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Arbeitsplätze für junge Menschen: Überblick über die EU-Maßnahmen

European Commission - MEMO/14/338   08/05/2014

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Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 8. Mai 2014

Arbeitsplätze für junge Menschen: Überblick über die EU-Maßnahmen

Am Vorabend des Europäischen Jugend-Events in Straßburg (9.-11. Mai) geben wir einen Überblick über die EU-Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union beitragen sollen.

Wie ist der Stand der Dinge?

  1. Die Höhe der Jugendarbeitslosigkeit ist alarmierend: In den 28 EU-Mitgliedstaaten waren im März 2014 knapp 5,4 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 22,8 %, d. h. mehr als ein Fünftel der jungen europäischen Arbeitssuchenden findet keinen Arbeitsplatz; in Griechenland und Spanien ist es mehr als die Hälfte. Die durchschnittliche Jugendarbeitslosenquote ist zudem in den meisten Mitgliedstaaten mehr als doppelt so hoch wie die Arbeitslosenquote bei Erwachsenen (im März 2014 betrug die Gesamtarbeitslosenquote in den 28 EU-Mitgliedstaaten 10,5 %).

  2. 7,5 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren befinden sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung (NEET – „not in employment, education or training“).

  3. Der Abstand zwischen den Ländern mit der höchsten und der niedrigsten Jugendarbeitslosenquote ist nach wie vor enorm: Er beträgt mehr als 50 Prozentpunkte zwischen Deutschland mit 7,8 % und Griechenland mit 56,8 %.

  4. Im Vergleich zum Vorjahr (März 2013) ging die Jugendarbeitslosigkeit um 322 000 in den 28 EU-Mitgliedstaaten und um 166 000 im Euro-Raum zurück. Für 2014 wird eine weitere Stabilisierung und für 2015 ein bescheidener Rückgang der Arbeitslosenquote erwartet (auf 10,1 % in der EU und auf 11,4 % im Euro-Raum) mit weiterhin großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern.

Was tut die EU dagegen?

Investition in die Jugend: die Jugendgarantie

Die Jugendgarantie soll sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten allen jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren binnen vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, einen qualitativ hochwertigen Arbeitsplatz, eine Fortbildung, einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum anbieten. Die Jugendgarantie ist eine der wichtigsten und dringendsten Strukturreformen, die die Mitgliedstaaten einleiten müssen, um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und für einen problemloseren Übergang von der Schule ins Berufsleben zu sorgen.

Die Logik der Jugendgarantie ist sehr einfach: Es soll sichergestellt werden, dass die Arbeitsverwaltungen jungen Menschen aktiv dabei helfen, entweder einen Arbeitsplatz zu finden, der ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung entspricht, oder die Ausbildung, die Fähigkeiten und die Erfahrung zu erwerben, welche die Arbeitsgeber suchen und die somit unmittelbare Bedeutung für die Verbesserung ihrer Beschäftigungschancen haben.

Die Jugendgarantie beruht auf Erfahrungen in Österreich und Finnland, die zeigen, dass Investitionen in junge Menschen sich auszahlen. So führte beispielsweise die finnische Jugendgarantie zu einer Senkung der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen, indem binnen drei Monaten nach der Registrierung 83,5 % ein Arbeitsplatz, ein Praktikum, ein Ausbildungsplatz oder eine Fortbildung vermittelt werden konnte.

Die Empfehlung für eine Jugendgarantie wurde am 22. April 2013 vom EU-Ministerrat (siehe MEMO/13/152) auf der Grundlage eines von der Kommission im Dezember 2012 vorgelegten Vorschlags (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) angenommen und vom Europäischen Rat bei seiner Tagung im Juni 2013 gebilligt.

In vielen Mitgliedstaaten werden zur Umsetzung der Jugendgarantie Strukturreformen notwendig sein. So müssen zum Beispiel öffentliche Arbeitsverwaltungen gewährleisten können, dass junge Menschen über die für sie am besten geeigneten Beschäftigungs-, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten angemessen beraten werden und dass sie innerhalb von vier Monaten ein maßgeschneidertes, konkretes Angebot erhalten. In diesem Zusammenhang kommt dem Vorschlag der Kommission vom Juni 2013 für einen Beschluss, dem zufolge die öffentlichen Arbeitsverwaltungen unterstützt werden sollen, enger zusammenzuarbeiten und dadurch ihre Effektivität zu maximieren, eine wichtige Rolle zu (siehe IP/13/544, STATEMENT/14/126).

