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Europäische Kommission - Factsheet

Europäisches Solidaritätskorps mit neuer, gestärkter Struktur: erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen - Fragen und Antworten

Brüssel, 10. August 2018

Die Europäische Kommission hat heute die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für eine Reihe neuer Projekte im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps veröffentlicht, die im Jahr 2018 und Anfang 2019 umgesetzt werden sollen.

Welche Idee steckt hinter dem Europäischen Solidaritätskorps?

Solidarität ist ein gemeinsamer Wert, mit dem sich die Bürgerinnen und Bürger der EU und die Mitgliedstaaten identifizieren und den sich die Europäische Union bei ihrem innen- und außenpolitischen Handeln zu eigen macht. 

Präsident Juncker erklärte in seiner Rede zur Lage der Union 2016, als er die Einrichtung des Europäischen Solidaritätskorps ankündigte: „Oft sind wir am ehesten im Angesicht einer Notsituation zur Solidarität bereit. Als die portugiesischen Wälder brannten, löschten italienische Flugzeuge die Flammen. Als Überschwemmungen in Rumänien die Stromversorgung unterbrachen, sorgten schwedische Generatoren für Licht. Als Tausende Flüchtlinge an den griechischen Küsten landeten, fanden sie Schutz in slowakischen Zelten. In diesem Geiste schlägt die Kommission heute die Einrichtung eines Europäischen Solidaritätskorps vor.“ 

Mit dem Europäischen Solidaritätskorps soll jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet werden, an vielfältigen solidarischen Tätigkeiten teilzunehmen, durch die Herausforderungen in der gesamten EU in Angriff genommen werden. Eine Teilnahme an solidarischen Tätigkeiten wirkt sich nicht nur vorteilhaft auf die persönliche Entwicklung junger Menschen, ihre aktive Einbindung in die Gesellschaft und ihre Beschäftigungsfähigkeit aus, sondern unterstützt zudem Nichtregierungsorganisationen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen bei ihren Bemühungen zur Bewältigung gesellschaftlicher und anderer Herausforderungen.

 

Warum ist eine Rechtsgrundlage für das Europäische Solidaritätskorps erforderlich?

Seit seiner Einrichtung im Dezember 2016 wird das Europäische Solidaritätskorps im Rahmen von acht verschiedenen Programmen umgesetzt. Für jedes einzelne davon gelten eine eigene Rechtsgrundlage, eigene Ziele und ein eigenes Budget (es handelt sich dabei um das Programm Erasmus+, das Programm der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI), das Programm „LIFE“, den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, das Gesundheitsprogramm, das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums). 

Durch die eigenständige Rechtsgrundlage wird auch ein umfassendes Finanzierungsinstrument mit klar definierten Zielen geschaffen. Das wird zur Festigung des Europäischen Solidaritätskorps beitragen, indem seine Kohärenz, Wirkung und Kosteneffizienz gesteigert und noch mehr Möglichkeiten für junge Menschen geschaffen werden. 

Am 30. Mai 2017 legte die Kommission im Anschluss an gezielte Konsultationen mit den Interessenträgern einen Vorschlag vor, um das Europäische Solidaritätskorps mit einer einzigen Rechtsgrundlage, einem eigenen Finanzierungsmechanismus und einem breiteren Angebot an Solidaritätsprojekten auszustatten.

 

Wann wird die Verordnung über das Europäische Solidaritätskorps voraussichtlich in Kraft treten?

Im Juni 2018 haben das Europäische Parlament und der Rat eine politische Einigung über den Vorschlag der Kommission erzielt, das Europäische Solidaritätskorps bis 2020 mit eigenem Budget und Rechtsrahmen auszustatten. Wenn das Europäische Parlament auf seiner Plenarsitzung im September entsprechend abstimmt und der Rat den Vorschlag formell annimmt, kann der Verordnungsentwurf im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden und voraussichtlich im Oktober 2018 in Kraft treten[1]

 

Wie hoch ist das Budget für das Europäische Solidaritätskorps bis 2020?

