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Europäische Kommission - Erklärung

Gemeinsame Erklärung anlässlich des Weltfrauentags 2017

Brüssel, 7. März 2017

Die Europäische Union verteidigt heute – wie zur Zeit ihrer Gründung – Frauen in Europa und auf der ganzen Welt.

Vor sechzig Jahren wurde die Gleichstellung von Frauen und Männern im Vertrag von Rom als einer der Grundwerte der Europäischen Union verankert. Zu diesem Zeitpunkt war Europas Engagement in Bezug auf den Grundsatz des gleichen Entgelts für gleiche Arbeit einzigartig in der Welt. Seitdem spielt die EU eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet und hat spürbare Fortschritte in allen Bereichen erzielt. Wir arbeiten unermüdlich daran, die Rechte von Frauen zu schützen und sie in die Lage zu versetzen, sich gegen Diskriminierung und geschlechtsbezogene Gewalt zu wehren.

Im Vergleich zu früher sind im Jahr 2017 mehr Frauen erwerbstätig, mehr Frauen haben einen Hochschulabschluss, und mehr Frauen sind in der Politik aktiv oder bekleiden Führungspositionen in europäischen Unternehmen. Innerhalb der Kommission liegt der Frauenanteil aller Beschäftigten bei 55 %. Doch immer noch müssen in der Europäischen Union zu viele Frauen, insbesondere alleinerziehende Mütter, kämpfen, um wirtschaftlich unabhängig zu sein. Die Beschäftigungsquote von Frauen in der Europäischen Union erreichte im Jahr 2016 einen Höchststand von 65,5 %, doch es besteht weiterhin ein großer Unterschied zur Beschäftigungsquote von 77 % bei den Männern.

Aber nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb von Europa muss noch mehr getan werden. Häufig gehören Frauen zur am stärksten gefährdeten Personengruppe, die mit Konflikten, Migration und Vertreibung zu kämpfen hat und die am stärksten von Armut und Klimawandel betroffen ist. Ferner nimmt die Zahl der weiblichen Opfer von Menschenhandel, die im Rahmen der aktuellen Migrationswelle nach Europa geschleust werden, exponentiell zu.

Intoleranz gegen Frauen und Frauenfeindlichkeit findet sowohl öffentlich als auch versteckt hinter der Anonymität des Internets statt. Es ist ein Anstieg der Angriffe auf die Rechte der Frauen festzustellen. Zu viele Europäer sind noch immer der Auffassung, dass Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung gerechtfertigt sein kann. Frauen sind zudem das häufigste Ziel von Diskriminierungen und Gewalt in der Welt, vor allem in Konfliktregionen.

Allerdings sind Frauen oft auch die ersten, die nach Lösungen suchen, die in Krisenzeiten standhalten und die eine Vision für die Zukunft ihrer Länder entwickeln. Deshalb unterstützt die EU auch weiterhin Frauenverbände in der ganzen Welt, auch in den schwierigsten Situationen, wie in Afghanistan und Syrien.

Wir werden unsere Maßnahmen fortsetzen und uns im Innen- und Außenbereich insbesondere für folgende Initiativen einsetzen:

  • Im Rahmen ihres Strategischen Engagements für die Gleichstellung der Geschlechter (2016–2019) stellt sich die Europäische Kommission gegen Ungleichheiten in wichtigen Bereichen wie Arbeit, Bezahlung, Mitsprache bei Entscheidungen und Gewalt.
  • Die Europäische Kommission widmet das Jahr 2017 der Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
  • Die Kommission wird in diesem Jahr eine neue Initiative für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für berufstätige Eltern und Betreuungspersonen vorstellen.
  • Die von der Kommission vorgeschlagene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sieht vor, dass Frauen, die als Migrantinnen Schutz in Europa suchen und Schaden erlitten haben, rechtliche Unterstützung, medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Trauma-Beratung erhalten.
  • Die Kommission wird bei der Umsetzung ihrer strategischen und legislativen Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels die geschlechtsspezifischen Fragen weiter im Auge behalten.
  • In ihren Außenbeziehungen wird die Kommission auf der Grundlage des EU-Aktionsplans für die Gleichstellung (2016-2020) ihren Fokus insbesondere auf die Unterstützung von Frauen und Mädchen weltweit richten, die vom Zugang zu Bildung, Gesundheit und Familienplanungsleistungen, dem Arbeitsmarkt sowie dem politischen Leben ausgeschlossen und mit diskriminierenden Vorschriften und Gesetzen in Bezug auf Erbschaft, Staatsbürgerschaft und Eigentum an Grund und Boden konfrontiert sind.
  • Um sicherzustellen, dass die Hilfe die Schwächsten in der Welt erreicht, wird die Kommission weiterhin systematisch einen gleichstellungsorientierten Ansatz für die humanitäre Hilfe anwenden.
  • Die Kommission wird auch weiterhin eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und insbesondere bei der Gleichstellung von Frauen und Männern übernehmen.

Wir dürfen und wir werden nicht aufhören, für die Gleichstellung der Geschlechter und die Sicherheit von Frauen und Mädchen zu kämpfen und sie dabei zu unterstützen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Die Europäische Union setzt sich, wie vor 60 Jahren, für die Gleichstellung von Frauen in der ganzen Welt ein.


 

Unterzeichner:

Der Erste Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans

Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik/Vizepräsidentin der Kommission, Federica Mogherini

Das für Haushalt und Humanressourcen zuständige Kommissionsmitglied Günther Oettinger

Das für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen zuständige Kommissionsmitglied Johannes Hahn

Das für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied Neven Mimica

Das für Migration, Inneres und Bürgerschaft zuständige Kommissionsmitglied Dimitris Avramopoulos

Das für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige Kommissionsmitglied Marianne Thyssen

Das für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständige Kommissionsmitglied Christos Stylianides

Das für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung zuständige Kommissionsmitglied Věra Jourová

 

2017 Annual Report on Gender Equality

STATEMENT/17/463

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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