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Europäische Kommission

[Es gilt das gesprochene Wort]

Dacian Cioloş

EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Eine moderne Landwirtschaft, die im Einklang mit gesellschaftlichen Erwartungen produziert

Grüne Woche - Eröffnungsfeier

Berlin, 16 Januar 2014

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich, der Eröffnung der Grünen Woche beiwohnen zu dürfen.

In diesem Jahr stehen wichtige Entscheidungen über die Zukunft der Europäischen Union an. Ich denke insbesondere an die Europawahlen und die Diskussionen, die während des Wahlkampfs stattfinden werden. Die Europäische Union befindet sich permanent im Umbau und braucht klare Perspektiven für die Zukunft.

Die Gemeinsame Landwirtschaftspolitik der EU, auf deren Reform wir uns vor kurzem geeinigt haben, bietet einem Sektor eine europäische Perspektive, der unser tägliches Leben stark beeinflusst – über die Landwirtschaft und über unsere Lebensmittel. Das ist es, was Sie jedes Jahr in so beispielhafter Weise bei der Grünen Woche feiern.

Gemeinsam mit den 28 Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament haben wir vor kurzem eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik beschlossen. Diese Reform spiegelt eine Wahl wider, die schon getroffen war – nämliche Landwirte zu ermutigen, das zu produzieren, was die Verbraucher möchten und nicht das, was öffentliche Behörden entscheiden.

Zugleich wollten wir Landwirte ermutigen, nicht nur unsere Wünsche als Verbraucher in den Mittelpunkt zu stellen – nämlich, gesunde, sichere, qualitativ hochwertige und bezahlbare Produkte – sondern auch unsere Wünsche als Bürger, die sich um die Umwelt und die Zukunft sorgen.

Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts hat sich Europa ehrgeizige Ziele gesteckt: die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln, den Tierschutz, die Beschränkung der Verwendung von bestimmten Stoffen wie zum Beispiel Hormonen in der Tierhaltung. Heute gehen wir mit dem "Greening", das nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken EU-weit fördert, einen Schritt weiter. So wollen wir die Herausforderung meistern, unsere natürlichen Ressourcen zu regenerieren - denn diese sind wirtschaftliches Gut und Allgemeingut zugleich.

Diese beiden Entwicklungen – den Erwartungen der Verbraucher zu entsprechen und unsere Möglichkeiten auszuschöpfen, natürliche Ressourcen zu schonen – sind zwei untrennbar mit der Wettbewerbsfähigkeit einer modernen Landwirtschaft verbundene Aspekte. Nicht nur zu produzieren, sondern auch im Einklang mit gesellschaftlichen Erwartungen zu produzieren.

Sie sind zwei wesentliche Aspekte von „Made in Europe“ – ein Label, mit dem die europäischen Agrar- und Ernährungswirtschaft sich weltweit auszeichnen kann.

Um unsere Landwirtschaft weiter zu modernisieren und gleichzeitig wirtschaftlichen Herausforderungen und unseren Nachhaltigkeits-Ansprüchen gerecht zu werden, müssen wir zwei Aspekte stärker betonen: Innovation und Jugend. Oder besser: Innovation der Landwirtschaft durch die Erneuerung des landwirtschaftlichen Sektors. Junge Landwirte bringen natürlich innovative und progressive Ideen mit. Doch derzeit sind lediglich 6 % der Landwirte in der EU jünger als 35 Jahre.

Deshalb wird die neue GAP die Innovation, die angewandte Forschung und einen Generationenwechsel fördern.

Landwirte müssen gut von ihrer Arbeit leben können – und die Gesellschaft muss sich dem Wert ihrer Arbeit und ihrem Engagement besser bewusst werden.

Deshalb hat die Europäische Kommission kürzlich vorgeschlagen, die Absatzförderung von landwirtschaftlichen Produkten aus Europa zu stärken, sowohl innerhalb der EU als auch auf den internationalen Märkten. Wir haben vorgeschlagen, das Budget für die Absatzförderung bis 2020 zu verdreifachen.

Denn auf dem europäischen Binnenmarkt müssen wir für ein besseres Wissen über die Sicherheit unserer Lebensmittel und über die Qualität, die von unseren Landwirten verlangt wird, sorgen. Verbraucher müssen gut informiert ihre Entscheidungen treffen können.

Und auch international sind die Herausforderungen für unsere Agrar- und Ernährungswirtschaft bei ihren Exporten von hochwertigen, hochqualitativen, verarbeiteten Produkten sehr hoch.

Unsere Handelspolitik muss den offensichtlichen Wert unserer landwirtschaftlichen Produkte widerspiegeln (die Grüne Woche hier in Berlin ist ein weiterer Beleg für diesen hohen Wert). Sie sollte nicht auf Politikinstrumenten zur Exportförderung fußen, die die Möglichkeiten anderer beschneiden, ihre eigene Landwirtschaft aufzubauen, insbesondere in weniger entwickelten Ländern.

Seit dem 1. Januar sind die EU-Rechtsvorschriften völlig eindeutig: Ausfuhrerstattungen fallen als Instrument zur systematischen Unterstützung eines Wirtschaftssektors weg. Ich möchte Ihnen heute Abend sagen, dass Europa bereit ist, im Rahmen der präferentiellen Partnerschaftsabkommen mit den afrikanischen Ländern noch einen Schritt weiter zu gehen. Ich bin bereit, ein für alle Mal auf die Erstattung für Ausfuhren in diese Entwicklungsländer vollständig zu verzichten – selbst in Krisenzeiten, wenn dieses Instrument noch angewendet werden könnte. Diese Entscheidung wird unsere Agrarpolitik und unsere Entwicklungspolitik vollständig miteinander in Einklang bringen.

Mit all diesen Neuausrichtungen verfolgt Europa für seine Landwirtschaft ehrgeizige Ziele – und bleibt optimistisch.

Europa schafft Instrumente, um seinen Landwirten dabei zu helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu wahren und baut auf die Vielfältigkeit ihrer Produktionsmethoden und ihrer Arbeit im Einklang mit den Erwartungen der Gesellschaft.

Ich bin sicher, dass die deutsche Landwirtschaft mit ihrer unermüdlichen Fähigkeit, neuen Herausforderungen zu begegnen und sich Veränderungen anzupassen, bei dieser neuen Entwicklung an vorderster Stelle stehen wird.


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