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IP/07/1321 Brüssel, 13. September 2007 Europäische Kommission ist der weltweit größte öffentliche Investor in NanotechnologieMit 1,4 Milliarden EUR, die für 550 Projekte im Bereich der Nanowissenschaften und –technologien bereitgestellt wurden, bringt das sechste Forschungsrahmenprogramm der EU ein Drittel der insgesamt für Nanotechnologie zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel auf und ist auf diesem hochinteressanten Gebiet der weltweit größte einzelne Geldgeber. Ein unlängst veröffentlichter Bericht über die Umsetzung des Aktionsplans zur Nanotechnologie – ein Bereich, in dem Europa anerkanntermaßen die Führungsrolle übernommen hat – verdeutlicht deren strategische Bedeutung und den potenziellen Beitrag dieses Wissenschaftsbereichs zu Lebensqualität und Wohlstand der Europäer, etwa durch bahnbrechende Neuerungen in Schlüsseldisziplinen wie Werkstofftechnik, Elektronik und Medizin. Die Europäische Kommission engagiert sich für ein integriertes und verantwortungsvolles Konzept zur Entwicklung von Nanotechnologien, das allen Aspekten, z. B. Sicherheit, gesellschaftliche Akzeptanz und ethische Fragen, Rechnung trägt.„Nanotechnologie ist ein Bereich, in dem Europa anerkanntermaßen die Führungsrolle einnimmt. Diese Gelegenheit müssen wir entschlossen nutzen,“ sagt Janez Potočnik, für Wissenschaft und Forschung zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission. „Die erfolgreiche Entwicklung von Nanotechnologien hängt von einer verantwortungsvollen Einstellung gegenüber der Sicherheit für Mensch und Tier sowie der Berücksichtung ethischer Werte bei künftigen Entwicklungen und in der gesellschaftlichen Debatte über diese Fragen ab. Die Europäische Kommission hat bereits in dieser ersten Phase gezeigt, dass sie diesen Kurs steuern kann.“ „Nanotechnologie“ ist ein vielschichtiger Begriff für Anwendungen in zahlreichen wissenschaftlichen Bereichen – Biologie, Elektronik, Materialkunde, Medizin – die im Wesentlichen auf der Erforschung der Prinzipien und Eigenschaften auf der Nano-Ebene beruhen, das heißt der Ebene der Atome und Moleküle. Diese Prinzipien und Eigenschaften können sich erheblich von denen auf höherer Ebene unterscheiden, und das ist der Grund für die Entstehung dieses neuen Wissenschaftsbereichs. Nanotechnologien ermöglichen bessere Produkte und Dienstleistungen, denn sie tragen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und der Umwelt für die Bürger bei. Viele Produkte auf Nanotechnologiebasis sind bereits auf dem Markt, unter anderem neue Elektronik- und Chemiekomponenten, intelligente Textilien, neuartige funktionelle Oberflächenbeschichtungen, neue Diagnosesysteme und Systeme zur gezielten Freisetzung von Medikamenten, bahnbrechende Entwicklungen im Bereich der Geweberegeneration sowie noch reaktionsschnellere und genauere Sensoren. Aus Mitteln des sechsten Forschungsrahmenprogramms der EU wurden 1,4 Milliarden EUR für 550 Projekte bereitgestellt, was einem Drittel der für Nanotechnologie in Europa insgesamt verfügbaren öffentlichen Gelder entspricht. Zu den vorrangigen Zielen gehören Grundlagenforschung und industrielle Forschung, Humanressourcen, nanotechnologie-spezifische Infrastrukturen, Sicherheit und Kommunikation. Obwohl sich die Industrie massiv an diesen Projekten beteiligt, was Innovationen bei den Unternehmen (auch bei den KMU), immer mehr Patente und Nebenerzeugnisse und ein besseres Umfeld für Forschung und Industrie (Normen, Messverfahren, Patente usw.) bewirkt, bleiben die Privatinvestitionen auf diesem Gebiet weit hinter dem Engagement in den USA und Japan zurück. Im Zuge des siebten Forschungsrahmenprogramms werden die EU-Mittel für Nanotechnologien und Nanowissenschaften voraussichtlich erheblich aufgestockt. Die durchschnittliche jährliche Mittelausstattung wird bei Betrachtung des Gesamtprogramms wahrscheinlich mehr als doppelt so hoch sein wie die des sechsten Forschungsrahmenprogramms. Darüber hinaus dürfte die Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis, die die Kommission gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank eingerichtet hat, den Zugang zu neuen Finanzquellen erschließen. Neben Finanzmitteln erfordert die erfolgreiche Entwicklung von Nanotechnologien einen integrierten und verantwortungsvollen Ansatz. Die europäischen Bürger sollen von der Nanotechnologie profitieren, aber vor möglichen nachteiligen Auswirkungen geschützt werden. Die Achtung ethischer Grundsätze ist eine elementare Voraussetzung eines solchen Konzepts. Um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können, muss die Entwicklung der Nanotechnologie auf die Erwartungen der Gesellschaft abgestimmt werden – Kommunikation und Dialog müssen dabei absolute Priorität haben. Zusätzlich zu Informationskampagnen in allen Gemeinschaftssprachen für verschiedene Zielgruppen hat die Kommission systematisch den Dialog mit der Öffentlichkeit gefördert, vor allem mit den NRO. Sie hat eine öffentliche Befragung über einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Forschung im Bereich der Nanowissenschaften eingeleitet, auf deren Grundlage bis zum Jahresende möglicherweise eine Empfehlung der Kommission erstellt wird. Auch die Bewertung der Sicherheit von Produkten und Verfahren auf Nanotechnologiebasis ist ein zentrales Thema der europäischen Politik und wirkt sich unmittelbar auf deren Marktzugang aus. Nanopartikel und ihre möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit und auf die Umwelt werden in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und mit internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen, der OECD und der Internationalen Normenorganisation untersucht. Es gibt speziell auf Sicherheitsaspekte ausgerichtete Projekte, die bisher mit 28 Millionen EUR finanziert wurden, doch werden in allen Nanotechnologie-Forschungsprojekten Fragen der Ethik und der Sicherheit berücksichtigt. Die Europäische Kommission prüft zurzeit die geltenden Rechtsvorschriften daraufhin, ob darin die Aspekte Gesundheit, Sicherheit und Umweltrisiken angemessen berücksichtigt sind. Darüber hinaus hat sie Maßnahmen ergriffen, um eine Beobachtungsstelle einzurichten, die Entscheidungsträgern dynamische Bewertungen der wissenschaftlichen und kommerziellen Entwicklungen liefern kann. Weitere wichtige Fragen, die in dem Bericht zur Sprache kommen, sind die internationalen Aspekte der Entwicklung der Nanotechnologie und das Erfordernis, eine neue Generation von Nano-Wissenschaftlern auszubilden. Weitere Informationen unter: Konsultation über verantwortungsvolle Forschung: IP/07/1140 |