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Europäische Kommission - Factsheet

Beschleunigte Vorfinanzierung der Beschäftigungs-initiative: Fragen und Antworten

Brüssel, 04 Februar 2015

Warum eine Erhöhung der Vorfinanzierungsquote?

 

Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (YEI – Youth Employment Initiative) geht auf einen Vorschlag der Kommission sowie einen Aufruf des Europäischen Rates von Februar 2013 zurück, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, die in manchen Gegenden der Europäischen Union (EU) ein beispielloses Ausmaß erreicht hat. Auf dieser und folgenden Tagungen hat der Europäische Rat betont, dass die Förderung der Beschäftigung junger Menschen höchste Priorität erhalten müsse. Der Europäische Rat hat gefordert, Mittel aus dem EU-Haushalt zur Verfügung zu stellen, um die Mitgliedstaaten bei ihren Anstrengungen zu unterstützen, dem derzeitigen Trend entgegenzuwirken.

Für die Jugendbeschäftigungsinitiative wurden eigene Haushaltsmittel in Höhe von 3,2 Mrd. EUR bereitgestellt, die keiner Kofinanzierung auf nationaler Ebene bedürfen. Hinzu kommen weitere 3,2 Mrd. EUR aus den ESF-Mittelzuweisungen der Mitgliedstaaten für den Programmplanungszeitraum 2014-2020.

Aufgrund der gewaltigen Herausforderung, mit der wir uns konfrontiert sehen – mehr als 7 Millionen junge Europäerinnen und Europäer sind weder in Arbeit noch in Ausbildung –, wurde beschlossen, die YEI-Mittel vorzeitig in den ersten beiden Jahren des Zeitraums 2014-2020 bereitzustellen, damit die einschlägigen Maßnahmen zügig und auf breiter Ebene durchgeführt werden können und umgehend zu Ergebnissen führen. Jede weitere Verzögerung bei der Umsetzung könnte sich nachteilig auf die Maßnahmen auswirken, die die Mitgliedstaaten zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eingeleitet haben.

In den Bestimmungen für die operationellen Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) – hierzu gehört auch die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen – ist ein vorläufiger Vorfinanzierungsbetrag in Höhe von 1 % der gesamten Mittelausstattung (oder 1,5 % im Falle von Mitgliedstaaten, die finanzielle Unterstützung erhalten) festgelegt. Dieser Betrag wird nach Annahme der einzelnen operationellen Programme automatisch zugewiesen. Anschließend können Zwischenzahlungen an die Mitgliedstaaten nur in Form von Erstattungen für bereits getätigte Ausgaben erfolgen. Üblicherweise werden Projekte von den Regierungen auf nationaler Ebene vorfinanziert, und die Kosten werden danach aus EU-Mitteln erstattet.

Es hat sich gezeigt, dass diese Quote bei der Jugendbeschäftigungsinitiative insbesondere deshalb nicht ausreicht, weil die entsprechenden Mittel in den Jahren 2014 und 2015 vorgezogen ausgezahlt werden und schneller verbraucht werden müssen als andere ESF-Mittel. Die Haushaltszwänge der Mitgliedstaaten und die Tatsache, dass in der Anfangsphase des Programmplanungszeitraums nicht genügend Mittel zur Verfügung standen, führten zu Verzögerungen bei der Umsetzung auf nationaler und regionaler Ebene. Viele Mitgliedstaaten haben darauf hingewiesen, dass sie nicht die erforderlichen Mittel haben, um Projekte für die Arbeit mit jungen Menschen vorzufinanzieren.

Deshalb ist es angemessen, im Wege des heute vorgelegten Legislativvorschlags ausnahmsweise eine höhere Vorfinanzierungsquote für die besonderen YEI-Mittelzuweisungen (im Wert von 3,2 Mrd. EUR) für das Jahr 2015 festzulegen, um eine rasche Mobilisierung der Mittel zu gewährleisten. Die erhöhte Vorfinanzierung wird sich somit auf etwa 1 Mrd. EUR (30 % der besonderen Mittelzuweisung) belaufen, anstelle der ursprünglich vorgesehenen 1-1,5 % der besonderen Mittelzuweisung.

