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[1]  

Die Teilnehmer der Europa-Mittelmeer-Konferenz der Industrieminister -

-    unter Bezugnahme auf die  Erklärung der Europa-Mittelmeer-Konferenz  von
     Barcelona   (27./28.   November   1995)   und  auf   das   entsprechende
     Arbeitsprogramm;

-    in   Anbetracht  der   in   der  obengenannten   Erklärung   dargelegten
     allgemeinen  Grundsätze  für   die  Entwicklung  der   Wirtschafts-  und
     Finanzpartnerschaft und  insbesondere der  Bedeutung eines  nachhaltigen
     und ausgewogenen  Wachstums im  Hinblick  auf die  Schaffung einer  Zone
     gemeinsamen Wohlstands;

-    in   Anerkennung   der   strategischen   Bedeutung   der   industriellen
     Zusammenarbeit für die Entwicklung einer  soliden und wettbewerbsfähigen
     Wirtschaftsstruktur und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze;

-    ferner unter Hinweis  darauf, daß in diesem Zusammenhang  zur Steigerung
     der    Wettbewerbsfähigkeit    geeignete   Verkehrs-,    Energie-    und
     Telekommunikationsinfrastrukturen      sowie      eine       angemessene
     Wasserversorgung  und   ein  angemessenes  Wachstum  des   Finanzsystems
     erforderlich sind;

-    in Erinnerung daran, daß  es im Rahmen der  industriellen Zusammenarbeit
     der öffentlichen Hand obliegt,  die Grundvoraussetzungen für den Zustrom
     von  Investitionen  und  Initiativen  in  die  südlichen  und  östlichen
     Regionen   des  Mittelmeerraums  zu  schaffen,   während  es  Sache  der
     Wirtschaft und  des Handels  ist,  die gebotenen  Möglichkeiten voll  zu
     nutzen;

-    unter Berücksichtigung der Bedeutung  der Mittelmeerpartnerschaft,  aber
     auch  von Formen  der  aktiven Zusammenarbeit  zwischen den  Ländern des
     südlichen Mittelmeeres für  eine endogene Entwicklung,  wobei beides  in
     einem  Klima   der  politischen   und  wirtschaftlichen  Stabilität   zu
     realisieren ist;

-    unter Hinweis darauf,  daß den Unternehmen bei  der wirtschaftlichen und
     sozialen  Entwicklung  der  Europa-Mittelmeer-Partnerschaft   ein  hoher
     Stellenwert  zukommt und  es  ihnen  freistehen  sollte,  Vorschläge  zu
     unterbreiten;

-    in  der Überzeugung, daß die Realisierung der Ziele der Wirtschafts- und
     Finanzpartnerschaft, die in  Barcelona formuliert wurden  und in  dieser
     Erklärung   näher  ausgeführt   werden,  eines   in   sich  schlüssigen,
     integrierten und koordinierten Konzepts bedarf;

-    in  dem Bewußtsein,  daß die Realisierung  der obengenannten  Ziele auch
     die Einbeziehung  anderer europäischer,  internationaler und  regionaler
     Organe  voraussetzt,   mit   denen   die   Konferenzteilnehmer   gewisse
     Befugnisse und Verantwortlichkeiten teilen;

-    im Vertrauen  auf eine  effiziente Koordinierung  der eigenen  Maßnahmen
     mit  denen  anderer  im  Rahmen   des  Barcelona-Prozesses  einberufener
     Konferenzen,  insbesondere   zwecks  Ausbau   der  Infrastrukturen   und
     Finanzsysteme, die die Grundlage der industriellen Entwicklung bilden;

-    angesichts  der   Ergebnisse  des   am  13./14.   Mai  1996  auf   Malta
     abgehaltenen Industrieforums Europa-Mittelmeer -

1.   kommen   im    Hinblick   auf    eine   nachhaltige   und    ausgewogene
     Wirtschaftsentwicklung überein,  daß sich  Modernisierung der  Industrie
     und  Förderung der  Privatinvestitionen, einschließlich  wechselseitiger
     Investitionen, vorrangig auf folgendes stützen müssen:

     -    Schaffung eines stabilen, sicheren und  mit den Zielen der  Europa-
          Mittelmeer-Partnerschaft   im   Einklang  stehenden   Rechts-   und
          Verwaltungsrahmens;

     -    Verbesserung  der  Unternehmenskultur,  Reform  und  Anpassung  der
          Unternehmerverbände    sowie    Modernisierung   der    Aus-    und
          Weiterbildung;

     -    Errichtung   und    Modernisierung   von   Industriegebieten    und
          Entwicklung spezialisierter Dienstleistungszentren;

     -    Förderung  und   Neugründung  kleiner  und  mittlerer  Unternehmen,
          Umstrukturierung und Modernisierung bestehender Unternehmen;

     -    Entwicklung  und   Ausbau  der   Europa-Mittelmeer-Partnerschafts-,
          Informations-   und   Kommunikationsnetze  zwecks   Förderung   der
          Zusammenarbeit der Unternehmen.

2.   nehmen  das unter  Nummer 6  aufgeführte  Arbeitsprogramm an  und nehmen
     Kenntnis  von  den  im  Anhang   wiedergegebenen  Diskussionspunkten  im
     Bereich   Infrastruktur  und   Finanzdienstleistungen   sowie  von   der
     Abschlußerklärung  des  am  13./14.  Mai  1996  auf  Malta  abgehaltenen
     Europa-Mittelmeer-Industrieforums.

3.   beschließen,

     .    nach    Bedarf    in   regelmäßigen    Abständen    Tagungen    der
          Industrieminister einzuberufen, um

          -    die Umsetzung dieser Erklärung zu prüfen;

          -    die erforderlichen Maßnahmen anzunehmen;

          -    gegebenenfalls das Arbeitsprogramm zu aktualisieren;

     .    eine  oder   mehrere  Arbeitsgruppen   einzusetzen,  die   folgende
          Aufgaben wahrnehmen:

          -    Vertiefung der in dieser Erklärung behandelten Themen;

          -    Feststellung der Prioritäten;

          -    Unterstützung der  Europäischen Kommission  bei der Ermittlung
               gemeinsamer  Vorhaben, einschließlich  der technischen  Hilfe,
               um den Zugang zum MEDA-Programm unter Beachtung der Ziele  und
               Verfahren  dieses  Programms  zu  erleichtern  und  damit  zur
               Kohärenz   der   Hilfsmaßnahmen  im   Bereich   der  Industrie
               beizutragen;

          -    Entwicklung    einer    kontinuierlichen    Beobachtung    der
               eingeleiteten Maßnahmen.

4.   vereinbaren,  daß   jede  Gruppe,  die   sich  aus   hochspezialisierten
     Sachverständigen des jeweiligen Bereichs  zusammensetzt und in der jedes
     interessierte   Europa-Mittelmeer-Partnerland   sowie   die   Kommission
     vertreten sind, seine eigene  interne Organisation und die entsprechende
     Arbeitsweise   festlegt   und   der    Europa-Mittelmeer-Konferenz   der
     Industrieminister darüber  Bericht erstattet,  wobei sie kontinuierliche
     Beziehungen  zum  Europa-Mittelmeer-Ausschuß  für  den  Barcelona-Prozeß
     unterhält.

5.   halten  es  für  angezeigt, bereits  jetzt  besondere  Sorgfalt auf  die
     Analyse der  folgenden Themen  im Rahmen  des unter  Nummer 6  genannten
     Arbeitsprogramms zu verwenden:

     -    angemessener Rechts- und Verwaltungsrahmen;

     -    Unternehmenskultur, Verbandsgründungen, Aus- und Weiterbildung;

     -    Industriegebiete und spezialisierte Dienstleistungszentren;

     -    Förderung  und  Modernisierung der  Unternehmen,  insbesondere  von
          KMU, durch Erleichterung des Investitonsflusses;

     -    Entwicklung      von     Partnerschafts-,     Informations-     und
          Kommunikationsnetzen zwischen Europa und dem Mittelmeerraum.

