Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR ES

Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 10. Juli 2014

Erasmus 2012/13: Was steckt hinter den Zahlen?

Die Europäische Kommission hat heute neue Zahlen1 über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Programm Erasmus im akademischen Jahr 2012/13 veröffentlicht (Studierende, Lehrkräfte und sonstiges Hochschulpersonal; siehe auch IP/14/821). Insgesamt erhielten 268 143 europäische Studierende und 52 624 in der Hochschulbildung tätige Personen Erasmus-Stipendien für Studienaufenthalte, Praktika, Lehr- oder Fortbildungsaufenthalte im Ausland.

Erasmus ermöglicht es Hochschulstudentinnen und -studenten, drei bis zwölf Monate in einem anderen europäischen Land zu verbringen und dort entweder zu studieren oder ein Praktikum in einem Unternehmen bzw. einer Organisation zu absolvieren. Diese Möglichkeit steht allen Studierenden offen, die an einer Hochschule in einem der 33 Teilnahmeländer (EU-Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei) eingeschrieben sind. Studierende, die berufsorientierte Kurzstudiengänge absolvieren, können das Programm ebenfalls nutzen.

Im Januar 2014 lief Erasmus+, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, an. Es ist für 2014-2020 mit fast 15 Mrd. EUR ausgestattet, das sind 40 % mehr als im vorherigen Programmzeitraum. Über Erasmus+ wird die Mobilität von 4 Millionen Personen gefördert werden, darunter über 2 Millionen Studierende, die die Möglichkeit erhalten, im Ausland, und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas, zu studieren oder Berufserfahrung zu sammeln.

Neuer Rekord: fast 270 000 Erasmus-Studierende in einem Jahr

Seit dem Start des Programms vor 27 Jahren ist die Zahl der Erasmus-Stipendiaten kontinuierlich gestiegen. Im Studienjahr 2009/2010 wurde erstmals die Marke von 200 000 überschritten, und die 268 143 Studentinnen und Studenten, die 2012/2013 für einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum ins Ausland gingen, sind ein neuer Rekord und entsprechen einem Anstieg um 6 % im Jahresvergleich (2011/2012 betrug die Steigerung gegenüber dem Vorjahr sogar 9 %).

Schaubild 2 zeigt, dass die Zahl der Erasmus-Studierenden in fast allen Ländern zugenommen hat. Der höchste Zuwachs an Studierenden, die ins Ausland gingen, war in Malta zu verzeichnen (40 %), gefolgt von Zypern (36 %), Kroatien (27 %) und der Türkei (22 %).

In sechs Ländern – Litauen, Spanien, Lettland, Island, Luxemburg und Liechtenstein – sank die Zahl der Erasmus-Studierenden gegenüber dem Vorjahr.

Die Spitzenreiter

Die meisten Erasmus-Stipendien für Studienaufenthalte und Praktika erhielten Studierende aus Spanien (39 249), gefolgt von Frankreich (35 311) und Deutschland (34 891). Spanien war zugleich mit 40 202 ausländischen Studierenden das beliebteste Zielland, mit Deutschland (30 368) und Frankreich (29 293) auf dem zweiten und dem dritten Rang. Das Vereinigte Königreich nahm beinahe doppelt so viele Studierende auf (27 182), wie es ins Ausland schickte (14 572).

3388 Hochschuleinrichtungen entsandten im Rahmen von Erasmus Studierende ins Ausland – ein Zuwachs von 6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Schaubild 1: Erasmus-Studierende pro Jahr – 1987/1988 bis 2012/2013

Schaubild 2: Relative Veränderung der Zahl der Studierenden zwischen 2011/12 und 2012/2013 nach entsendenden Ländern

Das EU-Stipendium betrug im Durchschnitt 272 EUR pro Monat und war damit 9 % höher als im Vorjahr (250 EUR). Dem folgenden Schaubild ist die durchschnittliche Höhe der Stipendien zu entnehmen, die den entsendeten Studierenden monatlich gewährt wurden. Im Zeitraum 2007-2013 legte die Kommission für jedes Aufnahmeland einen monatlichen Stipendienhöchstbetrag fest, wobei die nationalen Agenturen und die betreffenden Hochschulen über die endgültige Höhe des jeweiligen Stipendiums entschieden.

