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Europäische Kommission - Factsheet

Energieeffizienz an erster Stelle: eine sauberere Umwelt durch geringeren Verbrauch

Brüssel, 30. November 2016

Ein Energieeffizienzziel von 30 %, effiziente Gebäude, klarere Ökodesign-Vorschriften und -Maßnahmen und eine intelligentere Finanzierung sollen das Wachstum in Europa sowie die Einhaltung der Klimaziele unterstützen.

Siehe auch Pressemitteilung: Saubere Energie für alle Europäer – Europas Wachstumspotenzial erschließen.

 

Was ist der Stand der Dinge?

Die weltweite Umstellung auf saubere Energie hat begonnen und ist unumkehrbar. Ziel der Europäischen Union ist es nicht, sich daran anzupassen, sondern eine Führungsrolle zu übernehmen. Wir wollen unsere ehrgeizigen Klima- und Energieziele erreichen und im Interesse unserer Wirtschaft – auch mit Blick auf künftige Generationen – Wachstum und Beschäftigung fördern.

Damit die Verbraucher und Unternehmen in Europa gut auf diesen Wandel vorbereitet sind, legt die Kommission neue, innovative Energieeffizienzmaßnahmen vor. Im Mittelpunkt dieser Maßnahmen stehen

  1. der Rahmen für die Verbesserung der Energieeffizienz insgesamt;
  2. eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden;
  3. ein geringerer Energieverbrauch von Produkten („Ökodesign“) und bessere Verbraucherinformationen („Ökolabel“);
  4. die Finanzierung der Energieeffizienz mit dem Vorschlag „Intelligente Finanzierung für intelligente Gebäude“.

Als übergeordnetes Ziel schlägt die Kommission eine verbindliche EU-weite Steigerung der Energieeffizienz um 30 % bis 2030 vor – entsprechend dem Grundsatz der EU, der Energieeffizienz oberste Priorität einzuräumen.

 

Weshalb kommt diese Initiative der Kommission zum jetzigen Zeitpunkt?

Der Übergang zu sauberer Energie ist ein zentrales Element der aktuellen europäischen Strategie für Wachstum und Beschäftigung, die auf der Agenda der Juncker-Kommission an oberster Stelle steht. Der Übergang zu sauberer Energie findet dort statt, wo eine intelligente Finanzierung verfügbar ist:So wurde im vergangenen Jahr weltweit eine Rekordsumme von mehr als 300 Mrd. EUR in saubere Energien investiert – sechsmal so viel wie 2004.Mit unseren neuen Maßnahmen wird Europa auch eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen einnehmen, auch in Bezug auf das Ziel 7 einer bezahlbaren, verlässlichen, nachhaltigen und modernen Energieversorgung für alle.

Die Überarbeitung der Energieeffizienzvorschriften führt zu Energieeinsparungen, die der Wirtschaft in der EU wichtige neue Impulse geben und somit auch Investitionen und Beschäftigung fördern können. Unser Vorschlag für ein verbindliches Ziel von mindestens 30 % bis 2030 auf EU-Ebene senkt die Ausgaben der EU für Importe fossiler Brennstoffe.Dies wiederum fördert die Beschäftigung und unterstützt das BIP-Wachstum.

 

Welche Vorteile bringt Energieeffizienz konkret?

Nach der Umsetzung durch die Mitgliedstaaten werden die Auswirkungen einiger der vorgeschlagenen Maßnahmen unmittelbar spürbar sein. Ehrgeizige Energieeffizienzziele für 2030 ermöglichen es, die Abhängigkeit der Mitgliedstaaten von Energieimporten zu verringern, die Wirtschaft vor Ort zu stärken, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und neue, umweltfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen.

So sollen unter anderem geeignete Rahmenbedingungen entstehen, um Geschwindigkeit und Umfang der Renovierung des Gebäudebestands zu erhöhen. Zudem wird ein stabiler Rahmen mit einer langfristigen Perspektive geschaffen, der auf die Verringerung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden ausgerichtet ist. Dies führt nicht nur zu umweltfreundlicheren Gebäuden in der EU, sondern fördert auch Wachstum und Beschäftigung.

