IP/08/1157
Brüssel, 16. Juli 2008
Gewerbliche Schutzrechte: Kommission
lanciert Strategie zur Beförderung von Innovationen „vom Labor zum
Markt“
Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung über
eine neue europäische Strategie im Bereich der gewerblichen Schutzrechte
angenommen. Neben der Schaffung eines Gemeinschaftspatents und einer
integrierten Patentgerichtsbarkeit nennt die Mitteilung eine Reihe weiterer
Maßnahmen, die von zentraler Bedeutung sind, wenn die EU auch im
21. Jahrhundert über ein qualitativ hochstehendes System gewerblicher
Schutzrechte verfügen will. Erfinder sollen darin unterstützt werden,
informierte Entscheidungen zum Schutz ihrer Rechte an gewerblichem Eigentum zu
treffen. Außerdem wird eine konsequente Verfolgung von Marken- und
Produktpiraterie gefordert. Ein weiteres Anliegen der Mitteilung ist es, zu
gewährleisten, dass die gewerblichen Schutzrechte in Europa hohen
Qualitätsstandards genügen und dass sie für alle Innovatoren,
insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zugänglich
sind.
„Diese Strategie soll den europäischen Unternehmen
gewissermaßen als Sprungbrett dienen und es ihnen ermöglichen, sich in
der globalen Wirtschaft zu behaupten“, so das für Binnenmarkt und
Dienstleistungen zuständige Kommissionsmitglied Charlie McCreevy.
„Nicht nur, dass sie Erfindern in ganz Europa dabei behilflich sein
wird, ihre Ideen durch starke gewerbliche Schutzrechte zu sichern. Sie wird auch
als Katalysator dienen, so dass bahnbrechende Erfindungen von Unternehmen
jedweder Größe sich erfolgreich am Markt durchsetzen können. Im
Übrigen macht die Kommission ein weiteres Mal deutlich, dass sie mit aller
Entschlossenheit gegen Marken- und Produktpiraterie vorgehen
wird.“
Ein solides System gewerblicher Schutzrechte ist ein
Innovationsmotor, der Investitionen in Forschung und Entwicklung und den
Wissenstransfer „vom Labor zum Markt“ fördert. Zusammen mit der
dringend erforderlichen Annahme des Vorschlags für ein Gemeinschaftspatent
und der Schaffung einer EU-weiten integrierten Patentgerichtsbarkeit werden die
vorgeschlagenen Maßnahmen dafür sorgen, dass Europa in den kommenden
Jahren über ein qualitativ hochstehendes System gewerblicher Schutzrechte
verfügen wird.
- Effektive Rechtsdurchsetzung in der Praxis zur Bekämpfung von Marken-
und Produktpiraterie: Die Marken- und Produktpiraterie nimmt alarmierende
Ausmaße an, was nicht nur negative Konsequenzen für die Schaffung von
Arbeitsplätzen in Europa, sondern auch für Gesundheit und Sicherheit
der Verbraucher hat. Daher strebt die Kommission neben einer verbesserten
Koordinierung zwischen den zentralen, für die Rechtsdurchsetzung auf
nationaler Ebene verantwortlichen Akteuren eine wirksame Zusammenarbeit zwischen
den Mitgliedstaaten bei der Sammlung einschlägiger Informationen sowie
einen raschen Informationsaustausch über Nachahmungen und Fälschungen
an. Darüber hinaus wird sich die Kommission für den Abschluss von
Vereinbarungen zwischen öffentlichem und privatem Sektor einsetzen, um
entschieden gegen offensichtliche Verletzungen gewerblicher Schutzrechte
vorzugehen.
- Gewährleistung qualitativ hochstehender gewerblicher Schutzrechte in
Europa, die für alle Innovatoren, einschließlich kleiner und mittlerer
Unternehmen (KMU), zugänglich sind: Um dies zu erreichen, wird die
Kommission Studien zur Qualität des Patentsystems und zum allgemeinen
Funktionieren der Handelsmarkensysteme in der EU in Auftrag geben. Dabei wird es
auch um die Gemeinschaftsmarke gehen, die seit über zehn Jahren erfolgreich
vom Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt registriert wird.
- Erleichterung der Verwertung gewerblicher Schutzrechte durch KMU: In der
Mitteilung werden des Weiteren Maßnahmen präsentiert, die den Zugang
zu gewerblichen Schutzrechten und Streitbeilegungsverfahren erleichtern und die
KMU für die Notwendigkeit sensibilisieren sollen, die Verwaltung
gewerblicher Schutzrechte zu einem integralen Bestandteil eines umfassenden
Geschäftsplans zu
machen.
Weitere
Informationen zum Thema „Gewerbliches Eigentum“:
http://ec.europa.eu/internal_market/indprop/rights/index_de.htm
MEMO/08/509