6.   Arbeitsprogramm

     Die  industrielle Zusammenarbeit  konzentriert sich  auf Maßnahmen,  die
     jene wirtschaftlichen  Entwicklungsfaktoren  beeinflussen,  die  in  der
     Brüsseler  Erklärung als  die  tragenden  Säulen  der  Wirtschafts-  und
     Finanzpartnerschaft herausgestellt werden;  in diesem Rahmen werden auch
     bestimmte horizontale  Initiativen  definiert,  die  zur  Verwirklichung
     einer kohärenten  Strategie der  industriellen Zusammenarbeit im  Rahmen
     der Europa-Mittelmeer-Partnerschaft beitragen.

Zu diesen Maßnahmen, die nach genau  festgelegten und transparenten Verfahren
durchgeführt  werden  müssen,   zählt  insbesondere  die  Unterstützung   von
gemeinsamen  Projekten,  und  zwar  auch  mit  dem  Ziel,  für  Maßnahmen  im
industriellen  Bereich  eine  Orientierungshilfe zu  geben  und  die  für die
wirtschaftliche  Entwicklung   und  die   Schaffung  von  Arbeitsplätzen   im
Mittelmeerraum erforderlichen Synergieeffekte sicherzustellen.

6.1. Angemessener Rechts- und Verwaltungsrahmen

          Bei  der Suche  nach  einem  geeigneten  Regelungsrahmen,  der  die
          wirtschaftlich-industrielle   Zusammenarbeit    und   Investitionen
          begünstigt,  ist den Rechtstraditionen jedes der Länder, die an der
          Europa-Mittelmeer-Partnerschaft  teilnehmen,  Rechnung  zu  tragen.
          Hierbei   sind   die   Anforderungen   aufgrund   der   derzeitigen
          Globalisierung der Wirtschaft  und die jeweiligen  Erfordernisse zu
          berücksichtigen,   wobei  in   Richtung  auf   eine  Anpassung  der
          bestehenden  Normenkomplexe  an  die  Regeln  des   internationalen
          Handels gewirkt werden soll. 

          Ziel der Maßnahmen:

          -    Ausarbeitung  von  Bestimmungen über  das  Niederlassungsrecht
               von Unternehmen und die Liberalisierung von Dienstleistungen;

          -    Schaffung    angemessener   Bedingungen    für   den    freien
               Kapitalverkehr;

          -    verstärkte  Einhaltung  und  Anwendung  der  Wettbewerbsregeln
               ohne Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem  Sektor
               sowie häufigeren Rückgriff  auf die Regeln  und Instanzen  zur
               Beilegung von Streitfällen;

          -    Erleichterung des  schrittweisen Abbaus von Unterschieden, die
               in   folgenden  Bereichen   hemmend  wirken:   Zusammenarbeit,
               Eigentumsrechte im  öffentlichen  und privaten  Bereich  sowie
               gewerbliches  und   geistiges  Eigentum,   vermögensrechtliche
               Haftung   und   Unternehmenskonkurs,   juristische   Personen,
               Gesellschaften und  deren steuerliche Behandlung,  Wertpapiere
               sowie Banken- und Finanzsystem;

          -    Angleichung  der  Produktionsprozesse  an  internationale  und
               gemeinschaftliche Normen  und Standards zur Konsolidierung des
               Konformitätsnachweis-,  Zertifizierungs-,   Anerkennungs-  und
               Qualitätssicherungssystems;

          -    schrittweiser Abbau aller Handels-  und Investitionshemmnisse,
               einschließlich   der  durch   die  Ursprungsregeln   bewirkten
               Hemmnisse.

6.2. Unternehmenskultur, Verbandsgründungen, Aus- und Weiterbildung

          Ziele der Zusammenarbeit:

          -    Unterstützung   von   Unternehmerverbandsgründungen   und  von
               verschiedenen Formen der Zusammenarbeit  zwischen europäischen
               Verbänden und Verbänden in den Mittelmeerländern;

          -    Information  europäischer Unternehmerkreise über Möglichkeiten
               der Zusammenarbeit  mit Unternehmen  in den  Mittelmeerländern
               im Interesse verstärkter Wechselbeziehungen in der Industrie;

          -    Ausarbeitung von  Programmen  zur  Herausbildung  eines  neuen
               Unternehmergeistes durch Entfaltung des  Potentials sowohl von
               Managern als auch des übrigen Unternehmenspersonals;

