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RAT DER
EUROPÄISCHEN UNION

DE
C/06/132
9170/06 (Presse 132)


MITTEILUNG AN DIE PRESSE
2730. Tagung des Rates
Landwirtschaft und Fischerei
Brüssel, den 22. Mai 2006
Präsident Josef PRÖLL
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Österreichs

Wichtigste Ergebnisse der Ratstagung
Der Rat führte auf der Grundlage eines Fragenkatalogs des Vorsitzes eine nützliche Aussprache über die ökologische/biologische Erzeugung.
Der Rat nahm eine Verordnung über den Abschluss des partnerschaftlichen Fischereiabkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und dem Königreich Marokko an.
Der Rat nahm einen Beschluss über die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der EU und Russland über die Erleichterung der Ausstellung von Visa für Bürger der EU und Russlands sowie einen Beschluss über die Unterzeichnung eines Rückübernahmeabkommens an.
Am Rande der Ratstagung wurden die Minister beim Mittagessen von der Kommission über den Stand der Verhandlungen in der Welthandelsorganisation(WTO) unterrichtet.

INHALT1

TEILNEHMER 5

ERÖRTERTE PUNKTE

ÖKOLOGISCHE/BIOLOGISCHE LEBENSMITTEL 7

KOEXISTENZ - Schlussfolgerungen des Rates 9

ABKOMMEN ÜBER DIE TIER- UND PFLANZENGESUNDHEIT ZWISCHEN DER EU UND DER RUSSISCHEN FÖDERATION 13

EUROPÄISCHER FISCHEREIFONDS 14

SONSTIGES 15

– Aviäre Influenza (H5N1) 15

– Olivenöl 16

– Pflanzengenetische Ressourcen 16

– Anträge für die einheitliche Betriebsprämie 17

SONSTIGE ANGENOMMENE PUNKTE

LANDWIRTSCHAFT

Reiseinfuhren - Indien, Pakistan, Vereinigte Staaten, Thailand * 18

FISCHEREI

Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko 18

Seerecht 19

Kommission für Thunfisch 19

Fischereiabkommen zwischen der EU und Mauretanien 19

JUSTIZ UND INNERES

EU/Russland - Abkommen über die Erleichterung der Ausstellung von Visa und Rückübernahmeabkommen 20

HANDELSPOLITIK

Malaysia - Abkommen über Handelszugeständnisse – EU-Erweiterung 20

Taiwan, Penghu, Kinmen und Matsu - Abkommen über Handelszugeständnisse - EU-Erweiterung 21

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

AKP-EG-Partnerschaftsabkommen – Finanzielle Unterstützung im Zeitraum 2008-2013 21

ZOLLUNION

EU/Schweiz, Liechtenstein - Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen 22

GESELLSCHAFTSRECHT

Jahresabschlüsse von Unternehmen * 22

TEILNEHMER

Die Regierungen der Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission waren wie folgt vertreten:

Belgien:

Sabine LARUELLE Ministerin des Mittelstands und der Landwirtschaft

Yves LETERME Ministerpräsident der Flämischen Regierung und Flämischer Minister für institutionelle Reformen, Landwirtschaft, Seefischerei und den ländlichen Raum

Tschechische Republik:

Jan MLÁDEK Minister für Landwirtschaft

Dänemark:

Hans Christian SCHMIDT Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei

Deutschland:

Gert LINDEMANN Staatssekretär, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Estland:

Ester TUIKSOO Ministerin für Landwirtschaft

Griechenland:

Evangelos BASIAKOS Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung

Christos AVGOULAS Generalsekretär für Landwirtschaftspolitik und internationale Angelegenheiten, Ministerium für ländliche Entwicklung und Ernährung

Spanien:

Elena ESPINOSA MANGANA Ministerin für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung

Frankreich:

Dominique BUSSEREAU Minister für Landwirtschaft und Fischerei

Irland:

Mary COUGHLAN Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung

John BROWNE Staatsminister im Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung (mit besonderer Zuständigkeit für Forstwirtschaft)

Italien:

Paolo DE CASTRO Minister für Agrar- und Forstpolitik

Zypern:

Panicos POUROS Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Naturressourcen und Umwelt

Lettland:

Mārtiņš ROZE Minister für Landwirtschaft

Litauen:

Kazimira Danutė PRUNSKIENĖ Ministerin für Landwirtschaft

Luxemburg:

Fernand BODEN Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Minister für Mittelstandsfragen, Fremdenverkehr und Wohnungsbau

Octavie MODERT Staatssekretärin für die Beziehungen zum Parlament, Staatssekretärin für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Staatssekretärin für Kultur, Hochschulen und Forschung

Ungarn:

József GRÁF Minister für Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums

Malta:

George PULLICINO Minister für Angelegenheiten des ländlichen Raums und Umwelt

Niederlande:

Ate OOSTRA Generaldirektor, Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität

Österreich:

Josef PRÖLL Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Andrä RUPPRECHTER Generaldirektor, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Polen:

Andrzej LEPPER Stellvertretender Premierminister, Minister für Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums

Portugal:

Jaime SILVA Minister für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei

Slowenien:

Marija LUKAČIČ Ministerin für Landwirtschaft, Forsten und Ernährung

Slowakei:

Juraj NOCIAR Stellvertreter des Ständigen Vertreters

Finnland:

Juha KORKEAOJA Minister für Landwirtschaft und Forsten

Schweden:

Ann-Christin NYKVIST Ministerin für Landwirtschaft

Vereinigtes Königreich:

David MILIBAND Minister für kommunale Angelegenheiten und örtliche Selbstverwaltung

Ben BRADSHAW Parlamentarischer Staatssekretär für Umwelt, Ernährung und Angelegenheiten des ländlichen Raums

Kommission:

Joe BORG Mitglied

Markos KYPRIANOU Mitglied

Mariann FISCHER BOEL Mitglied

Die Regierungen der beitretenden Staaten waren wie folgt vertreten:

Bulgarien:

Roussi IVANOV Stellvertreter des Ständigen Vertreters

Rumänien:

Mugur CRĂCIUN Staatssekretär, Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und ländliche Entwicklung

ERÖRTERTE PUNKTE

ÖKOLOGISCHE/BIOLOGISCHE LEBENSMITTEL

Der Rat führte eine Orientierungsaussprache über einen Vorschlag für eine Verordnung des Rates über die ökologische/biologische Erzeugung und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen (Dok. 5101/06). Mit dem zweiten Vorschlag über ökologische/biologische Lebensmittel wird die Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 des Rates über den ökologischen Landbau /die biologische Landwirtschaft und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel geändert.