 

Diese erhöhte Vorfinanzierung würde eine bestmögliche Unterstützung der Begünstigten im Rahmen der verfügbaren Mittel bedeuten. Dies brächte signifikante Erhöhungen für die Mitgliedstaaten, die die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen umsetzen, wie nachstehend in der Tabelle ausgeführt wird:

 

Besondere YEI-Mittelzuweisung

Ursprünglich vorgesehene Vorfinanzierung aus der YEI-Mittelzuweisung für 2015 (Werte vor der Aufstockung)

Zusätzliche Vorfinanzierung aus der YEI-Mittelzuweisung für 2015 (Werte nach der Aufstockung)

BE

42 435 070

424 351

                12 730 521

BG

55 188 745

551 887

                16 556 624

CZ

13 599 984

136 000

                  4 079 995

IE

68 145 419

681 454

                20 443 626

EL

171 517 029

2 572 755

                51 455 109

ES

943 496 315

9 434 963

              283 048 895

FR

310 161 402

3 101 614

                93 048 421

HR

66 177 144

661 771

                19 853 143

IT

567 511 248

5 675 112

              170 253 374

CY

11 572 101

173 582

                  3 471 630

LV

29 010 639

290 106

                  8 703 192

LT

31 782 633

317 826

                  9 534 790

HU

49 765 356

497 654

                14 929 607

PL

252 437 822

2 524 378

                75 731 347

PT

160 772 169

1 607 722

                48 231 651

RO

105 994 315

1 589 915

                31 798 295

SI

9 211 536

92 115

                  2 763 461

SK

72 175 259

721 753

                21 652 578

SE

44 163 096

441 631

                13 248 929

UK

206 098 124

2 060 981

                61 829 437

Insgesamt

3 211 215 406

33 557 570

              963 364 625

 

Rechnet man die entsprechende Vorfinanzierung aus den unterstützenden ESF-Mitteln zu dem erhöhten Gesamtbetrag von 963 Mio. EUR für die besondere Mittelzuweisung hinzu, ergibt sich für die Vorfinanzierung, die die Mitgliedstaaten 2015 für die Jugendbeschäftigungsinitiative erhalten werden, ein Gesamtbetrag von 996 Mio. EUR bzw. beinahe 1 Mrd. EUR. Dies sind bedeutende Mittel, die unverzüglich bereitgestellt werden können, um die Durchführung der im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative unterstützen Maßnahmen zu fördern.

Es ist sehr wichtig, dass die Mitgliedstaaten diese Vorauszahlungen direkt an die Begünstigten weiterleiten, damit rasch Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden können.

Welche Maßnahmen hat die Kommission außerdem ergriffen, um die Umsetzung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen zu beschleunigen?

 

Die Kommission hat von Anfang an eine Reihe von Vorkehrungen getroffen, um die Initiative möglichst schnell in die Tat umzusetzen.

Erwähnt werden muss zunächst, dass die 6,4 Mrd. EUR im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen vorrangig bereitgestellt werden, so dass die gesamte Summe bereits in den Jahren 2014 und 2015 zur Verfügung steht und nicht über die sieben Jahre des mehrjährigen Finanzrahmens verteilt wird. Außerdem sind Ausgaben für die Jugendbeschäftigungsinitiative ab 1. September 2013 förderfähig. Das bedeutet, dass die Mitgliedstaaten schon seit September 2013 in die Umsetzung von Maßnahmen investieren und dabei sicher sein können, dass die Kommission ihnen diese Ausgaben erstatten kann, sobald die betreffenden operationellen Programme formell genehmigt sind und die Mitgliedstaaten bei der Kommission einen Zahlungsantrag eingereicht haben.