Ökodesign-Maßnahmen stellen sicher, dass auf dem EU-Markt nur energieeffiziente Geräte verkauft werden dürfen. Mit dem EU-System zur Energieverbrauchskennzeichnung („Ökolabel“) wird darüber hinaus gewährleistet, dass die Verbraucher beim Kauf der Geräte ausreichend Informationen über deren Energieeffizienz erhalten. Insgesamt können Verbraucher, die in ihren Haushalten ausschließlich energieeffiziente Produkte nutzen, bis 2020 so durchschnittlich 500 EUR jährlich sparen.

Darüber hinaus senken Energieeffizienz-Verpflichtungssysteme aufgrund des geringeren Energiebedarfs die Energiekosten für die Verbraucher – etwa durch Maßnahmen zum Austausch ineffizienter Fenster oder zur Wärmedämmung. So haben Studien gezeigt, dass Energieeffizienzsysteme mit einer Senkung der Energiekosten für die Verbraucher von bis zu 20 % einhergehen und zahlreiche weitere Vorteile, wie etwa ein angenehmeres Raumklima und eine höhere Kaufkraft, nach sich ziehen können.

 

Was ändert sich in der Energieeffizienzpolitik?

Mit den heutigen Vorschlägen aktualisiert die Kommission die bestehende Energieeffizienzrichtlinie durch:

  • Anpassung der Energieeffizienzziele an den klima- und energiepolitischen Rahmen der EU für 2030;
  • Verlängerung der Energieeinsparverpflichtung der Energieversorger und -verteiler von jährlich 1,5 % über 2020 hinaus auf den Zeitraum 2021-2030, um private Investitionen zu fördern und den Markteintritt neuer Akteure zu unterstützen; im Interesse maßgeschneiderter Strategien, die nationalen Besonderheiten Rechnung tragen, können die Mitgliedstaaten diese Anforderung auch durch alternative Maßnahmen mit gleicher Wirkung, wie z. B. Energieeffizienzförderprogramme, erfüllen;
  • Verbesserung der Energieverbrauchserfassung und -abrechnung für Verbraucher von Heiz- und Kühlenergie.

Darüber hinaus schlägt die Kommission Änderungen an der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor, um

  • Gebäude „intelligenter“ zu machen – durch Förderung der Nutzung der Informationstechnologie und sonstiger moderner Technologien, darunter auch Gebäudeautomatisierung und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, um einen effizienten Betrieb der Gebäude sicherzustellen;
  • die Vorschriften zu vereinfachen, indem Bestimmungen gestrafft oder, wenn sie nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht haben, ganz gestrichen werden;
  • die Gebäuderenovierung noch stärker zu unterstützen; dazu sollen die Verbindungen zwischen höheren Renovierungsraten, der Finanzierung und den Energieeffizienzausweisen gestärkt und die Bestimmungen über langfristige Gebäuderenovierungsstrategien verschärft werden, um den Gebäudebestand bis Mitte des Jahrhunderts zu dekarbonisieren.

Zudem leitet die Kommission die Initiative „Intelligente Finanzierung für intelligente Gebäude“ ein, um private Finanzmittel für Energieeffizienzmaßnahmen und eine umfassendere Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden zu mobilisieren.

 

Welche Auswirkungen ergeben sich für den Klimaschutz?

Die neuen Impulse für die Energieeffizienz bringen zahlreiche Vorteile für den Klimaschutz mit sich. In der neuen Energieeffizienzrichtlinie

  • legt die Kommission ein verbindliches EU-weites Energieeffizienzziel von 30 % fest, das erheblich zur Verringerung der weltweiten Treibhausgasemissionen beitragen wird.
  • werden alle Mitgliedstaaten verpflichtet, im Rahmen ihrer integrierten nationalen Energie- und Klimapläne und im Einklang mit der Verordnung über das Governance-System der Energieunion zur Erreichung des verbindlichen EU-Ziels beizutragen.