Die Aussprache wurde anhand der folgenden Fragen des Vorsitzes geführt:

1. Sind die Mitgliedstaaten mit der allgemeinen Ausrichtung des Kommissionsvorschlags einverstanden?

Eine breite Mehrheit von Delegationen unterstützte das mit dem Vorschlag angestrebte Ziel der Vereinfachung, Harmonisierung und Modernisierung. Einige Delegationen äußerten jedoch die Sorge, dass den ökologischen/biologischen Erzeugern ein übermäßiger Verwaltungsaufwand entstehen könnte, und drängten darauf, dass die Vorschriften über Kennzeichnung ökologischer/ biologischer Erzeugnisse und die entsprechenden Logos klarer gefasst werden, um zu vermeiden, dass die Verbraucher in die Irre geführt werden.

Kommissionsmitglied Fischer-Boel dankte den Delegationen für ihre Unterstützung.

2. Sollten Großküchen in den Geltungsbereich der vorgeschlagenen Verordnung fallen, oder sollte es, wie der Kommissionsvorschlag impliziert, den Mitgliedstaaten überlassen werden, diese Frage im Rahmen einzelstaatlicher Vorschriften zu regeln?

Eine Mehrheit von Delegationen sprach sich dafür aus, dass Großküchen in den Geltungsbereich des Vorschlags aufgenommen werden. Einige dieser Delegationen betonten jedoch, dass für diesen Sektor spezifische Regeln gelten bzw. nationale Kontrollvorschriften erlassen werden müssten. Mehrere Delegationen möchten, dass Großküchen aus dem Geltungsbereich des Vorschlags ausgenommen werden, für die nach ihrer Auffassung entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip die Mitgliedstaaten zuständig sein sollten, und wiesen darauf hin, dass Rückverfolgbarkeitsregeln in diesem Bereich sehr schwer anwendbar seien.

Kommissionsmitglied Fischer-Boel nahm die Stellungnahmen der breiten Mehrheit der Delegationen zur Kenntnis, wies jedoch darauf hin, dass Großküchen nicht in den Geltungsbereich des Vorschlags aufgenommen werden dürfen, um keinen zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu schaffen; außerdem könnten die in den horizontalen Verordnungen über Lebensmittel und Futtermittel vorgesehenen Kontrollen auf Großküchen angewendet werden, auch wenn diese nicht von dem vorliegenden Vorschlag erfasst würden. Ferner könnten die Mitgliedstaaten auch nationale Kontrollen auf die Erzeugnisse aus Großküchen anwenden.

3. Sollten das Logo und/oder die Bezeichnung "EU-ökologisch" bzw. "EU-biologisch" Ihrer Ansicht nach obligatorisch sein?

Eine Mehrheit von Delegationen können den Vorschlag, ein Gemeinschaftslogo oder die Bezeichnung "EU-ökologisch" bzw. "EU-biologisch" verbindlich vorzuschreiben, unterstützen; dabei wiesen einige dieser Delegationen jedoch darauf hin, dass das Logo die Verbraucher nicht in die Irre führen dürfe und klare Informationen über den Inhalt des Erzeugnisses enthalten müsse. Andere Delegationen sprachen sich dafür aus, ein Logo oder eine Bezeichnung auf freiwilliger Basis anzubringen, und möchten nicht, dass ein obligatorisches Gemeinschaftslogo eingeführt wird.

Nach Auffassung des Kommissionsmitglieds Fischer-Boel ist ein EU-Logo oder eine Bezeichnung wie "EU-ökologisch" bzw. "EU-biologisch" absolut notwendig; Fischer-Boel wies nachdrücklich darauf hin, dass eine solche Bezeichnung oder ein solches Logo die Mitgliedstaaten nicht daran hindere, private oder nationale Logos zu verwenden.

Die Gruppe war zu sechs Sitzungen über dieses Dossier zusammengetreten und wird unter österreichischem Vorsitz erneut am 29. Mai und am 8. Juni zusammentreten, um diese Vorschläge nach Abschluss der technischen Prüfung dem finnischen Vorsitz zu übergeben.

Über diese drei Fragen hinaus brachten mehrere Delegationen auch ihre Bedenken darüber zum Ausdruck, dass für ökologische/biologische Erzeugnisse ein niedrigerer Schwellenwert für den Höchstgehalt an genetisch veränderten Organismen als für konventionelle Erzeugnisse vorgesehen ist, nämlich 0,9 %. Mehrere Delegationen warfen die Frage auf, ob der Verwaltungsausschuss für die Durchführung des neuen Verordnungsentwurfs zuständig sein sollte und beantragten, das derzeitige Ausschussverfahren (Regelungsausschuss) beizubehalten. Schließlich sprachen einige Delegationen das Problem des direkten Zugangs ökologischer/biologischer Erzeugnisse aus Drittländern zum Gemeinschaftsmarkt an.

