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Eckdaten zur Gesundheit 2002 Gesundheit in der EU unter der Lupe

Reference: STAT/04/34 Event Date: 08/03/2004 Export pdf PDF word DOC
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STAT/04/34

8. März 2004

Eckdaten zur Gesundheit 2002  Gesundheit in der EU unter der Lupe

Eine Reihe vergleichbarer Indikatoren aus den wichtigsten Quellen

Wussten Sie bereits, dass mehr als 80% der EU-BürgerInnen der Meinung sind, dass sie gesund leben? Oder dass Dänemark die niedrigste Inzidenzrate von Hepatitis B aufweist? War Ihnen bekannt, dass über 15 Millionen Menschen in der EU an Diabetes (Typ I und II) erkrankt sind? Oder dass Finnland die höchste Zahl an Krankenschwestern/-pflegern und Hebammen pro 100 000 Einwohner aufweist?

Diese Informationen und viele mehr liegen in einem neuen Bericht1 zur Gesundheit vor, der heute von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht wurde. Diese Veröffentlichung enthält viele umfassende, konsistente und international vergleichbare Gesundheitsdaten und -indikatoren, die aus den wichtigsten Datenquellen stammen: von Eurostat, der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der WHO (Weltgesundheitsorganisation).

Die Veröffentlichung ist in sechs Kapitel gegliedert (Bevölkerung und sozioökonomischer Hintergrund, Lebensweise, Risiken im Zusammenhang mit Umwelt, Arbeitsbedingungen, Freizeit und Verkehr, Gesundheitszustand, Todesursachen und Gesundheitswesen) und deckt viele neue Themenbereiche ab, z.B. Humanressourcen im Gesundheits- und Sozialwesen, arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme, Lebensbedingungen, psychische Gesundheit, Säuglings- und Kindersterblichkeit, Resistenz gegen antimikrobielle Mittel sowie bestimmte übertragbare Krankheiten.

Fast 90% der Spanier und Franzosen denken, sie leben gesund

1999 glaubten 81% der EU-Bürgerinnen von über 15 Jahren, dass sie gesund lebten. In Spanien, Frankreich, Irland, Belgien, Österreich, Portugal und Deutschland waren über 80% dieser Meinung. Griechenland war das Land mit dem niedrigsten Anteil (64%) und verzeichnete ferner den geringsten Prozentsatz an Menschen, die sich sportlich betätigten (19%), jedoch den höchsten Anteil an Rauchern (45%) und Menschen, die sich gestresst fühlten (72%).

Ungefähr dreiviertel der EU-Bevölkerung fanden, dass Sie sich ausgewogen ernährten. Lediglich Italien (48%), Portugal (59%) und Griechenland (70%) verzeichneten niedrigere Zahlen. Beim Sport gaben 78% der Luxemburger und 76% der Finnen an, dass sie mindestens zweimal wöchentlich Sport treiben; der EU-Durchschnitt lag bei 40%.

In Irland tranken 52% der Bevölkerung 1999 regelmäßig Alkohol, verglichen mit 25% im EU-Durchschnitt. Dänemark, das Vereinigte Königreich (jeweils 44%) und die Niederlande (43%) verzeichneten ebenfalls hohe Prozentwerte, die niedrigsten wurden dagegen in Italien (12%) und Spanien (19%) verbucht.

Der niedrigste Raucheranteil wurde in Schweden (22%), Italien (27%) und Portugal (28%) verzeichnet, während die niedrigsten Anteile von Menschen, die sich gestresst fühlen, in Finnland (27%), Schweden (30%), Dänemark und Deutschland (jeweils 32%) verzeichnet wurden. Der EU-Durchschnitt lag bei 34% bzw. 38%.

Lebensweisen, 1999

% mit gesunder Lebensweise

% mit ausgewogener Ernährung% treiben mindestens zweimal wöchentlich Sport% trinken regelmäßig Alkohol% rauchen% fühlen sich gestresst
EU15817440253438
Belgien848130313747
Dänemark798455443832
Deutschland818028213432
Griechenland647019224572
Spanien898041193735
Frankreich888247233844
Irland868665523235
Italien744827122735
Luxemburg807778243441
Niederlande757756433134
Austria838341203833
Portugal825924292840
Finnland788076233027
Schweden788058282230
Vereinigtes Königreich797857443543

Quelle: Eurobarometer 52.1, Europäische Kommission. Die Eurobarometer-Umfragen werden anhand von persönlichen Befragungen durchgeführt. Über 15-jährige wurden gefragt, ob sie gesund leben, sich ausgewogen ernähren, mindestens zweimal wöchentlich Sport treiben, regelmäßig Alkohol trinken, rauchen und sich regelmäßig gestresst fühlen.

