Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 15. Jänner 2014

Beschäftigung: 17 Mitgliedstaaten haben ihre Umsetzungspläne für die Jugendgarantie vorgelegt

17 Mitgliedstaaten haben der Europäischen Kommission bereits ihre fertigen Pläne für die Umsetzung der Jugendgarantie vorgelegt. Mit dieser ambitionierten, EU-weiten Reform soll allen jungen Menschen unter 25 Jahren geholfen werden, innerhalb von vier Monaten nach Beendigung der formalen Ausbildung oder nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes eine Stelle zu finden, sich weiterzubilden, eine Lehre zu machen oder ein Praktikum zu absolvieren. 11 Mitgliedstaaten arbeiten noch an ihren Strategien für einen nationalen Jugendgarantieplan.

„Wir fordern die Mitgliedstaaten, die ihre Umsetzungspläne für die Jugendgarantie noch nicht fertig ausgearbeitet haben, auf, dies so bald wie möglich zu tun.“, sagte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. „Junge Menschen mit diesem Problem allein zu lassen, gefährdet nicht nur ihre Zukunftsaussichten sondern auch das Wirtschaftspotenzial und den sozialen Zusammenhalt Europas.“ Es liegt im Interesse jedes Mitgliedstaates, rasch zu handeln und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um junge Menschen dabei zu unterstützen, einen Arbeitsplatz zu finden oder sich die notwendigen Fähigkeiten anzueignen, um in der Zukunft einen Job zu bekommen.“

Im April 2013 verabschiedete der EU-Ministerrat eine Empfehlung zur Einrichtung einer Jugendgarantie, in der die notwendigen Maßnahmen und Reformen im Einzelnen festgelegt sind, damit jede und jeder unter 25 Jahren eine echte Chance bekommt, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Mehrzahl der Jugendgarantie-Maßnahmen kann aus dem Europäischen Sozialfonds kofinanziert werden (Unterstützung bei der Arbeitssuche, Schulungsangebote, Verlängerung und Modernisierung der Lehrlingsausbildung, Einstellungszuschüsse und Praktikumszuschüsse).

Darüber hinaus gibt es für 20 Mitgliedstaaten aufgrund ihrer regionalen hohen Jugendarbeitslosenquote (mehr als 25 % in mindestens einer Region) zusätzliche Mittel aus der Beschäftigungsinitiative. Der Europäische Rat hat die betreffenden Regierungen aufgefordert, ihre Umsetzungspläne für die Jugendgarantie bis Ende 2013 vorzulegen. Mitgliedstaaten, in denen keine Region für die Jugendbeschäftigungsinitiative in Frage kommt, müssen ihre Pläne spätestens Anfang 2014 einreichen.

Umsetzungspläne für die Jugendgarantie – aktueller Stand

Mitgliedstaat

Status des Umsetzungsplans für die Jugendgarantie

Regionen, die für zusätzliche Mittel aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen in Frage kommen

spezifische Mittelzuweisung aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (Mio. EUR)*

Österreich

in Vorbereitung

nein

-

Belgien

eingereicht

ja

39,64

Bulgarien

eingereicht

ja

51,56

Kroatien

eingereicht

ja

61,82

Zypern

eingereicht

ja

10,81

Tschechische Republik

eingereicht

ja

12,71

Dänemark

in Vorbereitung

nein

-

Estland

in Vorbereitung

nein

-

Finnland

in Vorbereitung

nein

-

Frankreich

eingereicht

ja

289,76

Deutschland

in Vorbereitung

nein

-

Griechenland

eingereicht

ja

160,24

Ungarn

eingereicht

ja

46,49

Irland

eingereicht

ja

63,66

Italien

eingereicht

ja

530,18

Lettland

eingereicht

ja

27,1

Litauen

eingereicht

ja

29,69

Luxemburg

in Vorbereitung

nein

-

Malta

in Vorbereitung

nein

-

Polen

eingereicht

ja

235,83

Portugal

eingereicht

ja

150,2

Rumänien

eingereicht

ja

99,02

Slowakei

in Vorbereitung

ja

67,43

Slowenien

in Vorbereitung

ja

8,61

Spanien

eingereicht

ja

881,44

Schweden

eingereicht

ja

41,26

Niederlande

in Vorbereitung

nein

-

Vereinigtes Königreich

in Vorbereitung

ja

192,54

*Die Mitgliedstaaten müssen diese Gelder mit Mitteln in mindestens derselben Höhe aus ihren nationalen ESF-Zuweisungen ergänzen.

