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Europäische Kommission - Factsheet

Erasmus+: 2017 erneut ein Rekordjahr

Brüssel, 24. Januar 2019

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Die Kommission veröffentlicht heute den Erasmus+-Jahresbericht 2017, der sich auf das vierte Jahr des Programms Erasmus+ bezieht, das eines der erfolgreichsten und bekanntesten Programme der Europäischen Union ist. Seit 2014 wurde das Förderspektrum des Programms erheblich ausgeweitet und innovativer gestaltet: Mittlerweile umfasst es Studien- und Bildungsaufenthalte sowie Praktika für Hochschulstudierende und Auszubildende, Jugendaustausch, Freiwilligentätigkeiten sowie Austauschmaßnahmen für das Personal aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie aus dem Jugend- und Sportbereich. Erasmus+ wurde darüber hinaus weiterhin besser zugänglich für Menschen aus benachteiligten Verhältnissen. Im Jahr 2017 nahmen fast 21 000 benachteiligte Studierende und Beschäftigte an Mobilitätsmaßnahmen im Hochschulbereich im Rahmen von Erasmus + teil. Damit haben sich seit 2014 insgesamt mehr als 67 500 benachteiligte Teilnehmer, darunter fast 2000 Personen mit besonderen Bedürfnissen, beteiligt.

Welches waren die wichtigen Entwicklungen im Jahr 2017?

2017 war ein bedeutendes Jahr für das Programm Erasmus+, das seine Flexibilität bei der Umsetzung besonderer politischer Prioritäten unter Beweis stellte.

  • 84 700 Organisationen erhielten Unterstützung für die Durchführung von insgesamt 22 400 Projekten.
  • Im Hochschulbereich verbrachten während des akademischen Jahres 2016/2017 mehr als 400 000 Studierende und Beschäftigte einen Lernaufenthalt im Ausland. Somit haben seit 2014 insgesamt mehr als 1,1 Millionen Menschen in diesem Bereich von dem Programm profitiert.
  • Über 158 000 Personen nahmen an Projekten zur Förderung der Jugendmobilität teil. 2017 wurde auch ein neues, vereinfachtes Format für Freiwilligentätigkeiten eingeführt — der strategisch ausgerichtete Europäische Freiwilligendienst, in dessen Rahmen 122 strategische Projekte mit insgesamt 22,3 Mio. EUR finanziert wurden und der zur erfolgreichen Umsetzung der ersten Phase des Europäischen Solidaritätskorps beigetragen hat.
  • Mit der Europäischen Woche des Sports 2017 wurde eine beispiellose Zahl von 12 Millionen Menschen durch mehr als 48 000 Veranstaltungen in 37 Ländern erreicht. Darüber hinaus startete die Kommission den Aufruf von Tartu zur Förderung einer gesunden Lebensweise.
  • Die Feiern zum 30-jährigen Bestehen von Erasmus erhöhten die Aufmerksamkeit für Erasmus+ und seine Vorgängerprogramme in der EU und im Ausland und schufen dadurch die Grundlage für ein künftig noch stärkeres Programm.

Das Nutzerspektrum von Erasmus+ hat sich dank neuer bzw. verbesserter digitaler Hilfsmittel vergrößert. Die seit Juni 2017 verfügbare mobile App Erasmus + hat mehr als 55 000 Nutzer. Die eTwinning-Plattform ist nach wie vor das größte Netz der Welt für Lehrkräfte mit mehr als einer halben Million registrierten Nutzern, und Jordanien hat sich den anderen Ländern der eTwinning-Plus-Plattform angeschlossen. Die Online-Plattform School Education Gateway und die elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa gewannen ebenfalls an Beliebtheit.

 

  Infografik Erasmus+

 

Haben 2017 mehr Menschen vom Lernen im Ausland profitiert?

Seit 2014 steigt das allgemeine Interesse an Mobilitätsmaßnahmen in allen Bereichen stetig. 2017 erhielten 797 000 Einzelpersonen (2016: 725 000) und 84 700 Organisationen (2016: 79 000) Fördermittel aus dem Erasmus+-Haushalt für Mobilität.

Darüber hinaus erhielten knapp 4000 Hochschulen aus Programmländern Mobilitätsstipendien (Anstieg von 3 % gegenüber 2016).

Seit 2014 hat das Programm 2,8 Millionen Menschen ein Studium, eine Ausbildung, ein Praktikum oder eine Freiwilligentätigkeit im Ausland ermöglicht. Damit ist Erasmus+ auf einem guten Weg, sein Ziel, zwischen 2014 und 2020 3,7 % der jungen Menschen in der EU zu unterstützen, zu erreichen.

Welche anderen Projekte in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend erhielten 2017 Fördermittel?