          -    Modernisierung    der    Ausbildung    von     Managern    und
               Unternehmenspersonal    unter   besonderer    Berücksichtigung
               internationaler  Märkte, der  technologischen Entwicklung  und
               der Erbringung qualifizierter Dienstleistungen;

          -    Durchführung    von    Weiterbildungskursen    für    leitende
               Verbandsmitarbeiter     mit     dem     Ziel    qualifizierter
               Dienstleistungen für Unternehmen;

          -    Weitergabe  von  Erfahrungen  aus   der  Managerweiterbildung,
               unter   anderem   durch   verstärkte    Beziehungen   zwischen
               Unternehmen, Hochschulen und europäischen  und internationalen
               Ausbildungszentren.

6.3. Industriegebiete und spezialisierte Dienstleistungszentren

          Ziele der Zusammenarbeit:

          -    Modernisierung  bestehender Produktionsstandorte und Schaffung
               neuer Industriegebiete;

          -    Einrichtung      von      Industriegebieten,      in     denen
               hochspezialisierte  Dienste   verfügbar  sein  werden   (unter
               anderem   Multimedia-Kommunikations-   und    Informationsver-
               arbeitungssysteme   zur  besseren  internationalen  Anbindung,
               Zugang zu  Abfragesystemen, Aus- und  Weiterbildungsstrukturen
               und produktionsbezogene Dienstleistungseinrichtungen);

          -    Entwicklung       und       Einrichtung       "spezialisierter
               Dienstleistungszentren"     für     die     Erbringung     von
               Dienstleistungen an  Unternehmen in den Bereichen  Innovation,
               Organisation, Qualitätssicherung und Marketing;

          -    Förderung     der    Gründung     von    "Fachzentren"     der
               Unternehmerverbände für Schulungszwecke.

6.4. Förderung   und   Modernisierung  von   Unternehmen   unter   besonderer
     Berücksichtigung der KMU

          Ziele der Zusammenarbeit:

          -    Maßnahmen    zur     Ermittlung    neuer     unternehmerischer
               Betätigungsfelder  und  zur  Gründung  von  neuen  Unternehmen
               unter Berücksichtigung  der Schlüsselfunktion  von Frauen  und
               Jungunternehmern;

          -    Förderung  und Aufbau  von  Einrichtungen, die  sich  für KMU-
               Neugründungen  einsetzen  und  deren   Entwicklung  begleiten.
               Diese   Einrichtungen   müßten   insbesondere   in   folgenden
               Bereichen    behilflich   sein:   Überwindung   bürokratischer
               Hindernisse,    Suche    nach    einem    Produktionsstandort,
               Anlauffinanzierung für die betreffenden  Unternehmen, Kontakte
               zu potentiellen Kunden und Lieferanten, Suche nach Partnern;

          -    Förderung    und    Schaffung    von    Stellen,   die    neue
               Unternehmensprojekte    vorübergehend    betreuen    und   die
               erforderliche  Hilfestellung für  ihre erfolgreiche  Durchfüh-
               rung  leisten.   Diese  Betreuungszentren   müßten  nicht  nur
               vergleichbare   Funktionen    wie   die   oben    aufgeführten
               Einrichtungen    erfüllen,    sondern    auch   kostengünstige
               allgemeine  Dienstleistungen   erbringen  und   sich  für  die
               Eingliederung  der  betreuten  Projekte  in  das  industrielle
               Umfeld einsetzen.

          -    Ausarbeitung von  Plänen zur Unternehmensumstrukturierung  und
               -modernisierung mit folgenden Mitteln:

          .    Ausbau  des Angebots  an hochqualifizierten  Beratungsdiensten
               in  den  Bereichen  Unternehmensstrategie, Qualitätssicherung,
               Unternehmensführung,    Produktionsorganisation,     Finanzen,
               Forschung und Entwicklung und Innovation sowie Marketing;

          .    Förderung und Unterstützung der  Unterauftragsvergabe zwischen
               Großunternehmen und KMU;

          .    Entwicklung   von  Prüflabors   und  Schulungsprogrammen   für
               Qualitätskontrolle;

          .    Ausbau der  Kooperationsbeziehungen zwischen  den Stellen  für
               die regionale Industrieförderung und -entwicklung.