Die Kommission hat die beiden Vorschläge im Dezember 2005 als Folgemaßnahme zu den Schlussfolgerungen des Rates zum Europäischen Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel vorgelegt; mit diesen Vorschlägen soll der bestehende Rechtsrahmen vereinfacht und die Gesamtkohärenz sichergestellt werden, indem die derzeit geltende Verordnung und ihre Durchführungsvorschriften im Sinne einer weniger ins Detail gehenden Regelung abgeändert werden. Die neuen Rechtsvorschriften sollen die Ziele und Grundsätze des ökologischen Landbaus/der biologischen Landwirtschaft festlegen, wobei ein gewisser Spielraum gelassen werden soll, damit unterschiedlichen regionalen Klima- und sonstigen Bedingungen Rechnung getragen werden kann. Die Erzeuger sollen selbst entscheiden können, ob sie das "Öko-/Bio-Logo" der EU verwenden möchten oder nicht. Entscheiden sie sich dagegen, müssen ihre Erzeugnisse im Etikett als "EU-ökologisch" bzw. "EU-biologisch" gekennzeichnet werden. Diese Bezeichnung darf nur verwendet werden, wenn mindestens 95 % des Enderzeugnisses ökologisch/ biologisch erzeugt wurden. Erzeugnisse, die GVO enthalten, dürfen nicht als ökologisch/biologisch gekennzeichnet werden, es sei denn, dass der GVO-Gehalt auf eine zufällige Kontamination zurückzuführen ist und 0,9 % nicht übersteigt. Mit dem Vorschlag sollen ferner permanente Einfuhrregeln auf der Grundlage des direkten Zugangs für vollständig konforme oder gleichwertige Erzeugnisse entwickelt werden.

Bestimmte Einfuhrvorschriften in den derzeitigen Rechtsvorschriften verlieren am 31. Dezember 2006 ihre Gültigkeit. Damit es zu keiner Störung des internationalen Handels kommt, wird vorgeschlagen, solange die neue Regelung noch nicht gilt, das Recht der Mitgliedstaaten zu verlängern, für einzelne Erzeugnisse eine Einfuhrerlaubnis zu erteilen.

Die beiden Vorschläge werden nach dem Beratungsverfahren (Artikel 37 des Vertrags) behandelt, weshalb die Stellungnahme des Europäischen Parlaments rechtlich nicht bindend ist. Das Europäische Parlament wird seine Stellungnahme voraussichtlich im Herbst 2006 abgeben. Diese Vorschläge haben keine finanziellen Auswirkungen auf den Gemeinschaftshaushalt.

KOEXISTENZ - Schlussfolgerungen des Rates

Der Rat nahm die folgenden Schlussfolgerungen an[1]:

"Der Rat

1. VERWEIST auf die Empfehlung der Kommission vom 23. Juli 2003 mit Leitlinien für die Erarbeitung einzelstaatlicher Strategien und geeigneter Verfahren, die darauf abzielen, den Mitgliedstaaten bei der Erstellung einzelstaatlicher Rechtsvorschriften oder Strategien für die Koexistenz behilflich zu sein;

2. BEGRüSST den am 9. März 2006 angenommenen Bericht der Europäischen Kommission über die Durchführung der einzelstaatlichen Maßnahmen für die Koexistenz gentechnisch veränderter, konventioneller und ökologischer Kulturen;

3. BEGRüSST die Ergebnisse der Konferenz "Koexistenz von gentechnisch veränderten, konventionellen und biologischen Nutzpflanzen – Die Freiheit der Wahl" (4.-6. April 2006 in Wien), auf der breit angelegte Gespräche mit Vertretern aller Interessengruppen stattfanden;

4. BEGRüSST den Beitrag dieser Konferenz zu einem besseren Verständnis der vielfältigen Herausforderungen für Europa im Bereich der Koexistenz sowie die Tatsache, dass dabei eine transparente Debatte über die Frage ermöglicht wurde, wie die Koexistenz konkret umgesetzt und wie die Freiheit der Wahl am besten gewährleistet werden kann;

5. ERKENNT AN, dass die Freiheit der Wahl bedeutet, dass die europäischen Landwirte dauerhaft die Möglichkeit haben sollten, zwischen dem Anbau konventioneller, ökologischer und gentechnisch veränderter Kulturen zu wählen. Landwirte, die ihre derzeitigen Anbaumethoden fortsetzen möchten, sollten dies tun können, ohne ihre Verfahren ändern zu müssen. Andererseits sollten die Landwirte, die gentechnisch veränderte Kulturen anbauen möchten, auch die Möglichkeit haben, dies zu tun. Gleichermaßen müssen die Verbraucher dauerhaft die Wahl zwischen konventionellen, ökologischen und gentechnisch veränderten Lebensmitteln haben. Dabei kommt den Regeln der EU bezüglich Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit eine wichtige Rolle zu;

6. ERKENNT AN, dass bestimmte Teile der europäischen Bevölkerung weiterhin Bedenken hinsichtlich der Sicherheit zugelassener gentechnisch veränderter Organismen haben, auch wenn die EU wohl über die weltweit strengsten und gründlichsten Risikobewertungs- und Zulassungsverfahren für GVO verfügt;

7. NIMMT ZUR KENNTNIS, dass eine Diskussion über die Zulassungsverfahren für GVO, insbesondere auch die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgeführte Risikobewertung geführt wird, und WEIST DARAUF HIN, dass der Rat (Umwelt) diese Fragen auf seiner Tagung im Juni 2006 erörtern wird;

8. ERKENNT jedoch AN, dass die Frage der Koexistenz die sozioökonomischen Aspekte eines Anbaus von GVO neben konventionellen und biologischen Nutzpflanzungen betrifft;

9. ERKENNT AN, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landwirtschaftssektors der EU auf dem globalen Markt im Rahmen der Gesamtreformen der Agrarhandelspolitik für die Landwirte und für die ländlichen Gebiete insgesamt immer wichtiger wird und dass dies auch bedeutet, dass auf die Nachfrage der Verbraucher beispielsweise nach ökologischen Erzeugnissen sowie Erzeugnissen, die mit herkömmlichen Verfahren und geografischen Ursprungsgebieten verknüpft sind, eingegangen werden muss. Wettbewerbsfähigkeit bedingt jedoch auch Innovation; dies bedeutet, dass die Wissenschaft, einschließlich der Biotechnologie, in den Dienst der Landwirtschaft gestellt werden kann; WEIST daher DARAUF HIN, dass es im Interesse Europas ist, einen Rückstand in der Biotechnologie zu verhindern;