Im Studienjahr 2012/2013 erhielten 388 Studierende mit besonderen Bedürfnissen oder einer Behinderung eine zusätzliche Unterstützung, um an einem Erasmus-Austausch teilnehmen zu können; im Studienjahr 2011/2012 waren es 336 Studierende gewesen.

Schaubild 3: Erasmus-Studierendenmobilität – durchschnittliche Höhe der EU-Stipendien pro Monat

Anstieg der Zahl der Erasmus-Studierenden um 3,8 %

Erasmus bietet Studierenden die Möglichkeit, drei bis zwölf Monate ihres Studiums (auf Bachelor-, Master- oder Promotionsebene, einschließlich Kurzstudiengängen) an einer Hochschule im Ausland zu absolvieren.

Im Studienjahr 2012/2013 gingen von insgesamt 268 143 Erasmus-Studierenden 212 522 für ein Studium ins Ausland – ein Anstieg um 3,8 % gegenüber 2011/2012. In sieben Ländern (Kroatien, Zypern, Dänemark, Griechenland, Malta, Slowakei und Türkei) stieg die Zahl derjenigen, die zu einem Studienaufenthalt ins Ausland gingen um über 10 %. Den höchsten Zuwachs verzeichnete Malta (50 %). Rückläufig war die Zahl in elf Ländern (Bulgarien, Ungarn, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Polen, Rumänien, Slowenien und Spanien).

Die meisten Stipendiaten für einen Studienaufenthalt entsandte Spanien (33 548), gefolgt von Deutschland (28 887) und Frankreich (26 740). Spanien blieb mit 31 592 Erasmus-Studierenden auch das beliebteste Zielland für ein Auslandsstudium. An zweiter und dritter Stelle folgten Frankreich (24 038) und Deutschland (22 766).

Bezogen auf die Gesamtzahl der Hochschulabsolventen im jeweiligen Land war der Anteil der Studierenden, die ins Ausland gingen, in Luxemburg, Liechtenstein und Finnland am höchsten.

Im Durchschnitt gingen die Studierenden für 6,2 Monate ins Ausland. Die Höhe des Stipendiums betrug im Mittel 253 EUR (gegenüber 234 EUR im Vorjahr).

Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften waren die am stärksten vertretenen Fächer unter Erasmus-Studierenden (41 %), gefolgt von Geisteswissenschaften und Kunst (22 %) sowie Ingenieurwissenschaften (16 %).

16% Zuwachs bei Erasmus-Praktika

Seit 2007 bietet Erasmus Studierenden auch die Möglichkeit, im Ausland Berufserfahrung in einem Unternehmen oder einer anderen Organisation zu sammeln. 2012/2013 hat sich jeder fünfte Erasmus-Studierende (55 621 von 268 143) für diese Option entschieden, was einem Anstieg um 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein solches Praktikum dauerte durchschnittlich 4,7 Monate. Die Studierenden erhielten monatlich im Schnitt ein EU-Stipendium in Höhe von 376 EUR (2011/2012 waren es 361 EUR).

Wie bereits in den Vorjahren ist Frankreich das Land, in dem sich die meisten Studierenden (8 571) für ein Erasmus-Praktikum entschieden, gefolgt von Deutschland (6 004) und Spanien (5 701). Das Vereinigte Königreich war dabei mit 9 072 Praktika das beliebteste Zielland; an zweiter Stelle folgte Spanien (8 610) und an dritter Deutschland (7 602).

Hochschulen haben die Möglichkeit, mit anderen Hochschuleinrichtungen und Organisationen, beispielsweise Unternehmen oder Verbänden, Konsortien zur Unterstützung von Auslandspraktika zu bilden. Es wurden 114 Praktikums-Konsortien in 15 teilnehmenden Ländern (AT, BG, CY, CZ, DE, ES, FI, FR, GR, IT, NL, PL, PT, SI, TR) gefördert. Diese Konsortien organisierten im akademischen Jahr 2012/2013 etwa 14 % aller Erasmus-Praktika.