 

Welche Auswirkungen ergeben sich für den Bausektor?

Auf den Gebäudesektor entfallen derzeit 40 % des Gesamtenergieverbrauchs in Europa. Zwei Drittel der Gebäude in der EU wurden errichtet, bevor Energieeffizienzstandards eingeführt wurden, und die Renovierungsrate beträgt derzeit nur rund 1 % pro Jahr.

Mit den Änderungen an der Energieeffizienzrichtlinie und der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden möchte die Kommission die Renovierung des Gebäudebestands beschleunigen und dessen CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts so weit wie möglich senken. Durch die niedrigeren Energiekosten hat dies direkte positive Auswirkungen auf Verbraucher und Haushalte. Zudem lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie dadurch erheblich erhöhen, da bis 2030 im Bereich der Gebäuderenovierung für KMU ein Markt mit einem Volumen von 80-120 Mrd. EUR entsteht.

 

Welche weiteren Maßnahmen sind für den Gebäudesektor vorgesehen?

Die Bauwirtschaft in Europa allein weist 18 Millionen direkt Beschäftigte auf und erwirtschaftet 9 % des BIP. Sie hat das Potenzial, auf zahlreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren, die etwa Beschäftigung und Wachstum und die Notwendigkeit einer stärkeren Nutzung sauberer Energien betreffen. Neben neuen Rechtsvorschriften schlägt die Kommission zudem eine Reihe unterstützender Maßnahmen vor, um die Ziele der Energieunion und die Modernisierung des Bausektors sowie der Beschäftigung in diesem Bereich schon vor dem Inkrafttreten der Rechtsvorschriften voranzutreiben. Im Mittelpunkt dieser Maßnahmen stehen die Digitalisierung von Gebäudefunktionen, der Aufbau der benötigten Kompetenzen im Bausektor, etwa in den Bereichen Energieeffizienz und Digitaltechnik, die Gewährleistung der Kohärenz im Binnenmarkt und die Unterstützung neuer Initiativen zur Verbesserung der Umweltbilanz von Gebäuden im Einklang mit der Kreislaufwirtschaft.

 

Wirkt sich die Energieeffizienz auch auf Verbraucherprodukte aus?

Ökodesign-Maßnahmen und das Ökolabel verbessern die Energie- und Ressourceneffizienz von Produkten und verringern Emissionen, Abfall und die Energieabhängigkeit.

Schätzungen zufolge werden die jährlichen Energieeinsparungen im Rahmen von Ökodesign-Maßnahmen bis 2020 dem jährlichen Energieverbrauch Italiens entsprechen. So können europäische Haushalte Energiekosten von bis zu 500 EUR pro Jahr einsparen. Zudem ziehen diese Maßnahmen geschätzte zusätzliche Einnahmen von ca. 55 Mrd. EUR pro Jahr für die Industrie und die Groß- und Einzelhändler nach sich und fördern somit Wachstum und Beschäftigung.

Darüber hinaus könnten durch die im Ökodesign-Arbeitsplan für 2016-2019 angekündigten Maßnahmen bis 2030 weitere Energieeinsparungen erzielt werden, die dem jährlichen Energieverbrauch Schwedens entsprechen und Verbrauchern, Unternehmen und der Umwelt somit erhebliche Vorteile bringen.

Und nicht zuletzt trägt der neue Ökodesign-Arbeitsplan zur Kreislaufwirtschaft bei, da bei der Entwicklung neuer Ökodesign-Maßnahmen verstärktes Augenmerk auf Aspekte wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit gelegt wird und das Potenzial von IT-Produkten wie Handys und Smartphones hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft gründlich geprüft werden soll.

 

Warum der neue Ökodesign-Ansatz?

Angesichts der bereits erzielten Erfolge bei der Verringerung des Energieverbrauchs möchte die Kommission nun einen Gang hochschalten und die Energieeinsparungen durch die Anwendung auf weitere Produkte maximieren.