10. BETONT, dass das europäische Agrarmodell mit seinem nachhaltigen Gleichgewicht zwischen sozioökonomischen, ökologischen und territorialen Aspekten beibehalten werden muss;

11. BETONT, dass verhindert werden muss, dass die Einführung von GVO in der europäischen Landwirtschaft zu wirtschaftlichen Schäden oder Verlusten für Landwirte, die konventionellen oder ökologischen Anbau betreiben, führt, weil sie dazu gezwungen würden, ihre derzeitigen Verfahren zu ändern;

12. WEIST DARAUF HIN, dass die Reinheitsnormen für Saatgut der Schlüssel zur Gewährleistung eines nachhaltigen Ansatzes für Koexistenz sind; BETONT, dass daher gemeinschaftliche Kennzeichnungsschwellen für Saatgut erforderlich sind und dass diese so festgelegt werden sollten, dass es in jedem Fall möglich ist, die Kennzeichnungsschwelle für das Enderzeugnis am Ende der Lebensmittelerzeugungskette einzuhalten;

13. BETONT, dass Koexistenz bedeutet, dass die Entscheidung über den Anbau gentechnisch veränderter oder nicht gentechnisch veränderter Kulturen bei dem einzelnen Landwirt oder bei Zusammenschlüssen von Landwirten, die über den Anbau einer dieser Kulturarten entscheiden, liegen sollte; WEIST DARAUF HIN, dass daher dauerhafte Lösungen gemäß diesen Vorgaben für alle Regionen der EU angestrebt werden sollten;

14. WEIST DARAUF HIN, dass GVO- und Nicht-GVO-Landwirte umfassend über ihre Rechte und Pflichten bezüglich des Anbaus von GVO informiert werden müssen, wozu auch Informationen über Haftungsregeln und Entschädigungen gehören;

15. WEIST DARAUF HIN, dass gemeinschaftliche Leitlinien für die Entwicklung praktischer kulturspezifischer Maßnahmen für Koexistenz in Ergänzung der bestehenden Empfehlung der Kommission erarbeitet werden müssen, wobei den Mitgliedstaaten und den Regionen ausreichend Spielraum gelassen werden sollte, um die Maßnahmen an ihre Bedürfnisse, Bedingungen und spezifischen Umstände wie Größe der Parzellen, Fragmentierung der Flächen und klimatische Bedingungen anzupassen. Diese Leitlinien sollten die wirtschaftlichen Kosten der Koexistenz-Maßnahmen sowie ihre technische Wirksamkeit berücksichtigen;

16. WEIST DARAUF HIN, dass ein besonderes Augenmerk auf grenzübergreifende Fragen gelegt werden sollte und dass in diesem Zusammenhang unter anderem die Schaffung eines Informationssystems zwischen den Mitgliedstaaten in Erwägung gezogen werden sollte; ERKENNT AN, dass das Expertennetzwerk für die Koexistenz (COEX-NET) dabei eine Rolle spielen kann;

17. WEIST DARAUF HIN, dass Transparenz und ein offener Dialog mit allen betroffenen Interessengruppen entscheidend für die Behandlung dieses Themas sind, und dass daher künftig der Dialog zu allen Fragen der Koexistenz vertieft werden sollte, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Austausch von Informationen und Erfahrungen bezüglich Forschung über die zwischen Kulturen einzuhaltenden spezifischen Abstände, die Haftung und grenzübergreifende Fragen sowie bezüglich Überwachungsmethoden für die Koexistenz;

18. BETONT, dass die Nutzung des COEX-NET intensiviert und die Rolle des Netzwerks gestärkt werden sollte, damit eine dauerhafte Plattform für den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten, z.B. bezüglich der Trennung von Kulturen und Haftungsmaßnahmen, zur Verfügung gestellt werden kann;

19. ERKENNT AN, dass die Mitgliedstaaten und die Kommission weiterhin erkunden sollten, ob weitere Schritte hin zu gemeinsamen Grundsätzen für die Koexistenz unternommen werden sollten;

FORDERT DIE KOMMISSION AUF,

1. den oben genannten Aspekten Rechnung zu tragen;

2. so rasch wie möglich gemeinschaftliche Kennzeichnungsschwellen für Saatgut vorzulegen, die so festgelegt werden sollten, dass es in jedem Fall möglich ist, die Kennzeichnungsschwelle für das Enderzeugnis am Ende der Lebensmittelerzeugungskette einzuhalten. Die Höhe dieser Schwellenwerte sollte so gestaltet sein, dass die Freiheit der Wahl in der gesamten Lebensmittelerzeugungskette möglich ist und keiner Betreibergruppe unverhältnismäßig hohe Belastungen auferlegt werden;

3. in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den Interessengruppen bewährte Verfahren für technische Trennungsmaßnahmen zu ermitteln und – auf dieser Grundlage – Leitlinien für kulturspezifische Maßnahmen zu entwickeln. Gleichzeitig sollte die Kommission gewährleisten, dass den Mitgliedstaaten in den kulturspezifischen Leitlinien genügend Spielraum gelassen wird, um ihre regionalen und lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen (Anteil der verschiedenen Kulturpflanzen am Gesamtanbau, Fruchtwechsel, Größe der Felder usw.);

4. die Nutzung des COEX-NET zu intensivieren, damit Informationen über Kulturtrennungs- und Haftungsmaßnahmen, insbesondere auch über grenzübergreifende Probleme in Verbindung mit der Koexistenz ausgetauscht und Lösungsvorschläge für gegebenenfalls festgestellte Probleme dieser Art erörtert werden;

5. mit den Mitgliedstaaten Möglichkeiten zur Minimierung potenzieller grenzübergreifender Probleme im Zusammenhang mit der Koexistenz zu erkunden;

6. nachhaltige Lösungen, die im Einklang mit den EU-Rechtsvorschriften stehen, für Gebiete zu erkunden, in denen eine betriebsspezifische Koexistenz für bestimmte Kulturpflanzen aufgrund der landwirtschaftlichen Strukturen und der Landbaubedingungen schwierig zu erreichen ist;

