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Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung in der EU27 Im Jahr 2011 waren 24% der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht Dies entspricht ungefähr 120 Millionen Personen

Reference: STAT/12/171 Event Date: 03/12/2012 Export pdf PDF word DOC
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STAT/12/171

3. Dezember 2012

Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung in der EU27
Im Jahr 2011 waren 24% der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht
Dies entspricht ungefähr 120 Millionen Personen

Im Jahr 2011 waren 119,6 Millionen Personen bzw. 24,2% der Bevölkerung in der EU27 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, gegenüber 23,4% im Jahr 2010 und 23,5% im Jahr 2008. Das bedeutet, dass sie von mindestens einer der folgenden drei Lebensbedingungen betroffen waren: von Armut bedroht1, unter erheblicher materieller Entbehrung leiden1 oder in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit leben1. Die Verringerung der Anzahl der Personen in der EU, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind, ist eines der Kernziele der Europa 2020 Strategie2.

Im Jahr 2011 wurden die höchsten Anteile von Personen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren, in Bulgarien (49%), Rumänien und Lettland (je 40%), Litauen (33%), Griechenland und Ungarn (je 31%) verzeichnet und die niedrigsten Anteile in der Tschechischen Republik (15%), den Niederlanden und Schweden (je 16%) sowie in Luxemburg und Österreich (je 17%).

Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht und basieren auf Daten der EU-SILC Erhebung3.

17% der Bevölkerung in der EU27 waren armutsgefährdet…

Bei der Betrachtung der drei einzelnen Komponenten, die Armutsgefährdung und soziale Ausgrenzung ausmachen, zeigt sich, dass 17% der Bevölkerung in der EU27 im Jahr 2011, nach Zahlung von Sozialleistungen, armutsgefährdet waren. Das bedeutet, dass ihr verfügbares Einkommen unter der nationalen Armutsgefährdungsschwelle1 liegt. Bulgarien, Rumänien und Spanien (je 22%) sowie Griechenland (21%) hatten die höchsten Armutsgefährdungsquoten und die Tschechische Republik (10%), die Niederlande (11%), Österreich, Dänemark und die Slowakei (je 13%) die niedrigsten. Es ist zu beachten, dass die Armutsgefährdungsquote eine relative Messgröße von Armut darstellt und dass sich die Armutsschwelle deutlich zwischen den Mitgliedstaaten unterscheidet. Diese Schwelle verändert sich ebenfalls mit der Zeit und ist in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise in mehreren Mitgliedstaaten gesunken.

9% litten unter erheblicher materieller Entbehrung…

In der EU27 litten 9% der Bevölkerung unter erheblicher materieller Entbehrung. Dies bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen auf Grund von fehlenden Mitteln eingeschränkt waren, bspw. dass sie nicht in der Lage waren, ihre Rechnungen zu bezahlen, ihre Wohnung angemessen zu beheizen oder einen einwöchigen Jahresurlaub weg von zu Hause zu finanzieren1. Die Anteile derjenigen, die unter erheblicher materieller Entbehrung leiden, unterschieden sich deutlich zwischen den Mitgliedstaaten und reichten von 1% in Luxemburg und Schweden bis 44% in Bulgarien und 31% in Lettland.

und 10% lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit

Mit Hinblick auf den Indikator zur niedrigen Erwerbstätigkeit, lebten 10% der Bevölkerung unter 60 Jahren in der EU27 in Haushalten, in denen die Erwachsenen im vorhergehenden Jahr insgesamt weniger als 20% ihres Erwerbspotentials ausgeschöpft haben1. Belgien (14%) wies die höchsten Anteile derjenigen auf, die in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit lebten, und Zypern (5%) die niedrigsten.

Armutsgefährdung oder soziale Ausgrenzung1, 2011

Personen, die armutsgefährdet sind, nach Sozialleistungen

Personen, die unter erheblicher materieller Entbehrung leiden

Personen zwischen 0-59 Jahren in Haushalten mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit

Personen, die von mindestens einem der drei Kriterien (Armutsgefährdung oder soziale Ausgrenzung) betroffen sind

% der Gesamtbevölkerung

% der Gesamtbevölkerung

2008

2010

2011

In Millionen, 2011

EU27*

16,9

8,8

10,0

23,5

23,4

24,2

119,6

Belgien

15,3

5,7

13,7

20,8

20,8

21,0

2,3

Bulgarien

22,3

43,6

11,0

38,2

41,6

49,1

3,7

Tschech. Rep.

