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Niedriglohnempfänger Einer von sechs Arbeitnehmern in der EU27 im Jahr 2010 war ein Niedriglohnempfänger Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen, nach Bildungsstand und Art des Arbeitsvertrages

Référence: STAT/12/189 Date de l'événement: 20/12/2012 Exporter pdf PDF word DOC
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STAT/12/189

20. Dezember 2012

Niedriglohnempfänger
Einer von sechs Arbeitnehmern in der EU27 im Jahr 2010 war ein Niedriglohnempfänger
Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen, nach Bildungsstand und Art des Arbeitsvertrages

Der Anteil der Niedriglohnempfänger an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer belief sich in der EU27 im Jahr 2010 auf 17,0%. Dieser Anteil variierte deutlich zwischen den Mitgliedstaaten: Die größten Anteile verzeichneten Lettland (27,8%), Litauen (27,2%), Rumänien (25,6%), Polen (24,2%) und Estland (23,8%) und die niedrigsten Schweden (2,5%), Finnland (5,9%), Frankreich (6,1%), Belgien (6,4%) und Dänemark (7,7%).

Als Niedriglohnempfänger gelten diejenigen Arbeitnehmer, deren Bruttostundenverdienst1 zwei Drittel oder weniger des nationalen Medianverdienstes2 beträgt. Folglich sind die Schwellen, die bestimmen, ob ein Arbeitnehmer als Niedriglohnempfänger gilt, vor dem nationalen Hintergrund festgelegt und spezifisch für jeden Mitgliedstaat.

Diese Daten stammen aus einer Veröffentlichung3, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben wird und die auf den jüngsten Ergebnissen der alle vier Jahre durchgeführten Lohn- und Gehaltsstrukturerhebung4 basieren. Diese Erhebung bietet ausführliche Informationen5 über Struktur und Verteilung der Verdienste in der EU.

Niedriglohnempfänger: 21% der weiblichen Arbeitnehmer, 13% der männlichen….

Zwischen Männern und Frauen bestehen in Bezug auf die Anteile von Niedriglohnempfängern große Unterschiede. In der EU27 waren 21,2% der weiblichen Arbeitnehmer im Jahr 2010 Niedriglohnempfänger, gegenüber 13,3% der männlichen Arbeitnehmer. In allen Mitgliedstaaten, außer in Bulgarien, war der Anteil der weiblichen Arbeitnehmer mit Niedriglohnverdienst höher als jener der Männer. Die größten Anteile bei weiblichen Arbeitnehmern verzeichneten Zypern (31,4%), Estland (30,1%), Litauen (29,4%), Deutschland und Lettland (je 28,7%) sowie das Vereinigte Königreich (27,6%) und die niedrigsten Schweden (3,1%), Frankreich (7,9%), Finnland (8,0%) und Dänemark (9,8%).

29% der Arbeitnehmer mit niedrigem Bildungsstand, 6% mit hohem Bildungsstand…

Der Bildungsstand spielt eine wichtige Rolle: Je niedriger der Bildungsstand, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einen Niedriglohn zu bekommen. In der EU27 waren 29,0% der Arbeitnehmer mit niedrigem6 Bildungsstand im Jahr 2010 Niedriglohnempfänger, gegenüber 19,3% derjenigen mit mittlerem6 und 5,8% derjenigen mit hohem6 Bildungsstand. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer mit niedrigem Bildungsstand in Deutschland (54,6%) und der Slowakei (51,5%) waren Niedriglohnempfänger und nahezu die Hälfte der Arbeitnehmer in Rumänien (49,4%).