Frankreich und Italien hatten sich entschieden, die YEI-Mittel für ein operationelles Programm für Jugendbeschäftigung zu verwenden, was eine beschleunigte Genehmigung durch die Kommission ermöglichte. Das Programm Frankreichs wurde am 3. Juni 2014 (siehe IP/14/622), das Italiens am 11. Juli 2014 (siehe IP/14/826) genehmigt.

Die Kommission hat der Annahme aller operationellen Programme mit Bezug zur Jugendbeschäftigungsinitiative Priorität eingeräumt. Im Jahr 2014 wurden 28 der insgesamt 34 operationellen Programme (einige Mitgliedstaaten haben mehr als ein Programm), die Unterstützung im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative erhalten, genehmigt, und vier weitere Programme stehen kurz vor der Annahme. Somit wurden bereits mehr als 85 % der YEI-Mittel durch die Kommission zugewiesen.

Die Kommission hat die Mitgliedstaaten zudem durch technische Hilfe bei der Ausarbeitung der Programme unterstützt, indem sie beispielsweise mit den nationalen Behörden in ständigem Kontakt stand, einen Helpdesk für die Schaffung von Ausbildungsplätzen und Praktikantenstellen eingerichtet und im Juli 2014 ein Fachseminar (IP/14/784) veranstaltet hat.

Darüber hinaus ist ein großer Teil der Mittel des Europäischen Sozialfonds im Zeitraum 2014-2020 für Investitionen zugunsten junger Menschen vorgesehen.Neben den 6,4 Mrd. EUR aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen erhält diese Zielgruppe zudem eine direkte Unterstützung in Höhe weiterer 6 Mrd. EUR aus dem ESF 2014-2020, die bereits in der neuen Runde der operationellen Programme bereitgestellt wurde.

Die Mitgliedstaaten sollten auch ihre nationalen Haushaltsmittel gezielt einsetzen. In ihrem Jahreswachstumsbericht 2015 hat die Kommission hervorgehoben, dass die Mitgliedstaaten im Kontext einer wachstumsfreundlichen Haushaltskonsolidierung besonders darauf achten sollten, dass Ausgaben im Hinblick auf den Wirkungsbereich und die Effizienz der Arbeitsvermittlungsstellen, die aktive Arbeitsmarktpolitik und die Jugendgarantie-Programme aufrechterhalten oder gesteigert werden.

Die Kommission arbeitet kontinuierlich mit den Mitgliedstaaten an der Beschleunigung des Verfahrens und leistet umfassende Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen.

Um die zusätzliche Kofinanzierung für die Mitgliedstaaten noch attraktiver zu machen, können Investitionen in Projekte, die durch die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen kofinanziert werden, von der Investitionsklausel im Rahmen der präventiven Komponente des Stabilitäts- und Wachstumspakts profitieren.

 

Welche Art von Maßnahmen können die Mitgliedstaaten im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen finanzieren?

 

Alle Maßnahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative richten sich unmittelbar an junge Menschen.

 

Die im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative unterstützten Maßnahmen sind in den operationellen Programmen der Mitgliedstaaten dargelegt, die wiederum von der Kommission genehmigt werden. Da die Bedürfnisse in den einzelnen Regionen recht stark voneinander abweichen können, geht jeder Mitgliedstaat / jede Region im jeweiligen operationellen Programm auf die aktuellen Erfordernisse ein und stellt die Umsetzung der Jugendgarantie sicher.