Griechenland hat höchste Ärztequote und niedrigste Krankenschwestern- und Hebammenquote

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen in der EU stieg zwischen 1995 und 2000 von 13 auf 15 Millionen, wobei insbesondere die Zahl der praktizierenden Ärzte in den meisten Mitgliedstaaten während der letzten 20 Jahre stetig anstieg. Die höchste Quote von praktizierenden Ärzten wurde in Griechenland (438 auf 100 000 Einwohner im Jahre 1999) gemessen, gefolgt von Belgien (386 im Jahre 2000) und Deutschland (359). Die niedrigsten Raten wurden in dem Vereinigten Königreich (179 im Jahre 2000) und in den Niederlanden (192 im Jahre 1999) verzeichnet. Die Zahl der praktizierenden Apotheker stieg in den letzten 20 Jahren ebenfalls. Es gab jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten, die von 19 auf 100 000 Einwohner in den Niederlanden (im Jahre 1999) bis 148 in Finnland (im Jahre 2000) reichten.

Auch bei der Zahl der Fachärzte wiesen die Mitgliedstaaten große Unterschiede auf. Für beispielsweise Chirurgen lagen sie zwischen 6 Chirurgen auf 100 000 Einwohner in den Niederlanden (im Jahre 1999) und 8 in Frankreich (im Jahre 2001) bis zu 19 in Finnland (im Jahre 2001). Die Zahl der Kinderärzte lag zwischen 6 in Dänemark und den Niederlanden (im Jahre 1999) bis zu 26 in Griechenland (im Jahre 2001). Finnland verzeichnete mit 2 181 auf 100 000 Einwohner (im Jahre 2000) die höchste Zahl an Krankenschwestern/-pflegern und Hebammen, und Portugal (379 im Jahre 1998) und Griechenland (391 im Jahre 1999) die niedrigste. Diese Unterschiede dürften mit der Einführung neuer Maßnahmen zur Erleichterung der Freizügigkeit von Ärzten und Krankenpflegepersonal und der gegenseitigen Anerkennung ihrer Diplome geringer werden.

Die Zahl der Krankenhausbetten auf 100 000 Einwohner in der EU sank in weniger als 20 Jahren um rund ein Drittel auf 630, verbunden mit der rückläufigen Dauer des Krankenhausaufenthalts von mehr als 17 Tagen im Jahre 1980 auf weniger als 11 Tage im Jahre 1997. Deutschland und Frankreich wiesen die höchste Bettenanzahl auf 100 000 Einwohner auf mit 920 (im Jahre 1999) bzw. 820 (im Jahre 2000).

Humanressourcen im Gesundheits- und Sozialwesen und Krankenhausbetten (auf 100 000 Einwohner)

Ärzte 2000*

Chirurgen 2001*Kinderärzte 2001*Apotheker 2000*Kranken-schwestern/-pfleger & Hebammen 2000*Krankenhaus-betten

2000*

EU15::: ::630
Belgien38615131051 077712
Dänemark316126501 023440
Deutschland359171858931920
Griechenland438182683391489
Spanien303121879518409
Frankreich30081195646820
Irland315:::1 706485
Italien::::446466
Luxemburg315141269761562
Niederlande19266191 317475
Österreich309141156921699
Portugal265131373379480
Finnland:19101482 181754
Schweden298181467851359
Vereinigtes Königreich1791010:904408

* Arzte: Referenzjahr 2000 außer Dänemark, Griechenland, Frankreich, Niederlande: 1999.

Chirurgen und Kinderärzte Referenzjahr 2001 außer Luxemburg, Portugal: 2000; Dänemark, Niederlande: 1999; Schweden: 1998; Spanien: 1996. Vereinigtes Königreich: nur Daten für England.

Apotheker: Referenzjahr 2000 außer Belgien, Frankreich, Niederlande: 1999; Griechenland, Luxemburg, Schweden: 1998.

Krankenschwestern/-pfleger & Hebammen: Referenzjahr 2000 außer Dänemark, Griechenland, Frankreich, Italien: 1999; Portugal, Vereinigtes Königreich: 1998; Belgien: 1996. Italien und Vereinigtes Königreich: nur Daten für Beschäftigte des nationalen Gesundheitssystems (Öffentliche Krankenhäuser und Erstversorgungseinrichtungen).

Krankenhausbetten: Referenzjahr 2000 außer EU15, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Irland, Luxemburg, Portugal: 1999. Deutschland, Griechenland, Irland, Niederlande, Portugal: Pflegeheime und Tagespflegebetten nicht enthalten, in Spanien zum Teil enthalten. Griechenland: Betten in Militärkrankenhäusern nicht enthalten. Irland, Schweden, Vereinigtes Königreich: nur Betten in staatlichen Krankenhäusern sind erfasst.

