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Beschäftigung: Was ist EURES, das europaweite Netz für die Arbeitssuche?

European Commission - MEMO/14/22   17/01/2014

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Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 17. Januar 2014

Beschäftigung: Was ist EURES, das europaweite Netz für die Arbeitssuche?

Was ist EURES und was tut es?

EURES (das Europäische Mobilitätsnetz für Arbeitsuchende) ist ein Kooperationsnetz, an dem die Europäische Kommission, die öffentlichen Arbeitsverwaltungen der EWR-Länder (EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein) und andere Partnerorganisationen beteiligt sind. Auch die Schweiz ist in die EURES-Kooperation eingebunden.

Das EURES-Netz wurde 1993 eingerichtet; es sorgt für den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten mit dem Ziel, die Freizügigkeit der Arbeitskräfte Realität werden zu lassen. EURES fördert die Mobilität und beseitigt Hemmnisse für Arbeitskräfte, indem es zur Entwicklung eines offenen und für alle zugänglichen europäischen Arbeitsmarkts beiträgt und den Austausch von Stellenangeboten und –gesuchen sowie Transparenz bei Arbeitsmarktinformationen gewährleistet.

EURES bietet Arbeitsuchenden, die in ein anderes Land gehen möchten, unentgeltliche Unterstützung und Beratung zu Lebens- und Arbeitsbedingungen im EWR. Es hilft auch Arbeitgebern, die Arbeitskräfte aus anderen Ländern rekrutieren möchten oder in Grenzregionen ansässig sind.

Derzeit besteht EURES aus zwei Hauptelementen:

dem Netz der Arbeitsvermittler, das Information, Beratung und Unterstützung bietet für Arbeitsuchende, die in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten möchten, und für Arbeitgeber, die geeignete Bewerber aus anderen Mitgliedstaaten rekrutieren wollen;

dem EURES-Portal, das Zugang zu Stellenangeboten schafft und als zentrale Anlaufstelle für Informationen zur Arbeitsmobilität in Europa fungiert. Es bietet eine Reihe anderer nützlicher Funktionen, die den Menschen eine wohlüberlegte Auswahl aus den verfügbaren Optionen ermöglichen.

Mobilität in Europa: Fakten und Zahlen

Die Freizügigkeit ist eine der im Unionsrecht verankerten Grundfreiheiten. Nach einer qualitativen Eurobarometer-Erhebung von 2010 ist sie das Recht, das den Bürgerinnen und Bürgern der EU am meisten am Herzen liegt; sie sehen die Freizügigkeit praktisch als Synonym für ihren Status als EU-Bürger an. Sie ist in den Artikeln 45 und 21 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verankert. Der Vertrag selbst und die Grundrechtecharta räumen den Bürgerinnen und Bürgern der EU das Recht ein, sich aufgrund ihres Status als Unionsbürger in der Union frei zu bewegen und niederzulassen, sowie das Recht auf Gleichbehandlung.

Laut der EU-Arbeitskräfteerhebung (EU-AKE) waren im zweiten Quartal 2013 rund 7,8 Millionen EU-Bürger und –Bürgerinnen in einem anderen EU-Land erwerbstätig, das sind 3,2 % der Erwerbsbevölkerung der EU. Dies ist eine erhebliche Steigerung gegenüber 2005 (rund 4,8 Millionen oder 2,1 % der Erwerbsbevölkerung); wesentliche Triebkräfte waren die EU-Erweiterungen 2004 und 2007. 2009-2011 jedoch fiel die EU-interne Mobilität aufgrund der Wirtschaftskrise um ein Drittel gegenüber dem Zeitraum 2006-2008.

Die Zahlen schließen zudem nicht alle mobilitätsbereiten Bürgerinnen und Bürger in der Union ein, da die Arbeitskräfteerhebung hauptsächlich Menschen erfasst, die in einem Land ihren „gewöhnlichen Aufenthalt“ haben, nicht aber etwa diejenigen, die gerade erst umgezogen oder nur kurzzeitig mobil sind (also nur für ein paar Monate im anderen Land bleiben). Nach dem Eurobarometer 2009 zur geografischen und Arbeitsmobilität erklärten rund 10 % der EU-Bürger, sie hätten bereits einmal in einem anderen Land gelebt und gearbeitet; davon haben 51 % weniger als zwei Jahre im Ausland gearbeitet, 38 % weniger als ein Jahr. Laut Eurobarometer zum Binnenmarkt 2011 würden es 28 % der EU-Bürger im erwerbsfähigen Alter in Betracht ziehen, künftig in einem anderen EU-Land zu arbeiten. Dieser Anteil ist besonders hoch bei Jugendlichen (54 % der 15- bis 24-Jährigen) und in der Altersgruppe 25-39 (38 %).

Der internationale Vergleich (etwa die OECD-Wirtschaftserhebung EU 2012) zeigt, dass die grenzüberschreitende Mobilität zwischen EU-Mitgliedstaaten geringer ist als in anderen Regionen (etwa USA, Kanada, Australien). Dies erklärt sich zwar zum Teil durch die sehr ausgeprägte Sprachenvielfalt und institutionelle Unterschiede, doch legt der Vergleich auch nahe, dass die geografische Mobilität in der EU noch ausbaufähig ist. Und die aktuell massiven Diskrepanzen zwischen EU-Ländern und –Regionen bei Arbeitslosenquoten und Stellenangeboten ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Potenzial der geografischen Arbeitskräftemobilität nur unzureichend genutzt wird* (siehe das Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen zu Arbeitsmarkttrends und –herausforderungen zum Beschäftigungspaket der Kommission vom April 2012). Das derzeitige Niveau der Mobilität ist relativ niedrig im Verhältnis zum EU-Potenzial und entspricht nicht dem, was man in einem wirklich einheitlichen EU-Arbeitsmarkt erwarten sollte.