 

Beispiele für Maßnahmen, die auf einzelne junge Menschen ausgerichtet sind:

  • direkte Unterstützung für qualifizierte Praktika und Lehrstellen
  • Gewährleistung erster Arbeitserfahrungen (mit einer Beschäftigungsdauer von mindestens sechs Monaten)
  • Verringerung der Lohnnebenkosten
  • gezielte und gut konzipierte Lohn- und Einstellungszuschüsse
  • Mobilitätsmaßnahmen mit dem Ziel der Zusammenführung von Fertigkeiten und Arbeitsplätzen
  • Unterstützung junger Unternehmer bei Geschäftsgründungen (Mentoring und Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten)
  • hochwertige berufliche Aus- und Weiterbildung
  • Programme „der zweiten Chance“

 

Finanzierte Projekte könnten dazu beitragen, dass junge Menschen eine Beschäftigung in wachstumsstarken Bereichen finden, wie z. B. der digitalen Wirtschaft. Die Nachfrage nach Arbeitskräften mit digitalen Kompetenzen steigt jährlich um rund 4 %. Schätzungen zufolge könnten in Europa bis zum Jahr 2020 bis zu 825 000 Stellen für IKT-Fachkräfte zu besetzen sein. Die Kommission arbeitet auf einen digitalen Binnenmarkt hin, der noch mehr Möglichkeiten für die Europäer und Europäerinnen schaffen wird: zusätzliches Wachstum in Höhe von 250 Mrd. EUR und tausende neuer Arbeitsplätze in den kommenden fünf Jahren.

 

Welche Maßnahmen sind in den Ländern geplant, die die größten Mittelzuwendungen aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen erhalten?

 

In Frankreich sind rund 650 000 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, und eine Million junger Menschen haben weder eine Arbeit noch absolvieren sie eine schulische oder berufliche Ausbildung (NEET). In Frankreich wird die Jungendbeschäftigungsinitiative die Umsetzung der nationalen Jugendgarantie unterstützen, um insbesondere den jungen Menschen zu helfen, die auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Chancen haben. Die Maßnahmen umfassen Beratung und Ausbildung geringqualifizierter Personen; Mobilitätsförderung für Auszubildende auf regionaler, nationaler und teilweise grenzübergreifender Ebene; Maßnahmen zur Verhinderung vorzeitigen Schulabgangs und bessere Ermittlung junger Menschen ohne Arbeit oder Schul- bzw. Berufsausbildung (NEET) sowie zweite Chance für Schulabgänger ohne Abschlusszeugnis oder Qualifikationsnachweis, die durch Arbeitserfahrung oder Praktika Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen sollen. Die öffentlichen Arbeitsverwaltungen spielen eine wichtige Rolle bei der Erreichung dieser Ziele, und das nationale operationelle Programm bietet ihnen die Gelegenheit, mehr junge Menschen der beschriebenen Zielgruppe zu erreichen.

 

In Polenwird die Jugendbeschäftigungsinitiative im Rahmen des nationalen operationellen Programms umgesetzt, mit dem landesweit Aktivierungsmaßnahmen in Schule und Beruf entwickelt werden, um junge Menschen einschließlich Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Zielgruppe der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen in Polen wurde auf 24- bis 29-Jährige ausgeweitet, da sich diese jungen Leute in einer schwierigeren Lage befinden als die 15- bis 24-Jährigen. Nachdem fehlende Erfahrung sowie ein Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage als die Hauptgründe der Jugendarbeitslosigkeit in Polen erkannt worden sind, wird die Jugendbeschäftigungsinitiative in erster Linie Praktika, Ausbildungsmaßnahmen und andere Formen der kontinuierlichen Weiterbildung unterstützen, um damit zur erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt beizutragen. Die Entwicklung von Unternehmertum, Selbständigkeit und geographischer und beruflicher Mobilität wird ebenfalls finanziert.

 

In Italien fördert das Programm der Jugendbeschäftigungsinitiative die Umsetzung der Jugendgarantie, die dort für Menschen bis 29 Jahre gilt und 1,72 Millionen junge Arbeitslose erreichen soll, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren (NEET). Die Begünstigten erhalten ein maßgeschneidertes Konzept mit zahlreichen Angeboten: Information und Beratung, Berufsbildung, Vermittlung von Arbeitsplätzen, Lehrstellen, Praktika, Förderung der Selbständigkeit, landesweite und grenzübergreifende Mobilität, Zivildienst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Förderprogramms müssen zu Beginn eine individuelle Vereinbarung unterschreiben. Nach dem jüngsten Bericht vom 8. Januar sind 364 000 Personen registriert, von denen 127 000 bereits ein erstes Beratungsgespräch hatten. Firmen haben 39 313 Arbeitsstellen zur Verfügung gestellt.