Für die Durchführung des Europäischen Solidaritätskorps stehen für die Zeit zwischen dem Inkrafttreten der Verordnung und dem 31. Dezember 2020 insgesamt 375 600 000 EUR zu jeweiligen Preisen zur Verfügung. Dies wird in der Rechtsgrundlage festgeschrieben und garantiert dieser Initiative für die verbleibende Laufzeit des aktuellen mehrjährigen Finanzrahmens stabile Haushaltsmittel. 

Die Kosten für die einzelnen Solidaritätsmaßnahmen variieren je nach Art, Dauer und Land der Tätigkeit.

 

Wird das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 fortbestehen?

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, das Europäische Solidaritätskorps innerhalb des nächsten langfristigen Haushalts fortzusetzen. Zu diesem Zweck hat die Kommission am 11. Juni 2018 ihren Vorschlag für das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 mit einer Mittelausstattung von 1,26 Mrd. EUR vorgelegt, um etwa 350 000 jungen Menschen die Beteiligung an einer solidarischen Tätigkeit zu ermöglichen. 

 

GOVERNANCE

Welche Organisationsstruktur wird für das Korps zuständig sein?

In der ersten Phase (seit 2016) wird das Europäische Solidaritätskorps über acht verschiedene Programme der EU finanziert und verwaltet. Auf der neuen Rechtsgrundlage wird das Europäische Solidaritätskorps von der Europäischen Kommission, den nationalen Agenturen für Erasmus+ in den Mitgliedstaaten und der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) umgesetzt. 

Die nationalen Agenturen für Erasmus+, die bereits jetzt für die Verwaltung des Bereichs „Jugend“ im Rahmen des Programms „Erasmus+“ zuständig sind, werden für die Durchführung eines Großteils der Aktionen des Europäischen Solidaritätskorps verantwortlich sein. So werden sie die meisten der von Organisationen gestellten Anträge für ein Qualitätssiegel des Europäischen Solidaritätskorps prüfen, Anträge auf EU-Finanzhilfen von teilnehmenden Organisationen bewerten, Schulungen und Unterstützung anbieten, Vernetzungsaktivitäten organisieren und das Europäische Solidaritätskorps auf nationaler Ebene fördern. 

Mit Unterstützung der EACEA wird die Europäische Kommission die horizontalen Dienste für Mitglieder des Europäischen Solidaritätskorps verwalten. Konkret wird sie etwa für Online-Schulungen, Online-Sprachunterstützung und Versicherungsschutz sorgen. Die Agentur vergibt auch das Qualitätssiegel an bestimmte Gruppen von Akteuren (etwa europaweite Netzwerke oder Plattformen, nationale Behörden und Dienste oder Organisationen, die über andere EU-Programme unterstützt werden und Freiwilligentätigkeiten, Praktika oder einschlägige Arbeitsstellen anbieten). 

Ferner wird ein neu gegründetes Ressourcenzentrum des Europäischen Solidaritätskorps die Durchführungsstellen und die teilnehmenden Organisationen unterstützen. Das betrifft insbesondere Bescheinigungen und die Dokumentation von Kompetenzen, welche junge Menschen während ihrer Tätigkeiten erworben haben.

 

Welche Rolle werden Arbeitsverwaltungen spielen?

Die Akteure des Arbeitsmarkts, darunter öffentliche und private Arbeitsverwaltungen oder auch Handelskammern, werden einen Beitrag zum Europäischen Solidaritätskorps leisten können, indem sie die Mitglieder bei der Suche nach geeigneten Arbeitsstellen mit Solidaritätsbezug oder einem Praktikum unterstützen. Ihre Unterstützungstätigkeit wird auf bestehenden Strukturen aufbauen. 

