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IP/07/835 Brüssel, den 14. Juni 2007 Klimawandel: Kommissar Dimas begrüßt Reduzierung der EU-Treibhausgasemissionen im Jahr 2005 und ruft zu weiteren Maßnahmen aufEU-Kommissar Stavros Dimas begrüßte die heutige Bekanntgabe, dass die Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union im Jahr 2005 um 0,7 % zurückgegangen sind. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, strukturelle wirtschaftliche Veränderungen voranzutreiben, um einschneidendere und dauerhafte Emissionsreduzierungen zu erreichen. Mit dem Rückgang von 2005 sind die Emissionen auf ein Niveau von 11 % (EU-27) bzw. -2 % (EU-15) unter dem Niveau des Basisjahres des Kyoto-Protokolls (1990 für die meisten Länder und Gase) gesunken. Die EU-15 hat sich im Rahmen von Kyoto verpflichtet, ihre Emissionen zwischen 2008 und 2012 im Schnitt auf ein Niveau von mindestens 8 % unter dem Niveau des Basisjahres zu senken.„Es ist sehr ermutigend, dass wir die Emissionen bei gleichzeitig starkem Wachstum der europäischen Wirtschaft reduzieren,“ erklärte Kommissar Dimas. „Klar ist aber auch, dass viele Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen zur Emissionsbegrenzung erheblich vorantreiben müssen, wenn die EU ihr Kyoto-Ziel erreichen soll. Nachdem die Staats- und Regierungschefs der EU im März langfristige Emissionsreduktionsziele festgelegt haben, besteht kein Grund, mit entschlossenen Maßnahmen zu warten, um die erforderlichen strukturellen Veränderungen bei der Art der Energieerzeugung und –nutzung zu erreichen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Emissionssenkungen schrittweise einschneidender werden und dauerhaft bleiben.“ Das von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichte EU-Treibhausgasinventar für 2005 zeigt gegenüber dem Niveau von 2004 einen Rückgang um 0,8 % (EU-15) bzw. 0,7 % (EU-27[1]). Demgegenüber ist die Bruttoinlandsproduktion in der EU-27 im Jahr 2005 um 1,8 % gestiegen. Deutschland, Finnland, die Niederlande und Rumänien haben in absoluten Zahlen am stärksten zu dem 2005 erfolgten Rückgang beigetragen. Deutschland hat seine Emissionen um 2,3 % oder 23,5 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert, Finnland um 14,6 % (11,9 Mio. t), die Niederlande um 2,9 % (6,3 Mio. t) und Rumänien um 4 % (6,4 Mio. t). Belgien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Frankreich, Luxemburg, die Slowakei, Schweden und das Vereinigte Königreich haben ebenfalls einen Rückgang zu verzeichnen. Der Rückgang der EU-15-Emissionen im Jahr 2005 ist vor allem auf verminderte CO2-Emissionen durch die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung, private Haushalte, Dienstleistungsbetriebe und den Straßenverkehr zurückzuführen. Die CO2-Emissionen durch die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung gingen vor allem aufgrund des verringerten Einsatzes von Kohle um 0,9 % zurück. Die CO2-Emissionen durch private Haushalte und Dienstleistungsbetriebe verringerten sich um 1,7 %, wobei in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden – generell bedingt durch den ungewöhnlich milden Winter - erhebliche Rückgänge zu verzeichnen waren. Deutschland erzielte zudem eine signifikante Verringerung der Methanemissionen durch den Abfallsektor, in dem mehrere innovative Politiken und Maßnahmen erste Früchte trugen. Die CO2-Emissionen durch den Straßenverkehr gingen in der EU-15 um 0,8 % zurück (ebenfalls zu einem großen Teil durch einen Rückgang in Deutschland bedingt). Von den EU-15-Mitgliedstaaten hatte Spanien 2005 in absoluten Zahlen mit 3,6 % oder 15,4 Mio. t CO2-Äquivalenten den stärksten Emissionsanstieg zu verzeichnen. Grund war vor allem eine um 17 % höhere Stromerzeugung durch mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke, während die Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke aufgrund des niedrigen Wasserstands der Flüsse um 33 % zurückging. Polen hatte von den EU-12-Ländern die in absoluten Zahlen höchste Emissionszunahme zu vermelden (+0,6 % oder 2,3 Mio. t CO2-Äquivalente), die vor allem auf einem Anstieg flüchtiger Methanemissionen durch den Energiesektor (+1 %) sowie auf einer Zunahme der Methan- und Stickoxidemissionen durch die Landwirtschaft (+5 % bzw. +4,5 %) beruhte. In Österreich, Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Portugal und Slowenien nahmen die Emissionen im Jahr 2005 ebenfalls zu. 2005 ist das erste Jahr, für das überprüfte Daten zu den CO2-Emissionen durch Anlagen vorliegen, die von dem zum 1. Januar 2005 eingeführten EU-Emissionshandelssystem (ETS) erfasst sind. 2005 deckte das ETS rund 50 % der gesamten CO2-Emissionen in der EU-25 und etwa 40 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU-25 ab (rund 2 Mrd. t). Da es für die Jahre vor Einführung des ETS keine unabhängig überprüften Emissionsdaten gibt, lassen sich die vollen Auswirkungen des Systems auf die Emissionen schwer messen. Einigen frühen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge könnten die Emissionen im Jahr 2005 jedoch gegenüber dem Niveau vor Einführung des EU-ETS um mehrere Prozent zurückgegangen sein. Kommissar Dimas erklärte: „Für die Handelsperiode 2008-2012 hat die Europäische Kommission einen deutlichen Emissionsrückgang für die unter das EU-ETS fallenden Sektoren gewährleistet. Die im Rahmen des Europäischen Programms zur Klimaänderung vereinbarten Politiken und Maßnahmen sowie die Klimaaktionspläne der Mitgliedstaaten müssen auf nationaler Ebene ebenfalls vollständig umgesetzt werden.“ Weitere Informationen: http://www.eea.europa.eu/pressroom/newsreleases/eu-greenhouse-gas-emissions-decrease-in-2005 http://reports.eea.europa.eu/technical_report_2007_7/en
... Greenhouse gas emissions in CO2 equivalents (excluding carbon sinks) compared with Kyoto Protocol targets for 2008–12 Source: European Environment Agency
(2) Malta did not provide GHG emission estimates for 2005, therefore the data provided in this table is based on gap filling (3) EU-27 does not have a common Kyoto Protocol target [1] Für die EU-15-Mitgliedstaaten gelten im Rahmen der von der EU-15 eingegangenen Kyoto-Verpflichtung, wonach sie ihre Treibhausgasemissionen um 8 % reduzieren muss, differenzierte, rechtlich verbindliche Begrenzungs- bzw. Reduktionsziele. Die neuen Mitgliedstaaten sind von der kollektiven Verpflichtung der EU-15 zu einer Emissionsreduzierung um 8 % unberührt, da sie der EU erst beigetreten sind, nachdem diese Verpflichtung eingegangen wurde. Stattdessen haben sie individuelle Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls, nach denen sie ihre Emissionen zwischen dem Basisjahr und 2008-2013 um 6 % bzw. 8 % reduzieren müssen. Für Zypern und Malta gelten keine Zielvorgaben. |
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