Horizontal navigation

Smaller text size
Larger text size

BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards Bis zu sechsfache Unterschiede beim BIP pro Kopf in den Mitgliedstaaten im Jahr 2011

Reference: STAT/12/180 Event Date: 13/12/2012 Export pdf PDF word DOC
Other available languages : EN FR

STAT/12/180

13. Dezember 2012

BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards
Bis zu sechsfache Unterschiede beim BIP pro Kopf in den Mitgliedstaaten im Jahr 2011

Im Jahr 2011 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Luxemburg1, ausgedrückt in Kaufkraftstandards2 (KKS), mehr als zweieinhalb Mal so viel wie der Durchschnitt der EU27. Die Niederlande, Irland, Österreich, Schweden, Dänemark und Deutschland lagen zwischen 20% und 30% über dem EU27 Durchschnitt, während Belgien und Finnland zwischen 10% und 20% über dem Durchschnitt lagen. Das Vereinigte Königreich und Frankreich verzeichneten ein BIP pro Kopf von nahezu 10% über dem EU27 Durchschnitt, während Italien und Spanien ungefähr dem Durchschnitt entsprachen.

Zypern lag ungefähr 5% unter dem EU27 Durchschnitt, während Malta, Slowenien und die Tschechische Republik zwischen 15% und 20% unter dem Durchschnitt lagen. Griechenland, Portugal und die Slowakei lagen zwischen 20% und 30% unter dem Durchschnitt, während Estland, Litauen, Ungarn und Polen ungefähr ein Drittel darunter lagen. Lettland lag etwas mehr als 40% darunter, während Rumänien und Bulgarien zwischen 50% und 55% unter dem Durchschnitt lagen.

Diese Daten für 2011, 2010 und 2009, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht werden3, basieren auf revidierten4 Kaufkraftparitäten und den aktuellsten BIP- und Bevölkerungsangaben. Sie umfassen die 27 EU-Mitgliedstaaten, drei EFTA-Staaten, das Beitrittsland, vier Kandidatenländer und zwei potenzielle Kandidatenländer.

Tatsächlicher Individualverbrauch pro Kopf in den Mitgliedstaaten reichte von 45% bis 140% des EU27 Durchschnitts im Jahr 2011

Während das BIP pro Kopf hauptsächlich ein Indikator ist, der das Niveau der wirtschaftlichen Aktivität widerspiegelt, ist der Tatsächliche Individualverbrauch (TIV) pro Kopf5 ein alternativer Indikator, der besser geeignet ist den materiellen Wohlstand von Haushalten darzustellen. Im Allgemeinen sind die Niveaus des TIV homogener als die des BIP, dennoch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Im Jahr 2011 lag der TIV pro Kopf, ausgedrückt in KKS, zwischen 40% über dem EU27 Durchschnitt in Luxemburg und 55% unter dem Durchschnitt in Bulgarien.

BIP und TIV pro Kopf in KKS, EU27 = 100

BIP pro Kopf

TIV pro Kopf

2009

2010

2011

2009

2010

2011

EU27

100

100

100

100

100

100

Euroraum (ER17)6

109

108

108

107

107

107

Luxemburg

255

267

271

144

141

140

Niederlande

132

131

131

118

114

113

Irland

130

129

129

103

103

101

Österreich

125

127

129

116

118

119

Schweden

120

124

127

116

114

116

Dänemark

123

128

125

116

116

113

Deutschland

115

119

121

115

117

120

Belgien

118

119

119

109

111

111

Finnland

114

113

114

110

111

112

Ver. Königreich

111

111

109

121

120

118

Frankreich

109

108

108

113

113

113

Italien

104

101

100

103

102

101

Spanien

103

99

98

96

95

94

Zypern

100

97

94

102

99

98

Malta

83

85

85

85

83

84

Slowenien

87

84

84

81

80

81

Tschechische Republik

83

80

80

73

71

71

Griechenland

94

87

79

104

97

91

Portugal

80

80

77

83

84

81

Slowakei

73

73

73

72

71

70

Estland

63

63

67

58

56

58

Litauen*

55

57

66

63

61

70

Ungarn

65

65

66

62

60

61

Polen

61

63

64

64

67

69

Lettland

54

54

58

52

53

57

Rumänien

47

47

49

46

46

47

Bulgarien

44

44

46

43

43

45

Norwegen

177

181

186

134

136

135

Schweiz

150

154

157

128

129

130

Island

120

112

111

111

106

107

Kroatien

62

59

61

58

57

59

Türkei

46

50

52

51

54

57

Montenegro

41

42

42

50

52

53

Ehemalige jug. Rep. Mazedonien

36

36

35

41

40

40

Serbien

36

35

35

44

44

43

Albanien**

28

27

30

32

30

34

Bosnien und Herzegowina

31

30

30

37

36

36

* Bevölkerungsangaben für 2011 wurden auf der Grundlage des Zensus 2011 angepasst. Deshalb sind die Pro-Kopf-Indizes für 2011, aufgrund dieses Bruchs in den Zeitreihen, nicht vollständig mit den vorangegangen Jahren vergleichbar.