6.5. Entwicklung von Partnerschafts-, Informations-  und Kommunikationsnetzen
     zwischen Europa und dem Mittelmeerraum

          Ziele der Zusammenarbeit:

          .    Verwirklichung einer Politik der  gegenseitigen Ergänzung, der
               Partnerschaft und  der Vernetzung zum  Aufbau von  Beziehungen
               und   einer   Zusammenarbeit   zwischen   Einzelpersonen   und
               Einrichtungen verschiedener Länder und  verschiedener Regionen
               und zur Verbreitung neuer  Technologien, die zu einer besseren
               Integration in die Informationsgesellschaft beitragen werden.

          .    Fortführung  von   Partnerschaftsprojekten  zwischen  KMU   in
               Europa und im  Mittelmeerraum (wie z.B. Euro-Partenariat, Med-
               Partenariat,  Med-Entreprises,  Bureau  de  Rapprochement  des
               Entreprises -  B.R.E. -, Business  Cooperation Networks -  BC-
               NET -, European Community Investment  Partners - ECIP -,  Euro
               Info Correspondence Centers - E.I.C.C. -).

7.        Die    nächste   Tagung    der   Europa-Mittelmeer-Konferenz    der
          Industrieminister  wird  in Marrakesch  (Marokko)  stattfinden. Die
          Konferenz  wird  nach   dem  im   Rahmen  des   Barcelona-Prozesses
          vereinbarten Follow-up-Verfahren einberufen.

                                                                     ANLAGE I

Denkansätze für die Europa-Mittelmeer-Konferenz in Brüssel

1.  Infrastruktur: Verkehr, Energie, Telekommunikation und Wasserressourcen

    Im   Interesse    der    Wettbewerbsfähigkeit   ist    ein    effizientes
    Infrastruktursystem  erforderlich, vor  allem in  den  Bereichen Verkehr,
    Energie,  Telekommunikation  und Wasserressourcen.  In  diesen  Bereichen
    haben  die Mittelmeerländer -  auch mit  Hilfe der  Gemeinschaft und  der
    EIB - bereits  beachtliche Fortschritte erzielt;  die bestehenden Systeme
    müßten jedoch ausgebaut und verbessert werden.

    Zum Ausbau  der Infrastruktur  sollten alle  betroffenen Länder,  private
    Finanzeinrichtungen und andere interessierte Organisationen beitragen.

1.1.   Verkehr

    Grundgedanke: Aufbau  eines auf ein transmediterranes  Verkehrssystem hin
    angelegten  Infrastrukturnetzes,   das  in  die  globalen  Verkehrsströme
    eingebunden und  auch geeignet  ist, die  Entwicklung eines  angemessenen
    lokalen   Netzes   von    Infrastruktureinrichtungen   und   öffentlichen
    Dienstleistungen zu unterstützen.

    Mögliche Schwerpunkte:

    -  Ausbau   der   großen  Hafen-   und   Flughafenknotenpunkte,  die   im
       Welthandelsnetz eine tragende Rolle spielen können;

    -  Modernisierung der  Leitstrecken für den  kombinierten Verkehr zu  den
       großen  Umschlagplätzen und  hierzu Ausbau  sowohl von  Schienenwegen,
       Autobahnen und Straßen als auch von Hafenverbundsystemen;

    -  Festlegung   neuer   vorrangiger   Infrastrukturen   und   Ausbau  der
       bestehenden Einrichtungen auch im Rahmen eines Netzverbundplans;

    -  Planung  und Entwicklung  von Lagereinrichtungen,  Vertriebsnetzen und
       Leitstellen;

    -  Ausbildungsmaßnahmen    in   den    Bereichen   Betriebsführung    und
       Güterabfertigung;

    -  Ausarbeitung  eines  Mittelmeer-Leitplans  mit  möglichen  aufeinander
       abgestimmten Konzepten für intermodale Netze.

1.2.   Energie

    Die    Einrichtung     und    Weiterentwicklung     eines    integrierten
    Infrastruktursystems im Energiesektor,  das der Nachfrage gerecht  werden
    kann, würde  die Planung,  den Bau  und den  Betrieb neuer  Produktions-,
    Transport-  und  Verteilungsanlagen  insbesondere  für  Elektrizität  und
    Erdgas voraussetzen.