 

In Spanien umfasst das Programm der Jugendbeschäftigungsinitiative in allen Regionen des Landes Maßnahmen für junge Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren (NEET). Bis zum Alter von 25 Jahren bzw. 29 Jahren (im Fall einer anerkannten Behinderung) können junge Menschen an Maßnahmen mit folgenden Zielen teilnehmen: Heranführung an ein Lern- oder Arbeitsverhältnis, Erwerb von Fertigkeiten zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, Aufnahme einer nachhaltigen unternehmerischen Tätigkeit oder Erlangen eines sicheren Arbeitsplatzes. Die Begünstigten erhalten einen auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Fahrplan mit vielfältigen Maßnahmen, etwa schulische Programme des zweiten Bildungswegs, duale Berufsausbildungsprogramme, Ausbildungsangebote mit Befähigungsnachweis, nationale und grenzübergreifende Mobilitätsprogramme, Unterstützung für Unternehmensgründer, Praktika oder Einstellungszuschüsse in Verbindung mit unbefristeten Verträgen.

 

In Griechenland wird das Programm der Jugendbeschäftigungsinitiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eingesetzt, indem der Schwerpunkt auf die Schaffung hochwertiger Bildungsangebote, die Verbesserung vorhandener Fertigkeiten, die Bereitstellung sicherer Arbeitsplätze für alle und die Verstärkung des sozialen Zusammenhalts gelegt wird. Eine Reihe von Maßnahmen im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, etwa durch Ausbildungsprogramme, Praktika, Angebote zur Erlangung von Arbeitserfahrung, Unterstützung bei der Unternehmensgründung sowie integrierte Maßnahmen mit dem Ziel, die geeignete Maßnahme zu finden. Jungen Menschen zwischen 24 und 29 Jahren hilft die Jugendbeschäftigungsinitiative insbesondere durch Maßnahmen zur Erlangung von Arbeitserfahrung und durch Unterstützung bei Unternehmensgründungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative zielen darauf ab, die Erwerbstätigkeit einschließlich der Selbständigkeit zu fördern, die Fertigkeiten junger Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, zu verbessern und ihnen Arbeitserfahrung zu vermitteln, so dass sie leichter in den Arbeitsmarkt eingegliedert oder wieder eingegliedert werden können.

 

In Portugal gehören rund 280 000 Millionen junge Menschen (zwischen 15 und 29 Jahren) zu der Gruppe derjenigen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren (NEET). Dies entspricht 16 % der jungen Menschen in Portugal. Im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative in Portugal soll die nationale Jugendgarantie umgesetzt werden, um der genannten Zielgruppe im Alter zwischen 15 und 29 Jahren zu helfen, eine Arbeitsstelle oder ein Ausbildungsangebot zu finden. Um sowohl die jungen Menschen, die nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, als auch diejenigen zu unterstützen, die trotz guter Qualifikation keine Arbeitsstelle gefunden haben, wird die Jugendbeschäftigungsinitiative zur Erhöhung der Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen in Portugal beitragen und sich ebenfalls mit dem wachsenden Problem der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte befassen. Zu den Maßnahmen gehören Beratung, Ausbildung, Lehrstellen, Praktika, einschließlich grenzübergreifender Angebote, Programme der zweiten Chance, Einstellungsanreize und Anreize für die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit.