7. die europäische Forschung über die Koexistenz zu verstärken, damit die derzeitigen Kenntnislücken beseitigt werden, und den Mitgliedstaaten die bestehenden Forschungsergebnisse zur Verfügung zu stellen;

8. wie in ihrem Bericht vorgeschlagen, die verschiedenen einzelstaatlichen Systeme der zivilrechtlichen Haftung zu prüfen, und zwar in Bezug auf ihre Anwendung bei wirtschaftlichen Schäden aufgrund der Beimischung von GVO zu Nicht-GVO-Kulturen, einschließlich in grenzübergreifenden Situationen. In diesem Zusammenhang sollte die Kommission ferner in den Mitgliedstaaten entwickelte spezifische Entschädigungs- und Versicherungsregelungen prüfen;

9. weiterhin zusammen mit den Mitgliedstaaten auf transparente Art zu erkunden, ob weitere Schritte hin zu gemeinsamen Grundsätzen für die Koexistenz ergriffen werden sollten."

ABKOMMEN ÜBER DIE TIER- UND PFLANZENGESUNDHEIT ZWISCHEN DER EU UND DER RUSSISCHEN FÖDERATION

Der Rat nahm einen Sachstandsbericht der Kommission über die Abkommen über die Tier- und Pflanzengesundheit zwischen der EU und der Russischen Föderation entgegen. Er begrüßte die im Rahmen der guten Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation erzielten Fortschritte und ersuchte die Kommission, unter Beteiligung der Potsdam-Gruppe die Zertifizierungsarbeiten zum Abschluss zu bringen, um den Handel zwischen den beiden Parteien zu erleichtern.

Die polnische Delegation verurteilte in ihrer Stellungnahme das gegen die polnischen Ausfuhren nach Russland verhängte Embargo, das nun seit mehreren Monaten in Kraft ist, und wies darauf hin, dass dieses Verbot sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus politischen Gründen rasch aufgehoben werden müsse[2]. Die polnische Delegation forderte ein entschiedenes und koordiniertes Vorgehen auf EU-Ebene.

Die spanische Delegation dankte Kommissionsmitglied Kyprianou für die Verhandlungsarbeit und wies darauf hin, dass ein stabiles Abkommen über die Genehmigung von Fleischausfuhren nach Russland geschlossen werden müsse. Die dänische Delegation sprach der Kommission ihre Unterstützung aus und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die im April unterzeichneten Abkommen positive Auswirkungen auf den Handel zwischen der Gemeinschaft und Russland zeitigen werden. Die irische Delegation begrüßte den Sachstandsbericht, wies auf die große Bedeutung des Handels mit Russland hin und stellte fest, dass Handelsfragen wie die Zertifizierungsanforderungen und Veterinärfragen zusammen zu regeln seien.

Kommissionsmitglied Kyprianou wies auf die Fortschritte hin, die im Veterinärbereich seit der Unterzeichnung zweier Abkommen am 4. April 2006, eines Memorandums über Grundsätze der Zonenabgrenzung und Regionalisierung im Veterinärbereich und eines Memorandums über Transitkontrollen, erzielt worden seien. Was die Frage der EU-Ausfuhrbescheinigungen anbelange, so seien die meisten Probleme in Bezug auf die – in einigen Fällen ungerechtfertigten – Anforderungen gelöst worden; er führte als Beispiel für die nun verbesserte Lage die Milchausfuhren an. Betreffend die Ausfuhrbedingungen wies er nachdrücklich darauf hin, dass die russischen Einfuhrregelungen unbedingt dem SPS-System der WTO entsprechen müssten. Er räumte jedoch auch ein, dass die Gemeinschaft immer noch Probleme mit dem in Russland geltenden Verbot der Einfuhr von Fleisch und Pflanzen aus Polen habe, und wies darauf hin, dass diese Frage im letzten Monat auf verschiedenen Ebenen zur Sprache gekommen sei. Er betonte abschließend, dass alle technischen Fragen gelöst worden seien und dass die Gemeinschaft und Polen alle erforderlichen Schritte unternommen hätten, um die technischen Anforderungen Russlands zu erfüllen, dass die polnischen Ausfuhren allen technischen Anforderungen entsprächen und dass er in engem Kontakt mit Kommissionsmitglied Mandelson stehe, um eine Lösung für dieses Problem zu finden, das nun ein echtes Handelsproblem geworden sei. Er riet den Mitgliedstaaten dringend, Russland auf keinen Fall einen Anlass zu geben, ein Verbot zu verhängen, und wies darauf hin, dass die Ausfuhren diesbezüglich verstärkt kontrolliert werden müssten.

EUROPÄISCHER FISCHEREIFONDS

Der Rat ersuchte den Ausschuss der Ständigen Vertreter, seine Arbeiten fortzusetzen, damit unter dem künftigen finnischen Vorsitz eine Einigung über den Entwurf eines Vorschlags über den Europäischen Fischereifonds (Dok. 11493/04) erzielt werden kann.

SONSTIGES

  • Aviäre Influenza (H5N1)

Der Rat nahm die neuesten Informationen des Kommissionsmitglieds Kyprianou zu den jüngsten Entwicklungen bei den festgestellten Fällen von aviärer Influenza des Typs H5N1 in der Europäischen Union zur Kenntnis.

Die dänische Delegation teilte mit, dass das H5N1-Virus am 18. April in Dänemark in einer Hobbyhaltung auf Fünen festgestellt worden sei, dass alle Vögel in der Haltung gekeult worden seien und dass vor Ort weitere Kontrollen durchgeführt würden. Die dänische Delegation bedauerte, dass die dänischen Geflügelausfuhren durch diesen Ausbruch beeinträchtigt werden könnten, und hoffte, dass EU-Maßnahmen auf Dänemark ausgedehnt werden können.

