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Europäische Kommission - Factsheet

Künftige Herausforderungen: Förderung des innovationsgesteuerten Wachstums in EU-Regionen

Brüssel, 18. Juli 2017

Die intelligente Spezialisierung hat die Innovationsstrategien der europäischen Regionen sowie den Aufbau und die Stärkung der Zusammenarbeit auf allen Ebenen, insbesondere mit der lokalen Wirtschaft, maßgeblich beeinflusst.

Siehe IP/17/1995

Spielraum für Verbesserungen ist jedoch noch vorhanden; um den Regionen zu helfen, den Anschluss an die Globalisierung nicht zu verpassen, werden in dieser Mitteilung der Kommission die vier wichtigsten Herausforderungen im Bereich der regionalen Innovation sowie die Maßnahmen und politischen Lösungen herausgestellt, um diese Herausforderungen im Rahmen der Strategien für intelligente Spezialisierung der Regionen anzugehen.

Die bisherigen Erfahrungen mit den aktuellen kohäsionspolitischen Programmen stellen zusammen mit den in der genannten Mitteilung vorgeschlagenen Maßnahmen und politischen Lösungen einen wertvollen Beitrag zur Vorbereitung des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens dar.

Die Kommission wird versuchen, einen weiter gefassten Ansatz zur Förderung des innovationsgesteuerten Wachstums in der EU auszuarbeiten, um die intelligente Spezialisierung zu einem umfassenden Instrument zu machen, das allen Regionen dabei hilft, die durch den technologischen Wandel, die Digitalisierung und die industrielle Modernisierung eröffneten Möglichkeiten zu ergreifen.

Herausforderung 1: Förderung der Innovationskapazität in weniger entwickelten und vom industriellen Wandel betroffenen Regionen

Die Kommission hat bereits die besonderen Bedürfnisse der weniger entwickelten Regionen in Bezug auf ihre Innovationskapazität und ihre Verbindung mit globalen Wertschöpfungsketten herausgestellt. Von der Kommission unterstützte Pilotprojekte in zwei polnischen Regionen zeigten vielversprechende Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung von Wettbewerbsclustern und der Reform des Unternehmensumfelds.

Vom industriellen Wandel betroffene Regionen stehen vor anderen Herausforderungen. Trotz ihres im internationalen Vergleich vorhandenen Innovationsrückstands erhalten sie nicht dieselbe finanzielle EU-Unterstützung wie weniger entwickelte Regionen, obwohl sie unter Umständen nicht in der Lage sind, ausreichende Investitionen zu tätigen, um neue komparative Vorteile zu entwickeln und in der Wertschöpfungskette aufzurücken. Sie weisen oft eine hohe Kohlenstoffintensität auf, verbunden mit dem Fehlen einer angemessenen Kompetenzbasis, hohen Arbeitskosten und Deindustrialisierung.

Was die Kommission vorschlägt:

Um die industrielle Modernisierung dieser Regionen zu begleiten, wird die Kommission ein EU-finanziertes Pilotprojekt in einigen auf freiwilliger Basis ausgewählten Regionen fördern, um deren Innovationssysteme auf der Grundlage ihrer Strategien für intelligente Spezialisierung umzugestalten.

Im Rahmen dieses Pilotprojekts werden auf Anfrage Unterstützung durch Kommissionsexperten sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte technische Hilfsmaßnahmen bereitgestellt, um die Kombination vorhandener EU-Instrumente im Hinblick auf die beschleunigte Innovationsübernahme, die Beseitigung von Investitionshemmnissen, die Erleichterung von Umschulungsmaßnahmen und die Vorbereitung des industriellen und gesellschaftlichen Wandels zu ermöglichen.

Die entsprechenden Partnerschaften sollten bis März 2018 aufgebaut werden. Bis Ende 2018 sollte jede Partnerschaft eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des wirtschaftlichen Wandels festgelegt und potenzielle Finanzierungsmöglichkeiten auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene ermittelt haben.

Gemäß dem Vorschlag der Kommission für „EFSI 2.0“ könnte diese praktische Unterstützung durch eine Beratung durch Investitionsbeauftragte der Kommission zu Möglichkeiten ergänzt werden, wie EU-Mittel und -Instrumente, z. B. der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI – das Herzstück des Juncker-Plans) und kohäsionspolitische Mittel, kombiniert werden können.

Herausforderung 2: Ausbau der regionenübergreifenden Zusammenarbeit bei Innovationsinvestitionen

Um innovative Produkte zu entwickeln und über lokale Märkte hinaus zu expandieren mit dem Ziel, europäische Wertschöpfungsketten (wieder) aufzubauen, müssen sich die Regionen und ihr lokales Unternehmensumfeld in enger Partnerschaft mit Innovationsakteuren und Wissenschaft zusammenschließen und ihre Ressourcen zusammenführen.

Interregionale Investitionsnetze zur industriellen Erneuerung sind bereits vorhanden. Die Vanguard-Initiative umfasst 30 EU-Regionen, die auf der Grundlage übereinstimmender Prioritäten der intelligenten Spezialisierung gemeinsam Projekte mit hohem Mehrwert entwickeln.

Diese Initiative hat als Vorbild für thematische Plattformen der intelligenten Spezialisierung gedient, in deren Rahmen 100 Regionen mit vergleichbaren Vorteilen Projektpipelines entwickeln, Forschungsinfrastrukturen (Prüfeinrichtungen, Datenzentren oder Fab-Labs) gemeinsam nutzen und den Sachverstand der Kommissionsexperten in Anspruch nehmen können.