Die größte Erasmus-Praktikantengruppe kam aus den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (31 %). Die Anteile der Studierenden der Bereiche Geisteswissenschaften/Kunst und Ingenieurwissenschaften waren etwa gleich hoch (17 %).

Wie viele Studierende gibt es in den Erasmus-Teilnahmeländern?

Nach den neuesten Eurostat-Zahlen gab es 2011/2012 über 5,5 Mio. Hochschulabsolventen, von denen etwa 5 % während des Studiums am Erasmus-Programm teilgenommen hatten.

67 % der Stipendiaten absolvierten ihren Erasmus-Aufenthalt während des Bachelor-, 29 % während des Master-Zyklus, 1 % im Rahmen einer Promotion und 3 % in Kurzstudiengängen.

Etwa 10 % aller Studierenden der Europäischen Union absolvieren bzw. absolvierten ihr Studium ganz oder teilweise im Ausland – mit Unterstützung durch Erasmus oder andere öffentliche Förderprogramme oder auf eigene Kosten.

Am 26. und 27. April 2012 verabschiedeten die Bildungsminister in Bukarest (Rumänien) die Bologna-Mobilitätsstrategie (IP/12/394). Darin ist als Ziel festgeschrieben, dass bis 2020 20 % der europäischen Hochschulabsolventen einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren. Eine Vorgabe, die sich auch mit der im November 2011 angenommenen EU-Benchmark für die Mobilität von Studierenden deckt.

Erasmus-Intensivsprachkurse (EILC)

Erasmus bietet spezielle Kurse in weniger verbreiteten und seltener gelehrten EU-Sprachen an, um Studierende bei der Vorbereitung auf ihren Studien- oder Praktikumsaufenthalt im Ausland zu unterstützen. Diese Kurse werden in den Ländern durchgeführt, in denen die betreffenden Sprachen Amtssprachen sind. Nicht angeboten werden die Kurse für die am häufigsten gelehrten Sprachen wie Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch (Kastilisch).

Seit ihrer Einführung ist die Zahl der aus dem Erasmus-Programm geförderten Intensivsprachkurse erheblich gestiegen. 2012/2013 fanden etwa 465 Kurse in 26 Ländern statt (gegenüber 435 im Vorjahr), an denen insgesamt 7247 Erasmus-Studierende (+9 %) teilnahmen.

Die beliebtesten Ziele für Sprachkurse waren dabei Italien, Portugal, Belgien (Flämische Gemeinschaft) und die Türkei. Der Anteil der Studierenden, die im Gastland einen Sprachkurs absolvierten, war in Slowenien mit 18,5 % aller aufgenommenen Erasmus-Studierenden am höchsten, gefolgt von Rumänien (12,9 %), Island und Kroatien (zwischen 11 und 12 %).

Erasmus-Mobilität und -Fortbildung für Mitarbeiter von Hochschulen und Unternehmen

Mit Erasmus können auch Lehrkräfte aus Hochschuleinrichtungen und Angestellte aus Privatunternehmen ins Ausland gehen und dort zwischen einem Tag und sechs Wochen unterrichten. Ebenso können akademische und nicht akademische Hochschulbedienstete im Ausland eine Fortbildung absolvieren, die zwischen fünf Tagen und sechs Wochen dauern kann. Seit dem Start hat Erasmus über 350 000 solcher Austauschmaßnahmen gefördert.

Im akademischen Jahr 2012/2013 unterstützte Erasmus 52 624 Auslandsaufenthalte von Hochschulpersonal für Lehr- oder Fortbildungszwecke. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 13 %.

Die Länder, die das meiste Personal entsandten, waren Polen (7208 Mitarbeiter), Spanien (5049) und die Türkei (4582). Beliebtestes Ziel im Rahmen dieser Mobilitätsform war Spanien (5157). An zweiter und dritter Stelle lagen Deutschland (4833) und Italien (4486).

28 Personen mit besonderen Bedürfnissen erhielten eine zusätzliche Unterstützung, um an einem Erasmus-Austausch teilnehmen zu können (im Vorjahr waren es 16).