Welche Schritte sind als nächstes geplant?

Die Kommission bewertet derzeit die bereits eingereichten Umsetzungspläne für die Jugendgarantie und wird den Mitgliedstaaten in den kommenden Wochen Feedback dazu geben.

In den eingereichten bzw. noch ausständigen Plänen sind die Maßnahmen festzulegen, die in jedem Mitgliedstaat zur Umsetzung der Jugendgarantie ergriffen werden sollen. In den Umsetzungsplänen für die Jugendgarantie wird erläutert, wie die Partnerschaften zwischen den zuständigen Behörden, den Arbeitsverwaltungen, allgemeinen und beruflichen Bildungseinrichtungen, den Sozialpartnern, Jugendorganisationen und anderen Interessenträgern organisiert werden sollen. Ferner ist darzulegen, bei welchen Reformen und Maßnahmen im Bereich der Jugendbeschäftigung die Mitgliedstaaten von einer Kofinanzierung im Rahmen des Europäischen Sozialfonds und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ausgehen.

Zeitgleich mit den Umsetzungsplänen erstellen die Mitgliedstaaten ihre operationellen Programme, in denen sie festlegen, wie sie ihrer Mittelzuweisungen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) im Zeitraum 2014-2020 sowie zusätzliche Mittel aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen einsetzen wollen.

Was ist die Jugendgarantie?

Mit der Jugendgarantie soll gewährleistet werden, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren binnen vier Monaten nach Verlassen der Schule oder Verlust des Arbeitsplatzes ein gutes Angebot für einen Arbeitsplatz, eine Weiterbildung, eine Lehrstelle oder einen Praktikumsplatz erhalten. Die Jugendgarantie ist eine der wichtigsten und dringendsten Strukturreformen, die die Mitgliedstaaten im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit sowie für einen problemloseren Übergang von der Schule ins Berufsleben einleiten müssen.

Die Logik der Jugendgarantie ist sehr einfach – sie soll gewährleisten, dass kein junger Mensch länger als vier Monate arbeitslos oder nichterwerbstätig ist. Mit der Jugendgarantie sollen junge Menschen bei der Suche nach einer Beschäftigung unterstützt werden, die ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung entspricht, oder sie sollen die Möglichkeit erhalten, die Bildung, Fähigkeiten und Erfahrung zu erwerben, die ihre Chancen auf einen zukünftigen Arbeitsplatz unmittelbar erhöhen.

Wie funktioniert die Jugendgarantie?

Die Jugendgarantie basiert auf Erfahrungen in Österreich und Finnland, die zeigen, dass sich Investitionen in junge Menschen lohnen. So führte zum Beispiel die finnische Jugendgarantie zu einer Senkung der Jugendarbeitslosenzahlen: Innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung war 83,5 % der Betroffenen ein Arbeitsplatz, ein Praktikumsplatz oder eine Lehrstelle vermittelt worden oder sie absolvierten eine Weiterbildung.

Die Empfehlung für eine Jugendgarantie wurde am 22. April 2013 vom EU-Ministerrat (siehe MEMO/13/152) auf der Grundlage eines von der Kommission im Dezember 2012 vorgelegten Vorschlags (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) angenommen und vom Europäischen Rat bei seiner Tagung im Juni 2013 gebilligt.

In vielen Mitgliedstaaten werden zur Umsetzung der Jugendgarantie Strukturreformen notwendig sein. So müssen zum Beispiel öffentliche Arbeitsverwaltungen gewährleisten können, dass junge Menschen über die für sie am besten geeigneten Beschäftigungs-, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten angemessen beraten werden sowie innerhalb von vier Monaten ein maßgeschneidertes, konkretes Angebot erhalten. In diesem Zusammenhang kommt dem Vorschlag der Kommission vom Juni 2013 für einen Beschluss, mit dem die öffentlichen Arbeitsverwaltungen unterstützt werden sollen, enger zusammenzuarbeiten und dadurch ihre Effektivität zu maximieren, eine wichtige Rolle zu (siehe IP/13/544).

Ein weiterer Bereich, in dem Strukturreformen erforderlich sind, sind die Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass den jungen Menschen die Fähigkeiten vermittelt werden, die Arbeitgeber nachfragen. In diesem Kontext können Partnerschaften zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Bildungseinrichtungen und Behörden, die für die Gestaltung, Umsetzung und Bewertung von allgemeinen und beruflichen Bildungsgängen zuständig sind, hilfreich sein.