    Mögliche Schwerpunkte:

    -  Fertigstellung  und   Ausbau  der   bestehenden  gebietsübergreifenden
       Großanlagen sowohl für Gas als auch für Elektrizität;

    -  Bau   neuer    Anlagen   für    die   Nord-Süd-Verbindung   und    die
       gebietsübergreifende Anbindung sowohl für  Methangas als auch für  die
       Beförderung elektrischer Energie;

    -  Bau von Kraftwerken, unter anderem auch von Kombinationskraftwerken;

    -  Entwicklung von Sekundärnetzen zur Versorgung lokaler Märkte;

    -  Ausbau der sektorenbezogenen Logistik  zur Sicherstellung der für  das
       Wachstum von Gewerbe und Industrie benötigten Dienstleistungen;

    -  rationelle Energienutzung und Entwicklung erneuerbarer Energiequellen.

1.3.   Telekommunikation

    Besonderer    Nachdruck    ist    auf    das   Erfordernis    effizienter
    Telekommunikationsnetze   für   eine  breit   angelegte   wirtschaftliche
    Entwicklung im Rahmen der Informationsgesellschaft zu legen.

    Mögliche Schwerpunkte:

    -  Abbau  des  infrastrukturbezogenen  Technologiegefälles  zwischen  den
       Netzen und der Rückständigkeit ihrer Regionalverbindungen;

    -  Festlegung geeigneter Kriterien für die Tarifgestaltung, die Erteilung
       von  Genehmigungen  und  die  Wiederverwendung  von  Frequenzen  sowie
       Festlegung technischer Vorschriften;

    -  Förderung     der     Erforschung     neuer      Kommunikationsmittel,
       Weiterentwicklung des Marktes für  Geräte, Dienste und Anwendungen  im
       Zusammenhang mit Technologien, Informationsdiensten und Anlagen.

1.4.   Wasserressourcen

    Die Wasserfrage ist für alle Partner des Mittelmeerraums von  vorrangiger
    Bedeutung  und  eine  unabdingbare  Voraussetzung  für  die  industrielle
    Entwicklung.

    Zur   Berücksichtigung    der   Schwankungen   und    der   Zunahme   des
    Wasserverbrauchs,   der  je   nach  Bevölkerungszahl,   sozioökonomischem
    Entwicklungsstand und Umfang  der Bewässerung  in der Landwirtschaft  von
    Land  zu Land  unterschiedlich ausfällt,  kann - und  muß zuweilen -  ein
    großer  Teil der  zusätzlichen  Wasserressourcen  wie  folgt  erschlossen
    werden:  Erschließung  neuer  Grundwasserreservoire,  Entsalzungsanlagen,
    Nutzung   von   Fossilwasserbrunnen,  rationelle   Wasserverwendung   und
    -wiedergewinnung sowie Abdichtung von Wasserspeichern und Rohrleitungen.

    Die Ausarbeitung  eines  Wasserbedarfsplans  für  die  Industrie,  dessen
    Daten   zweckmäßigerweise   in   die   allgemeinen  Verfügbarkeits-   und
    Verbrauchsberechnungen einbezogen werden, wäre unerläßlich.

2.  Entwicklung und Integration der Finanzmärkte

    Die industrielle  Zusammenarbeit zwischen  Unternehmen und  Einrichtungen
    in  Europa  und  im  Mittelmeerraum  wird  derzeit  nach  wie  vor  durch
    bestimmte  Beschränkungen  des  freien  Kapitalverkehrs   und  durch  die
    geringe  Leistungsfähigkeit  des   Bankensystems  beeinträchtigt,  dessen
    Kriterien  zur  Bewertung  der  Kreditwürdigkeit  nicht den  betreffenden
    internationalen Kriterien entsprechen.