Die Dauer solcher Auslandsaufenthalte betrug im Schnitt 5,7 Tage, und die durchschnittliche Förderung (zusätzlich zum regulären Gehalt) war mit 725 EUR höher als im Vorjahreszeitraum (713 EUR).

Insgesamt nahmen 2391 Hochschuleinrichtungen an den Mobilitätsmaßnahmen für Personal teil – ein Plus von 2,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Lehraufträge gewinnen weiter an Popularität

Erasmus bietet Hochschullehrkräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Unternehmen die Möglichkeit, einen Lehraufenthalt an einer ausländischen Hochschuleinrichtung zu absolvieren. Dieser kann zwischen einem Tag (bzw. mindestens fünf Unterrichtsstunden) und sechs Wochen dauern. Von den 52 624 Austauschmaßnahmen für Personal, die 2012/13 gefördert wurden, waren 36 075 Lehraufträge (+8,3 % zum Vorjahr).

Zudem erhielten 504 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen ein Stipendium, um an Hochschulen in anderen europäischen Ländern zu unterrichten (21 % mehr als im Jahr zuvor).

Die Länder, die die meisten Mitarbeiter für einen Lehrauftrag entsandten, waren Polen (4408), Spanien (3312) und Deutschland (3194). Das beliebteste Zielland für einen Lehrauftrag war Spanien (3587), gefolgt von Deutschland (3338) und Italien (3174).

Lehrkräfte des Bereichs Geisteswissenschaften und Kunst (27 %) nahmen die meisten Lehraufträge im Ausland wahr, gefolgt von Lehrkräften der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (25 %) und der Ingenieurwissenschaften (14 %). Diese Anteile waren über die letzten Jahre weitgehend stabil. Lehrkräfte hielten sich durchschnittlich 5,6 Tage für Lehrtätigkeiten im Ausland auf. Hier ist seit 2000/2001 (6,9 Tage) ein geringer, aber konstanter Rückgang zu beobachten. Die durchschnittliche Förderung pro Lehrauftrag betrug (zusätzlich zum regulären Gehalt) 702 EUR und damit 4,5 % mehr als im Vorjahr (679 EUR). 44 % der Lehraufträge wurden von Frauen wahrgenommen.

Erheblicher Zuwachs bei der Weiterbildung von Hochschulmitarbeitern

Die Erasmus-Förderung der Personalweiterbildung wurde 2007 eingeführt und hat seitdem erheblich an Popularität gewonnen. Von den insgesamt 52 624 Stipendien für Personal, die 2012/2013 vergeben wurden, waren 16 549 für Weiterbildungszwecke bestimmt (+25 % gegenüber dem Vorjahr). Diese Maßnahmen gelten gleichermaßen für akademische wie nichtakademische Mitarbeiter, d. h. auch für Bedienstete, die in der Verwaltung oder den unterstützenden Diensten tätig sind.

2012/2013 bildeten sich 3640 Hochschulbedienstete in Unternehmen im Ausland fort (+9 % gegenüber dem Vorjahr).

Polen schickte die meisten Personen auf eine Fortbildung (2800), gefolgt von Spanien (1737) und der Türkei (1465). Das beliebteste Zielland war das Vereinigte Königreich (1638 Personen), gefolgt von Spanien (1570) und Deutschland (1495).

Die Fortbildungen dauerten im Schnitt 6,1 Tage und wurden durchschnittlich mit 776 EUR gefördert (2,8 % mehr als im Vorjahr). An den Fortbildungen nahmen mehr Frauen (67 %) als Männer teil.

Zahl der Erasmus-Intensivprogramme steigt weiter

Erasmus bietet Lehrkräften und Studierenden die Möglichkeit, für thematische Studienprogramme zusammenzukommen, die zwischen zehn Tagen und sechs Wochen dauern. Die EU finanziert die Organisation dieser Intensivprogramme und übernimmt auch die Reise- und Aufenthaltskosten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Mit 56 Kursen organisierte Italien die meisten Intensivprogramme (10 % der Gesamtzahl), gefolgt von Deutschland und den Niederlanden mit je 43, Frankreich mit 35 und Polen mit 30 Kursen. Die beliebtesten Fachgebiete waren dabei Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (22 %), Geisteswissenschaften und Kunst (18 %), Ingenieurwesen (17 %) und Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik (16 %). Die Programme dauerten im Schnitt 12,5 Tage.

