
STAT/12/179
12. Dezember 2012
Erste Schätzungen für 2012
Reales landwirtschaftliches Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 um 1,0% gestiegen
Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft1 ist in der EU27 im Jahr 2012 um 1,0% gestiegen, nach einem Wachstum von 8,0% im Jahr 2011. Dies zeigen erste Schätzungen2, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben werden. Dieser Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+0,5%) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-0,5%). Diese Schätzungen für die EU27 basieren auf Daten, welche von den nationalen Behörden der Mitgliedsstaaten bereitgestellt wurden.
Schätzungen zufolge ist zwischen 2005 und 2012 das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 um 29,7% gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 20,0% fiel.
Im Jahr 2012 ist die Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens in der EU27 hauptsächlich das Ergebnis einer Erhöhung des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion zu realen Erzeugerpreisen (+1,8%), während reale Vorleistungskosten zunahmen (+1,6%).
Schätzungen zufolge ist das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Jahr 2012 in sechzehn Mitgliedstaaten gestiegen und in elf gesunken. Die höchsten Anstiege werden für Belgien (+30,0%), die Niederlande (+14,9%), Litauen (+13,6%) und Deutschland (+12,1%) erwartet und die größten Rückgänge für Rumänien (-16,4%), Ungarn (-15,7%) und Slowenien (-15,1%).
Veränderung des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft1 im Jahr 2012
% Veränderung 2012/2011 | Indizes 2012 (2005=100) | % Veränderung 2012/2011 | Indizes 2012 (2005=100) | ||
EU27 | +1,0 | 129,7 | Spanien | +2,4 | 100,3 |
Belgien | +30,0 | 136,3 | Zypern | +1,7 | 94,1 |
Niederlande | +14,9 | 114,7 | Italien | +0,3 | 93,9 |
Litauen | +13,6 | 175,4 | Polen | -0,3 | 182,4 |
Deutschland | +12,1 | 140,8 | Tsch. Republik | -1,4 | 165,0 |
Portugal | +9,3 | 100,9 | Griechenland | -2,0 | 103,2 |
Estland | +9,1 | 209,8 | Slowakei | -5,3 | 189,4 |
Lettland | +8,8 | 136,4 | Ver. Königreich | -6,6 | 140,8 |
Bulgarien | +8,7 | 147,3 | Malta | -9,0 | 74,9 |
Dänemark | +5,2 | 134,7 | Irland | -10,1 | 82,7 |
Frankreich | +4,2 | 134,1 | Österreich | -10,2 | 114,4 |
Luxemburg | +3,7 | 76,7 | Slowenien | -15,1 | 97,9 |
Finnland | +3,3 | 126,7 | Ungarn | -15,7 | 152,7 |
Schweden | +3,1 | 129,3 | Rumänien | -16,4 | 129,8 |
Norwegen | +10,7 | 137,8 | Schweiz | -1,3 | 102,7 |
Kroatien | -9,3 | : | |||
: Daten nicht verfügbar
Schätzungen zufolge stieg der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen der EU27 im Jahr 2012 um 1,8%, hauptsächlich infolge einer geringen Zunahme der realen Werte von pflanzlichen Erzeugnissen (+0,5%) und einem höheren Anstieg von tierischen Erzeugnissen (+3,8%).
Der Anstieg des Wertes von pflanzlichen Erzeugnissen ist auf die Erhöhung der realen Preise (+6,3%) zurückzuführen, welcher durch eine Abnahme des Volumens (-5,4%) ausgeglichen wurde. Das Volumen verringerte sich für die meisten Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse: Pflanzen und Blumen (-0,8%), frisches Gemüse (-2,0%), Zuckerrüben (-6,2%), Obst (-6,5%), Getreide (-7,3%), Ölsaaten (-7,9%) und insbesondere für Kartoffeln (-13,8%) und Wein (-15,6%). Die Preise stiegen für alle Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse: Zuckerrüben (+1,2%), Pflanzen und Blumen (+1,4%), Kartoffeln (+3,2%), Obst (+4,7%), Wein (+6,2%), frisches Gemüse (+7,8%), Ölsaaten (+8,8%) und Getreide (+9,1%). Olivenöl war das einzige Produkt, welche sowohl im Volumen (+9,2%) als auch im Preis (+0,9%) einen Anstieg verzeichnete.
