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Europäische Kommission - Factsheet

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) 2018

Brüssel, 18. Mai 2018

Fragen und Antworten


I – Ergebnisse des DESI 2018
Was ist der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft?

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index – DESI) ist ein zusammengesetzter Index, der von der Kommission seit 2014 jährlich veröffentlicht wird und die Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten auf dem Weg zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft misst. Als solches vereint er eine Reihe relevanter Indikatoren für den gegenwärtigen Politikmix Europas im digitalen Bereich.

Der DESI setzt sich aus fünf wesentlichen Politikbereichen zusammen, die insgesamt 34 Indikatoren umfassen:

1. Konnektivität

Festnetz-Breitband, Mobilfunk-Breitband, schnelles und ultraschnelles Breitband sowie Breitbandpreise

2. Humankapital

Grundkompetenzen und Internetnutzung, fortgeschrittene Fertigkeiten und Entwicklung

3. Nutzung von Internet-Dienstleistungen

Nutzung von Inhalten, Kommunikation und Online-Transaktionen durch die Bürger

4. Integration der Digitaltechnik

Digitalisierung von Unternehmen und elektronischer Handel

5. Digitale öffentliche Dienste

Elektronische Behördendienste und elektronische Gesundheitsdienste

 

 Der DESI 2018 ergab Folgendes:

Rangfolge

Im Jahr 2017 haben sich die DESI-Ergebnisse in allen Mitgliedstaaten verbessert. In Dänemark, Schweden, Finnland und den Niederlanden ist die Digitalisierung der Wirtschaft am weitesten fortgeschritten; es folgen Luxemburg, Irland, das Vereinigte Königreich, Belgien und Estland. Die größten Fortschritte (mehr als 15 Punkte) waren in den vergangenen vier Jahren in Irland, Zypern und Spanien zu verzeichnen, die geringsten Fortschritte (weniger als 10 Punkte) dagegen in Griechenland.

Nachstehend die überarbeitete Rangfolge des DESI 2017:

2.

Wie schneiden die Mitgliedstaaten bei den fünf Dimensionen des Index ab?

Konnektivität

Bei der Konnektivität im Bereich der Breitbandnetze schneiden die Niederlande, Luxemburg und Dänemark insgesamt am besten ab.

Das Breitband-Festnetz steht 97 % aller EU-Bürgerinnen und -Bürgern zur Verfügung, und 80 % aller Privathaushalte in der EU haben Zugang zu einem schnellen Breitbandnetz (mindestens 30 Mbps). Ultraschnelle Verbindungen (mindestens 100 Mbps), die erstmals mit dem DESI ermittelt wurden, stehen 58 % aller Euopäerinnen und Europäern zur Verfügung.

Durchschnittlich 91 % der EU-Bevölkerung haben eine Anschlussmöglichkeit an 4G-Mobilfunknetze (berechnet als Durchschnitt der Verbreitung der einzelnen Telekommunikationsbetreiber in jedem Land).

75 % der europäischen Privathaushalte haben einen Festnetz-Breitbandanschluss, davon hat ein Drittel einen Anschluss mit mindestens 30 Mbps. Außerdem hat sich gezeigt, dass Anschlüsse an das ultraschnelle Breitbandnetz immer häufiger werden: 15 % aller Privathaushalte - doppelt so viele wie zwei Jahre davor - haben bereits einen solchen Anschluss.

 

Humankapital

Was die Dimension Humankapital betrifft, so nutzen 81 % aller EU-Bürgerinnen und -Bürger regelmäßig (mindestens einmal wöchentlich) das Internet. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Andererseits verfügen 43 % der EU-Bürgerinnen und -Bürger noch nicht einmal über grundlegende digitale Kompetenzen. In diesem Bereich schneiden Finnland, die Niederlande und Schweden am besten ab.

Die Zahl der Absolventen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT-Fächer) ist leicht gestiegen. Während 2013 nur 18,4 von Tausend jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren über einen Abschluss in einem MINT-Fach verfügten, waren es 2015 bereits 19,1. Außerdem wurden 2016 in der EU 8,2 Millionen IKT-Fachleute gezählt; drei Jahre zuvor waren es 7,3 Millionen.

