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Europäische Kommission - Erklärung

Erklärung des Ersten Vizepräsidenten Timmermans und der Kommissarin Jourová zum Holocaust-Gedenktag für die Roma am 2. August

Brüssel, 1. August 2018

Am Holocaust-Gedenktag für die Roma gedenken wir der Hunderttausenden Roma, die dem Völkermord im Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind.

Rund 500 000 Roma aus ganz Europa – mindestens ein Viertel der damaligen Roma-Bevölkerung – wurden von den Nazis und ihren Helfershelfern umgebracht. Die Entmenschlichung der Roma und anderer Minderheiten war der erste Schritt, der dieses abscheuliche Verbrechen möglich gemacht hat. Daran müssen wir uns heute erinnern und unsere gemeinsamen europäischen Werte Gleichheit und Gleichbehandlung mit Nachdruck und Leidenschaft verteidigen.

Viele Europäer haben vergessen, dass auch die Roma Opfer des Holocaust waren. Die Erinnerung an ihre Verfolgung unter der Nazi-Herrschaft führt uns die Notwendigkeit vor Augen, die Herausforderungen anzugehen, mit denen sie auch heute noch konfrontiert sind und die allzu oft übersehen werden. Sieben Jahrzehnte später sehen sich Sinti und Roma jeden Tag nach wie vor Hass, Gewalt, Diskriminierung und Rassismus gegenüber. Viele haben immer noch keinen Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs – zu angemessenem Wohnraum, Bildung und Gesundheitsversorgung.

Es ist die Pflicht aller EU-Mitgliedstaaten dafür zu sorgen, dass die Erinnerung an historische Gräueltaten nicht verblasst, historische Stätten erhalten und geschützt werden und die Bildung und Forschung in diesem Bereich gefördert werden. Und es ist die Pflicht eines jeden von uns in der EU, unsere Mitbürger mit Würde und Respekt zu behandeln, insbesondere die am stärksten gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft.“

Hintergrund

Alljährlich am 2. August gedenkt die Europäische Kommission der Roma-Opfer des Holocaust und bekräftigt ihr unerschütterliches Engagement gegen Antiziganismus, Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der Intoleranz.

Im Mai 1944 begannen die Nazis, die „Endlösung“ für das „Zigeunerfamilienlager Auschwitz“ zu planen. Das „Zigeunerlager“ sollte ursprünglich am 16. Mai 1944 aufgelöst werden. Als die SS versuchte, die Gefangenen aus den Baracken zu treiben, sahen sie sich der Gegenwehr der Roma – Männer, Frauen und Kinder – gegenüber, die sich mit Stöcken, Werkzeug und Steinen zur Wehr setzten. Die SS musste sich schließlich zurückziehen. Am 2. August 1944 wurde der Befehl zur Räumung des Lagers gegeben: ca. 3000 Roma wurden in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. Von den 23 000 nach Auschwitz deportierten Roma kamen schätzungsweise 19 000 um.

In diesem Jahr werden am 2. August Beamte der Europäischen Kommission mit einer Gruppe von Überlebenden des Holocausts und jungen Roma das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Polen besuchen. Bei dieser vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Vereinigung der Roma in Polen organisierten Gedenkveranstaltung kommen 300 junge Roma und Nicht-Roma aus 20 europäischen Ländern zusammen, um auf die Roma-Opfer des Holocaust aufmerksam zu machen.

Die EU weit seit langem auf die Notwendigkeit einer besseren Integration der Roma hin. Die europäischen Institutionen und alle EU-Länder sind gemeinsam dafür verantwortlich, die Lebensbedingungen und die Integration der Roma zu verbessern. Im Jahr 2011 forderte die Europäische Kommission nationale Strategien zur Integration der Roma. Bei der Halbzeitüberprüfung 2017 wurde eine Bestandsaufnahme der seit Einführung des EU-Rahmens erzielten Fortschritte vorgenommen (siehe Pressemitteilung).

Weiterführende Informationen

Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte: Eine anhaltende Sorge: Roma-Feindlichkeit als Hindernis für die Integration der Roma (nur EN).

Pressemitteilung über die Zahl der Roma, die mit einem Leben wie Menschen in den ärmeren Ländern der Welt konfrontiert sind

Infografik über die Hindernisse für die Integration der Roma

Pressemitteilung über die Bewertung des EU-Rahmens für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020

Die Europäische Plattform für die Integration der Roma

ROMACT-Programm für kommunale Gebietskörperschaften

STATEMENT/18/4749

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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