Was die Kommission vorschlägt:

Um einen Schritt weiter zu gehen und auf den vorhandenen Netzwerken und Plattformen aufzubauen, wird die Kommission bis Ende 2017 ein EU-finanziertes Pilotprojekt zur Ausweitung interregionaler Innovationsprojekte einleiten. Kleine Projekte werden die Möglichkeit erhalten, sich in große Investitionspipelines zu integrieren, in denen EU-Mittel auf effiziente Weise zusammengeführt werden.

Fünf bis zehn thematische Partnerschaften werden gemeinsam von politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern, Unternehmen und anderen Innovationsakteuren aufgebaut. Im Fokus stehen Wirtschaftsbereiche mit hohem Mehrwert wie Bioökonomie, Big Data, Gesundheit oder vernetzte Mobilität sowie traditionelle Wirtschaftsbereiche mit innovativen Fertigungsverfahren.

Die thematischen Plattformen für intelligente Spezialisierung dienen als Koordinierungsstruktur, innerhalb derer ausgewählte Partnerschaften mit Teams aus Experten verschiedener Kommissionsdienststellen zusammenarbeiten können.

Herausforderung 3: Notwendigkeit, regionale Innovationssysteme zu reformieren

Die intelligente Spezialisierung als Vorbedingung, die die Mitgliedstaaten erfüllen müssen, um kohäsionspolitische Mittel für Forschung und Innovation zu erhalten, ist erwiesenermaßen ein wichtiger Anreiz für die Mitgliedstaaten und Regionen, Reformen durchzuführen und die Multi-Level-Governance zu verbessern.

Gemäß den Empfehlungen im Rahmen des Europäischen Semesters muss heute bei den umfassenden Bemühungen zur Reform regionaler Forschungs- und Innovationssysteme hauptsächlich auf drei bereichsübergreifende Aspekte geachtet werden: die Qualität der öffentlichen Forschung, die effiziente Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft mit angemessener Unterstützung des Technologietransfers sowie ein unternehmensfreundliches Umfeld.

Reformbemühungen sollten gemäß der Europäischen Agenda für neue Kompetenzen durch Investitionen in die notwendigen Kompetenzen sowie die allgemeine und berufliche Bildung ergänzt werden, um eine bessere Abstimmung auf die Erfordernisse des Arbeitsmarkts von heute und morgen zu erreichen.

Was die Kommission vorschlägt:

Die Kommission wird die Mitgliedstaaten nachdrücklicher ermuntern, die vorhandene EU-Unterstützung auszuschöpfen, um Reformen zu konzipieren und umzusetzen. So kann beispielsweise die auf Anfrage zur Verfügung gestellte Unterstützung durch den Dienst zur Unterstützung von Strukturreformen zur Verbesserung des Unternehmensumfelds beitragen und das das Schubladendenken zwischen Verwaltungsstellen aufbrechen.

Die Fazilität für Politikunterstützung des Programms Horizont 2020 wird die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Hemmnisse in ihren Forschungs- und Innovationssystemen abzubauen, darunter auch die einer effizienten Umsetzung der Strategien der intelligenten Spezialisierung im Weg stehenden Hindernisse.

Die Mitgliedstaaten sind aufgerufen, den Dialog mit allen relevanten Akteuren, einschließlich Regionen und lokalen Behörden, im Rahmen des Europäischen Semesters zu stärken. Sie sollten darüber hinaus eine lokale Kompetenzbasis aufbauen, indem die beruflichen Aus- und Weiterbildungssysteme besser mit den Prioritäten der intelligenten Spezialisierung verknüpft werden.

Herausforderung 4: Erleichterung von Synergien zwischen EU-Strategien und -Instrumenten

Derzeit gibt es eine beträchtliche Zahl regionaler, nationaler und europäischer Politikinstrumente, die auf Forschung und Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit oder Förderung der interregionalen Zusammenarbeit abzielen.

Es wurden bereits Anstrengungen unternommen, Kombinationen und Synergien zwischen dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) im Rahmen des Juncker-Plans, Horizont 2020 und den kohäsionspolitischen Mitteln zu fördern und zu vereinfachen.

Was die Kommission vorschlägt:

Die Kommission wird mit nationalen und regionalen Behörden zusammenarbeiten und ihnen dabei helfen, die Mittel zu kombinieren, insbesondere durch weitere Klarstellungen zu Synergien bei staatlichen Beihilfen und öffentlichen Aufträgen.

Zur Förderung der interregionalen Zusammenarbeit wird die Kommission weiterhin mit dem Europäischen Parlament und dem Rat im Rahmen der laufenden Diskussionen über die Halbzeitüberprüfung des mehrjährigen Finanzrahmens zusammenarbeiten, um transnationale Investitionen, wie die Durchführung von Vorhaben außerhalb des Programmgebiets einer EU-Finanzierung, weiter zu erleichtern. Die Kommission wird den Interessenträgern außerdem eine umfassende Aufstellung der unterstützenden Akteure und Strukturen vorlegen, um industrielle Partnerschaften zwischen den Regionen und den Zugang zu Kompetenzen zu fördern.

Die Erleichterung von Synergien und die Angleichung der Vorschriften der verschiedenen EU-Finanzierungsinstrumente steht ganz oben auf der Tagesordnung bei den Diskussionen über die Zukunft der EU-Finanzen, die die Kommission am 28. Juni mit ihrem einschlägigen Reflexionspapier eingeleitet hat.

In diesem Zusammenhang hat eine von der Kommission eingesetzte hochrangige Gruppe zur Vereinfachung für Begünstigte von EU-Mitteln vor kurzem ihre Schlussfolgerungen für den Rahmen nach 2020 vorgelegt, die Vorschläge für die weitere Vereinfachung der Kombination von EU-Mitteln enthalten.

 

 

 

 

 

MEMO/17/1994

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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