    Mögliche Schwerpunkte:

    -  Förderung des  Aufbaus eines Kreditmarkts  und eines integrierten  und
       für  die Unternehmen  und Einrichtungen,  die auf  dem internationalen
       Finanzmarkt   tätig    sind,   zuverlässigen    Wertpapiermarkts   und
       schrittweise   Integration  der   Bankensysteme  in   Europa  und   im
       Mittelmeerraum;

    -  Einbeziehung europäischer  Unternehmen  und  Banken  in  die  Planung,
       Finanzierung   und  Überwachung  der  Verwirklichung  der  wichtigsten
       Infrastrukturnetze in den Mittelmeerländern;

    -  Verbreitung von Beteiligungsformen der "Projektfinanzierung";

    -  Ausbildungsmaßnahmen und technische Unterstützung  im Hinblick auf den
       Einsatz neuer Konzepte bei der Projektbewertung und -entwicklung (z.B.
       Zulieferverträge,        immaterielle         Investitionen        zur
       Qualitätsverbesserung, Einführung marketingorientierter Strategien);

    -  Ausbildungsmaßnahmen    und   Praktika    für   Bankmitarbeiter    bei
       Finanzeinrichtungen  in der  Gemeinschaft,  die auf  die KMU-Förderung
       spezialisiert sind.

                                                                   ANLAGE III

TEILNEHMERLISTE

       Die Regierungen der Mitgliedstaaten waren wie folgt vertreten:

Belgien
Herr Robert COLLIGNON          Ministerpräsident der wallonischen  Regierung,
                               zuständig  für Wirtschaft, KMU, Fremdenverkehr
                               und Außenbeziehungen

Dänemark
Herr Niels PULTZ               Stellvertreter des Ständigen Vertreters

Deutschland
Herr Norbert LAMMERT           Parlamentarischer Staatssekretär  beim Bundes-
                               minister für Wirtschaft

Griechenland
Frau Anna DIAMADOPOULOU        Generalsekretärin,       Ministerium       für
Entwicklung

Spanien
Herr Josep PIQUE i CAMPS       Minister für Industrie und Energie

Frankreich
Herr Frank BOROTRA             Minister    für     Industrie,    Post     und
                               Telekommunikation

Irland
Herr Richard BRUTON            Minister für Unternehmen und Beschäftigung

Italien
Herr Pierluigi BERSANI         Minister für Industrie und Handwerk
Herr Giovanni ZANETTI          Staatssekretär im Ministerium für Industrie

Luxemburg
Herr Jean-Marc HOSCHEIT        Stellvertreter des Ständigen Vertreters

Niederlande
Herr Lambert HANRATH           Stellvertreter des Ständigen Vertreters

Österreich
Herr Johannes DITZ             Minister für Wirtschaft

Portugal
Herr José PENEDOS              Staatssekretär  im  Ministerium  für Industrie
                               und Energie

Finnland
Herr Antti KALLIOMÄKI          Minister für Handel und Industrie

Schweden
Herr Anders SUNDSTRÖM          Minister für Industrie und Handel

Vereinigtes Königreich
Herr Tim EGGAR                 Minister für Industrie

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Die Europäische Kommission war wie folgt vertreten:

Herr Martin BANGEMANN          Mitglied
Herr Christos PAPOUTSIS        Mitglied

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Die Mittelmeerländer waren wie folgt vertreten:

Algerien
Herr Mourad BENACHENOU         Minister für Industrie und Umstrukturierung

Palästinensische Behörde
Herr Adnan SAMARA              Stellvertretender Minister für Industrie

Zypern
Herr Kyriacos CHRISTOFI        Minister für Industrie, Handel und Tourismus

Ägypten
Herr Soleiman REDA             Minister für Industrie

Israel
Herr Michael HARISH            Minister für Industrie und Handel

Jordanien
Herr Ali'Abu AL-RAGHEB         Minister für Industrie

Libanon
Herr Chahé BARSOUMIAN          Minister für Industrie

Malta
Herr Josef BONNICI             Minister für Wirtschaft

Marokko
Herr Driss JETTOU              Minister für Industrie und Handwerk

Syrien
Herr Ahmad NIZAM AL-DIN        Minister für Industrie

Tunesien
Herr Slaheddine BOUGUERRA      Minister für Industrie

Türkei
Herr Erkal SAHTYANCI           Unterstaatssekretär    im   Ministerium    für
                               Industrie

[1]                            Die   Teilnehmerliste   ist  in   Anhang   III
                               enthalten.

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