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Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 24. März 2014

Eurobarometer zu Sport und körperlicher Betätigung

Die neue Eurobarometer-Umfrage zeigt, in welchen Mitgliedstaaten die Bürgerinnen und Bürger sportlich und körperlich am aktivsten sind und gibt darüber hinaus Aufschluss über soziodemografische Ergebnisse und den Kontext, in dem sich Menschen körperlich bzw. sportlich betätigen. Aus der Umfrage geht auch hervor, wie die Menschen die Möglichkeiten für Sport und körperliche Betätigung in ihrem Umfeld einschätzen und wie viel Zeit sie in ehrenamtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit Sport investieren. Deutlich wird zudem, dass große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bestehen. Die Umfrage knüpft an die weitgehend vergleichbaren Umfragen aus den Jahren 2002 und 2009 an.

Häufigkeit der sportlichen bzw. körperlichen Betätigung

42 % der Europäerinnen und Europäer treiben nie Sport

Die Zahl der Menschen, die angeben, sich nie sportlich zu betätigen, ist seit der Umfrage 2009 um drei Prozentpunkte gestiegen (von 39 % auf 42 %). Ein ähnlicher Prozentsatz treibt mindestens einmal pro Woche Sport (41 %, was einem Anstieg von einem Prozentpunkt im Vergleich zur vorherigen Umfrage entspricht).

48 % sind mindestens einmal wöchentlich auf andere Weise körperlich aktiv, sei es in der Freizeit oder auch aus anderen nicht mit Sport verbundenen Gründen (hierzu zählen etwa Fahrradfahren, Tanzen oder Gartenarbeit), während 30 % nie einer solchen Tätigkeit nachgehen.

Insgesamt treiben die Männer in der EU mehr Sport bzw. sind körperlich aktiver als Frauen. Dieser Unterschied wird am deutlichsten in der Altersgruppe der 15-24-Jährigen, in der sich entschieden mehr Männer regelmäßig sportlich betätigen als Frauen (74 % gegenüber 55 %). Die Regelmäßigkeit sportlicher Betätigung nimmt mit dem Alter ab: 71 % der Frauen und 70 % der Männer in der Altersgruppe 55+ treiben selten oder nie Sport.

Die Frage, ob sie wöchentlich eine körperlich fordernde Tätigkeit ausübten, verneinten 54 % der Befragten (vier Prozentpunkte unter dem Wert von 2002), und auf die Frage, ob sie wöchentlich einer leichten körperlichen Betätigung nachgingen, antworteten 44 % mit Nein (drei Prozentpunkte über dem Wert von 2002). 13 % der EU-Bürger gaben an, an keinem Tag in der Woche mindestens 10 Minuten zu Fuß zu gehen (vier Prozentpunkte unter dem Wert von 2002).

Sitzverhalten der EU-Bürgerinnen und -Bürger hat sich seit 11 Jahren nicht verbessert

An einem normalen Tag verbringen etwa zwei Drittel (69 %) der Befragten zwischen 2,5 und 8,5 Stunden im Sitzen (ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber 2002), während 11 % mehr als 8,5 Stunden sitzend verbringen und 17 % 2,5 Stunden oder weniger.

Wo treiben die Bürgerinnen und Bürger Sport oder sind auf andere Weise körperlich aktiv?

Die meisten Aktivitäten finden in Parks und im Freien oder zu Hause statt.

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Sport oder körperliche Aktivität findet an einer Vielzahl von Orten statt, am häufigsten in Parks und im Freien (40 %), zu Hause (36 %) oder auf dem Weg zwischen der Wohnung und Schule, Arbeit oder Geschäften (25 %).

Fast drei Viertel der EU-Bürger (74 %) gaben an, keinem Verein anzugehören; dies ist ein signifikanter Anstieg gegenüber 2009 (67 %). Bei den Mitgliedschaften in Fitnessstudios war ein leichter Anstieg zu verzeichnen (von 9 % auf 11 %).

Was sind die größten Motivationen und Hemmnisse für sportliche Betätigung?

Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens sind die wichtigsten Beweggründe

Der häufigste Grund für sportliche oder körperliche Betätigung ist die Verbesserung der Gesundheit (62 %). Andere Gründe sind Verbesserung der Fitness (40 %), Entspannung (36 %) und Spaß (30 %). Diese Zahlen haben sich gegenüber 2009 nicht wesentlich geändert.

Zeitmangel hält 42 % der Europäerinnen und Europäer davon ab, häufiger Sport zu treiben

Zeitmangel ist eindeutig das am häufigsten genannte Hindernis für eine regelmäßigere Sportausübung (42 %). Andere Faktoren sind fehlende Motivation oder mangelndes Interesse (20 %), Behinderung oder Krankheit (13 %) oder finanzielle Gründe (10 %). 2009 gaben noch 45 % der Befragten Zeitmangel als Hauptgrund dafür an, dass sie nicht häufiger Sport trieben.

Wird die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten auf lokaler Ebene unterstützt?

Drei Viertel der Befragten (76 %) gaben an, dass es in ihrem lokalen Umfeld Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung gibt; eine vergleichbare Zahl (74 %) vertrat die Ansicht, dass ihnen ihre lokalen Sportvereine und andere Anbieter entsprechende Möglichkeiten bieten. Diese Zahlen haben sich gegenüber 2009 nicht wesentlich geändert. Bei der Frage, ob die lokalen Behörden genug unternehmen, um den Bürgerinnen und Bürgern solche Möglichkeiten zu bieten, fielen die Antworten unterschiedlicher aus: 39 % der Befragten waren der Meinung, dass die Behörden nicht genug tun, während 52 % meinten, dass genug getan wird. Die Auffassungen zu diesem Thema sind etwas negativer als 2009 (35 % bzw. 54 %).

Engagieren sich die Europäer ehrenamtlich im Sport?

Insgesamt gaben 7 % der EU-Bürgerinnen und -Bürger an, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben, durch die der Sport unterstützt wird. Innerhalb dieser Gruppe widmete mehr als ein Drittel (35 %) mindestens sechs Stunden monatlich der ehrenamtlichen Tätigkeit im Bereich des Sports; 8 % investierten 21 Stunden oder mehr. Diese Zahlen haben sich gegenüber 2009 nicht wesentlich geändert. Jedoch lässt sich ein Trend hin zu mehr ehrenamtlicher Tätigkeit beobachten, die nicht auf gelegentliche einzelne Veranstaltungen beschränkt ist. Die häufigste Tätigkeit ist die Organisation einer Sportveranstaltung bzw. die Unterstützung bei der Durchführung einer solchen.

Welche Politik verfolgt die Europäische Union im Bereich des Sports und der körperlichen Betätigung?

Die Zusammenarbeit und der Dialog auf EU-Ebene im Bereich des Sports haben sich seit 2007 erheblich verbessert. In jenem Jahr nahm die Europäische Kommission das Weißbuch Sport an – das erste sportpolitische Dokument der Europäischen Union. Der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, der seit Dezember 2009 in Kraft ist, enthält eine neue Bestimmung (Artikel 165), die der EU ausdrücklich eine neue Zuständigkeit für die Unterstützung im Bereich des Sports verleiht. Anfang 2011 nahm die Kommission eine Mitteilung zum Sport an, die auf die gesellschaftliche Rolle, die wirtschaftliche Dimension und die Organisation des Sports abzielte.

Auf der Grundlage dieses Dokuments verabschiedete der Rat den ersten Arbeitsplan der Europäischen Union für den Sport (2011-2014), der Prioritäten für die Mitgliedstaaten und die Kommission vorsah und so die europäische Zusammenarbeit verstärkte. Im Jahr 2012 nahm der Rat Schlussfolgerungen zur Unterstützung gesundheitsfördernder körperlicher Betätigung und zur Verbesserung der Faktengrundlage für sportpolitische Entscheidungen an, wobei er die Kommission aufforderte, regelmäßig Erhebungen über Sport und körperliche Betätigung durchzuführen. Im Mai 2014 wird der Rat voraussichtlich einen neuen mehrjährigen EU-Arbeitsplan für den Sport annehmen.

