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Europäische Kommission - Factsheet

Erasmus+: Ein weiteres Rekordjahr – Fakten und Zahlen

Brüssel, 30. November 2017

Die Kommission veröffentlicht heute den Erasmus+-Jahresbericht 2016, der sich auf das dritte Jahr des Programms Erasmus+ bezieht, eines der erfolgreichsten und bekanntesten Programme der Europäischen Union.

Seit 2014 wurde das Förderspektrum des Programms erheblich ausgeweitet: Mittlerweile umfasst es Studien- und Bildungsaufenthalte sowie Praktika für Hochschulstudierende und Auszubildende, Jugendaustausch, Freiwilligentätigkeiten sowie Austauschmaßnahmen für das Personal aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie aus dem Jugend- und Sportbereich. Zudem ist Erasmus+ sehr viel offener für benachteiligte Bevölkerungsgruppen als alle seine Vorgängerprogramme.

Welches waren die wichtigen Entwicklungen im Jahr 2016?

2016 trug Erasmus+ wesentlich dazu bei, die Mitgliedstaaten bei der Förderung sozialer, staatsbürgerlicher und interkultureller Kompetenzen gemäß den Zielen der Pariser Erklärung zu unterstützen:

  • 200 Mio. EUR flossen in 1200 Kooperationsprojekte zur Förderung von Toleranz, Nichtdiskriminierung und sozialer Einbeziehung. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Auswahl von Projekten zugunsten von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten vor allem aus dem Bereich der Mobilität von jungen Menschen.
  • Eigens hierfür wurde eine mit 13 Mio. EUR dotierte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, um bestehende bewährte Verfahren an der Basis zu verbreiten, zur ihrer Nachahmung anzuregen und auszubauen. Die Aufforderung stieß bei Interessenträgern auf großes Interesse und es wurden 35 Projekte ausgewählt.
  • Die Initiative „Online-Sprachunterstützung für Flüchtlinge“ half mehr als 6500 neu angekommenen Flüchtlingen bei der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse.
  • Im Bereich grenzüberschreitende Partnerschaften im Bereich Jugend kam ein Viertel der geförderten Projekte entweder unmittelbar Migranten, Flüchtlingen oder Asylbewerbern zugute oder zielte auf deren Einbeziehung, die Erlangung der Unionsbürgerschaft und die gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung ab. Insgesamt dienten 34 % der strategischen Partnerschaften im Bereich Jugend der sozialen Einbeziehung und der Solidarität.

Im Rahmen von eTwinning Plus konnten Verbindungen zwischen europäischen Schulen und Schulen in Jordanien, Libanon und Marokko hergestellt werden.

                    Schaubild 1 einfügen

Wurden 2016 mehr Auslandsaufenthalte absolviert?

Seit 2014 steigt das allgemeine Interesse an Mobilitätsmaßnahmen in allen Bereichen um 10 % pro Jahr. 2016 erhielten 725 000 Einzelpersonen und 79 000 Organisationen Fördermittel aus dem Erasmus+-Haushalt für Mobilität.

Knapp 3900 Hochschulen erhielten Mobilitätsstipendien, was gegenüber der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 2015 einem Anstieg von 4 % entspricht.

An den 2016 finanzierten Jugendaustauschprogrammen nahmen mehr als 100 000 jungen Menschen teil. Das sind 9 % mehr als 2015.

Im Rahmen des Erasmus+-Programms wurden in dem Dreijahreszeitraum 2014-2016 gut 2 Millionen Mobilitätsvorhaben gefördert, sodass das Programm auf einem guten Weg ist, sein Ziel, zwischen 2014 und 2020 4 Millionen Menschen zu unterstützen, zu verwirklichen.

Welche anderen Projekte in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend erhielten 2016 Fördermittel?

Im Rahmen von Erasmus+ werden auch die Zusammenarbeit für Innovation und der Austausch bewährter Verfahren in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend gefördert, um langfristige Auswirkungen auf Organisationen, Einzelpersonen und politische Systeme zu erzielen:

  • 2016 wurden über Erasmus+ mehr als 2300 strategische Partnerschaften für Projekte gefördert, an denen 13 000 Organisationen in den Sektoren allgemeine und berufliche Bildung und Jugend beteiligt waren. Die Projekte zielen auf innovative, qualitativ hochwertige und inklusive allgemeine und berufliche Bildung und Jugendarbeit in einem digitalen Umfeld, auf die Verbesserung von Querschnittskompetenzen durch lebenslanges Lernen und auf die Eigenverantwortung, Teilhabe und aktive Staatsbürgerschaft junger Menschen ab.
  • Projekte zum Kapazitätsaufbau dienen der Modernisierung und Internationalisierung der Hochschulbildung in Partnerländern[1] sowie der Kooperation und dem Austausch zwischen Partner- und Programmländern in der Jugendarbeit. 2016 wurden im Rahmen dieser Maßnahme 147 Projekte in der Hochschulbildung und 128 Projekte in der Jugendarbeit gefördert.
  • Im Rahmen der 20 im Jahr 2016 geförderten Projekte der Wissensallianz wurden Hochschulen mit Unternehmen aus der Kreislaufwirtschaft und den Bereichen offenes Design und offene Herstellung, internationales Sicherheitsmanagement, intelligentes Ingenieurswesen, Tourismus und Wein in Kontakt gebracht, um die Studierenden bei der Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen zu unterstützen.
  • Im Rahmen der Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten wurden in den Bereichen Herstellung, Kunst, Unterhaltung und Freizeit, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Bauwesen, Information und Kommunikation 15 Projekte für berufliche Bildung und lebenslanges Lernen finanziert.