Im Rahmen von Erasmus+ werden auch die Zusammenarbeit für Innovation und der Austausch bewährter Verfahren in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend gefördert:

  • Strategische Partnerschaften bieten einer Vielzahl an öffentlichen, privaten und nichtstaatlichen Organisationen die Möglichkeit, ein breites Spektrum an Aktivitäten durchzuführen. Die entsprechenden Projekte können innovative, qualitativ hochwertige und inklusive allgemeine und berufliche Bildung sowie die Jugendarbeit in einem digitalen Umfeld fördern; zudem können sie dazu beitragen, Kompetenzen durch lebenslanges Lernen zu verbessern sowie junge Menschen stark zu machen und ihre Beteiligung an Gemeinschaften und demokratischen Prozessen zu verstärken. So wurden 2017 beispielsweise 1453 Schulbildungsprojekte finanziell unterstützt, während in der Erwachsenenbildung knapp über 400 Projekte eine Förderung erhielten.
  • Projekte zum Kapazitätsaufbau dienen der Modernisierung, Zugänglichkeit und Internationalisierung der Hochschulbildung in Partnerländern sowie der Kooperation und dem Austausch zwischen Partner- und Programmländern in der Jugendarbeit. 2017 wurden im Rahmen dieser Maßnahme 149 Hochschulprojekte und 157 Jugendprojekte finanziert.
  • 22 Wissensallianzen (gemeinsame, länderübergreifende Projekte von Hochschuleinrichtungen und Unternehmen), an denen 240 Organisationen beteiligt waren, trugen zur Entwicklung neuer Wege für die Schaffung, Erzeugung und Weitergabe von Wissen sowie unternehmerischer Fähigkeiten und Kompetenzen bei.
  • Im Rahmen der Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten wurden 14 Projekte zur Ermittlung und Deckung des Qualifikationsbedarfs und zur Entwicklung von Qualifikationsstrategien sowie zur Unterstützung der beruflichen Aus- und Weiterbildung finanziert. 197 Organisationen beteiligten sich daran. Bei diesen Allianzen handelt es sich um länderübergreifende Projekte, bei denen bestehende und neu entstehende Qualifikationserfordernisse in einem bestimmten Wirtschaftsbereich ermittelt oder genutzt werden und/oder diese in die Lehrpläne aufgenommen werden. Sie werden von einem Konsortium von Organisationen durchgeführt, von denen die meisten mit dem Sektor der beruflichen Aus- und Weiterbildung verbunden sind.

Wie unterstützt das Programm junge Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen?

Auch 2017 räumte Erasmus+ Mobilitätshindernisse aus, indem Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen und solche mit besonderen Bedürfnissen durch zusätzliche finanzielle Unterstützung stärker einbezogen wurden. Beispielsweise konzentrierten sich mehr als ein Drittel der Projekte im Jugendbereich auf Inklusion und Vielfalt. Über 65 000 junge Menschen mit geringeren Chancen und besonderen Bedürfnissen — sie machten ein Drittel aller Teilnehmer in diesem Bereich aus — nahmen an den Projekten teil.

Bei den Projekten für den Kapazitätsaufbau galt der Einbeziehung der am wenigsten entwickelten Länder und von Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen sowie solchen mit besonderen Bedürfnissen besondere Aufmerksamkeit.

Welche Entwicklungen gab es im Sportbereich?

Für den Sportbereich wurden 2017 Mittel in Höhe von insgesamt 45,2 Mio. EUR bereitgestellt. Das Programm konzentrierte sich auf Breitensport und auf die Unterstützung kleiner Kooperationspartnerschaften, die die Schaffung und Entwicklung europäischer Netze im Bereich des Sports fördern sollen.

2017 wurden im Rahmen von Erasmus+ 162 Projekte finanziert, an denen ein breites Spektrum von Sportorganisationen und Interessenträgern teilnahmen (insgesamt rund 930 Organisationen aus 27 Programmländern). Hierzu zählten auch zehn nicht gewinnorientierte europäische Sportveranstaltungen.

Wie unterstützt die Kommission die Hochschulbildung in Partnerländern?

Die 2015 eingeleitete internationale Öffnung von Erasmus+ ist auch weiterhin ein großer Erfolg. Dank der Maßnahme „International Credit Mobility“ (ICM) wurden knapp 23 000 Darlehen an Menschen aus Partnerländern in der ganzen Welt für Aufenthalte in den 33 Programmländern vergeben. Mehr als 11 000 Darlehen wurden Personen aus Programmländern für Lernmobilität in Partnerländern gewährt. Mehr als 114,7 Mio. EUR wurden für die Finanzierung von 39 gemeinsamen Erasmus-Mundus-Masterabschlüssen zur Verfügung gestellt.Die Konsortien umfassten 191 Partnerhochschulen.

149 neue Projekte für den Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich in Regionen in aller Welt wurden bezuschusst.

Im Rahmen der Jean-Monnet-Maßnahmen erhielten insgesamt 238 Lehrprogramme im Bereich der EU-Studien an Hochschuleinrichtungen sowie Lehrstühle, Netzwerke, Projekte, Exzellenzzentren und Verbände in 30 europäischen Programmländern und 69 Ländern innerhalb und außerhalb Europas Unterstützung.

Welche Daten stehen zu den Erasmus+-Projekten zur Verfügung?

Der statistische Anhang des Erasmus+-Berichts 2017 enthält umfassende Informationen über die verschiedenen Maßnahmen, deren Mittelausstattung und Zusagen sowie zu der Anzahl der Projekte, der Teilnehmer und der Organisationen. Für ausgewählte Maßnahmen sind ferner nach Land aufgeschlüsselte Daten zugänglich.

Informationen zur Qualität der Erasmus+-Projekte sind über die Plattform der Ergebnisse von Erasmus+ Projekten erhältlich, einer Datenbank, in der Beschreibungen, Ergebnisse und Kontaktinformationen zu allen im Rahmen des Erasmus+-Programms finanzierten Projekten im Bereich allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für weitergehende Analysen können die Ergebnisse auch als Excel-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Pressemitteilung

Erasmus+: Jahresbericht 2017, allgemeine und länderspezifische Informationsblätter

*Die 33 Länder des Erasmus+-Programms sind die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei.

Partnerländer sind alle anderen Länder der Welt.

MEMO/19/602

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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