 

Internetnutzung

Der Prozentsatz der Personen, die in irgendeiner Form das Internet nutzen, ist insgesamt gegenüber den DESI-Ergebnissen von 2017 leicht gestiegen. 72 % der Internetnutzer lesen Online-Nachrichten, 46 % nutzen das Internet für Video- oder Audioanrufe, 65 % sind in sozialen Netzwerken aktiv, 68 % kaufen im Internet ein und 61 % machen vom Online-Banking Gebrauch.

 

Integration

Was die Integration dieser Technologie betrifft, so wird sie von immer mehr europäischen Unternehmen eingesetzt. Dies umfasst die Nutzung von Unternehmenssoftware für den elektronischen Informationsaustausch (Anstieg von 23 % (2013) auf 34 % (2017) der Unternehmen), die Versendung elektronischer Rechnungen (von 10 % (2013) auf 18 % (2016)) oder die Nutzung sozialer Medien zur Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern (von 15 % (2013) auf 21 % (2017)). Die größten Fortschritte sind in Dänemark, Finnland und Irland zu verzeichnen.

Außerdem legte der Online-Handel bei den KMU leicht zu (von 14 % (2013) auf 17 % (2017) der KMU). Weniger als die Hälfte derer, die Online-Handel betreiben, verkaufen an Kunden in einem anderen Mitgliedstaat; die Mehrzahl ist nur im eigenen Land tätig.

 

 Digitale öffentliche Dienstleistungen

Die Dimension „digitale öffentliche Dienstleistungen“ misst die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen mit Schwerpunkt auf elektronischen Behörden- und Gesundheitsdiensten. Durch die Modernisierung und Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen lassen sich für die öffentliche Verwaltung ebenso wie für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen Effizienzgewinne erzielen. Führend bei der Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen in Europa sind Finnland, Estland und Dänemark.

Die EU im weltweiten Vergleich mit anderen digitalisierten Ländern

Die Kommission hat die digitale Leistungsfähigkeit der EU-Länder auch mit 17 Nicht-EU-Ländern verglichen. Der internationale DESI (I-DESI) vergleicht die Leistungsfähigkeit einzelner EU-Mitgliedstaaten und der EU als Ganzes mit Australien, Brasilien, Kanada, Chile, China, Island, Israel, Japan, Südkorea, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Russland, Serbien, der Schweiz, der Türkei und der Vereinigten Staaten. Dies ist das zweite Mal, dass die Kommission den DESI mit internationalen Daten vergleicht.

1. 

Die Ergebnisse der in Kürze veröffentlichten Studie zeigen, dass die vier in der EU führenden Länder (Dänemark, Finnland, Schweden und die Niederlande) auch weltweit eine Spitzenstellung einnehmen. Sie folgen in der Rangliste direkt nach Korea und schneiden besser ab als die Vereinigten Staaten und Japan. Der Vergleich hat jedoch auch ergeben, dass die digitale Leistungsfähigkeit der EU im Durchschnitt wesentlich niedriger ist. Der vollständige I-DESI-Bericht wird im Juni vorliegen.

Der I-DESI umfasst dieselben fünf Dimensionen wie der DESI, wobei die Indikatoren geringfügig von denen des DESI abweichen, da einige DESI-Indikatoren in Nicht-EU-Ländern nicht zur Verfügung stehen. Daher stimmen die Rangfolgen und Werte des I-DESI-nicht völlig mit denen des DESI überein.


II – Methodik des DESI

Woher stammen die Daten?

Die meisten DESI-Indikatoren stammen aus Erhebungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union. Einige Indikatoren zu den Breitbandnetzen haben die Kommissionsdienststellen durch den Kommunikationsausschuss bei den Mitgliedstaaten erhoben. Andere Indikatoren (z. B. zu den elektronischen Behördendiensten und zu den Breitbandnetzen) wurden Studien entnommen, die für die Kommission erstellt worden waren. Vollständige Liste der Indikatoren, genaue Begriffsbestimmungen und Quellenangaben.

Wie wird der DESI-Wert berechnet?