31% der Arbeitnehmer mit befristetem Vertrag und 16% mit unbefristetem Vertrag

Die Art des Arbeitsvertrages hat ebenfalls einen deutlichen Einfluss. In der EU27 waren 31,3% der befristet beschäftigten Arbeitnehmer im Jahr 2010 Niedriglohnempfänger, gegenüber 15,7% derjenigen mit unbefristetem Vertrag. Dieses Muster fand sich in allen Mitgliedstaaten, außer in Estland und Zypern. Die größten Anteile von Niedriglohnempfängern bei Arbeitnehmern mit befristetem Vertrag verzeichneten die Niederlande (47,9%), Polen (42,5%), Deutschland (38,0%), Bulgarien (36,9%), Ungarn und das Vereinigte Königreich (je 36,4%).

Anteil der Niedriglohnempfänger nach Geschlecht, Bildungsstand und Art des Vertrages, 2010

Niedriglohn- Schwellen-wert,
in Euro
* pro Stunde

Anteil der Niedriglohnempfänger, %

Gesamt

Geschlecht

Bildungsstand6

Art des Vertrages

Frauen

Männer

Niedrig

Mittel

Hoch

Befristet

Unbefristet

EU27

-

17,0

21,2

13,3

29,0

19,3

5,8

31,3

15,7

ER17**

-

14,8

19,2

11,0

27,8

14,2

3,1

26,9

13,4

Belgien

10,9

6,4

10,3

3,3

13,0

7,4

0,2

22,4

5,1

Bulgarien

1,0

22,0

21,6

22,5

40,7

27,9

5,7

36,9

20,4

Tsch. Republik

3,0

18,2

24,5

12,9

40,9

19,2

2,2

30,0

15,2

Dänemark

16,6

7,7

9,8

5,4

14,8

9,3

2,9

18,0

7,5

Deutschland

10,2

22,2

28,7

17,0

54,6

19,1

2,1

38,0

20,9

Estland

2,7

23,8

30,1

15,5

44,1

30,9

7,0

23,1

23,8

Irland

12,2

20,7

23,6

17,6

30,9

25,6

12,9

28,0

19,9

Griechenland

:

:

:

:

:

:

:

:

:

Spanien

6,3

14,7

21,0

9,2

22,4

15,3

5,0

20,4

13,1

Frankreich

9,2

6,1

7,9

4,5

11,9

6,5

2,8

18,1

5,2

Italien

7,9

12,4

15,1

10,3

20,9

8,5

2,6

26,7

11,1

Zypern

6,2

22,7

31,4

14,9

33,9

33,6

4,5

14,9

22,9

Lettland

1,9

27,8

28,7

26,7

42,6

35,5

12,0

34,4

27,4

Litauen

1,8

27,2

29,4

24,5

44,1

39,4

13,3

31,5

27,0

Luxemburg

11,9

13,1

20,2

9,3

33,7

9,8

0,7

34,6

11,1

Ungarn

2,3

19,8

21,5

18,1

40,8

21,6

2,1

36,4

18,6

Malta

5,0

18,3

22,4

15,6

29,5

11,3

2,7

27,7

17,5

Niederlande

10,2

18,1

21,2

15,3

37,1

15,7

3,8

47,9

15,3

Österreich

8,6

15,0

24,8

8,2

35,2

12,4

3,2

26,3

14,4

Polen

2,6

24,2

26,8

21,8

44,9

31,6

6,1

42,5

16,4

Portugal

3,4

16,1

22,1

10,2

25,3

10,1

1,0

23,0

14,0

Rumänien

1,3

25,6

25,8

25,5

49,4

31,9

5,0

35,4

25,4

Slowenien

4,8

17,1

19,3

15,3

40,0

18,3

1,5

30,0

12,4

Slowakei

2,6

19,0

23,7

14,6

51,5

20,9

3,3

29,0

17,1

Finnland

10,6

5,9

8,0

3,3

11,5

8,4

1,7

16,8

4,3

Schweden

9,9

2,5

3,1

1,9

4,2

2,6

2,1

:

:

Ver. Königreich

8,4

22,1

27,6

16,7

34,6

31,3

11,4

36,4

20,8

Island

6,7

9,1

12,0

5,7

16,5

7,0

3,0

:

9,1

Norwegen

16,6

7,3

8,6

6,0

18,3

4,9

1,6

15,5

6,9

Schweiz

14,9

11,0

16,9

6,1

33,9

10,4

1,4

28,4

8,4

Kroatien

3,2

18,2

20,7

15,7

35,5

21,4

2,6

39,2

15,6

Ehem. jugosl. Rep. Mazedonien

1,7

28,3

30,3

26,4

55,4

37,9

5,9

40,8

26,6

Türkei

1,4

0,2

0,2

0,2

0,2

0,2

0,1

0,6

0,2

* In der jeweiligen Landeswährung entsprechen die Schwellenwerte für den Niedriglohn pro Stunde folgenden Werten: BG: BGN 1,98;
CZ: CZK 74,77; DK: DKK 123,85; LV: LVL 1,35; LT: LTL 6,19; HU: HUF 631,14; PL: PLN 10,51; RO: RON 5,50; SE: SEK 94,71;
UK: GBP 7,21; IS: ISK 1080,34; NO: NOK 133,16; CH: CHF 20,58; MK: MKD 102,02; TR: TRY 2,83.

** Euroraum (ER17): Belgien, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, die Slowakei und Finnland. Die europäischen Aggregate wurden ohne Daten von Griechenland berechnet.

- Nicht zutreffend

: Daten nicht verfügbar

Der Bruttostundenverdienst ist das Entgelt, das Arbeitnehmer, vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben, pro Stunde im Referenzmonat Oktober 2010 verdienten. Er beinhaltet weder Zahlungen für Überstunden noch Zuschläge, Vergütungen, Boni, Kommissionen, usw. Zur Umrechnung der Verdienste in (nicht-Euro) Landeswährung in Euro wurden die jährlichen Durchschnitte der Wechselkurse für 2010 verwendet.

  • Der Median ist jener Bruttostundenverdienst, welcher die Arbeitnehmer in zwei gleichgroße Gruppen einteilt. Die eine Hälfte verdient weniger und die andere Hälfte mehr als den Medianverdienst.

  • Eurostat, Statistik kurz gefasst 48/2012 „In 2010, 17% of employees in the EU were low-wage earners“, auf der Eurostat-Webseite kostenlos im PDF-Format verfügbar. Nur in englischer Sprache.

  • Die Lohn- und Gehaltserhebung 2010 bezieht sich auf Unternehmen mit mindestens 10 Arbeitnehmern in allen Wirtschaftsbereichen außer Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Öffentliche Verwaltung und Verteidigung, private Haushalte und extra-territoriale Organisationen (NACE Rev. 2 Klassifikation: Abschnitte B bis S (außer O)). Mehr Informationen zu der Erhebung sind unter folgendem Link verfügbar:

  • http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/labour_market/earnings

  • Nutzer können mittels eines “Verdienstrechners” auf detaillierte Schätzungen der Stundenverdienste, je nach persönlicher Situation und Beschäftigungsmerkmalen, zugreifen:

  • http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php/Salary_calculator

  • Daten sind nach der Internationalen Standard Klassifikation des Bildungswesen (International Standard Classification of Education (ISCED)) gegliedert: Niedriger Bildungsstand entspricht einem Abschluss gemäß den ISCED-Ebenen 0 bis 2 (Elementar-, Primar- und Sekundarbereich I); mittlerer Bildungsstand entspricht einem Abschluss gemäß den ISCED-Ebenen 3 und 4 (Sekundarausbildung Oberstufe und postsekundarer Abschluss, der aber nicht dem tertiären Bereich zuzuordnen ist) und hoher Bildungsstand entspricht den ISCED Stufen 5 und 6 (Bildungsabschluss im Tertiärbereich).

Herausgeber: Eurostat Pressestelle

Louise CORSELLI-NORDBLAD

Tel: +352-4301-33 444

eurostat-pressoffice@ec.europa.eu

Eurostat Pressemitteilungen im Internet:

http://ec.europa.eu/eurostat

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estat-earncost@ec.europa.eu

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