Die Empfehlung des Rates von 2013 über gesundheitsfördernde körperliche Aktivität (HEPA) zielt darauf ab, in sämtlichen Bereichen, die mit dieser Thematik befasst sind – d. h. Sport und Gesundheit, aber auch Bildung, Stadtplanung und Arbeitsumgebung –, wirksamere Maßnahmen und eine wirksamere Zusammenarbeit anzuregen. Dies sollte den Mitgliedstaaten längerfristig dabei helfen, Trends zu ermitteln und ihre Strategien so anzupassen, dass alle relevanten Bereiche berücksichtigt werden.

Um die Menschen zu mehr Sport und körperlicher Betätigung zu bewegen, plant die Kommission ab dem Jahr 2015 eine Europäische Woche des Sports abzuhalten.

Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage müssen auch in einem größeren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kontext gesehen werden. Im Jahr 2009 identifizierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Bewegungsmangel als vierthäufigsten Risikofaktor, der zum Tode führen kann. Gesundheitliche Probleme, die auf Bewegungsmangel zurückgehen, sind mit erheblichen direkten und indirekten wirtschaftlichen Kosten durch erhöhte Gesundheitsausgaben, Krankmeldungen und vorzeitige Todesfälle verbunden. Die Auswirkungen haben sich durch die Alterung der europäischen Bevölkerung verstärkt. Die Vorteile, die der europäischen Gesellschaft aus Sport und körperlicher Betätigung entstehen, sind nicht nur verbesserte Gesundheit und Fitness, die u. a. zu einer gesunden Arbeitnehmerschaft und mehr Produktivität beitragen, sondern sie erstrecken sich auch auf die Entwicklung von Fähigkeiten und eine bessere Integration innerhalb der Gesellschaft.

In wirtschaftlicher Hinsicht hat sich der Sportsektor während der Krise als sehr stabil erwiesen. Der sportbezogene Wirtschaftsanteil beläuft sich auf fast 1,8 % der Bruttowertschöpfung in der EU insgesamt (174 Mrd. EUR pro Jahr), während der Anteil der sportbezogenen Beschäftigung mehr als 2 % der gesamten Beschäftigung in der EU (4,5 Millionen Menschen) ausmacht. Diese Fakten zeigen auch, dass der Sportsektor seinen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Strategie „Europa 2020“ für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum leistet.

Welchen Beitrag leistet Erasmus+ zum Sport?

Erstmals steht nun im Rahmen von Erasmus+ INCLUDEPICTURE "http://ec.europa.eu/sport/images/icon-ext-current.gif" \* MERGEFORMATINET INCLUDEPICTURE "http://ec.europa.eu/sport/images/icon-ext-current.gif" \* MERGEFORMATINET INCLUDEPICTURE "http://ec.europa.eu/sport/images/icon-ext-current.gif" \* MERGEFORMATINET

, dem neuen EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (2014-2020), finanzielle Unterstützung für den Sportbereich zur Verfügung. Das für diesen Bereich vorgesehene Gesamtbudget beläuft sich auf rund 265 Mio. EUR für einen 7-Jahres-Zeitraum.

Im Sektor Sport werden die folgenden spezifischen Ziele verfolgt:

Bekämpfung der grenzüberschreitenden Bedrohungen für die Integrität des Sports, wie Doping, Spielabsprachen und Gewalt sowie alle Arten von Intoleranz und Diskriminierung;

Förderung und Unterstützung von Good Governance im Sport und von dualen Karrieren von Sportlerinnen und Sportlern;

Unterstützung von Freiwilligentätigkeit im Sport sowie von sozialer Inklusion und Chancengleichheit und von dem Verständnis dafür, wie wichtig gesundheitsfördernde körperliche Betätigung ist, durch Steigerung der Beteiligung an sowie gleichberechtigten Zugang zu sportlichen Aktivitäten für alle Menschen.

Im Rahmen von Erasmus+: Sport- und sportbezogene Organisationen sowie staatliche Stellen können sich im Wege der jährlichen Aufforderungen für finanzielle Unterstützung bewerben.

Weitere Informationen

IP/14/300: Eurobarometer zum Thema Sport: hohes Maß an Bewegungsmangel in der EU

Link zum vollständigen Bericht

Eurobarometer-Homepage

Leitfaden zu Erasmus+


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