Insbesondere öffentliche Arbeitsverwaltungen verfügen über umfangreiche Arbeitsmarktdaten und haben damit Zugang zu Informationen über freie Stellen sowohl im Land selbst (über ihre eigene Datenbank) als auch im Ausland (über EURES). Darüber hinaus könnten sie dazu beitragen, Arbeitgeber für das Europäische Solidaritätskorps zu gewinnen und junge Menschen dazu zu ermutigen, sich anzumelden. Weiterhin können sie Mitglieder des Europäischen Solidaritätskorps nach Abschluss ihrer Tätigkeit unterstützen und sicherstellen, dass die Teilnahme an einer solidarischen Tätigkeit als Sprungbrett für den Einstieg in den Arbeitsmarkt dient.

Die Akteure des Arbeitsmarkts, einschließlich der öffentlichen und privaten Arbeitsverwaltungen, werden einzeln oder gemeinsam über die nationalen Agenturen für Erasmus+ Finanzhilfen beantragen können.

 

TÄTIGKEITEN

Werden weiterhin die gleichen Tätigkeiten gefördert?

In der ersten Phase der Durchführung (2016-2018) hat das Europäische Solidaritätskorps jungen Menschen Möglichkeiten für individuelle Freiwilligentätigkeiten, Praktika oder Arbeitsstellen geboten. 

Auf der neuen Rechtsgrundlage wird das Europäische Solidaritätskorps junge Menschen nicht nur bei Freiwilligentätigkeiten mit einer Dauer von bis zu 12 Monaten, bei Praktika für 2 bis 6 Monate und Arbeitsstellen nach den geltenden nationalen Vorschriften für einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten unterstützen; es wird den Mitgliedern auch Gelegenheit bieten, ihre eigenen Solidaritätsprojekte durchzuführen oder sich für eine begrenzte Zeit als Gruppe von Freiwilligen zu engagieren. 

Benachteiligte junge Menschen genießen besondere Aufmerksamkeit. Um ihnen eine Teilnahme zu erleichtern, sind besondere Formen der finanziellen Unterstützung und angepasste Tätigkeitsformate vorgesehen. Eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen (wie allgemeine Schulungen und Sprachkurse, Versicherung, Unterstützung vor und nach den solidarischen Tätigkeiten, administrative Unterstützung) wird für alle teilnehmenden Personen und Organisationen bereitgestellt.

 

Was sind Freiwilligenteams?

Zu den Neuerungen beim Europäischen Solidaritätskorps gehören Tätigkeiten von Freiwilligenteams. Bei diesen solidarischen Tätigkeiten können sich Teams aus Mitgliedern des Europäischen Solidaritätskorps aus verschiedenen Ländern gemeinsam für einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu zwei Monaten freiwillig engagieren. Durch die kürzere Laufzeit und das kollektive Format soll dieses Konzept die Inklusion benachteiligter junger Menschen in das Europäische Solidaritätskorps erleichtern. 

Durch eine zentralisierte Maßnahme mit der Bezeichnung „Freiwilligenteams in prioritären Gebieten“ wird das Format der Freiwilligenteams außerdem für die Verfolgung spezifischer politischer Prioritäten genutzt, z. B. für den Schutz des europäischen Kulturerbes, die Integration von Drittstaatsangehörigen (einschließlich Asylbewerbern und Flüchtlingen), die Mitarbeit an der Bewältigung von Umwelt- und Klimaproblemen, darunter Katastrophenvorbeugung und -vorsorge sowie Wiederaufbau (ausgenommen sind Sofortmaßnahmen im Katastrophenfall).

 

Was ist ein Solidaritätsprojekt?

Solidaritätsprojekte sind lokale Initiativen unter der Leitung junger Menschen, die von mindestens fünf Mitgliedern des Europäischen Solidaritätskorps geplant und durchgeführt werden und zwischen zwei und zwölf Monaten dauern. Die jungen Teilnehmer werden eine aktive Rolle bei der Gestaltung und der Umsetzung ihrer eigenen Ideen in einem frei gewählten Bereich mit Solidaritätsbezug zum Nutzen ihrer lokalen Gemeinschaften spielen. Ein Solidaritätsprojekt sollte auf ein konkretes Problem innerhalb der lokalen Gemeinschaft der Teilnehmer ausgerichtet sein und einen eindeutigen europäischen Mehrwert aufweisen. 

