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Europäische Kommission - Factsheet

Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zur öffentlichen Entwicklungshilfe 2018*

Brüssel, 11. April 2019

Was ist den Zahlen zu entnehmen?

Vorläufigen Zahlen der OECD zufolge belief sich das Gesamtvolumen der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten im Jahr 2018 auf 74,4 Mrd. EUR auf Zuschussäquivalentbasis. Dies entspricht 0,47 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) der EU. Dieser Wert liegt deutlich über der durchschnittlichen ODA-Quote von 0,21 % der nicht der EU, aber dem Entwicklungshilfeausschuss (DAC) angehörenden Länder.

Auf der Grundlage von Stromgrößen ist gegenüber dem Niveau vom 2017 ein Rückgang von 1 % zu verzeichnen.

Die öffentliche Entwicklungshilfe als Anteil am BNE ist zwischen 2017 und 2018 auf der gleichen Grundlage um 0,2 Prozentpunkte gesunken. (Erläuterungen zur geänderten Methodik.)

Die EU hat sich kollektiv verpflichtet, 0,7 % des BNE innerhalb des Zeitrahmens der Agenda 2030 als ODA bereitzustellen.

Warum ging das ODA-Gesamtvolumen der EU im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 zurück?

Wie die Zahlen zeigen, ging die Hilfe auf der Grundlage von Stromgrößen um 1 % (731 Mio. EUR) im Vergleich zum Vorjahr zurück. Grund dafür sind die stark gesunkenen Hilfszahlungen im Aufnahmestaat. Damit werden Verpflegungs-, Unterbringungs- oder Ausbildungskosten bestritten, die für Flüchtlinge und Asylbewerber während des ersten Jahres ihres Aufenthalts anfallen. Verglichen mit früheren Jahren ist die Zahl der nach Europa kommenden Menschen zurückgegangen. Folglich sind auch die Hilfszahlungen im Aufnahmestaat gesunken, und zwar um 3,3 Mrd. EUR bzw. 32 % gegenüber 2017.

Teilweise wird dies dadurch ausgeglichen, dass einige Mitgliedstaaten ihre bilaterale und multilaterale ODA angehoben haben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben ihre Zuwendungen an Entwicklungsländer von 2017 auf 2018 um 4 % – von 66,2 Mrd. EUR auf 68,8 Mrd. EUR – erhöht.

Warum wurde die Methodik geändert und warum ist das ODA-Gesamtvolumen der EU niedriger, wenn es nach der Zuschussäquivalent-Methodik berechnet wird?

Der Entwicklungshilfeausschuss der OECD hat beschlossen, eine neue Methodik zur Berechnung des ODA-Werts von Darlehen zu Vorzugsbedingungen einzuführen. Sie wird dieses Jahr erstmals auf Daten für 2018 angewendet, die für öffentliche Darlehen und Darlehen an multilateralen Einrichtungen gemeldet wurden.[1] Bei der neuen „Zuschussäquivalent-Methode“ handelt es sich um eine Methode zur Meldung des Zuschussäquivalents von Darlehen, das auf der Basis der Aufwendungen der Geber berechnet wird. Bei dieser Methodik wird jedem zu Vorzugsbedingungen vergebenen Darlehen auf der Grundlage mehrerer Parameter (im Voraus ermitteltes Ausfallrisiko je nach Einkommensgruppe des begünstigten Landes, Darlehenslaufzeit, Zinssatz, tilgungsfreie Zeit) ein bestimmter Prozentsatz zugewiesen. Dieser Prozentsatz (das „Zuschusselement“) wird auf den Darlehensbetrag angewandt, um das „Zuschussäquivalent“ zu berechnen. Dabei handelt es sich um den „geschenkten Anteil“ der Darlehen, der jetzt in den OECD-DAC-Statistiken erfasst wird. Somit erklärt sich, warum der mit dem Zuschussäquivalent errechnete Betrag in der Regel unter dem anhand der früheren Methodik ermittelten Wert liegt.

In der Vergangenheit („Stromgrößenbasis“) wurden die tatsächlichen Zahlungsströme zwischen einem Spender- und einem Empfängerland erfasst. Ein Darlehen wurde zum „Nennwert“ als ODA registriert, die Rückzahlungen nach Ländern wurden in der Folge als negative ODA abgezogen, sodass die Darlehen – außer bei einem Ausfall – letztendlich eine Netto-ODA gleich null ergaben. Bei der neuen Methodik werden Rückflüsse nicht berücksichtigt. Durch das neue System wird die Berichterstattung über die ODA-Darlehen verbessert. Künftig werden die Anstrengungen der Darlehensgeber je nach Vergünstigung, die dem Darlehensnehmer im Vergleich zu einem Kredit zum Marktzinssatz gewährt wurde, berücksichtigt.

Die Werte der Zuschussäquivalente (das ODA-Gesamtvolumen der EU bzw. das ODA-Gesamtvolumen der EU als Anteil am BNE) sind jedoch nicht mit Daten für frühere Jahre vergleichbar, die auf Stromgrößenbasis berechnet wurden. Vergleiche im Zeitverlauf werden dadurch ermöglicht, dass die bisherige Methode (Stromgrößen als Grundlage) auf Vorgänge des Jahres 2018 angewandt wird (daher werden für Vergleichszwecke die Stromgrößen herangezogen, um die ODA der EU und jene der Mitgliedstaaten als Anteil am BNE zu vergleichen, der nach diesem Modell von 0,50 % (2017) auf 0,48 % (2018) gesunken ist, während der Gesamtwert von 0,47 % als Zuschussäquivalent angegeben wird).

Was lässt sich aus den Zahlen hinsichtlich der von den EU-Institutionen verwalteten ODA ablesen?