Dazu hat sie zunächst sehr gründlich geprüft, bei welchen Produkten sich die höchsten Energieeinsparungen erzielen lassen. Im Mittelpunkt des Ökodesign-Arbeitsplans stehen daher die Produkte mit dem größten Einsparpotenzial. So enthält der neue Ökodesign-Arbeitsplan für den Zeitraum 2016-2019 eine Liste neuer Produktgruppen sowie eine Beschreibung des Beitrags von Ökodesign-Maßnahmen zu den Zielen der Kreislaufwirtschaft.

Darüber hinaus hat die Kommission die bisherigen Arbeitspläne noch einmal geprüft und die Notwendigkeit hervorgehoben, bestehende Ökodesign-Vorschriften zu überarbeiten, um sie an den technischen Fortschritt anzupassen.

Neben dem Ökodesign-Arbeitsplan für die kommenden Jahre hat die Kommission heute eine Reihe konkreter Maßnahmen angenommen, die die Fortsetzung der Maßnahmen in diesem erfolgreichen Politikbereich gewährleisten, darunter

  • Leitlinien für freiwillige Maßnahmen der Industrie, um die Selbstregulierung als Alternative zu Rechtsvorschriften in bestimmten Fällen zu fördern;
  • Maßnahmen zu Prüftoleranzen, um die Produkttests sowie die Überprüfung der Einhaltung durch die Mitgliedstaaten zu verbessern und mögliche Schlupflöcher zu schließen;
  • neue Ökodesign-Vorschriften für Heizungs- und Kühlungsprodukte, mit denen erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden sollen.

 

Wie mobilisieren wir Investitionen?

Als Teil der Investitionsoffensive für Europa nimmt der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung von Finanzmitteln für Energieeffizienzvorhaben ein. So betrifft eine große Mehrheit der Energieprojekte, für die bisher eine Finanzierung genehmigt wurde, Energieeffizienzmaßnahmen und den Bereich der erneuerbaren Energien. Im Zeitraum 2014-2020 werden der Europäische Fonds für regionale Entwicklung und der Kohäsionsfonds darüber hinaus ca. 17 Mrd. EUR – dreimal so viel wie im Zeitraum 2007-2013 – in die Energieeffizienz von öffentlichen Gebäuden und Wohngebäuden sowie in Unternehmen investieren, wobei KMU einen besonderen Schwerpunkt bilden.

Da die Notwendigkeit, private Investitionen zu mobilisieren und auszuschöpfen, für eine erfolgreiche Energieeffizienzpolitik von entscheidender Bedeutung ist, leitet die Kommission zudem die Initiative Intelligente Finanzierung für intelligente Gebäude ein. Diese Initiative ermöglicht es, bis 2020 zusätzlich 10 Mrd. EUR aus öffentlichen und privaten Mitteln zu mobilisieren, da sie

  • eine wirksamere Nutzung öffentlicher Mittel fördert, auch durch die Entwicklung flexibler Finanzierungsplattformen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, die die Kombination des Europäischen Fonds für strategische Investitionen mit anderen öffentlichen Mitteln, etwa aus den europäischen Struktur- und Investitionsfonds, unterstützen;
  • Projektträger darin bestärkt, gute Ideen umzusetzen, da sie mehr Unterstützung bei der Projektentwicklung erhalten und Mechanismen zur Projektbündelung nutzen können;
  • dazu beiträgt, Vertrauen zu schaffen und die Attraktivität von Energieeffizienzinvestitionen für Projektträger, Geldgeber und Investoren zu erhöhen.

 

Welche Vorteile ergeben sich für…

…Verbraucher?

Energieeffizienz hat in Form von niedrigeren Energiekosten unmittelbare positive Auswirkungen auf die Verbraucher. Durch die Änderungen im Bereich der Verbrauchserfassung und Abrechnung für Heiz- und Kühlenergie sowie Warmwasser aus einer zentralen Quelle wird darüber hinaus sichergestellt, dass die Verbraucher klarere und häufigere Informationen über ihren Energieverbrauch erhalten. Allein in Mehrfamilienhäusern könnte dies 2030 Energieeinsparungen von rund 8 Mio. t RÖE nach sich ziehen, was dem Primärenergieverbrauch Kroatiens im Jahr 2013 entspricht.