Mit insgesamt 538 Kursen wurden 2012/2013 16 % mehr Erasmus-Intensivprogramme organisiert als im Vorjahr (462). Teilgenommen haben 18 241 (internationale und nationale) Studierende sowie 6654 Lehrkräfte.

Projekte der Erasmus-Hochschulkooperation

Im Rahmen von Erasmus werden auch gemeinsame Projekte zur Modernisierung der europäischen Hochschulbildung unterstützt. Diese über ein bis drei Jahre laufenden länderübergreifenden Kooperationsmaßnahmen zwischen Hochschulen und anderen Stakeholdern sollen politische Reformen fördern. Anträge können einmal pro Kalenderjahr gestellt werden. 2013 wurden 28,6 Mio. EUR für solche Projekte bereitgestellt, gegenüber 20 Mio. EUR in den Jahren davor.

Viele der im Rahmen dieser Aktion geförderten Maßnahmen haben bedeutende politische Entwicklungen angestoßen. So ist beispielsweise das Europäische System zur Anrechnung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS) – heute das wichtigste Instrument für die Verwaltung von Studienleistungen und die Mobilitätsförderung – aus einem Erasmus-Projekt hervorgegangen. (Beim ECTS werden für jede Lehrveranstaltung eines Studiengangs Leistungspunkte (Credits) festgelegt, deren Höhe sich nach dem von den Studierenden benötigten Arbeitsaufwand zur Erreichung der angestrebten Lernziele richtet. Das vereinfacht die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen durch die Heimathochschule.)

Die Zahl der Anträge für Hochschulkooperationsprojekte steigt stetig. 2013 gingen insgesamt 311 Anträge ein (2012: 250). Davon wurden 79 für eine Finanzierung ausgewählt, d. h. die Erfolgsquote betrug 25,4 %. Die meisten Anträge gingen aus Finnland (40) ein, gefolgt von Belgien (36), Spanien (33) und dem Vereinigten Königreich (32). Bei den genehmigten Anträgen lag Belgien mit 15 ausgewählten Projekten vorn.

Wie viel hat die EU für Erasmus ausgegeben?

In der Haushaltsperiode 2007–2013 hatte die EU insgesamt 3,1 Mrd. EUR für das Programm Erasmus zur Verfügung gestellt.

Der überwiegende Teil des Erasmus-Etats wurde von den nationalen Agenturen in den Teilnahmeländern verwaltet. 2012/2013 betrug der Gesamtetat der nationalen Agenturen über 547 Mio. EUR.

Außerdem unterstützte Erasmus multilaterale Projekte und Netze, wofür etwa 20 Mio. EUR pro Jahr (ca. 4 % der Mittel) aufgewendet wurden. Diese Maßnahmen werden zentral von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) mit Sitz in Brüssel verwaltet.

In der nachstehenden Tabelle sind die Gesamtmittel aufgeführt, die pro Jahr im Rahmen von Erasmus für die Mobilität aufgewendet wurden.

Tabelle 1: Erasmus-Mittel, die dezentral von nationalen Agenturen verwaltet werden

Jahr

Jährlicher Erasmus-Haushalt für

Mobilität von Studierenden und Personal in Mio. EUR

Änderung gegenüber dem Vorjahr

1988

13,00

1989

26,84

106,46 %

1990

32,88

22,50 %

1991

43,86

33,39 %

1992

62,88

43,37 %

1993

67,88

7,95 %

1994

72,78

7,22 %

1995

73,46

0,93 %

1996

74,3

1,14 %

1997

70,00

-5,79 %

1998

100,27

43,24 %

1999

100,27

0,00 %

2000

111,79

11,49 %

2001

116,19

3,94 %

2002

121,9

4,91 %

2003

142,53

16,92 %

2004

168,00

17,87 %

2005

200,96

19,62 %

2006

245,75

22,29 %

2007

372,25

51,48 %

2008

416,36

11,85 %

2009

415,37

-0,24 %

2010

434,83

4,68 %

2011

473,91

8,99 %

2012

547,26

15,48 %

2013

553,03

1,05 %

Wie wurden die Erasmus-Mittel auf nationaler Ebene zugewiesen?