Ein weiterer Bereich, der Strukturreformen erfordert, sind die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung, wo die Mitgliedstaaten gewährleisten müssen, dass sie jungen Menschen die Qualifikationen vermitteln, die von den Arbeitgebern nachgefragt werden. In diesem Zusammenhang kann der Dialog zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Bildungseinrichtungen und Behörden über die Struktur und den Inhalt der Bildungsgänge hilfreich sein.

Die Jugendgarantie kostet die Mitgliedstaaten Geld (die Internationale Arbeitsorganisation schätzt die Kosten für die Einrichtung der Jugendgarantie im Euro-Raum auf 21 Mrd. EUR pro Jahr). Bleiben die Mitgliedstaaten UNTÄTIG, entstehen jedoch noch weitaus höhere Kosten. Nach Schätzungen der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) beträgt der jährliche wirtschaftliche Schaden, der der EU dadurch entsteht, dass 7,5 Mio. junge Menschen weder Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, mehr als 150 Mrd. EUR (1,2 % des BIP in der EU) in Form von gezahlten Sozialleistungen und Produktivitätsverlusten.

Diese Kosten fallen zusätzlich zu den langfristigen Kosten der Arbeitslosigkeit für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die betroffenen Personen an, wie ein erhöhtes Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko.

Untätig zu bleiben, kann also sehr teuer werden: Die Jugendgarantie dagegen ist eine Investition. Für die Kommission handelt es sich um eine entscheidende Ausgabe der EU zur Bewahrung ihres Wachstumspotenzials für die Zukunft. Signifikante finanzielle Unterstützung durch die EU kann helfen – hauptsächlich über den Europäischen Sozialfonds und im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (siehe unten). Damit die Jugendgarantie Realität wird, müssen die Mitgliedstaaten den Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung jedoch auch in ihren nationalen Haushalten Priorität einräumen.

Finanzierung der Jugendgarantie

Der Europäische Sozialfonds ist bei weitem die bedeutendste Finanzierungsquelle zur Verwirklichung der Jugendgarantie in der EU, da er im Zeitraum 2014-2020 jedes Jahr mehr als 10 Mrd. EUR bereitstellt. Wichtig ist, dass die Mitgliedstaaten einen wesentlichen Teil der Mittel, die ihnen für den Zeitraum 2014-2020 aus dem ESF zugewiesen werden, in die Umsetzung der Jugendgarantie investieren.

Um die verfügbaren EU-Fördermittel für die Regionen, die am meisten von Jugendarbeitslosigkeit betroffen sind, aufzustocken, vereinbarten das Europäische Parlament und der Rat eine eigene Beschäftigungsinitiative für junge Menschen. Deren Unterstützungsmaßnahmen konzentrieren sich auf Regionen mit Jugendarbeitslosenquoten von mehr als 25 % und auf junge Menschen, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung befinden (NEET). Dadurch wird gewährleistet, dass in den Teilen Europas, in denen die Probleme besonders gravierend sind, die Höhe der Unterstützung für die einzelnen jungen Menschen hoch genug ist, um tatsächlich etwas zu bewirken.

Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen werden 3 Mrd. EUR aus einer spezifischen, neuen EU-Haushaltslinie für Jugendarbeitslosigkeit bereitgestellt und durch mindestens 3 Mrd. EUR aus den nationalen ESF-Zuweisungen ergänzt. Die ESF-Unterstützung für die Umsetzung der Jugendgarantie wird auf die Bezuschussung von Maßnahmen ausgeweitet (z. B. Arbeitsvermittlung, Praktika und Ausbildungsplätze, Unterstützung bei der Unternehmensgründung usw.), die jungen Menschen, die keine Arbeit haben und sich auch nicht in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung (NEET) befinden, direkt zugutekommen. Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen wird als Teil des ESF 2014-2020 programmiert.

