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Die Kommission hat  ihren Beziehungen zu  Mexiko sowohl  aufgrund der  Lage
dieses Landes in Lateinamerika  als auch der führenden Rolle, die es in dem
Nord-Süd-Dialog spielte, stets große Bedeutung beigemessen.

Die offiziellen Beziehungen  zwischen der Gemeinschaft und  Mexiko begannen
mit  dem am  15. Juli  1975  unterzeichneten Kooperationsabkommen,  das  im
November des  gleichen Jahres in  Kraft trat. Durch  dieses Abkommen, einem
der ältesten dieser  Art, sollte die wirtschaftliche  und handelspolitische
Zusammenarbeit  zwischen den  beiden Partnern  gefördert  werden. Es  wurde
durch ein neues  Rahmenabkommen ersetzt, das am 26. April 1991 in Luxemburg
unterzeichnet wurde und am 1. November 1991 in Kraft trat.

Außer den in ihm festgelegten  neuen Bereichen der Zusammenarbeit  wird mit
dem Abkommen  ferner ein Gemischter  Ausschuß eingesetzt, dessen  Hauptziel
darin besteht, die  Bilanz sowie die kurz-  und mittelfristigen  Aussichten
der  Zusammenarbeit  zwischen  der EU  und  Mexiko  unter  Bevorzugung  der
Entwicklung    im    wirtschaftlichen   Bereich,    insbesondere   zwischen
europäischen und mexikanischen Unternehmen, darzulegen.

Bei der  letzten Sitzung des  Gemischten Ausschusses vom  28. und 29. April
1994  wurde  ein  Gemischter  Unterausschuß für  Handel  gebildet,  um  die
verschiedenen  Aspekte  der  handelspolitischen  Beziehungen  zwischen  den
beiden Parteien ausführlich zu erörtern.

Die Zusammenarbeit zwischen der EU und Mexiko

Die Beziehung zwischen der EG  und Mexiko wird durch das Rahmenabkommen für
Zusammenarbeit vom  26. April 1991 geregelt.  In den letzten Jahren  wurden
die  von der EU im Rahmen  der Zusammenarbeit mit Mexiko gebundenen Beträge
ständig erhöht:

1990:    6 Mio. ECU
1991:   11 Mio. ECU
1992:   13 Mio. ECU
1993:   17 Mio. ECU
1994:  rund 20 Mio. ECU

Die  EU  führte in  Mexiko keine  Projekte für  "klassische" Zusammenarbeit
(Projekte  für ländliche  Entwicklung,  Infrastrukturprojekte usw.)  durch.
Dies erklärt sich durch  den verhältnismäßig hohen Stand  des mexikanischen
BIP    je   Einwohner    sowie    seinen    Willen,   mit    Europa    eine
Partnerschaftsbeziehung zu  bevorzugen, bei  der sein wirtschaftlicher  und
technologischer Vorsprung betont wird.

Dies wird übrigens  durch die Dynamik und die Qualität der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit mit Mexiko bewiesen.

Hierzu kann man  einige Maßnahmen  anführen, die gut  veranschaulichen, daß
Mexiko und die  EU es verstanden haben, eine tatsächliche Zusammenarbeit zu
entwickeln, die sich auf das  gegenseitige Interesse und den  Grundsatz der
gemeinsamen Finanzierung  stützt: Mexiko ist  der wichtigste Empfänger  des
Programms  ECIP[1]    und  einer   der  wichtigsten  Partner  der   EU  für
wissenschaftliche und  technische Zusammenarbeit; ein "Mehrjahresplan 1995-
1998" von Treffen  zwischen mexikanischen und europäischen  Geschäftsleuten
wird zur Zeit  durchgeführt (rund 2.300 europäische und  2.150 mexikanische
Unternehmen werden sich daran beteiligen).