Zudem können Energieeffizienzmaßnahmen dazu beitragen, sozialen Ungleichgewichten beim Zugang zur Energie entgegenzuwirken: So hat die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden erhebliche Auswirkungen auf die Erschwinglichkeit von Wohnraum und die Energiearmut. Energieeffizienzverbesserungen beim Wohnungsbestand würden es vielen Haushalten ermöglichen, der Energiearmut zu entkommen. Dieser Vorschlag könnte dazu beitragen, 515 000 bis 3,2 Millionen Haushalte in der EU (von insgesamt 23,3 Millionen von Energiearmut betroffenen Haushalten) von Energiearmut zu befreien.

Zudem hat Energieeffizienz positive Auswirkungen auf die Gesundheit und die damit verbundenen Kosten: Moderne effiziente Heizungsanlagen verbrauchen weniger fossile Brennstoffe, geben weniger Luftschadstoffe ab und tragen somit dazu bei, die Luftqualität zu verbessern und den Treibhausgasausstoß zu senken. Angemessen geheizte und belüftete Wohnräume verringern die durch Feuchtigkeit verursachten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, insbesondere bei anfälligen Personen wie Kindern und älteren Menschen sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen.

 

… Industrie?

Energieeffizienz ist ein riesiges, immer größer werdendes Geschäftsfeld, in dem europäische Unternehmen besonders gut aufgestellt sind. Sie ist ein Sektor mit einem enormen unerschlossenen Potenzial, in dem EU-Unternehmen große Stärken aufweisen und viele innovative Lösungen anbieten können. So haben Studien der Kommission ergeben, dass der bestehende Ökodesign-Rahmen bis 2020 zusätzliche jährliche Einnahmen für europäische Unternehmen von 55 Mrd. EUR nach sich ziehen könnte.

Die überarbeiteten Richtlinien über die Energieeffizienz und die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden werden einen erheblichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen (insbesondere der Dämmungs- und der Flachglasbranche) leisten, da sie das Volumen des EU-Marktes bis 2030 um 23,8 Mrd. EUR erhöhen und für KMU im Bereich der Gebäuderenovierung einen Markt in Höhe von 80 bis 120 Mrd. EUR schaffen.Der Umfang zusätzlicher Energieeffizienzmaßnahmen (Dachisolierung, Austausch von Fenstern, Modernisierung von Gebäudesystemen usw.) im Bausektor wird darüber hinaus mit etwa 47,6 Mrd. EUR veranschlagt.

Eine Steigerung der Energieeffizienz trägt somit durch die Begrenzung der Kosten auch zur Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen bei.

 

…Arbeitsplätze?

Insgesamt könnte das Energie- und Klimapaket 2030 bis 2030 zu einer Steigerung des BIP der EU um 1 % führen und somit 190 Mrd. EUR zusätzliche Investitionen sowie 900 000 neue Arbeitsplätze in der EU nach sich ziehen. Allein durch das Energieeffizienzziel von 30 % lassen sich gegenüber einem Ziel von 27 % Vorteile in der Realwirtschaft von zusätzlich bis zu 70 Mrd. EUR und 400 000 Arbeitsplätzen erzielen.

So hat sich gezeigt, dass

  • Energieeffizienzinvestitionen im Vergleich zu Investitionen in andere Energiesektoren mit mehr neuen Arbeitsplätzen vor Ort einhergehen;
  • durch Energieeffizienzinvestitionen 2,5- bis 4-mal so viele Arbeitsplätze geschaffen werden können wie durch Investitionen in die Öl- und Erdgasindustrie;
  • Investitionen von je 1 Mio. EUR in die Energieeffizienz ca. 20 Arbeitsplätze in der Energieeffizienzbranche nach sich ziehen.

 

…Energieversorgungssicherheit?