 

In Kroatien erfolgt die Umsetzung der Jugendbeschäftigungsinitiative im Rahmen des operationellen ESF-Programms „Efficient Human Resources 2014-2020“ mit Hilfe der besonderen Mittelzuweisung von 66 Mio. EUR aus der Jugendbeschäftigungsinitiative und dem entsprechenden ESF-Zuschuss von 66 Mio. EUR, d. h. mit einem Gesamtbetrag von 132 Mio. EUR. Die jungen Menschen in Kroatien befinden sich auf dem Arbeitsmarkt in einer besonders ungünstigen Lage, denn 2013 betrug die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 29-Jährigen 35,2 %, und 20,9 % dieser Altersgruppe waren weder in Arbeit noch in einer schulischen noch beruflichen Ausbildung (NEET). Eines der Schlüsselprobleme ist die fehlende Arbeitserfahrung. Kroatien will Mittel aus der Jugendbeschäftigungsinitiative in aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren investieren, um insbesondere erste Arbeitserfahrung zu vermitteln, die Rückkehr in schulische Bildungsangebote zu fördern und das Unternehmertum zu unterstützen. Zu den wichtigsten Ergebnissen, die durch den Einsatz von Mitteln aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen erwartet werden, gehören mehr sichere und nachhaltige Arbeitsplätze sowie die Zunahme selbständiger Tätigkeit der jungen Arbeitslosen, insbesondere derjenigen, die seit langem ohne Beschäftigung sind und auch keine schulische bzw. berufliche Ausbildung absolvieren (NEET), die Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, Möglichkeiten zur Erlangung der notwendigen Arbeitserfahrung sowie die Verbesserung der Qualifikationen und praktischen Fertigkeiten.

 

In Belgien wird die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen durch zwei operationelle Programme umgesetzt (Wallonien-Brüssel und Brüssel-Hauptstadt), in denen jeweils eine Prioritätsachse für die Belange junger Menschen vorgesehen ist. Die Jugendbeschäftigungsinitiative dient hier zur Umsetzung der allgemeineren Ziele der Jugendgarantie. Im operationellen Programm für Wallonien-Brüssel zielen die Maßnahmen für junge Menschen und insbesondere NEET darauf ab, Berufserfahrung zu vermitteln, spezielle duale Ausbildungsgänge anzubieten und den Übergang zwischen Schule und Berufsleben besser zu regeln. Konkrete Projekte werden darüber hinaus dem Phänomen des Schulabbruchs und frühen Schulabgangs gewidmet sein. Im Rahmen des operationellen Programms der Region Brüssel-Hauptstadt werden unter anderem Maßnahmen zur Betreuung und Unterstützung junger Menschen gefördert. Durch die Projekte werden auch konkrete Angebote für Beschäftigung, Ausbildung und Praktika vermittelt. Es ist darauf hinzuweisen, dass das operationelle Programm der Region Brüssel-Hauptstadt – in Zusammenarbeit mit der Flämischen Region – auch spezifische Projekte für die niederländischsprachigen jungen Menschen und NEET dieser Region vorsieht.

In Rumänien wird die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen im Rahmen des nationalen operationellen Programms für die Entwicklung des Humankapitals umgesetzt, das voraussichtlich im Februar/März 2015 angenommen wird. Da in Rumänien der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, über dem EU-Durchschnitt liegt (17,2 % im Jahr 2013, gegenüber einem EU-Durchschnitt von 13 %), wurde beschlossen, mit den EU-Mitteln sowohl die im Rahmen der Jugendbeschäftigungsinitiative förderfähigen Regionen als auch den Rest des Landes zu unterstützen. Den jungen Menschen werden integrierte personalisierte Maßnahmenpakete angeboten, die sich nach dem Profil der jungen NEET richten. Die Maßnahmen können Folgendes umfassen: Beratung, Orientierung, Ausbildung einschließlich der beruflichen Ausbildung, Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, Lehrstellenangebote, Unterstützung junger NEET bei der Gründung von Unternehmen und entsprechende Beratung, Förderung der Mobilität junger NEET im Hinblick auf die Stellensuche in einer anderen Region Rumäniens, Anreize für Arbeitgeber zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Angebot von Ausbildungsplätzen usw. Weiterhin gibt es spezielle Maßnahmen zur Kontaktaufnahme mit nicht registrierten NEET mit dem Ziel, sie bei der öffentlichen Arbeitsverwaltung anzumelden und ihnen Unterstützung im Rahmen der Jugendgarantie anzubieten.