Die Erasmus-Mittel für die Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal wurden anhand folgender Faktoren auf die einzelnen Länder verteilt:

  • Bevölkerung: Zahl der Studierenden, Absolventen und Lehrkräfte in der Hochschulbildung (Niveau 5-6 der Internationalen Standardklassifikation für das Bildungswesens, ISCED); Datenquelle: Eurostat

  • Lebenshaltungskosten und Entfernung zwischen den Hauptstädten: als Berichtigungsfaktoren, die auf den Faktor Bevölkerung angewendet wurden

  • Berechnung auf Grundlage der Zahl der Studierenden und des Hochschulpersonals, die in der Vergangenheit entsandt wurden (Nutzung der neuesten verfügbaren Daten)

Wie wurde der monatliche Betrag des EU-Stipendiums festgelegt?2

Das Erasmus-Stipendium soll die zusätzlichen Lebenshaltungskosten im Ausland sowie die Reisekosten decken. Erasmus-Studierende müssen keine Studiengebühren an die Gasteinrichtung entrichten.

In allen Ländern werden die bereitgestellten Mittel von den nationalen Agenturen an die Hochschuleinrichtungen vergeben. Im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen konnte die nationale Agentur darüber entscheiden, ob höhere Stipendien an weniger Studierende (wie dies z. B. in Bulgarien, Zypern und der Türkei der Fall war) oder geringere Stipendien an mehr Studierende (z. B. in Frankreich und Italien) ausgezahlt werden sollten. Dabei musste sie jedoch die von der Europäischen Kommission für jedes Zielland festgelegten Höchstsätze für Stipendien einhalten (siehe Leitfaden des Programms für lebenslanges Lernen).

Bei der Aufteilung der Mittel auf die antragstellenden Einrichtungen berücksichtigte die nationale Agentur verschiedene Faktoren, z. B. die Höhe der beantragten Mittel und die bisherigen Leistungen der Einrichtungen. Die Einrichtung konnte dann über den genauen monatlichen Stipendienbetrag entscheiden, den sie an die Studierenden auszahlte. Dabei musste sie jedoch die von der nationalen Agentur festgelegte Spanne einhalten, die von Land zu Land variierte. Gleiches galt für den Wochen- oder Tagessatz für Hochschulpersonal.

Der monatliche Satz hing vom Zielland und der Mobilitätsart ab. So bestand z. B. die Tendenz, für Praktika im Ausland höhere Stipendien zu vergeben als für Studienaufenthalte.

Das von der Europäischen Union vergebene Erasmus-Stipendium konnte durch verschiedene weitere Finanzierungsquellen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene ergänzt werden.

Außerdem hatten die nationalen Agenturen bzw. die Hochschulen die Möglichkeit, Studierenden aus Familien mit geringem Einkommen einen erhöhten Monatssatz zu gewähren.

2012/2013 reichte die durchschnittliche Höhe des monatlichen EU-Stipendiums für Studierendenmobilität von 143 EUR für spanische Studierende bis 616 EUR für Studierende aus Liechtenstein. Der Durchschnitt für alle Teilnahmeländer betrug 272 EUR pro Monat.

Wie können Studierende und Hochschulkräfte ein Erasmus+-Stipendium beantragen?

Das Programm Erasmus+ steht allen Studierenden an Hochschuleinrichtungen mit Erasmus-Hochschulcharta in den 33 Teilnahmeländern offen (2014 sind das die 28 EU-Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei). Mittlerweile haben die meisten europäischen Hochschuleinrichtungen – rund 5000 – die neue Erasmus-Hochschulcharta unterzeichnet. Ab dem akademischen Jahr 2015/2016 werden auch neue Möglichkeiten des Studierenden und Personalaustauschs zwischen Programmländern und außereuropäischen Partnerländern angeboten.

