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Europäische Kommission - Factsheet

Move2Learn, Learn2Move

Brüssel, 27. März 2017

Die Initiative Move2Learn, Learn2Move ist eine einzigartige Maßnahme der Kommission anlässlich des 30. Jahrestags der Einführung des Erasmus-Programms für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport.

Die Initiative Move2Learn, Learn2Move ist eine einzigartige Maßnahme, die die Kommission anlässlich des 30. Jahrestags des Erasmus-Programms für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, jungen Menschen, die an einem Lernprojekt teilnehmen, die Möglichkeit zu geben, allein oder mit ihrer Schulklasse in ein anderes europäisches Land zu reisen. Umgesetzt wird die Initiative im Rahmen des Netzwerks eTwinning, mit dem Lehrer und Schüler seit mehr als zehn Jahren über eine Online-Plattform EU-weit gemeinsam Projekte entwickeln können.

Mit dieser Initiative wird dem Wunsch des Europäischen Parlaments entsprochen, die Mobilität junger Menschen in ganz Europa zu fördern.

Hierbei lernen die Teilnehmer verschiedene andere europäische Kulturen kennen und werden außerdem für die Auswirkungen des Verkehrs und insbesondere der klimaschädlichen CO2-Emissionen sensibilisiert. Damit eine bestimmte Emissions-Obergrenze nicht überschritten wird, müssen im Rahmen dieser Initiative verschiedene Verkehrsträger miteinander kombiniert werden. Bei der Auswahl der Teilnehmer wird auch der Aspekt soziale Inklusion berücksichtigt.

Die Kommission hat 2,5 Mio. EUR aus den Mitteln des Programms Erasmus+ für diese Initiative bereitgestellt. Damit können 5000 bis 7000 junge Menschen ab dem 16. Lebensjahr ausgewählt werden, die je nachdem, wo sie leben und ob sie ihre Partner-Schulklasse besuchen, einen Anspruch auf Reisetickets im Wert von 350 EUR bis 530 EUR erhalten. Mit Ausnahme von Pkw und gecharterten Bussen kommen alle Verkehrsträger und -gesellschaften sowie Strecken für die Maßnahme infrage. Einige Verkehrsgesellschaften unterstützen die Initiative durch Rabatte oder kostenlose Reisetickets.

Wie werden die Teilnehmer ausgewählt?

Zur Teilnahme aufgefordert wurden Schulklassen mit Schülern ab 16 Jahren, die sich an der eTwinning-Plattform beteiligen. Die nationalen Koordinierungsstellen, die die Durchführung von eTwinning in allen 28 Mitgliedstaaten unterstützen, werden der Kommission bei der Auswahl der Schulklassen helfen, wobei verschiedene Kriterien angewandt werden, so z. B. die Qualität des Projekts auf der eTwinning-Plattform im Schuljahr 2016-2017, der Umfang der sozialen Inklusion (z. B. benachteiligte junge Menschen) im Rahmen des Projekts oder die Frage, ob eine Klasse bereits eine Auslandsreise unternommen hat. Zunächst werden 5000 Teilnehmer ausgewählt. Sind die Kosten für die Reisetickets und die Zahl der Teilnehmer, die verreisen möchten, niedriger als ursprünglich angenommen, können weitere 2000 Personen in die Initiative einbezogen werden.

Wie und wann finden die Reisen statt?

Je nach Entscheidung der Eltern und Lehrer können die Teilnehmer als Gruppe in der Schulklasse oder allein reisen. Klassenfahrten werden allerdings vorrangig berücksichtigt. In vielen Fällen wird erwartet, dass Schulklassen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen, die beim eTwinning-Projekt zusammengearbeitet haben. Schüler im letzten Jahr einer weiterführenden Schule dürften wahrscheinlich eher Einzelreisen wählen. Die Reisen, die bis zu zwei Wochen dauern können, sollten zwischen August 2017 und Dezember 2018 stattfinden.

Welchen Wert haben die Reisetickets?