Auf der Grundlage von Stromgrößen blieb die ODA der EU-Institutionen im Jahr 2018 stabil (-0,5 %).

Die von der Kommission verwaltete ODA nahm um 3,5 % zu.

Andererseits ist der bei den von der EIB verwalteten ODA verzeichnete Rückgang von knapp über 500 Mio. EUR zwischen 2017 und 2018 darauf zurückzuführen, dass die ODA-Darlehen zurückgingen und die Rückflüsse aus Darlehen der Europäischen Investitionsbank zunahmen.

Welche Ergebnisse hat die EU in Bezug auf die Zielvorgabe für die ODA zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) erreicht?

Die Daten für die ODA zugunsten der LDC im Jahr 2018 werden erst im Dezember 2019 vorliegen. Im Jahr 2017 erreichte die kollektive ODA der EU für die LDC 18,2 Mrd. EUR, was 0,12 % des BNE (auf der Grundlage von Stromgrößen) entspricht. Die EU hat sich verpflichtet, gemeinsam kurzfristig das Ziel einer ODA-Quote von 0,15 bis 0,20 % des BNE für LDC und innerhalb des Zeitrahmens der Agenda 2030 eine ODA-Quote von 0,20 % des BNE für LDC zu erreichen. Vier EU-Mitgliedstaaten haben die Zielvorgabe der ODA-Quote von 0,15 % des BNE für die LDC übertroffen: Luxemburg (0,42 %), Schweden (0,31 %), das Vereinigte Königreich (0,23 %) und Dänemark (0,22 %).

Wie werden die Zahlen zusammengestellt? Wer stellt sie zusammen?

Der Entwicklungshilfeausschuss der OECD (DAC) ist das Gremium, dass letztlich darüber entscheidet, ob (von Mitgliedstaaten oder anderen Gebern) gemeldete Ausgaben als öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) gelten.

Dem DAC gehören gegenwärtig 30 Mitglieder an: Australien, Island, Japan, Kanada, Korea, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA, 20 EU-Mitgliedstaaten und die EU. Drei EU-Mitgliedstaaten (Estland, Lettland und Litauen) sind Mitglieder der OECD, gehören jedoch nicht dem DAC an, weitere fünf EU-Mitgliedstaaten (Bulgarien, Kroatien, Malta, Rumänien und Zypern) sind weder OECD- noch DAC-Mitglieder.

Die Kommission legt gesonderte Daten zu allen EU-Mitgliedstaaten vor, auch zu denjenigen, die nicht dem DAC angehören, sofern diese Zahlen der OECD gemeldet wurden (also für alle 28 Mitgliedstaaten außer Zypern). Die EU verwendet die gleichen Angaben in jeweiligen Preisen, die der DAC in der Veröffentlichung mit den vorläufigen Daten für 2018 vorgelegt hat, rechnet diese jedoch anhand des vom DAC herangezogenen Wechselkurses von USD erneut in Euro um.

Die Analyse der Veränderungen im ODA-Volumen unterscheidet sich in zwei Punkten:

Die Kommission gibt die Beträge bei der Präsentation und Auswertung der Daten in Euro an, während der DAC die entsprechenden Angaben in US-Dollar aufführt. Dies gilt sowohl für aggregierte Daten als auch für Daten zu den einzelnen Mitgliedstaaten.

Die Kommission verwendet bei der Darstellung von Änderungen den Nominalwert (in jeweiligen Preisen). Der DAC präsentiert Daten sowohl in konstanten Preisen als auch im Nominalwert, ermittelt Veränderungen aber lediglich anhand von konstanten Preisen und Wechselkursen. Es sei darauf hingewiesen, dass die ODA/BNE-Quoten von den angeführten Unterschieden nicht betroffen sind.

Zusätzlich zu dem vom DAC präsentierten ODA-Gesamtvolumen für die EU‑28 gibt die Kommission auch das ODA-Gesamtvolumen der EU an, das sich aus der Summe der von den EU-Mitgliedstaaten gemeldeten ODA und der zusätzlichen ODA ergibt, die die EU-Organe bereitstellen. Der größte Teil der ODA-Ausgaben der EU-Organe wird in den Berichten über den Anteil der ODA am BNE den EU-Mitgliedstaaten zugerechnet, d. h. in den Angaben für die Mitgliedstaaten sind die Ausgaben der Organe zum Teil inbegriffen. Die ODA aus Eigenmitteln der Europäischen Investitionsbank (EIB) wird nicht den Mitgliedstaaten zugerechnet, sondern zur ODA der Mitgliedstaaten hinzuaddiert.

Warum handelt es sich um vorläufige Daten?

Die aufgeführten Daten basieren auf Angaben, die der OECD von Mitgliedstaaten in den letzten Wochen übermittelt worden sind. Weitere, detailliertere Angaben zu den Mitteln und Programmen im Jahr 2018 werden dem Entwicklungshilfeausschuss der OECD im Laufe des Jahres 2019 übermittelt und von ihm geprüft werden. Die endgültigen ODA-Angaben für 2018 mit einer detaillierten Aufschlüsselung wird der Entwicklungshilfeausschuss der OECD voraussichtlich im Dezember 2019 veröffentlichen.

 

Weitere Informationen

Pressemitteilung

OECD-Pressemitteilung

Anhänge

Ausführliche Informationen über die einzelnen Mitgliedstaaten

 

[1] Weitere Informationen: http://www.oecd.org/dac/financing-sustainable-development/development-finance-standards/modernisation-dac-statistical-system.htm.

 

*Aktualisiert am 15.4.2019 um 11:55 Uhr

MEMO/19/2122

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