichen Regeln für den Zugang zu urheberrechtsgeschützten Online-Inhalten und unter ernsten Streitigkeiten der Beteiligten über grundlegende Belange wie Kopieabgaben und Privatkopien", sagte Viviane Reding, Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. "Wir müssen uns entscheiden in Europa: Wollen wir eine starke Musik-, Film- und Spiele-Industrie? Dann sollten wir der Industrie Rechtssicherheit verschaffen, den Urhebern eine angemessene Entlohnung und den Verbrauchern breiten Zugang zu einem reichen Angebot von Online-Inhalten. Ich werde an diesen Aufgaben mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Kommission arbeiten und bis Mitte 2008 eine Empfehlung vorschlagen, durch neue Wege einen einheitlichen Markt für Online-Inhalte zu verwirklichen. Ich fordere insbesondere Europas Verbraucherorganisationen dazu auf, sich aktiv an dieser Debatte zu beteiligen. Denn hinsichtlich Online-Inhalten sind die Nachfrage und die Vorlieben von 500 Millionen potentieller Kunden das stärkste Argument für neue Lösungen auf EU-Ebene." Die Kommission hat heute eine Mitteilung zu "Kreativen Online-Inhalten im Binnenmarkt" angenommen. Dieses strategische Dokument ist der Ausgangspunkt für neue EU-Maßnahmen, die die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle, grenzüberschreitender Dienste und verbraucherfreundlicher Angebote unterstützen. Der Verkauf und die Verbreitung von hochwertigen "kreativen" Online-Inhalten stellen einen bedeutenden Strukturwandel für den europäischen Inhalte-Markt dar. Während Berichten zufolge der Online-Anteil im Musikmarkt in einigen europäischen Ländern wie Großbritannien bereits 25% erreicht, sind Video on demand und Fernsehen via Internet bisher noch ein im Entstehen begriffener Markt. Hochwertige "kreative Online-Inhalte" umfassen auch Hörfunk, Online-Spiele, Online-Publikationen und Bildungsinhalte. Neue Marktentwicklungen ergeben sich auch aus dem Web 2.0, d.h. von Nutzern selbst erzeugte Inhalte, die die Nutzer selbst eventuell gegen unbefugte Weiterverwendung schützen wollen. Die Kommission konsultierte die Öffentlichkeit zu diesen Fragen im Jahre 2006. Auf der Grundlage dieser Konsultation sieht die Kommission ein Bedürfnis, den europäischen Markt für Inhalte und den Einfluss der Nachfrage europäischer Verbraucher auf diesen Markt zu stärken. In der Mitteilung ermittelt die Kommission vier wichtige bereichsübergreifende Herausforderungen, die Maßnahmen auf EU-Ebene erfordern:
Die Entwicklung des Marktes für kreative Online-Inhalte schreitet rasch voran. Gemäß den Ergebnissen einer für die EU-25 durchgeführten Studie der Kommission werden sich die Einnahmen aus Online-Inhalten bis 2010 mehr als vervierfachen, von 1,8 Mrd. € im Jahr 2005 auf 8,3 Mrd. € im Jahr 2010 (siehe IP/07/95). Mit der Mitteilung „Kreative Online-Inhalte in Europas Binnenmarkt“ leitet die Kommission eine öffentliche Konsultation zur Vorbereitung - bis Mitte 2008 - der Verabschiedung einer Empfehlung über kreative Online-Inhalte durch den Rat und das Europäische Parlament. Die Beteiligten sind eingeladen, ihre Kommentare zur heutigen Mitteilung bis zum 29. Februar 2008 abzugeben. Darüber hinaus wird die Kommission die „Plattform für Online-Inhalte“ errichten, ein Forum für Beteiligte, das die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu Themen anregen soll, bei denen weitere Diskussionen erforderlich sind. Verbraucher werden eine gewichtige Stimme auf dieser Plattform haben. Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/avpolicy/other_actions/content_online/index_en.htmInformationen zur öffentlichen Konsultation 2006: http://ec.europa.eu/avpolicy/other_actions/content_online/consultation_2006/index_en.htm |