Jeder Teilnehmer hat Anspruch auf ein Reiseticket im Wert von 350 EUR. In drei Fällen kann dieser Betrag jedoch auf bis zu 530 EUR ansteigen:

  1. bei Teilnehmern, deren Abfahrts- oder Zielort auf Zypern, Malta, in Island oder in äußerster Randlage (Guadeloupe, Französisch Guyana, Martinique, La Réunion, Mayotte, Saint-Martin, Madeira, Azoren oder Kanarische Inseln) liegt;
  2. wenn die Reisekosten im Inland zur Erreichung des Haupt- oder Busbahnhofs oder des Flughafens, von dem der Teilnehmer die Landesgrenze überschreitet, mehr als 100 EUR betragen;
  3. bei einer Schulfahrt zur Partnerklasse.

Müssen die Reisen bestimmten Kriterien entsprechen?

Die Reisekosten dürfen die Obergrenzen für die bereitgestellten Mittel nicht überschreiten. Außerdem sind zwei weitere Kriterien zu beachten:

  1. Der gewichtete Durchschnitt der CO2-Emissionen je Reisendem und Kilometer mit den einzelnen Verkehrsträgern darf für die Reisestrecke 200 g nicht überschreiten. Die einzelnen Verkehrsträger weisen folgende Werte auf: Eisenbahn: 14 g, Stadt- und Fernbusse: 86 g, mittelgroße Fähren: 258 g, kleine Fähren und Flugzeuge: 285 g CO2. Der Schwellenwert wurde auf 200 g festgesetzt, damit die Teilnehmer für ihren CO2-Fußabdruck sensibilisiert werden und den jeweils nachhaltigsten Verkehrsträger wählen.
  2. Außerdem sollte das Verhältnis zwischen Reise- und Aufenthaltsdauer bei einer Fahrt von höchstens 3 Tagen höchstens 1 zu 3 und bei einer längeren Fahrt höchstens 1 zu 4 betragen. Damit soll vermieden werden, dass Schüler sehr lange Reisen mit langsamen Verkehrsträgern oder großen Umwegen unternehmen, die ihnen nur wenig Zeit für den Aufenthalt am Zielort lassen.

Natürlich ist zwischen diesen beiden Kriterien abzuwägen. Bestimmte Verkehrsträger sind zwar sehr schnell, verursachen aber auch eine höhere Umweltbelastung, wogegen andere Verkehrsträger langsamer, aber auch umweltfreundlicher sind. In den Fällen, in denen die beiden Kriterien nicht gleichzeitig erfüllt werden können, müssen die Teilnehmer einen anderen Ort wählen. Ausnahmen gelten z. B. für Teilnehmer, deren Abfahrtsort auf einer Insel liegt, oder wenn die Schulklasse einen Twinning-Partner besucht.

Wie lassen sich die Mittel für mehr als 5000 Teilnehmer aufbringen?

Die Kommission wird ab Beginn der Reisen im August 2017 bis zum Ende der Initiative im Dezember 2018 jeden Monat prüfen, welche Reisen gebucht wurden und wie viel von den Mitteln bereits in Anspruch genommen wurde. Falls Teilnehmer die Beträge, auf die sie Anspruch haben, nicht vollständig ausschöpfen, können die Restbeträge weiteren Teilnehmern zugeteilt werden.

Was geschieht, wenn ein Teilnehmer seine Reise absagen oder ändern muss?

Je nach den Bedingungen, die für die Reisetickets gelten, besteht diese Möglichkeit. Etwaige Stornierungs- oder Änderungsgebühren gehen allerdings zulasten des Betrags, auf den der Teilnehmer Anspruch hat. Für diese Art von Ausgaben stehen keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung. Die Kommission zahlt auch keine Versicherungskosten.

Warum werden bestimmte Verkehrsgesellschaften besonders hervorgehoben? Sind dies die einzigen Unternehmen, mit denen die Teilnehmer reisen dürfen?

Einige Verkehrsgesellschaften unterstützen diese Initiative, indem sie die Teilnehmer längere Strecken reisen lassen, durch Rabatte mehr Personen eine Teilnahme ermöglichen oder jungen Menschen generell günstigere Preise für Auslandsreisen anbieten und damit im Sinne von Move2Learn, Learn2Move wirken. Wir heben diese Gesellschaften also besonders hervor, um über die zusätzliche Unterstützung zu informieren.