Da Solidaritätsprojekte in der Regel im Wohnsitzland der Mitglieder des Europäischen Solidaritätskorps stattfinden, eignet sich dieses Format auch für benachteiligte junge Menschen, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, sich an Aktivitäten im Ausland zu beteiligen, und dennoch einen Beitrag zur Gesellschaft leisten möchten.

 

Was sind Vernetzungsaktivitäten?

Vernetzungsaktivitäten dienen einer besseren Qualität der allgemeinen Durchführung des Europäischen Solidaritätskorps. Sie finden begleitend zu dessen Umsetzung statt und verstärken seine Effektivität, Wirkung und Sichtbarkeit. Sie sollen auch ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Europäischen Solidaritätskorps schaffen. Diese Aktivitäten könnten z. B. die Information neuer Interessenten (sowohl junger Menschen als auch potenziell teilnehmender Organisationen) über das Europäische Solidaritätskorps, Konsultationsforen, den Austausch bewährter Verfahren oder die Einrichtung von Netzen ehemaliger Teilnehmer beinhalten.

 

Wer kann sich bewerben?

Öffentliche und private Einrichtungen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat können das Qualitätssiegel und eine Finanzhilfe beantragen. Finanzierungen für Solidaritätsprojekte können außerdem von Gruppen junger Menschen beantragt werden, die sich auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps angemeldet haben. Organisationen aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Türkei, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und anderen Partnerländern können als Partner an Freiwilligenprojekten teilnehmen. Weitere Informationen finden Sie im Leitfaden zum Europäischen Solidaritätskorps.

 

Wo und wann kann man sich bei dieser Ausschreibung bewerben?

Anträge auf Finanzierung von Freiwilligenteams in prioritären Gebieten sollten an die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur gerichtet werden. Anträge für andere Tätigkeiten sind bei der nationalen Agentur des Landes einzureichen, in dem die antragstellende Organisation ansässig ist. 

Förderfähige Organisationen und Gruppen von jungen Menschen sollten ihre Anträge innerhalb der folgenden Fristen einreichen: [vor 12:00 (mittags), Brüsseler Zeit]:

 

Partnerschaften für Freiwilligentätigkeiten

16. Oktober 2018

Freiwilligenprojekte

16. Oktober 2018

Praktika und Arbeitsstellen

16. Oktober 2018

Solidaritätsprojekte

16. Oktober 2018

Freiwilligenteams in prioritären Gebieten

18. Februar 2019

 

Anträge auf Zuerkennung des Qualitätssiegels können jederzeit eingereicht werden.

Wer kann sich zum Europäischen Solidaritätskorps anmelden?

Alle 17- bis 30-Jährigen, die die Staatsangehörigkeit eines Teilnahme- oder Partnerlandes besitzen oder sich rechtmäßig dort aufhalten, können sich zum Europäischen Solidaritätskorps anmelden. Das Mindestalter für die Teilnahme an einem Solidaritätsprojekt beträgt 18 Jahre. Alle Aktivitäten des Europäischen Solidaritätskorps stehen jungen Menschen und Organisationen aus den teilnehmenden Ländern (Mitgliedstaaten der EU) offen, einige der Aktivitäten sind aber auch Partnerländern zugänglich (Europäische Freihandelsassoziation, EU-Kandidatenländer, Länder des westlichen Balkans, Länder der Östlichen Partnerschaft, Länder des südlichen Mittelmeerraums, Russische Föderation).