** Zahlen für alle Jahre basieren auf Eurostat-Schätzungen des BIP.

  • Das BIP pro Kopf in Luxemburg ist unter anderem wegen des großen Anteils von Grenzgängern an der Gesamtbeschäftigung hoch. Trotz ihres Beitrags zum BIP werden Grenzgänger nicht als Teil der Wohnbevölkerung, die zur Berechnung des BIP pro Kopf herangezogen wird, berücksichtigt. Zum Vergleich: Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf in Luxemburg liegt bei ungefähr 196% des EU Durchschnitts.

  • Der KKS (Kaufkraftstandard) ist eine Kunstwährungseinheit, die Unterschiede zwischen den Preisniveaus verschiedener Länder ausgleicht. Ein KKS erlaubt also die Anschaffung des gleichen Volumens von Gütern und Dienstleistungen in allen Ländern. Diese Einheit ermöglicht daher aussagekräftige Volumenvergleiche der Wirtschaftsindikatoren verschiedener Länder. Aggregate in KKS werden berechnet, indem sie in laufenden Preisen und nationaler Währung durch die zugehörige Kaufkraftparität (KKP) dividiert werden. Der Grad an Unsicherheit, der mit den zu Grunde liegenden Preis- und VGR-Daten und den Methoden zur Berechnung der KKP verbunden ist, bedingt, dass Unterschiede zwischen Ländern mit Indexwerten innerhalb einer engen Spanne nicht überinterpretiert werden dürfen.

  • Eurostat, Statistik in Focus, 47/2012, "Substantial cross-European differences in GDP per capita". Die Veröffentlichung im PDF-Format ist kostenlos über die Webseite von Eurostat erhältlich. Nur in englischer Sprache verfügbar.

  • Nach dem regulären Veröffentlichungskalender werden für jedes Jahr vier Schätzungen der Kaufkraftparitäten veröffentlicht. Für 2011 wurde die erste, auf Projektionen beruhende Schätzung in der Pressemitteilung 97/2012 vom 20. Juni 2012 veröffentlicht. Die heutige Pressemitteilung legt die zweite Schätzung vor. Die Zahlen für 2011 werden im Dezember 2013 erneut revidiert werden und im Jahr 2014 abgeschlossen sein.

  • Indikatoren, die die Situation der Haushalte unmittelbar erfassen, sind besser als das BIP dazu geeignet den Wohlstand darzustellen. Das Niveau des Verbrauchs pro Kopf ist einer dieser Indikatoren. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen beziehen sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte (KPH) auf die Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die von den Haushalten erworben und bezahlt werden. Der Tatsächliche Individualverbrauch (TIV) besteht andererseits aus Gütern und Dienstleistungen, die tatsächlich vom Haushalt konsumiert werden, unabhängig davon, ob diese Güter und Dienstleistungen von Haushalten, vom Staat oder gemeinnützigen Organisationen erworben und bezahlt wurden. Bei internationalen Volumenvergleichen des Verbrauchs, wird TIV oftmals als bevorzugtes Maß angesehen, da es nicht von der Tatsache beeinflusst wird, dass die Regelung bestimmter wichtiger Dienstleistungen, die von den Haushalten konsumiert werden (wie z.B. Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen), sich deutlich zwischen den Ländern unterscheidet. Beispielsweise wenn die Kosten für Zahnarztdienstleistungen in einem Land vom Staat übernommen werden und in einem anderen Land von den Haushalten selber, würde ein internationaler Vergleich mittels KPH nicht Gleiches mit Gleichem messen, während dies bei einem Vergleich unter Verwendung des TIV der Fall wäre. Die Verwendung des TIV als Wohlstandmaß wird als einer der Empfehlungen des Stiglitz-Sen-Fitoussi aufgeführt.

  • Zum Euroraum (ER17) gehören Belgien, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, die Slowakei und Finnland.

Herausgeber:

Eurostat-Pressestelle

Tim ALLEN

Tel: +352-4301-33 444

eurostat-pressoffice@ec.europa.eu

Eurostat-Pressemitteilungen im Internet:

http://ec.europa.eu/eurostat

Weitere Auskünfte zu den Daten erteilen:

Marjanca GASIC

Tel: +352-4301-37 006

marjanca.gasic@ec.europa.eu

Luis BIEDMA

Tel: +352-4301-34 728

luis.biedma@ec.europa.eu

loading

LOADING...