IP/08/1100
Brüssel, den 3. Juli 2008
Eurobarometer-Erhebung über radioaktive
Abfälle: Europäer verlangen ein europaweites Konzept und Anlagen
für die Entsorgung von Atommüll
Eine überwältigende Mehrheit der
EU-Bürger verlangt die konkrete Realisierung von Anlagen für die
Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie ein einheitlicheres europäisches
Vorgehen in dieser Frage. Dies sind zwei der Kernaussagen der
Eurobarometer-Erhebung von 2008 über radioaktive Abfälle.
Die heute von der Europäischen Kommission veröffentlichte
Eurobarometer-Erhebung befasst sich mit der Einstellung der europäischen
Bürger gegenüber der Sicherheit bei der Entsorgung radioaktiver
Abfälle sowie ihrem Kenntnisstand zu diesem Thema. Diese Umfrage
schließt sich an drei vorangegangene an, die in den Jahren 1998, 2001 und
2005 durchgeführt wurden.
Der Umgang mit radioaktiven Abfällen ist ein entscheidender Aspekt
für die Akzeptanz der Kernenergie. Vier von zehn Gegnern der Kernenergie
würden ihre Meinung ändern, wenn es eine sichere, dauerhafte
Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gäbe.
Nahezu neun von zehn Befragten vertreten die Auffassung, dass jeder
EU-Mitgliedstaat einen Entsorgungsplan für radioaktive Abfälle mit
einem eigenen festen Zeitplan aufstellen sollte. Eine ähnliche Anzahl
wünscht sich, dass die Europäische Union diese Situation
überwacht und dafür sorgt, dass in allen Mitgliedstaaten gleiche
Vorgaben gelten.
Der Erhebung von 2008 zufolge ist die Unterstützung der Kernenergie in
der Europäischen Union seit 2005 gewachsen. Der Zuspruch ist in den
Ländern am höchsten, in denen Kernkraftwerke in Betrieb sind und in
denen sich die Bürger über die Fragen im Zusammenhang mit radioaktiven
Abfällen als gut informiert betrachten.
Fast zwei Drittel der EU-Bürger erkennen inzwischen an, dass die
Kernenergie entscheidende Vorteile hat, wie die Diversifizierung der
Energiequellen, die Abnahme der Abhängigkeit vom Erdöl und die
Verringerung der Treibhausgasemissionen.
Informationen darüber, wie radioaktive Abfälle entsorgt werden,
werden vor allem dann als zuverlässig angesehen, wenn sie aus
unabhängigen Quellen stammen – etwa von Wissenschaftlern oder von
nicht staatlichen Organisationen. Darüber hinaus haben die Europäer
eine proaktive Einstellung gegenüber der Entscheidungsfindung. Die meisten
EU-Bürger würden es vorziehen, direkt konsultiert zu werden und am
Entscheidungsprozess mitzuwirken, falls in ihrer näheren Umgebung ein
unterirdisches Endlager gebaut würde.
Den
vollständigen Bericht können Sie unter folgender Internetadresse
abrufen:
http://ec.europa.eu/public_opinion