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Brüssel, 13. Oktober 2008
Europäische Union und Marokko vertiefen
Partnerschaft
Die EU hat heute auf der siebten Tagung des
Assoziationsrats EU-Marokko ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das auf die
Vertiefung der Partnerschaft mit Marokko abzielt. Geplant sind vor allem
Maßnahmen für die politische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit,
die Ausarbeitung eines umfassenderen Freihandelsabkommens, die allmähliche
Einbindung Marokkos in mehrere sektorale Politiken der EU und die Intensivierung
des Austauschs zwischen den Bürgern der EU und Marokkos. Ziel ist eine
konkrete Förderung der von Marokko seit einigen Jahren unternommenen
Modernisierungs- und Demokratisierungsbemühungen, für die das Land
Europa nun um nachdrücklichere Unterstützung bittet.
Anlässlich dieser Tagung erklärte die für
Außenbeziehungen und die Europäische Nachbarschaftspolitik
zuständige EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner: „Marokko hat ein
umfangreiches Reformprogramm in allen Bereichen eingeleitet. Das Land
wünscht sich einen fortgeschrittenen Status innerhalb unserer
Nachbarschaftspolitik und eine stärkere Anbindung an Europa, um die
bisherigen Errungenschaften zu konsolidieren und seinem Modernisierungs- und
Demokratisierungsprozess neue Impulse zu verleihen. Die Kommission hat sich
stark engagiert, um den Erwartungen Marokkos gerecht zu werden und wir haben in
unseren Zuständigkeitsbereichen zahlreiche konkrete Vorschläge
vorgelegt. Ich freue mich, dass sie heute vom Assoziationsrat verabschiedet
werden“.
Auf der letzten Tagung des Assoziationsrates im Juli 2007 haben die
Europäische Union und Marokko die Einrichtung einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe
beschlossen, die prüfen soll, wie die Beziehungen zwischen den beiden
Vertragsparteien vertieft werden können. Die Arbeitsgruppe hat detaillierte
Vorschläge ausgearbeitet, die nun vom Assoziationsrat angenommen
wurden.
In politischer Hinsicht betreffen die Vorschläge unter anderem die
Veranstaltung von Gipfeltreffen EU-Marokko auf Ad-hoc-Basis, Mechanismen zur
Abstimmung auf Ministerebene, die Einladung Marokkos zu Gesprächen am Rande
bestimmter Ministersitzungen oder bestimmter Arbeitsgruppen des Rates der EU
(z. B. Sitzungen der Außen- oder Verkehrsminister und der
Arbeitsgruppen für den Maghreb/Maschrik oder für Afrika), die
Aushandlung eines Rahmenabkommens über die Beteiligung Marokkos an
Krisenbewältigungsmaßnahmen usw. In wirtschaftlicher und
sektorpolitischer Hinsicht zielen die Vorschläge darauf ab, die Rechts- und
Verwaltungsvorschriften schrittweise anzugleichen und zwar zunächst in
vorrangigen Sektoren. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die
Handelsbeziehungen durch ein umfassenderes Freihandelsabkommen auszubauen, das
neue Bereiche abdeckt wie öffentliche Aufträge, Rechte an geistigem
Eigentum, Kapitalverkehr, Wettbewerb, nachhaltige Entwicklung usw.
Die Arbeitsgruppe hat ferner die Empfehlung abgegeben, die Beziehungen
zwischen den neuen Akteuren der Partnerschaft EU-Marokko zu intensivieren, vor
allem zwischen dem Europäischen Parlament und der marokkanischen
Abgeordnetenkammer, den Wirtschaftsverbänden, den Wirtschafts- und
Sozialräten sowie zwischen Marokko und dem Europarat.
Die von beiden Seiten vereinbarten Maßnahmen, die ein ehrgeiziges
Programm für die kommenden Jahre bilden, müssen nun von den
hierfür ausgewählten Einrichtungen umgesetzt werden.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/external_relations/morocco/index_en.htm