Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission - Erklärung

Erklärung von Federica Mogherini, Hohe Vertreterin/Vizepräsidentin, und Kommissionsmitglied Christos Stylianides, zuständig für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, zu einer «humanitären Soforthilfeinitiative für Aleppo»

Brüssel, 2. Oktober 2016

Parallel zu ihren unermüdlichen Bemühungen um eine Einstellung der Feindseligkeiten bringt die Europäische Union heute angesichts der humanitären Tragödie in Aleppo eine humanitäre Soforthilfeinitiative für Aleppo auf den Weg, deren Ziel darin besteht, die Arbeit humanitärer Organisationen und die Rettung und den Schutz von Zivilisten zu ermöglichen.

Wir rufen alle Konfliktparteien auf, diese Initiative zu unterstützen und zu erleichtern.


Diese in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen ergriffene Initiative umfasst zwei Hauptelemente:

- Erstens soll sie die dringend notwendige Bereitstellung von lebensrettender Hilfe (medizinische Versorgung, Wasser und Nahrungsmittel) für Zivilisten in Ost-Aleppo erleichtern. Ein von mehreren Hilfsorganisationen gebildeter Konvoi mit Hilfsgütern aus Vorräten, die u. a. aus Soforthilfemitteln der EU finanziert wurden, steht in West-Aleppo zur Abfahrt nach Ost-Aleppo bereit. Dieser Konvoi kann Hilfsgüter für maximal 130 000 Menschen liefern.

- Zweitens soll die Initiative parallel und gleichzeitig medizinische Evakuierungen von Verletzten und Kranken, die dringend medizinische Versorgung benötigen, aus Ost-Aleppo gewährleisten, wobei der Schwerpunkt auf Frauen, Kindern und älteren Menschen liegt.

Die EU fordert alle Parteien auf, die nötigen Genehmigungen unverzüglich zu erteilen, damit die Hilfslieferungen und medizinischen Evakuierungen durchgeführt werden können. Die EU wird in den nächsten Stunden und Tagen intensiv mit den betreffenden Parteien zusammenarbeiten, um dies zu erreichen. Die Maßnahmen sollten unter ausschließlicher Verantwortung der humanitären Organisationen und nach deren Modalitäten durchgeführt werden, da diese die Unparteilichkeit und Neutralität der Hilfsmaßnahmen und die Mindestbedingungen für die Sicherheit und den Schutz der Helfer und Zivilisten sicherstellen. Diese humanitären Bedingungen sollten im Mittelpunkt der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft stehen.

Die EU ersucht zudem darum, dass medizinische Evakuierungen nicht nur aus Ost-Aleppo, sondern aus allen belagerten Gebieten gestattet werden, einschließlich aus den «vier belagerten Städten», in denen Menschenleben gefährdet sind, weil Medikamente fehlen und medizinische Behandlungen nicht möglich sind.

Die EU ist bereit, die Evakuierungen sowie die Überweisung von Patienten an geeignete medizinische Einrichtungen in der Region – bei Bedarf auch in Europa, wenn die spezialisierte medizinische Versorgung in der Region nicht gewährleistet werden kann – zu erleichtern und zu unterstützen.

Die EU stellt zudem zur Unterstützung und Erweiterung der von ihren humanitären Partnern geleisteten Ersthilfe 25 Mio. EUR für eine Soforthilfepaket bereit, damit in Aleppo und in anderen vorrangigen Gebieten des Landes dringender Hilfebedarf in den Bereichen medizinische Versorgung, Wasser und sanitäre Versorgung sowie Nahrungsmittel gedeckt werden.

Die EU fordert alle ihre Partner und alle Parteien auf, sich dieser humanitären Initiative für Aleppo aus Gründen der Menschlichkeit und zum Wohl der politischen Zukunft Syriens anzuschließen.  

STATEMENT/16/3270

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar