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Europäische Kommission - Erklärung

EU-Kommissare Miguel Arias Cañete und Carlos Moedas begrüßen VN-Klimabericht zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C

Brüssel, 8. Oktober 2018

Der IPCC (International Panel on Climate Change, Weltklimarat) hat heute seinen Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade vorgelegt. Der Bericht bietet politischen Entscheidungsträgern weltweit eine solide wissenschaftliche Grundlage für ihre Bemühungen zur Modernisierung der Wirtschaft, zur Bekämpfung des Klimawandels, zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und zur Beseitigung der Armut.

EU-Kommissar Miguel Arias Cañete, zuständig für Klimapolitik und Energie, und EU-Kommissar Carlos Moedas, zuständig für Forschung, Wissenschaft und Innovation, begrüßen den Bericht, der zwei Monate vor der nächsten Weltklimakonferenz in Kattowitz (Polen) vorgelegt wurde. Der Bericht liefert zum richtigen Zeitpunkt wichtige Erkenntnisse für den Vorschlag der Kommission für eine Strategie zur langfristigen Verringerung der Treibhausgasemissionen in der EU, der im November vorgelegt werden soll.

Die EU-Kommissare Arias Cañete und Moedas erklärten:

„Die EU engagiert sich an vorderster Front, um gegen die Ursachen des Klimawandels vorzugehen und im Rahmen des Pariser Klimaschutzübereinkommens eine starke und abgestimmte globale Antwort auf den Klimawandel voranzubringen. Der heute vorgelegte Bericht ist ein bemerkenswertes wissenschaftliches Unterfangen, um die politischen Entscheidungsträger weltweit und die Öffentlichkeit insgesamt zu informieren. Von der EU geförderte Forschungsarbeiten haben unverzichtbare Beiträge zu diesem Bericht geliefert. Wir danken den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre herausragende Arbeit und die fristgerechte Übermittlung des Berichts.

Vor drei Jahren, als 195 Länder das Pariser Klimaschutzübereinkommen unterzeichneten, haben wir den IPCC gebeten, uns mitzuteilen, was die Welt tun muss, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, und was passieren könnte, wenn die Welt nicht handelt. Die Wissenschaft hat uns jetzt eine klare Antwort gegeben: Der Sonderbericht bestätigt, dass eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C nötig ist, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden und die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen zu reduzieren. Aus dem Bericht geht hervor, dass die vom Menschen verursachte globale Erwärmung bereits heute etwa 1 °C gegenüber vorindustriellem Niveau erreicht hat und pro Jahrzehnt um rund 0,2 °C zunimmt. Die Folgen der globalen Erwärmung verändern unsere Umwelt bereits jetzt, und hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen zeichnen sich neue Tendenzen ab. Die EU wird diese Herausforderungen angehen und erwartet, dass andere sich anschließen. Alle Vertragsparteien müssen ausgehend von den Zusagen im Rahmen des Pariser Klimaschutzübereinkommens ihre Anstrengungen verstärken.

Der Bericht zeigt, dass das 1,5-Grad-Ziel noch erreichbar ist, sofern wir jetzt entschlossen handeln und alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Im Dezember werden die Länder auf dem VN-Klimagipfel (COP24) in Kattowitz (Polen) die Fortschritte bei der Verwirklichung unserer weltweiten Klimaziele bewerten. Die gesamte Welt muss ihre kollektiven Ambitionen steigern, wir müssen unsere Ziele unbedingt verwirklichen und wir müssen darauf hinarbeiten, in diesem Jahrhundert so rasch wie möglich eine kohlendioxidneutrale Wirtschaft zu erreichen. Diese Botschaft werden wir nach Kattowitz mitnehmen.

Die Kommission wird unter Berücksichtigung der wertvollen Erkenntnisse des heute vorgelegten Berichts im November eine EU-Strategie zur langfristigen Verringerung der Treibhausgasemissionen vorlegen. Es wird sich dabei um eine umfassende Vision für die Modernisierung unserer Wirtschaft, unserer Industrie und unseres Finanzsektors handeln. Die EU wird bestrebt sein, die Treibhausgasemissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzübereinkommen zu verringern und unsere Wirtschaft durch eine Modernisierung innovativer, wettbewerbsfähiger und resilienter zu machen.