Die rumänische Delegation teilte dem Rat mit, dass in Rumänien vor 10 Tagen ein neuer Ausbruch des H5N1-Virus festgestellt worden sei, so dass in es in Rumänien nun 33 bestätigte Ausbrüche und 18 Verdachtsfälle gebe; davon seien 11 Bezirke betroffen. Die rumänische Delegation wies darauf hin, dass der Verkauf von Geflügelfleisch in Rumänien stark zurückgegangen sei (- 80 %); ferner betonte sie, dass die Einrichtung von 3 km-Schutzzonen sich als wirksam erwiesen habe. Die rumänische Delegation hofft, dass diese neue Krise möglichst rasch beendet werden kann.

Die polnische Delegation bat um Informationen zur Lage in Bezug auf die aviäre Influenza in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Kommissionsmitglied Kyprianou bemerkte, dass die auf Gemeinschaftsebene ergriffenen Maßnahmen[3] wirksam seien, wies jedoch warnend darauf hin, dass die Situation ständig genau beobachtet werden müsse; die jüngsten Ausbrüche der aviären Influenza in Dänemark und Rumänien zeigten, dass das Virus in Europa immer noch eine Gefahr darstelle; er forderte die Mitgliedstaaten ständig zu höchster Alarmbereitschaft auf. Ferner müsste an hohen Überwachungsstandards festgehalten und müssten Maßnahmen auf der Grundlage eines risikobasierten Konzepts ergriffen werden. Das Virus könne in Wildvögeln endemisch werden; die Kommission werde weiterhin auf die Lage abgestimmte geeignete Maßnahmen ergreifen. Er erklärte, dass in den Vereinigten Staaten noch keine Fälle von aviärer Influenza aufgetreten seien.

Er wies darauf hin, dass das H5N1-Virus bislang bei Wildvögeln in dreizehn Mitgliedstaaten (Griechenland, Slowenien, Italien, Österreich, Ungarn, Slowakei, Deutschland, Frankreich, Schweden, Dänemark, Polen, Tschechische Republik und Vereinigtes Königreich) und in gewerblichen oder privaten Zuchtbetrieben in vier Mitgliedstaaten (Frankreich, Schweden, Deutschland und Dänemark) festgestellt worden sei.

  • Olivenöl

Der Rat nahm einen Antrag der schwedischen Delegation zu den hohen Marktpreisen für Olivenöl in der EU und den geringen Lagerbeständen (Dok. 9410/06) zur Kenntnis; die britische, die tschechische, die slowakische, die polnische und die litauische Delegation unterstützten diesen Antrag. Da die Marktpreise 40 % über der Schwelle liegen, ab der Maßnahmen ergriffen werden können, um eine angemessene Versorgung in der Gemeinschaft sicherzustellen, ersuchte die schwedische Delegation die Kommission, tätig zu werden und niedrigere Zollsätze vorzusehen oder ein autonomes Einfuhrkontingent[4]zu eröffnen, wenn die Preise mehr als drei Monate über dieser Schwelle liegen[5].

Die spanische, die portugiesische, die griechische, die zyprische, die französische, die italienische und die maltesische Delegation warnten vor übereilten Maßnahmen und wiesen darauf hin, dass die guten Ernteaussichten bereits zu einem Rückgang der Preise geführt hätten (- 23 % auf dem spanischen Markt). Diese Delegationen möchten, dass Preisstörungen über Marktmechanismen und nicht durch Regulierung gelöst werden. Ferner wiesen sie darauf hin, dass Zwänge auch dadurch entstünden, dass 80 % der weltweiten Olivenölproduktion auf die EU entfallen.

Das Kommissionsmitglied Fischer-Boel teilte mit, dass der Verwaltungsausschuss für Olivenöl und Tafeloliven einen Gedankenaustausch über die Lage geführt habe und zu dem Schluss gelangt sei, dass keine spezifischen Maßnahmen erforderlich seien. Sie erinnerte daran, dass der Ausschuss im letzten Monat eine Verordnung angenommen habe, mit der die monatlichen Höchstmengen für Einfuhren aus Tunesien ausgesetzt worden seien, und wies darauf hin, dass seit März ein Preisrückgang zu verzeichnen sei.

  • Pflanzengenetische Ressourcen

Die spanische Delegation machte den Rat auf die erste Tagung des durch den Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft eingesetzten Lenkungsorgans aufmerksam, die vom 12. bis 16. Juni 2006 in Madrid stattfinden wird[6], und forderte die Unterzeichnermitgliedstaaten auf, sich an den Arbeiten zu beteiligen und an der Tagung teilzunehmen. Die spanische Delegation forderte nachdrücklich, dass diese Ressourcen im Kampf gegen Hunger und Armut weiterhin zur Verfügung stehen.

  • Anträge für die einheitliche Betriebsprämie

Der Rat nahm die Informationen des Kommissionsmitglieds Fischer-Boel zur Kenntnis, die über die Schwierigkeiten der Landwirte berichtete, die aufgrund unvorhersehbarer Umstände die Frist 15. Mai für die Beantragung der einheitlichen Betriebsprämie nicht einhalten konnten. Kommissionsmitglied Fischer-Boel wies darauf hin, dass für solche Fälle eine zeitlich befristete Ausnahme von der vorgesehenen Kürzung der Zahlungen in Erwägung gezogen werden könnte, wenn die Gründe für das Überschreiten der Frist geprüft worden seien und der Kommission alle einschlägigen Informationen vorlägen. Die Kommission erwäge, Frankreich und Ungarn eine solche Ausnahmeregelung bis Ende Mai und Polen bis zum 15. Juni zu gewähren. Spanien und Italien müssten noch nähere Informationen vorlegen, und die Lage im Vereinigten Königreich werde noch geprüft. Der Verwaltungsausschuss lasse sich von dem Wunsch leiten, die Landwirte nicht für Umstände zu bestrafen, die sie nicht beeinflussen könnten.

SONSTIGE ANGENOMMENE PUNKTE

LANDWIRTSCHAFT

Reiseinfuhren - Indien, Pakistan, Vereinigte Staaten, Thailand *

Der Rat nahm eine Verordnung an, mit der die Verordnung (EG) Nr. 1785/2003 hinsichtlich der Einfuhrregelung für Reis geändert wird, um die Änderungen der Einfuhrregelung für Reis zu berücksichtigen, die sich aus den Abkommen ergeben, die die Gemeinschaft mit Indien, Pakistan, den Vereinigten Staaten und Thailand geschlossen hat (Dok. 8697/06 und 9160/06 ADD 1).