Wer sich zum Europäischen Solidaritätskorps anmeldet, muss sich dem Auftrag und den Grundsätzen des Korps verpflichten. Die Anmeldung ist einfach und erfolgt über eine Seite des Europäischen Jugendportals.

 

Ist durch die Anmeldung auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps gewährleistet, dass jungen Menschen eine solidarische Tätigkeit angeboten wird?

Alle angemeldeten jungen Menschen dürfen an einer allgemeinen Online-Schulung und an den Aktivitäten zur Gemeinschaftsbildung teilnehmen, die in ihren lokalen Gemeinschaften stattfinden. Die Anmeldung garantiert nicht, dass allen jungen Menschen eine Freiwilligentätigkeit, ein Praktikum oder eine Arbeitsmöglichkeit angeboten wird. Dies hängt von den Finanzmitteln, der Verfügbarkeit von Projekten und den Interessen der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten ab. 

Der Verordnungsentwurf sieht darüber hinaus sogenannte Solidaritätsprojekte vor, die es angemeldeten jungen Menschen ermöglichen, selbst die Initiative zu ergreifen und ihre solidarischen Ideen auf lokaler Ebene umzusetzen, statt darauf zu warten, dass ihnen eine Organisation ein Angebot für eine solidarische Tätigkeit, ein Praktikum oder eine Arbeitsstelle macht. 

 

Welche Anforderungen gelten für Organisationen?

Es wird ein Qualitätssiegel eingeführt, um die Einhaltung der Grundsätze und Anforderungen des Europäischen Solidaritätskorps durch die teilnehmenden Organisationen zu gewährleisten. Generell wird die Zuerkennung eines Qualitätssiegels eine Voraussetzung für die Teilnahme einer Organisation an vom Europäischen Solidaritätskorps unterstützten Aktivitäten (außer Solidaritätsprojekten) sein, sie darf jedoch nicht automatisch zu einer Finanzierung führen. 

Der Geltungsbereich des zuerkannten Qualitätssiegels richtet sich nach der Art der Tätigkeiten, an denen sich die antragstellende Organisation beteiligen möchte. Für die Beantragung des Siegels, die Bewertung der Anträge und die Zuerkennung (oder Verweigerung) des Qualitätssiegels werden spezielle Verfahren eingerichtet. Für Organisationen, die bereits an anderen EU-Programmen teilnehmen, sowie für Behörden sind vereinfachte Verfahren vorgesehen. Für Organisationen, die im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes akkreditiert sind, werden Übergangsmaßnahmen zur Anwendung kommen. Das Antragsverfahren wird je nach Art der Organisation von den Nationalen Agenturen oder der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) bewertet.

 

Wie läuft das Vermittlungsverfahren ab?

Junge Menschen, die sich über das entsprechende Portal zum Europäischen Solidaritätskorps anmelden, geben nicht nur Auskünfte zu Bildungsstand, Berufserfahrung und persönlichen Interessen, sie können auch angeben, an welcher Art von Projekten sie sich gerne beteiligen würden, in welchen Ländern sie gerne freiwillig tätig wären und wann sie verfügbar sind. Sie können zwischen den unterschiedlichen Arten von Tätigkeiten (Freiwilligentätigkeit, Arbeitsstelle, Praktikum) wählen und ihr Interesse an einer Arbeit in bestimmten Solidaritätsbereichen bekunden. 

Bei der Anmeldung können die jungen Menschen zudem hervorheben, welche besonderen Erfahrungen und Kenntnisse sie in das Europäische Solidaritätskorps einbringen könnten, beispielsweise Arbeit mit Flüchtlingen, Kindern, älteren oder behinderten Menschen, Unterricht, Erste Hilfe, Medien, Musik, Kunst, Bau, Ingenieurwesen oder Projektmanagement. Alternativ können sich junge Menschen direkt auf offene Stellen bewerben, die von den teilnehmenden Organisationen auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps veröffentlicht werden. 