Der erste Schritt für eine Bewerbung um einen Erasmus+-Studienaufenthalt oder ein Erasmus+-Praktikum besteht darin, sich an das Akademische Auslandsamt bzw. das Büro für internationale Beziehungen der entsendenden Hochschule zu wenden und eine Lernvereinbarung auszufüllen. Diese Vereinbarung, in der das während des Studien- bzw. Praktikumsaufenthalts im Ausland zu absolvierende Programm festgelegt ist, muss von der entsendenden und der aufnehmenden Einrichtung bzw. dem aufnehmenden Unternehmen sowie von dem Studierenden unterzeichnet werden. Dies gewährleistet die vollständige Anerkennung der während des Erasmus-Aufenthalts erbrachten Leistungen durch die Heimathochschule.

Erasmus+ für das Studium: Wer einen Teil seines Studiums im Ausland absolvieren möchte, muss sich mindestens im zweiten Studienjahr befinden.

Erasmus+ für Praktika: Ein Erasmus+-Praktikum können Studierende ab ihrem ersten Studienjahr absolvieren.

Erasmus+-Aufenthaltsdauer: Auslandsaufenthalte können zwischen drei und zwölf Monate, Praktika zwischen zwei und zwölf Monate dauern.

Erasmus+ für Personal: Lehrkräfte müssen ein Lehrprogramm bei der entsendenden Hochschule bzw. bei ihrem Unternehmen einreichen, das auch von der aufnehmenden Einrichtung zu genehmigen ist. Ebenso muss Hochschulpersonal, das einen Antrag auf ein Erasmus-Stipendium für eine Fortbildung stellen möchte, mit der entsendenden und aufnehmenden Einrichtung bzw. dem Unternehmen ein Fortbildungsprogramm vereinbaren.

Wie kann eine Hochschule am Programm Erasmus+ teilnehmen?

Bevor eine Universität bzw. eine Hochschuleinrichtung an Erasmus-Mobilitätsmaßnahmen oder -Kooperationsprojekten teilnehmen kann, muss sie einer Reihe von Grundsätzen und Verpflichtungen zustimmen, die in der Erasmus-Hochschulcharta festgehalten sind. Im Vordergrund steht dabei die Gewährleistung hoher Qualität. Ferner darf die aufnehmende Einrichtung keine Studiengebühren von den aufgenommenen Erasmus-Studierenden verlangen, und bei der Rückkehr an ihre Heimathochschule sollten die von den Studierenden erfolgreich absolvierten Kurse oder Praktika automatisch vollständig anerkannt werden.

Warum heißt das neue Programm Erasmus+?

Das Programm verdankt seinen Namen dem Philosophen, Theologen und Humanisten Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466-1536). Der zu Zeiten der Reformation lebende Erasmus ist als Kämpfer gegen den Dogmatismus bekannt.

Auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, Erfahrungen und Einblicken, die er durch den unmittelbaren Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern gewinnen konnte, lebte und arbeitete Erasmus in verschiedenen Teilen Europas.

Erasmus+ bündelt eine breite Palette an EU-Fördermaßnahmen für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport in einem Programm. Das neue Programm baut auf dem Erfolg des Vorläuferprogramms Erasmus auf. Es eröffnet 4 Millionen Studierenden, Auszubildenden, Freiwilligen, Lehrkräften und Ausbildern sowie Jugendbetreuern die Möglichkeit, Erfahrung und Kompetenzen im Ausland zu erwerben. Über 2 Millionen Studierende werden die Möglichkeit erhalten, im Ausland, und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas, zu arbeiten oder Berufserfahrung zu sammeln.

Weitere Informationen

Siehe auch IP/14/821 – Weiteres Rekordjahr für Erasmus

Statistiken zu Erasmus

Mehr über das Programm Erasmus+

1 :

Die Statistiken beziehen sich allein auf das Programm Erasmus. Sie erfassen keine anderen EU-Programme für die Hochschulbildung wie die früheren Programme Tempus und Erasmus Mundus.

2 :

Unter dem neuen Programm Erasmus+ wird der Stipendienbetrag fairer und transparenter sein. Es wird einen Mindest- und einen Höchstbetrag (beispielsweise 200-450 EUR/Monat für Studierendenmobilität in ein Zielland mit vergleichbaren Lebenshaltungskosten) geben, die auf EU-Ebene festgesetzt werden.


Side Bar