Energieeffizienz bietet zudem eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten. Sie hat starke positive Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und insbesondere den Umfang der Gasimporte. Gegenüber einem Ziel von 27 % verringern sich die Importe fossiler Brennstoffe bei einem Energieeffizienzziel von 30 % bis 2030 um 12 %, was einer Einsparung von 70 Mrd. EUR entspricht. Dadurch erhöht sich auch die Versorgungssicherheit.

Allein der Gebäudesektor trägt bis 2030 mit 29,1 Mio. t RÖE zu den Gesamteinsparungen bei, was dem Gesamtprimärenergieverbrauch Rumäniens im Jahr 2014 entspricht.

 

Wie trägt die Energieeffizienz zum Wandel im Energiebereich insgesamt bei?

Energieeffizienz trägt zur Senkung der Treibhausgasemissionen bei und geht Hand in Hand mit der Nutzung erneuerbarer Energien bei der Umstellung auf sauberere Energie. Sie ist zudem integraler Bestandteil des Governance-Systems der Energieunion, das den Rahmen für die Beiträge der Mitgliedstaaten zu dem verbindlichen EU-weiten Energieeffizienzziel bildet, die sie in ihren integrierten nationalen Energie- und Klimaplänen vorlegen müssen.

In der Verordnung über das Governance-System der Energieunion ist ein zuverlässiger Mechanismus für die Berichterstattung der Mitgliedstaaten über die erzielten Fortschritte und für die Bewertung der Gesamtfortschritte bei der Erreichung des 2030-Effizienziels durch die Kommission vorgesehen. Sollten die Ziele der nationalen Pläne oder deren Umsetzung (d. h. die erzielten Fortschritte) nicht ausreichen, kann die Kommission auf EU-Ebene Maßnahmen ergreifen, um die Umsetzung des Ziels zu gewährleisten. Diese Maßnahmen können sich insbesondere auf eine Verbesserung der Energieeffizienz von Produkten, Gebäuden und Transportmitteln beziehen. Durch die enge Verknüpfung mit der Verordnung über das Governance-System der Energieunion wird ferner sichergestellt, dass die bestehenden Planungs-, Berichterstattungs- und Überwachungspflichten im Bereich der Energieeffizienz für die Zeit nach 2020 gestrafft und integriert werden.

 

Was unternimmt die Kommission gegen Energiearmut?

Energiearmut ist eine wichtige Herausforderung in der gesamten EU, deren Ursachen in geringen Einkommen und wenig energieeffizienten Wohnungen zu sehen sind. So wandten die einkommensschwächsten Haushalte in der EU im Jahr 2014 fast 9 % ihrer Gesamtausgaben für ihren Energieverbrauch auf.

Das vorliegende Paket sieht daher – unter anderem durch die Förderung von Energieeffizienzinvestitionen – ein neues Konzept für den Schutz wirtschaftlich schwacher Verbraucher vor. In den Energieeffizienzvorschlägen der Kommission werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, Energiearmut Rechnung zu tragen, indem sie dafür sorgen, dass ein Teil der Energieeffizienzmaßnahmen vorrangig in von Energiearmut betroffenen Haushalten oder in Sozialwohnungen umgesetzt wird. Auch ihre langfristigen Strategien für die Gebäuderenovierung sollten zur Verringerung der Energiearmut beitragen.

Im Rahmen des Governance-Systems der Energieunion werden die Mitgliedstaaten darüber hinaus verpflichtet, Energiearmut zu überwachen und über dieses Problem Bericht zu erstatten, und die Kommission wird den Austausch über empfehlenswerte Verfahren in diesem Bereich unterstützen. Im Einklang mit ihren Bemühungen um eine Stärkung der Verbraucherstellung und einen besseren Verbraucherschutz sieht die Kommission ferner bestimmte verfahrenstechnische Schutzmechanismen vor, die greifen sollen, bevor die Energieversorgung eines Verbrauchers eingestellt werden darf. Darüber hinaus richtet die Kommission eine Beobachtungsstelle zur Energiearmut ein, um genauere Daten zu diesem Problem und seinen möglichen Lösungen zu erheben und die Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen zur Bekämpfung der Energiearmut zu unterstützen.

 

 

MEMO/16/3986

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