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Europäische Kommission - Rede - [Es gilt das gesprochene Wort]

Jean-Claude Juncker beim COP21 Treffen der Staats- und Regierungschefs - Ein Klimaschutzübereinkommen jetzt und hier in Paris

Paris, 30. November 2015

Sehr geehrter Herr Präsident, Exzellenzen, meine sehr verehrten Damen und Herren,

lassen Sie mich zunächst erneut meine Solidarität mit den Pariser Bürgerinnen und Bürgern und dem französischen Volk insgesamt bekunden. Ich möchte ihnen dafür Anerkennung zollen, wie jeder einzelne von ihnen und wie sie als Gemeinschaft den abscheulichen Taten entgegentreten, deren Opfer sie unlängst wurden.

Ich denke vor allem an diesen Pariser Vater, der vom Schmerz gezeichnet den Terroristen, die den Tod seiner Frau und der Mutter seines Kindes zu verantworten haben, folgende Worte entgegengehalten hat: „Wir werden spielen wie jeden Tag und dieser kleine Junge wird Ihnen jeden Tag aufs Neue trotzen, denn er wird glücklich und in Freiheit leben.

Ein Vater trägt – ganz gleich was passiert – die Verantwortung für das Glück seines Kindes. Wir als Politiker tragen die Verantwortung dafür, dass Millionen von Kindern auf dieser Erde in einer stabilen Welt leben können.

Der derzeitige Klimawandel verändert unseren Planeten und erhöht die Risiken von Instabilität jeder Art.

Wir werden gegenüber künftigen Generationen nicht behaupten können, wir hätten nichts gewusst. Denn wir kennen heute die Risiken, die morgen auf uns warten. Wir kennen die Bedrohungen, wir kennen die Risiken, wir können sie verhindern. Es ist nur eine Frage des politischen Willens und des Handelns. Und genau hier liegt die Herausforderung dieser Konferenz.

Wir müssen und können den künftigen Generationen eine stabilere und gesündere Welt, sozial gerechtere Gesellschaften und stärker prosperierende Volkswirtschaften hinterlassen. Das ist kein Traum, sondern eine Realität in greifbarer Nähe.

2007 haben wir in Europa beschlossen, unsere CO2-Emissionen bis 2020 um 20 % gegenüber 1990 zu senken. Sie sind bereits um 23 % zurückgegangen, während das Bruttoinlandsprodukt Europas um 46 % gewachsen ist. Nun streben wir eine Verringerung der Emissionen um mindestens 40 % bis 2030 an.

Die Städte Europas und – allen voran – die innovativen Unternehmen haben den Weg zur Energieeffizienz und zur Entwicklung erneuerbarer Energien eingeschlagen und bewegen sich in die richtige Richtung. Durch die Energiewende entsteht eine neue Welt, die arm an Co2, aber reich an Chancen ist.

Eine ähnliche Entwicklung hin zu einem neuen Wirtschaftsmodell vollzieht sich weltweit. Diese Entwicklung müssen wir vorantreiben, denn die Uhr läuft immer schneller. Leben, produzieren und konsumieren wir weiter so wie heute, bräuchten wir nicht eine Erde, sondern mindestens vier. Wir haben aber nur eine.

Die Ressourcen dieser Welt sind also endlich, die Kreativität des Menschen aber ist unerschöpflich.

Dieser Übergang ist nicht einfach. Wir werden uns gegenseitig helfen müssen. Im Jahr 2014 hat Europa 14,5 Milliarden Euro für den Klimaschutz in Entwicklungsländern bereitgestellt. In den kommenden Jahren werden wir mehr tun, wir müssen noch mehr tun in den kommenden Jahren. Und andere müssen unserem Beispiel folgen.

Wir haben eine neue globale Dynamik. Doch wir sind noch immer nicht auf Kurs, um die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen, obwohl dieses Ziel eine unerlässliche Notwendigkeit ist.

Schöne Versprechungen reichen nicht mehr. Wir brauchen eine verbindliche, solide und dauerhafte Übereinkunft, die eine langfristige Vision von einer Co2-neutralen Wirtschaft zeichnet und deren Umsetzung regelmäßig überprüft und dem gebotenen größeren Ehrgeiz angepasst wird.

Unsere Bürgerinnen und Bürger, unsere Unternehmen und unsere Zivilgesellschaften lassen die Energiewende tagtäglich Realität werden. Damit sie einen langen Atem behalten, brauchen sie dieses solidarische und verantwortungsvolle Übereinkommen. Wir müssen es ihnen – jetzt und hier – in Paris geben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

SPEECH/15/6211


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