Die Mitgliedstaaten müssen die Mittel der Beschäftigungsinitiative mit substanziellen zusätzlichen ESF- und nationalen Investitionen in Strukturreformen aufstocken, um die Beschäftigungs-, Sozialdienstleistungs- und Bildungsangebote für junge Menschen zu modernisieren; außerdem müssen sie den Zugang zur Bildung, deren Qualität und die Abstimmung auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt verbessern.

Erleichterung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben

Effektive Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung, vor allem solche, die eine starke berufspraktische Komponente umfassen, erleichtern jungen Menschen den Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Zur Ergänzung der Jugendgarantie hat die Kommission zwei spezifische Initiativen eingeleitet, um jungen Menschen bei diesem Übergang zu helfen:

  1. Auf der Grundlage eines Kommissionsvorschlags hat der Ministerrat im März 2014 einen Qualitätsrahmen für Praktika angenommen, mit dem Praktikantinnen und Praktikanten hochwertige Arbeitserfahrung zu sicheren und fairen Bedingungen erwerben können und ihre Aussichten auf einen Arbeitsplatz von guter Qualität verbessern (siehe IP/14/236).

  2. Die im Juli 2013 eingeleitete Europäische Ausbildungsallianz bringt Vertreter von Behörden, Unternehmen, Sozialpartnern, beruflicher Bildung und Ausbildung, Jugendvertreter und andere wichtige Akteure zusammen, um die Qualität und das Angebot von Ausbildungsplätzen EU-weit zu verbessern und die Einstellung gegenüber der betrieblichen Ausbildung zu verändern (siehe IP/13/634).

Unterstützung von Branchen mit hohem Beschäftigungspotenzial

Eine wichtige Komponente der EU-Massnahmen besteht darin, das Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage abzubauen und mehr Arbeitsplätze, insbesondere für junge Menschen, zu schaffen. Im Beschäftigungspaket der Europäischen Kommission von April 2012 wurden die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), die Ökologisierung der Wirtschaft und das Gesundheitswesen als drei Branchen mit bedeutendem Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen genannt.

In der IKT-Branche könnten im Jahr 2020 durch Fachkräftemangel bis zu 900 000 Arbeitsplätze unbesetzt sein. Allein schon der App-Sektor der EU könnte 4,8 Mio. Menschen bis 2018 einstellen (derzeit sind dort 1,8 Mio. beschäftigt) (siehe IP/14/145).

Um diesem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, leitete die Kommission im März 2013 die Große Koalition für digitale Arbeitsplätze ein, die Unternehmen und Bildungseinrichtungen, öffentliche und private Einrichtungen zusammenbringt, um den europäischen IKT-Fachkräftemangel zu beheben (siehe IP/13/182).

Auch in der Krise konnte die Öko-Branche ein starkes Beschäftigungswachstum verzeichnen, wobei in diesem Bereich bereits mehr als 4,2 Mio. Menschen arbeiten. Es wird erwartet, dass dieses Wachstum anhält, während des Übergangs zu einer nachhaltigeren CO2-armen Wirtschaft, der die Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien steigen lässt. Die Kommission wird noch vor dem Sommer 2014 eine Mitteilung vorlegen, um den Mitgliedstaaten und der EU zu helfen, das Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei diesem Übergang zu maximieren.

Mobilitätsfragen

EU-Erhebungen zeigen, dass junge Menschen die Bevölkerungsgruppe bilden, die wahrscheinlich am mobilsten ist, und dass ein zunehmendes Nord-Süd-Gefälle bei freien Stellen auf dem EU-Arbeitsmarkt besteht (mit einem Arbeitskräftemangel im Norden und verstärktem Wettbewerb im Süden). Zwar ist es weiterhin eine persönliche Entscheidung, ob man ins Ausland geht, doch kann die berufliche Mobilität eine wichtige Rolle bei der Beseitigung der Arbeitslosigkeit in von der Rezession betroffenen Ländern spielen, und gleichzeitig dazu beitragen, in anderen Mitgliedstaaten den Fachkräftemangel zu beheben und offene Stellen zu besetzen.