Mit den Abkommen zwischen der EU und Indien (Beschluss 2004/617/EG des Rates) bzw. Pakistan (Beschluss 2004/618/EG des Rates) wird für Einfuhren von geschältem Reis bestimmter Basmati-Sorten aus Indien bzw. Pakistan der Zollsatz Null festgesetzt.

In dem Abkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten (Beschluss 2005/476/EG des Rates) ist die Methode zur Berechnung und zur periodischen Festsetzung des Zollsatzes für Einfuhren von geschältem Reis des KN-Codes 1006 20 festgelegt.

In dem Abkommen zwischen der EU und Thailand (Beschluss 2005/953/EG des Rates) wird die Methode zur Berechnung und zur periodischen Festsetzung des Zollsatzes für Einfuhren von geschliffenem und halbgeschliffenem Reis des KN-Codes 1006 30 festgelegt und wird der Zollsatz für Einfuhren von Bruchreis des KN-Codes 1006 40 00 auf 65 EUR/t festgesetzt.

Die Verordnung gilt ab 1. Juli 2006.

FISCHEREI

Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko

Der Rat nahm eine Verordnung über den Abschluss des partnerschaftlichen Fischereiabkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und dem Königreich Marokko an (Dok. 7587/1/06 + REV 1).

Das partnerschaftliche Fischereiabkommen tritt am 1. Juni 2006 in Kraft und gilt für vier Jahre (bis 2010). Es sieht 119 jährliche Fanglizenzen für Gemeinschaftsschiffe (darunter 100 Lizenzen für Spanien, 14 für Portugal, vier für Frankreich und eine für Italien) und Fangmöglichkeiten in Höhe von 60 000 Tonnen im Rahmen der pelagischen Fischerei vor, die nach einem bestimmten Schlüssel auf Deutschland, Lettland, Litauen, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Polen, Irland, Spanien, Frankreich und Portugal aufgeteilt werden. Die finanzielle Gegenleistung der EU wurde auf 144,4 Mio. EUR festgelegt; zu diesem Betrag kommen noch 3 Mio. EUR aus dem MEDA-Programm (flankierende Maßnahmen für Unternehmen usw.) und die von den Reedern der Gemeinschaftsschiffe zu entrichtenden Gebühren - etwa 13,6 Mio. EUR - hinzu, so dass sich für den Zeitraum 2006-2010 ein Gesamtbetrag von 161 Mio. EUR ergibt.

Seerecht

Der Rat nahm einstimmig eine Verordnung über finanzielle Maßnahmen der Gemeinschaft zur Durchführung der Gemeinsamen Fischereipolitik und im Bereich des Seerechts an (Dok. 8529/1/06, 8774/06 + ADD 1)*.

Kommission für Thunfisch

Der Rat nahm einen Beschluss über den Abschluss des Übereinkommens zur Stärkung der Interamerikanischen Kommission für Tropischen Thunfisch, die mit dem Übereinkommen aus dem Jahr 1949 zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Costa Rica eingesetzt wurde, im Namen der Europäischen Gemeinschaft an (Dok. 8769/06, 13439/05).

Fischereiabkommen zwischen der EU und Mauretanien

Der Rat nahm einstimmig eine Verordnung über den Abschluss eines Abkommens über die Änderung des Protokolls zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und der finanziellen Gegenleistung nach dem Abkommen über die Zusammenarbeit in der Seefischerei zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Islamischen Republik Mauretanien für die Zeit vom 1. August 2001 bis zum 31. Juli 2006 an (Dok. 9302/1/06 REV 1 + ADD 1, 8851/06)*.

Die neuen Fangmöglichkeiten für "Angelruten-Thunfischfänger und Oberflächen-Langleinenfischer" werden auf Frankreich (9 Schiffe), Spanien (23) und Portugal (3) aufgeteilt. Ferner ist eine vorübergehende Verringerung des Fischereiaufwands vorgesehen.

JUSTIZ UND INNERES

EU/Russland - Abkommen über die Erleichterung der Ausstellung von Visa und Rückübernahmeabkommen

Der Rat nahm einen Beschluss über die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und Russland über die Erleichterung der Ausstellung von Visa für Bürger der EU und Russlands sowie einen Beschluss über die Unterzeichnung des Rückübernahmeabkommens an (Dok. 8860/06, 8859/06).

Zweck des Visa-Abkommens ist die Erleichterung der Erteilung von Visa für einen geplanten Aufenthalt von höchstens 90 Tagen pro Zeitraum von 180 Tagen für Bürger der EU und Russlands auf der Grundlage der Gegenseitigkeit. Das Abkommen wird nicht für das Hoheitsgebiet Dänemarks, Irlands und des Vereinigten Königreichs gelten.

Mit dem Rückübernahmeabkommen werden auf der Grundlage der Gegenseitigkeit schnelle und effiziente Verfahren für die Identifizierung und Rückführung von Personen eingeführt, die die Voraussetzungen für die Einreise in das Hoheitsgebiet der Russischen Föderation oder eines der Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder für die Anwesenheit oder den Aufenthalt in dem betreffenden Hoheitsgebiet nicht oder nicht mehr erfüllen; ferner soll die Durchbeförderung dieser Personen im Geiste der Zusammenarbeit erleichtert werden. Das Abkommen wird nicht für das Hoheitsgebiet Dänemarks gelten.

HANDELSPOLITIK

Malaysia - Abkommen über Handelszugeständnisse – EU-Erweiterung

Der Rat nahm einen Beschluss über den Abschluss eines Abkommens mit Malaysia über Handelszugeständnisse, mit dem dem Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten zur EU Rechnung getragen wird, sowie eine Verordnung über die Durchführung des Abkommens an (Dok. 8127/06 und 8132/06).