 

 

Welche Verbindung besteht zwischen dem Europäischen Sozialfonds und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen?

 

Die ESF-Verordnung umfasst bereits eine spezifische Investitionspriorität zur nachhaltigen Arbeitsmarkteingliederung junger Menschen, die weder eine Arbeit haben noch sich in schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden. Alle Mitgliedstaaten, die im Rahmen des Europäischen Semesters eine länderspezifische Empfehlung in Bezug auf junge Menschen erhalten haben, sind aufgefordert, einen Teil der ESF-Mittel für diese Investitionspriorität vorzusehen. Diese Maßnahmen können breiter angelegt sein als die Aktionen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen und beispielsweise die Modernisierung der Dienste und Strukturen umfassen, die die Umsetzung der Jugendstrategie erleichtern sollen (unter anderem Arbeitsvermittlungen, die mit den jungen Menschen in direktem Kontakt stehen).

 

Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen dagegen zielt samt ihrer ESF-Komponente unmittelbar auf Maßnahmen für Einzelpersonen in den betreffenden Regionen ab (NUTS-2-Ebene mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 25 % im Jahr 2012). Beabsichtigt ist, direkt mit den jungen Menschen zu arbeiten, um sie auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen oder bestmöglich darauf vorzubereiten. Weitere ESF-Mittel können verwendet werden, um strukturelle, für die Umsetzung der Jugendgarantie erforderliche Änderungen durchzuführen (beispielsweise Einrichtung eines Lehrstellenrahmens oder Aufbau von Arbeitsvermittlungen, die für eine wirksame Durchführung der Jugendgarantie sorgen).

 

 

Welche Verbindung besteht zwischen der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen?

 

Mit der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen soll die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung und insbesondere der Jugendgarantie in den Regionen finanziell unterstützt werden, die am stärksten von Jugendarbeitslosigkeit betroffen sind. 20 der 28 EU-Mitgliedstaaten haben Regionen, die für eine YEI-Unterstützung in Frage kommen.

 

Was die Jugendgarantie anbelangt, so sind alle Mitgliedstaaten aufgefordert, der Empfehlung des Rates zur Einführung einer Jugendgarantie in allen Regionen nachzukommen. Sie haben daher Pläne zur Umsetzung der Jugendgarantie erarbeitet, die aus verschiedenen Quellen finanziert werden, etwa aus dem nationalen Haushalt, ESF-Mitteln und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (im Falle der 20 förderfähigen Mitgliedstaaten).

 

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung: Juncker-Kommission stellt 1 Mrd. EUR für junge Arbeitslose zur Verfügung

Legislativvorschlag zur Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Memo: Die EU-Jugendgarantie

Youth Employment Initiative funding map (Finanzierungsplan der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen)

Info-Blatt: Youth Employment Initiative (Beschäftigungsinitiative für junge Menschen)

Datenblatt: The Youth Guarantee – European approach to fight youth unemployment (Die Jugendgarantie – europäischer Ansatz zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit)

Datenblatt: Addressing youth unemployment in the EU (Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU)

Fragen und Antworten zur Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Allgemeine Information zur Beschäftigungsinitiative für junge Menschen: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-984_en.htm

GD Beschäftigung: Website Beschäftigung von Jugendlichen

Mitteilung von 2013: „Ein Appell zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit“

Mitteilung von 2013: „Beschäftigungsinitiative für junge Menschen“

MEMO/15/4101

Kontakt für die Öffentlichkeit:

Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail

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