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Europäische Kommission - Erklärung

Erklärung von Verkehrskommissarin Violeta Bulc zum Jahrestag des Absturzes des Germanwings-Flugs 9525

Brüssel, 24. März 2016

„Heute ist der erste Jahrestag der Germanwings-Katastrophe, bei der 150 Menschen unter tragischen Umständen ihr Leben verloren. An diesem Tag sind alle meine Gedanken bei den Familien und Freunden der Opfer. Im Namen der Europäischen Kommission möchte ich ihnen nochmals mein tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aussprechen. Es ist ein schwerer Tag für die Hinterbliebenen, doch möchte ich ihnen auch sagen, dass diese Tragödie nicht vergeblich war. Nach dem Absturz hat die Kommission unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass sich eine solche Tragödie noch einmal abspielt. Ehrlicherweise müssen wir sagen, dass die furchtbare Kette von Ereignissen, die zu dem Absturz führte, eine Reihe von Mängeln in der Zivilluftfahrt offenbart hat. Die Sicherheit sollte niemals vernachlässigt werden und im vergangenen Jahr haben wir sehr hart an der Behebung dieser Mängel gearbeitet.

Unmittelbar nach dem Absturz empfahl die Europäische Agentur für Flugsicherheit den Luftfahrtunternehmen, dass sich jederzeit zwei Personen im Cockpit aufhalten sollten. Dies ist nunmehr gängige Praxis in der EU. Im Mai vergangenen Jahres habe ich, nachdem die französischen Ermittler ihre vorläufigen Ergebnisse bekannt gegeben hatten, eine Task-Force eingesetzt, die nach Prüfung dieser Ergebnisse nun sechs Sicherheitsempfehlungen abgegeben hat. Außerdem wurde ein Aktionsplan zur Umsetzung dieser Sicherheitsempfehlungen angenommen, die gut vorankommt. So hat die Kommission beispielsweise die Schaffung eines Europäischen Speichers für flugmedizinische Daten vorgeschlagen. Er wird flugmedizinischen Sachverständigen besseren Zugang zur medizinischen Vorgeschichte von Piloten gewähren und dazu beitragen, diejenigen zu ermitteln, die medizinischer oder psychologischer Betreuung bedürfen.

Europa verfügt über die höchsten Sicherheitsstandards weltweit und die Kommission arbeitet ständig daran, dieses Niveau zu halten. Dies ist eine der obersten Prioritäten der neuen Luftfahrtstrategie, die wir im Dezember 2015 angenommen haben.“

 

Hintergrund

Am 24. März 2015 stürzte der Germanwings-Flug 9525 auf dem Weg von Barcelona (Spanien) nach Düsseldorf (Deutschland) in den französischen Alpen ab. Dabei kamen alle 150 Personen an Bord ums Leben.

Am 27. März 2015 gab die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) eine unverbindliche Empfehlung für die Fluggesellschaften ab, wonach sich bis auf Weiteres stets zwei Personen im Cockpit befinden sollten.

Nach der Veröffentlichung des vorläufigen Untersuchungsberichtes durch die französischen Behörden am 6. Mai setzte die für Verkehr zuständige Kommissarin Violeta Bulc eine Task Force unter der Leitung der EASA ein, die die vorläufigen Ergebnisse prüfen sollte. Der am 17. Juli 2015 veröffentlichte Bericht der Task Force enthielt sechs Empfehlungen. Im Oktober 2015 folgte ein Aktionsplan, in dem dargelegt wird, wie diese Empfehlungen in die Praxis umgesetzt werden.

Dieser Aktionsplan wird derzeit durchgeführt. Am 7. Dezember 2015 nahm die Kommission eine neue Luftfahrtstrategie für Europa an, die auch eine vollständige Überarbeitung der grundlegenden EU-Verordnung über die Sicherheit im Luftverkehr umfasst. Im Rahmen der Strategie hat die Kommission in Einklang mit der Empfehlung der Taskforce die Schaffung eines europäischen Speichers für flugmedizinische Daten von Piloten vorgeschlagen. Weitere Maßnahmen werden im Laufe des Jahres 2016 folgen.

 

STATEMENT/16/1081

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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