Zur Berechnung des Gesamtwerts für ein Land wurden die einzelnen Gruppen und Untergruppen Indikatoren von Sachverständigen der Europäischen Kommission jeweils gesondert gewichtet. Die Konnektivität und die digitalen Kompetenzen („Humankapital“) fließen mit jeweils 25 % in den Gesamtwert ein. Die Integration der Digitaltechnik wird mit 20  % gewichtet, da die IKT-Nutzung durch Unternehmen zu den wichtigsten Wachstumsfaktoren gehört. Online-Aktivitäten („Internetnutzung“) und elektronische Behördendienste tragen jeweils 15 % zur Gesamtbewertung bei. Nähere Einzelheiten unter Anmerkungen zur Methodik des DESI.

Wie werden die EU-Länder zu Clustern zusammengefasst?

Auf Basis des DESI-Werts wurden drei Cluster gebildet.

  • Besonders leistungsfähig sind die neun Mitgliedstaaten mit dem höchsten DESI-Wert. Hierzu zählen Dänemark, Schweden, Finnland, die Niederlande, Luxemburg, Irland, das Vereinigte Königreich, Belgien und Estland.
  • Im Mittelfeld liegen die Länder, deren Werte in der Nähe des DESI-Durchschnitts liegen. Dies sind Spanien, Österreich, Malta, Litauen, Deutschland, Slowenien, Portugal, die Tschechische Republik, Frankreich und Lettland.
  • Am Ende der Rangfolge finden sich die leistungsschwächeren Länder. Dies sind die Slowakei, Zypern, Kroatien, Ungarn, Polen, Italien, Bulgarien, Griechenland und Rumänien.

Was hat sich gegenüber dem DESI 2017 geändert?

Es wurden einige Änderungen gegenüber dem DESI 2017 vorgenommen, um die Methodik zu verbessern und die neuesten technischen Entwicklungen zu berücksichtigen.

Konnektivität

  • Hinzugekommen ist die Teildimension „ultraschnelles Breitband,“ um die Versorgung mit ultraschnellen Breitbandnetzen (Fibre to the Premises - Glasfaserkabel bis zum Kunden - in Verbindung mit Docsis-3.0-Kabel, gemessen in Prozent der Privathaushalte) und die Nutzung dieser Netze (Prozent der Privathaushalte mit Anschlüssen mit mindestens 100 Mbps) zu messen. Außerdem wird beim DESI 2018 die Nutzung von ultraschnellen Breibandnetzen in Prozent der Privathaushalte (anstatt in Prozent der Anschlüsse wie bei früheren Veröffentlichungen) gemessen. Das Frequenzspektrum wurde aus dem Index herausgenommen.
  • Die Preise für Breitbandanschlüsse: Zur Berechnung der Preise für Anschlüsse an das Breitbandfestnetz wurde ein robusteres Verfahren gewählt, bei dem zwölf Verbrauchskörbe und das Haushaltseinkommen zugrunde gelegt wurden.

Humankapital.

  • Absolventen von MINT-Fächern: Die historischen Daten wurden von Eurostat überarbeitet.

Bei den Dimensionen Nutzung von Internet-Dienstleistungen und Integration der Digitaltechnik wurde nichts geändert.

Digitale öffentliche Dienste

  • Die elektronischen Gesundheitsdienste wurden wieder als Teildimension eingeführt, wobei ein Indikator den Prozentsatz der Personen misst, die Online-Gesundheits- und -Pflegedienste nutzen. Im Zusammenhang mit den elektronischen Behördendiensten wurde bei den digitalen öffentlichen Dienstleistungen ein neuer Indikator für Unternehmen eingeführt.

Außerdem wurde bei anderen Indikatoren ebenfalls eine bestimmte Anzahl historischer Daten überarbeitet. Diese Änderungen hatten zur Folge, dass sich die Rangfolgen der Vorjahre geringfügig geändert haben.

Wie hat sich die verbesserte Methodik auf die Rangfolge des Vorjahrs ausgewirkt?

Als Ergebnis der verbesserten Methodik haben sich die Rangfolgen der Vorjahre geringfügig geändert.


Weitere Informationen

Pressemitteilung

Länderprofile

Factsheet: Ein digitaler Binnenmarkt zum Nutzen aller Europäer

Factsheet: Datenwirtschaft für alle Europäer

Der Aufbau des digitalen Binnenmarkts – Maßnahmen der Europäischen Kommission seit 2015

Videos

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MEMO/18/3737

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