Warum fördert die Kommission die Arbeitskräftemobilität in der EU?

Die begrenzte geografische Mobilität wurde im Jahreswachstumsbericht 2012 als einer der Gründe für das strukturelle Missverhältnis zwischen Arbeitskräfteangebot und ‑nachfrage und als Hemmnis für wirtschaftliche Erholung und langfristiges Wachstum genannt (siehe IP/11/1381).

Bei der aktuell hohen Arbeitslosigkeit und starken Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten kann die Arbeitskräftemobilität eine wichtige Rolle spielen. In Gebieten mit hohem Wachstum gibt es viele unbesetzte Stellen, gleichzeitig aber in anderen Teilen der Union hohe Arbeitslosigkeit. Arbeitskräftemobilität kann den Beschäftigungsdruck in von der Krise betroffenen Ländern mildern und gleichzeitig eine Lösung für den hohen Arbeitskräftebedarf in anderen Regionen darstellen. Laut Eurostat lag die Arbeitslosenquote im November 2013 in Luxemburg, Österreich und Deutschland bei rund 5-6 %, in Portugal, Zypern und Kroatien aber bei 15-19 % und in Spanien und Griechenland sogar über 25 %.

Die Arbeitskräftemobilität in der EU kann dazu beitragen, Ungleichgewicht auszugleichen und Beschäftigung zu fördern, so dass wieder mehr Bewegung entsteht und soziale Härten gemildert werden. Mobilität kann helfen, die Rekrutierungsdynamik wiederzubeleben und den Bedürfnissen zahlreicher Arbeitgeber entgegenzukommen, ihnen die gesuchten qualifizierten Arbeitskräften zu vermitteln. Arbeitskräfte wiederum können von einem positiven Eintritt in den Arbeitsmarkt profitieren.

Viele Studien über die letzten Jahre haben den insgesamt positiven Einfluss der Mobilität auf Arbeitskräfte und Unternehmen gezeigt. So schätzt man, dass die Mobilität nach der Erweiterung das BIP der EU-15 im Zeitraum 2004-2009 um etwa 1 % gesteigert hat.

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EURES-Erfolgsgeschichten

Das EURES-Netz hilft jeden Tag vielen Arbeitsuchenden und Arbeitgebern, eine Beschäftigung bzw. qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Nachstehend eine Auswahl der Erfolgsgeschichten des Jahres 2013.

Eine Jobmesse in Lissabon führt zu einer Beschäftigung in den Niederlanden

Pedro Pereira, ein portugiesischer Elektroingenieur, der in der Krise seine Stelle verloren hatte, fand über eine Jobmesse in Lissabon einen neuen Arbeitsplatz in den Niederlanden.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&catId=10598&myCatId=10598&parentId=20&acro=news&function=newsOnPortal

Ein erfolgreicher Jobtag: 500 neue Verträge in vier Ländern

Auf einer Jobmesse in Saarbrücken in Deutschland, nahe an der Grenze zu Frankreich, zu der über 6 500 Besucher kamen, konnten kürzlich 500 neue Stellen vermittelt und Verträge abgeschlossen werden.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&acro=news&catId=10629&myCatId=10629&parentId=20&function=newsOnPortal&langChanged=true

Unterstützung für bulgarische Arbeitsuchende in Deutschland

Die Zusammenarbeit zwischen EURES Deutschland und EURES Bulgarien verhalf im Zeitraum Januar bis September 2013 208 Arbeitsuchenden aus Bulgarien zu einem Arbeitsplatz in Deutschland, vor allem dort, wo Stellen lokal schwer zu besetzen waren.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&acro=news&catId=10634&myCatId=10634&parentId=20&function=newsOnPortal&langChanged=true

630 Stellenangebote beim Europäischen Jobtag in Irland

EURES Irland veranstaltete kürzlich einen Europäischen Jobtag in Dublin, um einen Beitrag zur Senkung der hohen Arbeitslosenquoten auf der Grünen Insel zu leisten.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&acro=news&catId=10637&myCatId=10637&parentId=20&function=newsOnPortal&langChanged=true

Grenzgängern helfen

EURES fällt bei der Beratung und Unterstützung von Grenzgängern eine wichtige Rolle zu. Als Beispiel mag ein Arbeitsuchender aus Belgien dienen, der auf der anderen Seite der Grenze in Deutschland eine Stelle gefunden hat.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&catId=10604&myCatId=10604&parentId=20&acro=news&function=newsOnPortal

Ingenieure aus Portugal haben Erfolg in Norwegen

In den letzten zwei Jahren hat ein norwegischer Technologiekonzern acht Ingenieure aus Portugal über EURES eingestellt.
https://ec.europa.eu/eures/main.jsp?lang=de&acro=news&catId=10609&myCatId=10609&parentId=20&function=newsOnPortal&langChanged=true


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