Wie unterstützt das Programm junge Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen?

Auch 2016 wurden mit dem Programm Mobilitätshindernisse ausgeräumt, indem Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen und solche mit besonderen Bedürfnissen stärker einbezogen wurden. In den ersten drei Jahren von Erasmus+ nahmen über 56 000 benachteiligte Teilnehmer aus dem Hochschulbereich, darunter 1682 mit besonderen Bedürfnissen, an Mobilitätsmaßnahmen teil.

Der Jugendaustausch ist ein in hohem Maße inklusives Format zur Förderung der Jugendmobilität, da 2016 41 % der 104 000 Teilnehmer junge Menschen mit geringeren Chancen waren.

Über 30 % der Teilnehmer am Europäischen Freiwilligendienst, deren Anzahl erstmals auf über 10 000 stieg, sind junge Menschen mit geringeren Chancen.

Bei den Projekten für den Kapazitätsaufbau wurde der Vertretung der am wenigsten entwickelten Länder und der Einbeziehung von Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen und solchen mit speziellen Bedürfnissen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Welche Entwicklungen gab es im Sportbereich?

2016 wurden die Mittel für Sport gegenüber 2015 um 12 Mio. EUR (67 %) aufgestockt. Folglich erhielten mehr als dreimal so viele Projekte Zuschüsse. Insgesamt kam diese Maßnahme 140 Projekten und 789 Organisationen zugute.

2016 wurden über Erasmus+ 63 kooperative Partnerschaften für Projekte in den Bereichen soziale Einbeziehung und Integrität des Sports bezuschusst. Außerdem wurden 18 nicht gewinnorientierte europäische Sportveranstaltungen finanziert. Während der Europäischen Woche des Sports nahmen rund 10 Millionen Teilnehmer, das heißt doppelt so viele wie im Vorjahr, an mehr als 15 000 Veranstaltungen in ganz Europa teil.

Wie unterstützt die Kommission die Hochschulbildung in Partnerländern?

Die 2015 eingeleitete internationale Öffnung von Erasmus verlief ausgesprochen erfolgreich. Dank der Maßnahme „International Credit Mobility“ (ICM) des Erasmus+-Programms wurden 2016 mehr als 26 000 Finanzhilfen für kurzfristige Hochschulmobilität im Austausch mit Partnerländern in aller Welt vergeben, wobei 55 % Studierenden und 45 % Lehrkräften oder künftigen Lehrkräften zugute kamen. Rund zwei Drittel der Finanzhilfen wurden Staatsangehörigen von Partnerländern gewährt, um ihnen einen Aufenthalt in den Programmländern zu ermöglichen. Durchschnittlich gehen Studierende für fünf Monate ins Ausland, was Gesamtkosten von durchschnittlich 4400 EUR pro Studierendem verursacht, während Lehrkräfte durchschnittlich sechs Tage ins Ausland gehen und dadurch Kosten von durchschnittlich 1800 EUR pro Aufenthalt verursachen. Bislang erhielten Teilnehmer mit 129 verschiedenen Staatsangehörigkeiten aus aller Welt und von insgesamt fünf Kontinenten Finanzhilfen. Zu den Ländern, aus denen die meisten Teilnehmer stammen, gehören Russland (das über ein eigenes Budget verfügt), gefolgt von der Ukraine, Serbien, China und Marokko. Mehr als die Hälfte (54 %) der 26 000 Teilnehmer sind Frauen.

Mehr als 72 Mio. EUR wurden für die Finanzierung 27 neuer Gemeinsamer Masterabschlüsse im Rahmen von Erasmus Mundus zur Verfügung gestellt. Die Konsortien umfassen insgesamt 150 Partnerhochschulen.

147 neue Projekte für den Kapazitätsaufbau für die Hochschulbildung, an denen 1913 Organisationen aus 10 Regionen in aller Welt teilnahmen, wurden mit Mitteln in Höhe von 131 Mio. EUR bezuschusst.

Insgesamt 269 Module, Lehrstühle, Netzwerke, Projekte, Exzellenzzentren und Verbände in 30 europäischen Programmländern und 45 Ländern innerhalb und außerhalb Europas erhielten 2016 im Rahmen von Jean-Monnet-Maßnahmen Unterstützung.

                           [Schaubild 2 einfügen]

Welche Daten stehen zu den Erasmus+-Projekten zur Verfügung?

Der statistische Anhang des Erasmus+-Berichts 2016 enthält umfassende Informationen über die verschiedenen Schlüsselmaßnahmen, deren Mittelausstattung und Zusagen sowie zu der Anzahl der Projekte, der Teilnehmer und der Organisationen. Für ausgewählte Maßnahmen sind ferner nach Land aufgeschlüsselte Daten zugänglich.

Informationen zur Qualität der Erasmus+-Projekte sind über die Plattform der Ergebnisse von Erasmus+ Projektenerhältlich, einer Datenbank, in der Beschreibungen, Ergebnisse und Kontaktinformationen zu allen im Rahmen des Erasmus+-Programms finanzierten Projekten im Bereich allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für weitergehende Analysen können die Ergebnisse auch als Excel-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Pressemitteilung

Erasmus+-Jahresbericht 2016

Erasmus+-Informationsblatt

Länderspezifische Informationsblätter

Informationsblatt zum 30-jährigen Jubiläum von Erasmus

Informationsblätter zum europäischen Bildungsraum

 

*Die 33 Länder des Erasmus+-Programms sind die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei.

Partnerländer sind alle anderen Länder der Welt.

MEMO/17/4963

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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