Handel und Investitionen:

- Für  den Handel sind  die Zahlen für die  15 derzeitigen Mitgliedstaaten
  der  Europäischen Union  folgende  (in  Mio. ECU  und in  Prozenten  des
  Gesamtbetrags):

                    1980      1985      1990      1993

Einfuhren der EU aus:

Mexiko               2.054     5.275     3.012     2.421
Lateinamerika       18.105    32.226    27.063    23.386
Beteiligung (%)       11,3      16,4      11,1      10,4

Ausfuhren der EU nach:

Mexiko               2.671     3.091     4.250     6.159
Lateinamerika       14.738    16.833    16.946    25.412
Beteiligung (%)       18,1      18,4      25,1      24,2

Handelsbilanz und Verhältnis Ausfuhren/Einfuhren:

                           1980      1985      1990      1993

Handelsbilanz der EU mit   617      -2.184     1.238     3.738
Mexico

Ausfuhren/Einfuhren (%)    130        58,6     141,1      254,4

Bei den  direkten Auslandsinvestitionen  sind die angehäuften  Geldbestände
aus der EU, den Vereinigten  Staaten und Japan folgende (in Milliarden  USD
und in %):

Jahr                Direkte Auslands-   USA/Kanada     EU      Japan
                     investitionen

(Milliarden USD)

1990                    30,31             19,50        6,18      1,45
1991                    33,87             21,96        7,03      1,52
1992                    37,47             23,70        7,78      1,61
1993                    42,40             27,30        8,38      1,69

(Prozentsätze)

1990                     100              64,3         20,4      4,8
1991                     100              64,8         20,8      4,5
1992                     100              63,3         20,8      4,3
1993                     100              64,4         19,8      4,0

Die Ströme direkter Auslandsinvestitionen haben sich  in den letzten Jahren
wie folgt erhöht (in Prozentsätzen):

Diese Zahlenangaben führen zu folgenden Bemerkungen:

- Man  stellt fest, daß  sich die  Ausfuhren der  EU seit  1985 verdoppelt
  haben.  Folglich  machten  1993  die  Ausfuhren  nach  Mexiko  24 %  der
  Ausfuhren der EU nach Lateinamerika gegenüber 18 % im Jahre 1985 aus.

  Hinsichtlich  der  Art  der  ausgeführten  Erzeugnisse  sind  rund  90 %
  Fertigwaren (davon über 50 % Ausrüstungsgüter oder Verkehrsmittel).

- Dagegen  haben die mexikanischen  Ausfuhren nach der EU  kaum zugenommen
  und halten  sich bei rund  13 % der gesamten Ausfuhren. In  Ecu sind sie
  zwischen 1992 und  1993 um 20 % zurückgegangen. Folglich ist  der Anteil
  Mexikos an  der Gesamtzahl  Lateinamerikas von 16 % 1985  auf 10 %  1993
  zurückgegangen.  Es  ist  wichtig  zu bemerken,  daß  rund  50 %  dieser
  Ausfuhren nach der EU Fertigwaren betreffen.

- Die  Handelsbilanz der EG mit Mexiko gelangt somit von einem Defizit von
  2.184 Mio. ECU  im Jahre 1985  zu einem Überschuß von  3.738 Mio. ECU im
  Jahre 1993.

- Mexiko ist  das einzige Mitglied der OCDE, das in den  Genuß des APS der
  Gemeinschaft kommt. Der im Dezember  1994 vom Rat angenommene  Vorschlag
  wird es Mexiko erlauben, weiterhin von diesem System zu profitieren.

- Die europäischen Investitionen in Mexiko wurden zum großen Teil auf  das
  von   der   Regierung    Salinas   eingeführte   Privatisierungsprogramm
  hingeleitet.

- Die europäischen Investitionen betreffen zu 47 % den Sektor Fertigwaren,
  zu 15 %  den des  Verkehrs- und  Nachrichtenwesens und  zu 12 % den  der
  sozialen und privaten Dienstleistungen.

- Es ist zu bemerken, daß der Strom europäischer Investitionen nach Mexiko
  in den letzten  Jahren eine gewisse Schrumpfung erfuhr.  Dagegen stiegen
  die  Investitionen aus  den Vereinigten  Staaten  und Kanada,  vor allem
  1993. Hinsichtlich der  angehäuften Geldbestände  macht die EU  20 % der
  Gesamtbestände aus, während die Vereinigten Staaaten und Kanada zusammen
  64 % ausmachen.

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[1]      European  Community  Investment  Partners.  Instrument,  das  zur
         wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und den
         Ländern  Lateinamerikas, Asiens,  des Mittelmeers  und Südafrikas
         anspornen  soll,  indem  es  die  Direktinvestitionen  durch  die
         Schaffung gemeinsamer Unternehmen erleichtert.

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