Die Jugendgarantie kostet die Mitgliedstaaten Geld (die Internationale Arbeitsorganisation schätzt die Kosten für die Einrichtung der Jugendgarantie im Euroraum auf 21 Mrd. EUR pro Jahr). Bleiben die Mitgliedstaaten UNTÄTIG, entstehen jedoch noch weitaus höhere Kosten. Die Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) beziffert den wirtschaftlichen Schaden, der der EU dadurch entsteht, dass Millionen junger Menschen weder Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, mit über 150 Mrd. EUR (1,2 % des BIP der EU) in Form von zu zahlenden Leistungen und Produktivitätsverlusten.

Diese Kosten fallen zusätzlich zu den langfristigen Kosten von Arbeitslosigkeit für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die betroffenen Personen an, wie ein erhöhtes Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko in der Zukunft. Untätig zu bleiben, kann also sehr teuer werden: Die Jugendgarantie dagegen ist eine Investition.

Unterstützung der Jugendgarantie durch den Europäischen Sozialfonds

Die weitaus wichtigste Quelle für EU-Mittel zur Unterstützung der Umsetzung der Jugendgarantie und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist der Europäische Sozialfonds (ESF), über den weiterhin mehr als 10 Mrd. EUR pro Jahr im Zeitraum 2014-2020 bereitgestellt werden. Es ist wichtig, dass die Mitgliedstaaten einen Großteil der Mittel, die ihnen für den Zeitraum 2014-2020 aus dem ESF zugewiesen werden, in die Umsetzung der Jugendgarantie investieren.

Unterstützung der Jugendgarantie durch die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen und den Europäischen Sozialfonds

Um weitere EU-Finanzhilfen für die Regionen zur Verfügung zu stellen, in denen junge Menschen am stärksten unter Arbeitslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit leiden, haben der Rat und das Europäische Parlament die Schaffung einer eigenen Beschäftigungs­initiative für junge Menschen) vereinbart. Die Unterstützung im Rahmen dieser Beschäftigungsinitiative konzentriert sich auf Regionen mit einer Jugendarbeits­losenquote von mehr als 25 % und auf junge Menschen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren (NEET). Dadurch wird gewährleistet, dass in den Teilen Europas, in denen die Probleme besonders eklatant sind, die Höhe der Unterstützung für die einzelnen jungen Menschen hoch genug ist, um tatsächlich etwas zu bewirken.

Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen werden 3 Mrd. EUR aus einer spezifischen, neuen EU-Haushaltslinie für Jugendarbeitslosigkeit bereitgestellt und mit mindestens 3 Mrd. EUR aus den nationalen ESF-Zuweisungen ergänzt. Die ESF-Unterstützung für die Umsetzung der Jugendgarantie wird noch dadurch ausgeweitet, dass Maßnahmen – z. B. Arbeitsvermittlung, Praktika und Lehrstellen, Unterstützung bei der Unternehmensgründung usw. – bezuschusst werden, die jungen Menschen, die keine Arbeit haben und sich auch nicht in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung (NEET) befinden, direkt zugutekommen. Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen wird als Teil des ESF 2014-2020 programmiert.

Die Kommission hat vorgeschlagen, die 6 Mrd. EUR für die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen vorzuziehen, sodass die gesamte Summe in den Jahren 2014 und 2015 zur Verfügung steht und nicht erst über die sieben Jahre des mehrjährigen Finanzrahmens verteilt. Um einen zügigen Start zu gewährleisten, können die Mitgliedstaaten mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen ausnahmsweise bereits am 1. September 2013 beginnen. Die Erstattung erfolgt „rückwirkend“, sobald die entsprechenden operationellen Programme der Kommission vorgelegt und von ihr genehmigt wurden.

Die Zielgruppe der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen sind NEET bis zum Alter von 25 Jahren und, falls die Mitgliedstaaten dies für angebracht halten, bis zum Alter von 30 Jahren. In diesem Fall müssen die Mitgliedstaaten jedoch zusätzliche ESF-Mittel für die entsprechenden Maßnahmen zuweisen, damit der Umfang der Unterstützung pro Person gleich bleibt.

Die Mitgliedstaaten müssen die Mittel der Beschäftigungsinitiative mit substanziellen zusätzlichen ESF- und nationalen Investitionen in Strukturreformen aufstocken, um die Beschäftigungs-, Sozialdienstleistungen und Bildungsangebote für junge Menschen zu modernisieren; außerdem müssen sie den Zugang zur Bildung, deren Qualität und die Abstimmung auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt verbessern.

Weitere Informationen

Siehe auch MEMO/13/968

Siehe auch:


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website