Die teilnehmenden Organisationen wählen die Kandidatinnen und Kandidaten aus, deren Motivation, Interessen und Fähigkeiten ihren Bedürfnissen am besten entsprechen. Es steht den jungen Menschen frei, Angebote der Organisationen abzulehnen.

 

Welche finanziellen Bedingungen gelten für die Teilnahme an einer Tätigkeit des Solidaritätskorps?

Allen jungen Menschen, die sich an einer solidarischen Tätigkeit beteiligen, wird ein Beitrag zu Reisekosten und Versicherung gezahlt. 

Freiwillige erhalten während der gesamten Dauer ihrer Tätigkeit Kost und Logis sowie Taschengeld. 

Bei Arbeitsstellen wird ein Arbeitsvertrag geschlossen und eine Entlohnung festgelegt, die den geltenden nationalen Gesetzen, Vorschriften und Tarifverträgen des Landes entspricht, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird. Diese wird von der Organisation gezahlt, die den jungen Menschen beschäftigt. Außerdem erhalten die Stelleninhaber eine Umzugsbeihilfe, damit sie sich im Gastland einrichten können. 

Praktika finden auf der Grundlage einer schriftlichen Vereinbarung statt und werden von der Aufnahmeorganisation vergütet. Für im Rahmen des Korps angebotene Praktikumseinsätze gelten die im Qualitätsrahmen für Praktika festgelegten Grundsätze. Praktikantinnen und Praktikanten erhalten ebenfalls eine Umzugsbeihilfe.

 

Dürfen die Organisationen von den Mitgliedern Geld dafür verlangen, dass sie sie beschäftigen?

Nein. Keine Person oder Einrichtung darf von Korpsmitgliedern eine finanzielle Beteiligung oder Gebühr verlangen, die mit der Auswahl zur Teilnahme an einem Projekt des Europäischen Solidaritätskorps in Verbindung steht.

 

Wie sieht es mit dem Versicherungs- und Sozialversicherungsschutz aus?

Wer an grenzübergreifenden Aktivitäten teilnimmt, wird in das Versicherungssystem des Europäischen Solidaritätskorps eingebunden. Dieses bietet zusätzlichen Schutz für Inhaber einer Europäischen Krankenversicherungskarte und die kostenlose volle Versicherungsdeckung für diejenigen Teilnehmer, die keine Europäische Krankenversicherungskarte erhalten können.

Für Arbeitsstellen und Praktika können besondere Regelungen bezüglich der Sozialversicherung gelten, die sich nach den nationalen Gesetzen, Vorschriften und Tarifverträgen des Landes, in dem die solidarische Tätigkeit stattfindet, richten.

 

Wird es sprachliche Unterstützung geben?

Ja. Mitglieder des Europäischen Solidaritätskorps, die ein Angebot für eine Tätigkeit in einem anderen Land annehmen, erhalten Zugang zu einem Online-Sprachkurs, mit dem sie ihre Kompetenz in der Fremdsprache, die sie bei der solidarischen Tätigkeit im Ausland verwenden werden, bewerten und verbessern können.

 

Welche Art von Bescheinigung erhalten die Mitglieder?

Alle jungen Menschen, die an einer Tätigkeit des Europäischen Solidaritätskorps teilnehmen, erhalten nach Abschluss dieser Tätigkeit eine Teilnahmebescheinigung. Zum Ende ihrer Freiwilligentätigkeit, ihres Praktikums oder ihrer Arbeit haben die jungen Menschen außerdem Anspruch auf ein Youthpass-Zertifikat, das die während der solidarischen Tätigkeit erworbenen Kenntnisse, Qualifikationen und Kompetenzen dokumentiert.

 

[1] Die Veröffentlichung der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen erfolgt vorbehaltlich der endgültigen Annahme der Verordnung über das Europäische Solidaritätskorps durch den Gesetzgeber ohne wesentliche Änderungen und vorbehaltlich der Annahme der entsprechenden Finanzierungsbeschlüsse.

MEMO/18/4840

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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