Die EU hilft bei der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten im Ausland: EURES, das europäische Portal für die Stellen- und Mitarbeitersuche, ermöglicht den Zugriff auf fast 2 Mio. Stellenangebote. Das Portal wird gerade modernisiert, damit es ein echtes EU-weites Selbstbedienungstool im Bereich der Beschäftigung wird, und die Kommission hat neue Vorschriften vorgeschlagen, um die EURES-Dienstleistungen für Arbeitssuchende und Arbeitgeber zu verbessern (IP/14/26, MEMO/14/22, MEMO/14/23).

Ihr erster EURES-Arbeitsplatz ist ein Pilotprojekt für berufliche Mobilität, das speziell auf junge Arbeitssuchende zugeschnitten ist. Sein Ziel besteht darin, Arbeitsplätze für junge Menschen im Alter von 18-30 Jahren zu finden, denen ein mindestens sechsmonatiger Vertrag mit einer Vergütung und mit Arbeitsbedingungen, die dem nationalen Arbeitsrecht entsprechen, angeboten werden soll. Es bietet Informationen, eine Suchfunktion für Arbeitsplätze sowie Unterstützung bei Einstellung und Arbeitsplatzvermittlung. Es werden Sprachkurse und weitere notwendige Schulungen sowie Reisekosten für junge Bewerber (für Vorstellungsgespräche und den Stellenantritt in anderen EU-Ländern) finanziert. Auch liefert es einen Beitrag zu einem Integrationsprogramm, falls es sich um eine Einstellung in einem KMU handelt. Im Jahr 2013 wurde diese Regelung auch auf Praktika und Ausbildungsplätze ausgedehnt.

Mit Haushaltsmitteln von fast 15 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 – das sind 40 % mehr als für den Zeitraum 2007-2013 – wird es Erasmus+, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (MEMO/13/1008) etwa 4 Mio. Menschen, meist unter 25 Jahren, ermöglichen, im Ausland zu studieren, eine Aus- oder Weiterbildung zu absolvieren oder eine Freiwilligentätigkeit auszuüben und dabei die von den Arbeitgebern so geschätzten internationalen Erfahrungen und Kompetenzen zu erlangen. Mehr als eine Million Stipendien sind eigens auf Praktika für Studierende und Auszubildende ausgerichtet. Erasmus+ wird auch neue Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten – Partnerschaften von Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und Arbeitgebern – zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum finanzieren.

Das gestärkte Europäische Institut für Innovation und Technologie wird zur Beschäftigung junger Menschen beitragen, indem es unternehmerische Schulungen für Studierende anbietet. Es hat bereits mehr als 1000 Studierende geschult und zur Gründung von mehr als 100 Start-up-Unternehmen beigetragen (IP/14/149).

Unverzichtbar für die Schaffung eines echten EU-Arbeitsmarkts ist es, Studierenden und Arbeitnehmern die Ausübung ihres Rechts auf Freizügigkeit und Gleichbehandlung überall im Europäischen Binnenmarkt zu erleichtern. Die jüngste Novellierung der Berufsanerkennungsrichtlinie, insbesondere die Ausweitung der Verwendung elektronischer Verfahren, wie des Europäischen Berufsausweises, und die Anerkennung von Berufspraktika sind weitere Schritte in diese Richtung (MEMO/13/867). Dies gilt ebenso für neue Vorschriften zum besseren Schutz mobiler Arbeitskräfte in der EU vor Diskriminierung und deren Unterstützung zur Bewältigung von Hindernissen (IP/14/421 und MEMO/14/288).

Schwerpunkt Unternehmertum

Jungen Europäern wird eine Reihe weiterer maßgeschneiderter Möglichkeiten angeboten; dabei wird besonderes Gewicht auf die Freisetzung unternehmerischen Potenzials gelegt. Im Rahmen des Programms Erasmus für junge Unternehmer können Jungunternehmer an grenzübergreifenden Austauschprogrammen teilnehmen und Geschäftsideen mit erfahrenen Unternehmern erörtern, bei denen sie zwischen einem und sechs Monaten bleiben und arbeiten. Im Zusammenhang mit der Initiative Startup Europe für Web- und IKT-Unternehmerinnen und –Unternehmer werden Studierende beispielsweise ermutigt, schon vor dem Hochschulabschluss ein Unternehmen zu gründen. Solche Initiativen tragen aktiv zu einem Bewusstseinswandel in Europa bei. Die Kommission unterstützt auch das Aufkommen des Crowd-Funding, einer alternativen Finanzierungsquelle für junge Menschen mit Geschäftsideen (MEMO/14/240), und regt zu einem stärkeren sozialen Unternehmertum an, bei dem junge Menschen nachhaltige Unternehmen mit Gemeinwohlwirkung aufbauen können.