9,8

6,1

6,6

15,3

14,4

15,3

1,6

Dänemark

13,0

2,6

11,4

16,3

18,3

18,9

1,0

Deutschland

15,8

5,3

11,1

20,1

19,7

19,9

16,1

Estland

17,5

8,7

9,9

21,8

21,7

23,1

0,3

Irland

:

:

:

23,7

29,9

:

:

Griechenland

21,4

15,2

11,8

28,1

27,7

31,0

3,4

Spanien

21,8

3,9

12,2

22,9

25,5

27,0

12,4

Frankreich

14,0

5,2

9,3

18,6

19,2

19,3

11,8

Italien

:

:

:

25,3

24,5

:

:

Zypern

14,5

10,7

4,5

22,4

22,9

23,5

0,2

Lettland

19,3

30,9

12,2

33,8

38,1

40,1

0,9

Litauen

20,0

18,5

12,3

27,6

33,4

33,4

1,1

Luxemburg

13,6

1,2

5,8

15,5

17,1

16,8

0,1

Ungarn

13,8

23,1

12,1

28,2

29,9

31,0

3,1

Malta

15,4

6,3

8,3

19,6

20,3

21,4

0,1

Niederlande

11,0

2,5

8,7

14,9

15,1

15,7

2,6

Österreich

12,6

3,9

8,0

18,6

16,6

16,9

1,4

Polen

17,7

13,0

6,9

30,5

27,8

27,2

10,2

Portugal

18,0

8,3

8,2

26,0

25,3

24,4

2,6

Rumänien

22,2

29,4

6,7

44,2

41,4

40,3

8,6

Slowenien

13,6

6,1

7,6

18,5

18,3

19,3

0,4

Slowakei

13,0

10,6

7,6

20,6

20,6

20,6

1,1

Finnland

13,7

3,2

9,8

17,4

16,9

17,9

0,9

Schweden

14,0

1,2

6,8

14,9

15,0

16,1

1,5

Ver. Königreich

16,2

5,1

11,5

23,2

23,1

22,7

14,0

Island

9,2

2,1

6,2

11,8

13,7

13,7

0,0

Norwegen

10,5

2,3

7,1

15,0

14,9

14,6

0,7

Schweiz

15,0

1,3

4,7

18,6

17,2

17,3

1,3

Kroatien

21,1

14,8

17,0

:

31,3

32,7

1,4

* Daten für 2011 sind geschätzt

: Daten nicht verfügbar

0,0 Weniger als 0,05 Millionen

1. Personen, die armutsgefährdet sind, sind diejenigen, die in einem Haushalt mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle leben, welche auf 60% des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens (nach Sozialleistungen) festgelegt ist. Das Äquivalenzeinkommen wird berechnet, indem das Gesamteinkommen des Haushalts durch seine, durch Anwendung folgender Gewichte, bestimmte Größe geteilt wird: 1,0 auf den ersten Erwachsenen, 0,5 auf die übrigen Haushaltsmitglieder ab 14 Jahren und 0,3 auf jedes Haushaltsmitglied unter 14 Jahren.

Personen, die unter erheblicher materieller Entbehrung leiden, leben unter Bedingungen, die durch fehlende Mittel eingeschränkt sind, und sind von mindestens 4 der folgenden 9 Entbehrungskategorien betroffen: Sie sind nicht in der Lage 1) die Miete/Hypothek oder Rechnungen für Versorgungsleistungen pünktlich zu bezahlen, 2) die Wohnung angemessen zu beheizen, 3) unerwartete Ausgaben zu tätigen, 4) jeden zweiten Tag eine fleisch- oder fischhaltige Mahlzeit (bzw. vegetarische Entsprechung) zu haben, 5) einen einwöchigen Jahresurlaub weg von zu Hause zu finanzieren, sich 6) ein Auto, 7) eine Waschmaschine, 8) einen Farbfernseher oder 9) ein Telefon (einschl. Mobiltelefon) leisten zu können.

Personen, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit leben, sind diejenigen im Alter von 0-59 Jahren, die in Haushalten leben, in denen die Erwachsenen (18-59 Jahre) im vorhergehenden Jahr insgesamt weniger als 20% ihres Erwerbspotentials ausgeschöpft haben. Studenten sind nicht miteinbezogen.

Die Gesamtzahl der Personen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, ist geringer als die Summe der Personen in jeder der drei einzelnen Komponenten von Armut und sozialer Ausgrenzung, da einige Personen gleichzeitig von mehr als einer dieser Konditionen betroffen sind.

2. Die Für weitere Informationen zur Europa 2020 Strategie siehe: http://ec.europa.eu/europe2020/index_de.htm

3. Die EU-SILC Erhebung ist die Referenzquelle der EU für vergleichbare Statistiken über Einkommensverteilung, Armut und Lebensbedingungen. Weitere Informationen auf der Eurostat-Webseite unter:

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/income_social_inclusion_living_conditions/introduction.

Zur Referenzpopulation gehören alle privaten Haushalte und ihre derzeitigen Mitglieder, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Gebiet dieses Mitgliedstaats ansässig sind. In Gemeinschafts- und Anstaltshaushalten lebende Personen sowie kleine, entlegene Teile des Gebiets eines Landes, auf die nicht mehr als 2% seiner Gesamtbevölkerung entfallen, sind generell aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen.

Herausgeber: Eurostat-Pressestelle

Louise CORSELLI-NORDBLAD

Tel: +352-4301-33 444

eurostat-pressoffice@ec.europa.eu

Eurostat-Pressemitteilungen im Internet:

http://ec.europa.eu/eurostat

Weitere Auskünfte zu den Daten erteilen:

Didier DUPRÉ

Tel: +352-4301-35 034

dider.dupre@ec.europa.eu

Boyan GENEV

Tel: +352-4301-36 409

boyan.genev@ec.europa.eu

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