Die Initiative steht aber allen Anbietern offen. Der Vertragspartner, der die Reisen bucht, kann jeden öffentlichen Verkehrsträger und alle Verkehrsgesellschaften (mit Ausnahme von Pkw und gecharterten Bussen) und Strecken wählen. Die Auswahl richtet sich allein nach dem vom Teilnehmer gewählten Ziel- und Abfahrtsort sowie den oben genannten Kriterien (Mittelausstattung, CO2-Emissionen, Reisezeit im Verhältnis zur Aufenthaltsdauer) und dem Preis.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Move2Learn, Learn2Move und dem Vorstoß des Europäischen Parlaments, jedem europäischen Bürger bei Vollendung des 18. Lebensjahrs einen Interrail-Pass zu schenken?

Mit der Initiative Move2Learn, Learn2Move wird der Entschließung des Europäischen Parlaments zum Haushaltsentwurf 2017 entsprochen, in der die Kommission aufgefordert wurde, „junge Europäer, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt werden, mit Gutscheinen für den öffentlichen Verkehr zu versorgen“.

In der Entschließung zur Überprüfung des mehrjährigen Finanzrahmens ging das Parlament sogar noch weiter und sprach sich für eine Initiative aus, bei der jeder europäische Bürger bei Vollendung des 18. Lebensjahrs einen kostenlosen Interrail-Pass erhalten soll.

Nach Schätzungen der Kommission würde eine solche Initiative jedoch zwischen 1,2 Mrd. und 1,6 Mrd. EUR jährlich kosten. Mittel in dieser Größenordnung stehen zurzeit nicht zur Verfügung.

Die Initiative Move2Learn, Learn2Move baut auf dem Gedanken auf, der der Forderung des Europäischen Parlaments zugrunde liegt, trägt aber gleichzeitig dem Lernaspekt, den aktuellen organisatorischen Beschränkungen und den Haushaltsengpässen Rechnung.

Was ist eTwinning?

eTwinning ist eine Initiative im Rahmen des Programms Erasmus+, die Lehrern und Schülern europaweit die Möglichkeit gibt, bei Projekten über eine Online-Plattform zusammenzuarbeiten. Sie hilft Schülern beim Erwerb neuer Qualifikationen und Kompetenzen und unterstützt Lehrer bei der beruflichen Weiterbildung. Die Initiative wird aus dem Programm Erasmus+ mit 13 Mio. EUR jährlich bezuschusst. Innerhalb von nur 11 Jahren wurden mit dem Programm eTwinning mehr als die Hälfte aller Schulen in Europa miteinander verbunden und mehr als 2 Millionen Schüler und über 450 000 Lehrer einbezogen.

Weshalb steht Move2Learn, Learn2Move nur Schülern der Klassen zur Verfügung, die an eTwinning teilnehmen?

Die Plattform eTwinning bietet eine gut eingeführte Struktur mit Zugang zu jungen Menschen sowie die Kapazität und die Ressourcen zur Durchführung eines transparenten und gerechten Auswahlverfahrens. Sie ist in allen Mitgliedstaaten vorhanden und bezieht ein breites Spektrum von Schulen ein, so auch Fach- und Berufsschulen sowie Schulen in wirtschaftlich schwachen Gebieten.

Welches sind die nächsten Schritte?

Die Aufforderung zur Einreichung der Anträge wurde am 20. März auf eTwinning veröffentlicht; die Einsendefrist endet am 30. Juni. Danach werden die Teilnehmer ausgewählt; das Ergebnis wird voraussichtlich im August 2017 vorliegen. Die Teilnehmer haben dann bis zum 31. Dezember 2018 Zeit, um ihre Ansprüche einzulösen und die Reise zu unternehmen.

Weitere Informationen

Pressemitteilung: Kommission fördert Mobilität junger Menschen in Europa

MEMO/17/650

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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