Im Rahmen des neuen Programms für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) werden für den Zeitraum 2014-2020 insgesamt 920 Mio. EUR bereitgestellt, um den Zugang zu Mikrokrediten zu erleichtern und zu sozialem Unternehmertum anzuregen sowie um innovative Sozialpolitik zu unterstützen und die Arbeitskräftemobilität zu fördern (siehe IP/13/1212 und MEMO/13/628). Ein besonderer Betrag von etwa 100 Mio. EUR wird bereitgestellt, um neue Lösungen für die Beschäftigung und die Sozialpolitik in kritischen Bereichen, wie der Beschäftigung junger Menschen oder der Inklusion, zu erproben.

Was wurde bisher erreicht?

Die Grundlagen wurden geschaffen, und von nun an muss die beschleunigte Durchführung Vorrang erhalten. Der Erfolg hängt sowohl vom politischen Willen der Mitgliedstaaten als auch von der Fähigkeit der Privatwirtschaft ab, für junge Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Die EU wird darauf hinwirken, dass etwas geschieht, indem sie in den länderspezifischen Empfehlungen, die im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Mitgliedstaaten durch die EU ausgesprochen werden, den dringendsten Reformbedarf aufzeigt, für die Verbreitung bewährter Verfahren sorgt, Investitionen aus dem EU-Haushalt mobilisiert und jungen Menschen dabei behilflich ist, die Vorteile des europäischen Binnenmarkts in vollem Umfang zu nutzen.

  1. Jedes Jahr kommt der Europäische Sozialfonds mehr als 15 Mio. Menschen zugute. Er hilft ihnen, ihre Qualifikationen zu verbessern und sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren; er bekämpft soziale Ausgrenzung und Armut und steigert die Effizienz öffentlicher Verwaltungen.

  2. Bis Ende 2013 wurde etwa 1,14 Mio. jungen Menschen mit 3,7 Mrd. EUR aus ESF-Mitteln geholfen, die für spezifische Maßnahmen für junge Menschen umgewidmet wurden, und durch 1,19 Mrd. EUR für Projekte in den acht Mitgliedstaaten mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit (Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Portugal, Slowakei und Spanien).

  3. Mehr als 3 Mio. Studierenden sind seit dem Start des Programms 1987 in den Genuss von EU-Erasmus-Stipendien gekommen. Im akademischen Jahr 2011-2012 ermöglichte das Programm mehr als 250 000 Erasmus-Studierenden einen Teil ihrer Studienzeit im Ausland zu verbringen oder ein Praktikum bei einem ausländischen Unternehmen zu absolvieren, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen.

  4. 47 Organisationen, einschließlich Google, Telefónica, SAP, Microsoft und Cisco, KMU, Bildungseinrichtungen und nichtstaatliche Organisationen sind in der Großen Koalition für digitale Arbeitsplätze Verpflichtungen eingegangen. Bis April 2014 hat dies zur Besetzung von 5 000 zusätzlichen neuen digitalen Arbeitsplätzen, zu mehr als 10 300 zusätzlichen Praktika und Ausbildungsplätzen und zur Durchführung von Schulungen für mehr als 270 000 Personen geführt. Und es werden jede Woche neue Verpflichtungen eingegangen.

  5. Viele europäische Länder und Regionen haben auch eigene Koalitionen für digitale Arbeitsplätze ins Leben gerufen.

  6. Erasmus für junge Unternehmer hat seit dem Start des Programms im Jahr 2009 etwa 1700 erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zwischen einem Neuunternehmer und einem erfahrenen gastgebenden Unternehmer geknüpft.

  7. Viele Länder haben die ESF-Investitionen genutzt, um die allgemeine Bildung zu modernisieren und die berufliche Bildung zu stärken. Mit Projekten, die auf soziale Inklusion ausgerichtet sind, wird die Integration junger Menschen aus benachteiligten Gruppen in den Arbeitsmarkt oder das Bildungssystem gefördert.

Weitere Informationen

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