Das Abkommen gestattet zeitweilig gesenkte Zollsätze für die Einfuhr von bestimmten Fraktionen von Palmöl und von Standbild-Videokameras: 10 % bzw. 12,5 % während drei Jahren.

Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen macht es erforderlich, dass die EU mit Drittländern, die Verhandlungsrechte mit beitretenden Mitgliedstaaten haben, zusätzliche Ausgleichsanpassungen aushandelt, wenn die Einführung der EU-Zollsätze zu einer Erhöhung führt, die über den Satz hinausgeht, für den das betreffende Land im Rahmen der Welthandelsorganisation Verpflichtungen eingegangen ist.

Taiwan, Penghu, Kinmen und Matsu - Abkommen über Handelszugeständnisse - EU-Erweiterung

Der Rat nahm einen Beschluss über den Abschluss eines Abkommens mit dem gesonderten Zollgebiet Taiwan, Penghu, Kinmen und Matsu an, mit dem dem Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten zur EU Rechnung getragen wird (Dok. 8131/06).

Die EG erklärt sich bereit, die Zugeständnisse in ihrer früheren, für das Zollgebiet der Gemeinschaft der 15 Mitgliedstaaten geltenden Liste in die Liste der Zugeständnisse für das Zollgebiet der Gemeinschaft der 25 Mitgliedstaaten aufzunehmen. In dem Abkommen ist für die Einfuhr von Zweirädern ohne Motor eine Senkung des derzeitigen gebundenen Zollsatzes der EG von 15 % auf 14 % vorgesehen.

Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen macht es erforderlich, dass die EU mit Drittländern, die Verhandlungsrechte mit beitretenden Mitgliedstaaten haben, zusätzliche Ausgleichsanpassungen aushandelt, wenn die Einführung der EU-Zollsätze zu einer Erhöhung führt, die über den Satz hinausgeht, für den das betreffende Land im Rahmen der Welthandelsorganisation Verpflichtungen eingegangen ist.

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

AKP-EG-Partnerschaftsabkommen – Finanzielle Unterstützung im Zeitraum 2008-2013

Der Rat nahm einen Beschluss über den Standpunkt der Gemeinschaft im AKP-EG-Ministerrat zu dem Finanzrahmen für den Zeitraum 2008-2013 an, der gemäß dem AKP-EG-Partnerschaftsabkommen vorzusehen ist, so dass die Minister den neuen Finanzrahmen auf der Tagung am
1. und 2. Juni in Papua-Neuguinea billigen können.

In dem vom AKP-EG-Ministerrat anzunehmenden gemeinsamen Beschluss wird der Gesamtbetrag der finanziellen Unterstützung der EU für die AKP-Länder und seine Aufteilung auf die in dem Partnerschaftsabkommen vorgesehenen verschiedenen Instrumente der Zusammenarbeit festgelegt.

Nach dem AKP-EG-Abkommen wird die EU ihre Hilfsanstrengungen zugunsten der AKP-Staaten mindestens auf dem Niveau des 9. EEF halten; die Laufzeit, der Betrag und der Finanzierungsmechanismus (Gesamthaushaltsplan der EU oder neuer EEF) sind jedoch nicht im Einzelnen festgelegt.

Der Europäische Rat hat im Dezember 2005 die genaue Laufzeit (sechs Jahre), den Betrag (22,68 Mrd. EUR) und das Finanzierungsinstrument (10. EEF) festgelegt.

ZOLLUNION

EU/Schweiz, Liechtenstein - Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen

Der Rat nahm einen Beschluss an, mit dem die Kommission ermächtigt wird, Verhandlungen mit Liechtenstein und der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Hinblick auf die Ausdehnung der Anwendung des Abkommens zwischen der EU und der Schweiz über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf Liechtenstein aufzunehmen.

GESELLSCHAFTSRECHT

Jahresabschlüsse von Unternehmen *

Der Rat nahm eine Richtlinie an, die auf die Stärkung des Vertrauens der Anleger und Aktionäre in die Jahresabschlüsse und konsolidierten Abschlüsse europäischer Unternehmen abstellt, indem die Rechtsvorschriften der EU in diesem Bereich aktualisiert werden (Dok. 3675/05 und 8511/06 ADD 1).

Die Richtlinie sieht verstärkte Offenlegungspflichten sowie eine kollektive Verantwortung der Mitglieder der mit der Unternehmensführung betrauten Organe vor. Sie ist Teil des EU-Aktionsplans für Finanzdienstleistungen und zur Verbesserung der Corporate Governance.

Die Richtlinie zielt darauf ab, die Zuverlässigkeit der Jahresabschlüsse von Unternehmen zu fördern und gleichzeitig eine übermäßige Belastung der Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, mit neuen administrativen Auflagen zu vermeiden. Mit der Richtlinie werden die bestehenden "Rechnungslegungsrichtlinien" 78/660/EWG und 83/349/EWG sowie die Rechnungslegungsrichtlinie für Banken (86/635/EWG) bzw. Versicherungsunternehmen (91/674/EWG) geändert.

(zu Einzelheiten siehe Pressemitteilung 9689/06)


[1] Die griechische Delegation enthielt sich der Stimme.

[2] Die polnische Delegation verteilte eine schriftliche Unterlage.

[3] Einrichtung einer Hochsicherheitszone (einer 3 km-Schutzzone) rund um den Fundort der infizierten Tiere und eine sich daran anschließende 10 km tiefe Überwachungszone.

[4] Verordnung (EG) Nr. 865/2004 des Rates über die gemeinsame Marktorganisation für Olivenöl. Siehe:
http://europa.eu/eur-lex/pri/en/oj/dat/2004/l_161/l_16120040430en00970127.pdf

[5] Weitere Daten über die Olivenölerzeugung sowie die Aus- und Einfuhren von Olivenöl unter: http://ec.europa.eu/agriculture/agrista/2004/table_fr/4444.pdf
Wirtschaftsdaten unter http://www.iooc.org

[6] http://www.fao.org/ag/cgrfa/gb1.htm


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