Salmonelloseinzidenz in Belgien, Deutschland, Luxemburg und Österreich mehr als zweimal so hoch wie der EU-Durchschnitt

Krankheiten, die durch Impfung verhindert werden können, wie Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern oder Mumps sind ansteckend - einige davon hochgradig - kommen jedoch sehr selten vor, weil die Kinder routinemäßig geimpft werden. So wurden beispielsweise für Masern und Mumps in Finnland so gut wie keine Fälle gemeldet, die höchsten Werte für Masern verzeichneten Belgien (16 Fälle auf 100 000 Einwohner, im Jahre 1999) und Frankreich (14 Fälle im Jahre 2001), für Mumps Belgien (30 Fälle, im Jahre 1999), Italien und Frankreich (jeweils 20 Fälle im Jahre 2001). Polio könnte in der EU als getilgt betrachtet werden.

Das gleiche gilt für Hepatitis B, deren Inzidenz in den letzten zehn Jahren rückläufig war. 4 Fälle auf 100 000 Einwohner wurden 1998 in der EU registriert, wobei in Luxemburg (19 im Jahre 2001) und den Niederlanden (10 im Jahre 2001) die meisten Fälle verzeichnet wurden.

Dagegen werden andere Infektionskrankheiten wie Salmonellose oder Legionellose immer mehr zu einem gravierenden Gesundheitsproblem in der EU. 41 Fälle von Salmonellose auf 100 000 Einwohner wurden 2001 gemeldet, wobei die höchsten Inzidenzraten in Belgien (104 Fälle), Deutschland (94 Fälle), Luxemburg (83 Fälle) und Österreich (81 Fälle) verzeichnet waren. Die höchsten Inzidenzraten der Legionellose wurden 2001 in Spanien (3,5 auf 100 000 Einwohner), Dänemark (2,0), Frankreich (1,4) und den Niederlanden (1,1) verzeichnet.

Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen. Rund 25% aller Todesfälle werden durch bösartige Neubildungen verursacht. Legt man die 1997 verzeichneten Inzidenzraten zugrunde, so wäre damit zu rechnen, dass einer von drei Männern und eine von vier Frauen in den ersten 75 Lebensjahren unmittelbar von Krebs betroffen wären.

2000 wurde geschätzt, dass 4,1% der EU-Bevölkerung oder 15,6 Millionen Menschen Diabetiker waren (Typ I und II), wobei Finnland (5,3%), Schweden (5,1%), Italien und Griechenland (jeweils 5,0%) die höchsten Anteile aufwiesen und Irland (2,7%) den niedrigsten. In der EU wurde geschätzt, dass im Jahr 2000 4,6 Millionen Menschen über 30 an unterschiedlichen Formen der Demenz litten, das entspricht 12 auf 1 000 Einwohner. Schweden (15‰) und Italien (14‰) wiesen die höchste geschätzte Häufigkeit auf. Irland verzeichnete den niedrigsten Anteil (8‰).

Inzidenz bestimmter Krankheiten2, 2001

Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument

    Eurostat, "Statistiken zur Gesundheit - Eckzahlen für den Bereich Gesundheit 2002", 457 S. ISBN 92-894-3729-48, EUR 45 (ohne MwSt.).

    Salmonelleninfektionen führen zu gastrointestinalen Störungen und Enteritis. Häufig sind infizierte Lebensmittel die Ursache der Salmonellose. Die Zahlen müssen vorsichtig ausgelegt werden, da viele Lebensmittelinfektionen wahrscheinlich nicht registriert werden, weil die Patienten die Erkrankung nicht melden, keine Laboruntersuchungen gemacht werden oder die Diagnose nicht zentral gemeldet wird.

    Legionellainfektionen führen zu Lungenentzündung. Die Bakterien kommen häufig in Klimaanlagen oder Kühltürmen in Krankenhäusern und Hotels vor.

    Krebs: alle Formen außer nicht-melanozytischem Hautkrebs.

    Diabetes: Häufigkeit. Einschließlich insulinabhängigem und nicht insulinabhängigem Diabetes mellitus (Typ I und II).

    Demenz: Häufigkeit bei Menschen über 30. Umfasst Alzheimer (etwa 50%-70% der Fälle) und andere Formen der Demenz wie der AIDS-Demenz-Komplex, die Binswanger-Krankheit, die Lewy-Körperchen-Demenz, die Pick-Krankheit, die Multi-Infarkt-Demenz und andere Formen.

    Quellen: Krebs: EUCAN; Diabetes: Amos, McCarty und Zimmet, Internationales Diabetesinstitut und WHO Collaborating Centre of the Epidemiology of Diabetes Mellitus; Alzheimer: Huismann. Raven und Geiger; Alzheimer Europe und nationale Alzheimer-Gesellschaften; sonstige: Eurostat.

Herausgegeben von:

Eurostat Pressestelle

Philippe BAUTIER

BECH-Gebäude

L-2920 LUXEMBURG

Tel: +352-4301-33 444

Fax: +352-4301-35 349

eurostat-pressoffice@ec.europa.eu

Weitere Auskünfte erteilen:

Didier DUPRE

Tel: +352-4301-35 034

Fax: +352-4301-35 399

didier.dupre@ec.europa.eu

Antoni MONTSERRAT

Tél: +352-4301-33 249

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