Kurz gesagt: Da es keinen Planeten B gibt, ist die Rettung unseres Planeten Erde unsere wichtigste Aufgabe. Forschung und Innovation werden bei der Bekämpfung des Klimawandels eine entscheidende Rolle spielen, und die EU wird in diesem Bereich weiterhin eine Führungsrolle übernehmen. Klimafragen stehen im Mittelpunkt unseres Vorschlags für das neue Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, Horizont Europa. Unser Vorschlag lautet, im Rahmen der Entwicklung innovativer und kosteneffizienter CO2-freier Lösungen 35 % der Programmmittel für Klimaschutzziele zu verwenden. Angesichts der Ergebnisse dieses Berichts müssen wir den Klimawandel noch ambitionierter bekämpfen und die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, in Chancen verwandeln.“

 

Hintergrund

Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, Weltklimarat) ist ein Gremium der Vereinten Nationen, das für die Beurteilung der wissenschaftlichen Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel zuständig ist. Seine Berichte basieren überwiegend auf Peer-Reviews wissenschaftlicher und technischer Veröffentlichungen. Die Auswertung erfolgt unter Beteiligung Hunderter führender Experten aus der ganzen Welt.

Mit diesem Sonderbericht kommt der IPCC dem Ersuchen der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen nach, das diese auf ihrer 21. Sitzung im Dezember 2015 anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzübereinkommens formuliert hatte. Der Bericht wird unter der wissenschaftlichen Leitung aller drei IPCC-Arbeitsgruppen erstellt und ist Teil des 6. Bewertungszyklus des IPCC, der im Jahr 2022 abgeschlossen werden soll.

Verschiedene Forschungsprojekte im Rahmen der EU-Forschungsrahmenprogramme und der Forschungsprogramme der Mitgliedstaaten haben wesentlich zu diesem Bericht beigetragen. 30 % der Leitautorinnen und -autoren kommen aus Europa.

Um die Ziele von Paris zu erreichen, benötigt die EU bis 2030 jährlich zusätzliche Investitionen von rund 180 Mrd. EUR in die Bereiche Energieeffizienz, erneuerbare Energien und umweltfreundlicher Verkehr. Im März 2018 legte die Kommission ihren Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen vor, der zehn ehrgeizige Gesetzgebungs- und sonstige Maßnahmen zur Mobilisierung von Finanzmitteln für nachhaltige Investitionen und nachhaltiges Wachstum umfasst.

Umwelt- und Ressourceneffizienz sowie Energieeffizienz sind bereits im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) sehr wichtige Sektoren. Bei EFSI 2.0 soll in allen Sektoren der Schwerpunkt noch stärker auf nachhaltige Investitionen gelegt werden, damit die COP 21-Ziele gefördert werden und der Übergang zu einer ressourceneffizienten, CO2-armen Kreislaufwirtschaft gelingt. Mindestens 40 % der EFSI-Projekte im Rahmen des Finanzierungsfensters „Infrastruktur und Innovation“ sollten zur Erfüllung der Klimaschutzverpflichtungen der Kommission im Einklang mit den COP21-Zielen beitragen.

Vor diesem Hintergrund schlug die Kommission für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen vor, das Ambitionsniveau für die Einbeziehung des Klimaschutzes in alle EU-Programme so anzuheben, dass mindestens 25 % der EU-Ausgaben klimaschutzrelevant sind.

Im Rahmen des Klimaschutzübereinkommens von Paris hat sich die EU verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 % zu senken. Dies ist eine Investition in unseren Wohlstand und in die Nachhaltigkeit der europäischen Wirtschaft. Die EU hat einen modernen, fortschrittlichen Rechtsrahmen für die Energiewende geschaffen. Damit hat sie einen Beitrag zum Ziel der Juncker-Kommission geleistet, weltweit führend bei erneuerbaren Energien zu werden und der Energieeffizienz absoluten Vorrang einzuräumen.

Auf der Grundlage der Vorschläge haben sich die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament in diesem Sommer auf Zielvorgaben für die Energieeffizienz (32,5 %) und erneuerbare Energien (32 %) geeinigt, die noch über den von der Kommission vorgeschlagenen Werten liegen.

Nach Analyse der Kommission werden die höheren Prozentsätze, auf die sich das Europäische Parlament und der Rat geeinigt haben, für die EU insgesamt zu deutlich größeren Emissionssenkungen führen – in Höhe von 45 % bis 2030 statt nur 40 %.

 

Weitere Informationen

Weltklimarat (IPCC)

Weitere Informationen über EU-Forschung und Klimafragen:

Link zum Bericht

 

STATEMENT/18/6043

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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