Die Zunahme des Wertes der tierischen Produktion ist hauptsächlich das Ergebnis einer Erhöhung der Preise (+3,9%), während das Volumens geringfügig abnahm (-0,2%). Das Volumen verringerte sich für Rinder (-2,4%), Eier (-1,8%), Schafe und Ziegen (-1,2%) und Schweine (-1,0%), erhöhte sich jedoch bei der Milchproduktion (+0,9%) und für Geflügel (+2,7%). Die Preise fielen für Milch (-5,4%) sowie Schafe und Ziegen (-1,3%), während sie für Geflügel (+1,9%), Rinder (+8,5%), Schweine (+10,2%) und am deutlichsten für Eier (+36,2%) anstiegen.
Real stiegen in der EU27 die Vorleistungskosten um 1,6%. Dies ist vor allem auf eine Zunahme der Preise (+3,2%), insbesondere für die Instandhaltung von Gebäuden (+3,5%), Futtermittel (+3,7%), Saat- und Pflanzgut (+4,7%), Energie und Schmierstoffe (+6,3%), finanzielle Mittlerdienstleistungen (+6,6%) und
Dünge- und Bodenverbesserungsmittel (+6,7%) zurückzuführen.
Das landwirtschaftliche Einkommen umfasst das in einem bestimmten Buchungszeitraum (bspw. das Kalenderjahr 2012) aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten (sowie nicht trennbaren nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten) hervorgegangene Einkommen, auch wenn die entsprechenden Einkünfte in einigen Fällen erst später empfangen werden. Es handelt sich somit nicht um das tatsächlich im Buchungszeitraum erhaltene Einkommen. Im Übrigen sollte es nicht mit dem Gesamteinkommen der in der Landwirtschaft tätigen Haushalte verwechselt werden, denn diese können neben ihrem rein landwirtschaftlichen Einkommen auch Einkommen aus anderen Quellen (nichtlandwirtschaftliche Tätigkeiten, Löhne oder Gehälter, Sozialleistungen, Einkommen aus Vermögen) beziehen.
Die vorliegenden Schätzungen wurden von den nationalen Behörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach der Methodik der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung ermittelt (Verordnung (EG) Nr. 138/2004), welche der Methodik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ESVG 95 sehr ähnlich ist, jedoch einige Änderungen enthält, um den besonderen Gegebenheiten der Landwirtschaft gerecht zu werden.
Das reale landwirtschaftliche Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit entspricht der realen Nettowertschöpfung zu Faktorkosten der Landwirtschaft je Jahresarbeitseinheit insgesamt. Die Nettowertschöpfung zu Faktorkosten wird errechnet, indem vom Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Herstellungspreisen der Wert der Vorleistungen, der Abschreibungen und der sonstigen Produktionsabgaben abgezogen und der Wert der sonstigen Subventionen hinzugerechnet wird.
Alle Werte und Preisdaten in dieser Pressemitteilung werden in realen Werten dargestellt, d.h. bereinigt durch die Verwendung der impliziten Deflatoren des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Deflatoren für 2012 sind vorläufig.
Um auch Teilzeitarbeit und Saisonarbeit berücksichtigen zu können, werden der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz und seine Veränderung in Jahresarbeitseinheiten (JAE) gemessen. In dieser Pressemitteilung wurde eine JAE einer Vollzeitarbeitskraft gleichgesetzt.
Diese Daten, die auf ersten Schätzungen von den Mitgliedstaaten, Norwegen, der Schweiz und Kroatien basieren, sind vorläufig. Im Februar/März 2013 wird Eurostat einen revidierten Satz von Schätzungen veröffentlichen.
Herausgeber: Eurostat Pressestelle Tim ALLEN Tel: +352-4301-33 444 | Weitere Auskünfte erteilen: Garry MAHON Tel: +352-4301-37 310 garry.mahon@ec.europa.euRuben GARCIA NUEVO Tel: +352-4301-36 876 |
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